Gehaltslücke schließt sich

von Susanne

Zumindest für junge Frauen. Die Süddeutsche Zeitung schreibt heute auf einer umfangreichen Seite 2 zum Thema „Was Frauen und Männer verdienen“, dass laut Daten der OECD junge Frauen in Großstädten „nur“ noch sieben Prozent weniger verdienen als die Männer in vergleichbarer Position und Alter. Diese Entwicklung folgt einem Trend, der in New York schon seit einigen Jahren Realität ist: Junge, gut ausgebildete Frauen verdienen dort nicht nur genauso viel wie ihre männlichen Kollegen, sondern sogar mehr.

Allerdings habe das zur Folge, dass das empfindsame Beziehungsgefüge junger Amerikanerinnen und Amerikaner durcheinander komme: Frauen berichten davon, dass die Liebe zerbrach, weil sie mehr verdienten als ihre Partner; außerdem tauche jetzt die Frage auf, wer bei einem Date das Essen bezahlt. Das sind alles Detailproblem, die wir in Deutschland mit unserer lockereren Dating-Kultur vielleicht nicht so haben werden – trotzdem sollten wir die Zeit bis zu dem Moment, in dem deutsche Frauen das gleiche oder mehr Geld verdienen, dazu nutzen, alte Rollenklischees zu überdenken – damit es dann weder für Frauen noch für Männer ein soziales oder Identitätsproblem ist, wenn sie mehr Geld nach Hause bringt.

Nicht zu vergessen sei die Tatsache, dass die Gehälter von Frauen auch weiterhin dann sinken, wenn sie wegen der Kinder eine Auszeit nehmen. Ökonomen schätzen, dass zwei Jahre nach dem Wiedereinstieg in den Beruf eine Mutter 20 Prozent weniger verdient als eine kinderlose Frau. Das sei zum einen auf fehlende Kompetenzen zurückzuführen, zum anderen aber auch schlicht auf Diskrimierung wegen des Geschlechts.




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Eintrag geschrieben: Samstag, 15. Dezember 2007 um 12:08 Uhr unter Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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Ein Kommentar

  1. Anna sagt:

    An dieser Stelle sei noch auf einen sehr hilfreichen und wie immer sehr charmanten Video-Blog-Beitrag von feministing.com verwiesen: