Gedenken an die NSU-Opfer

von Charlott

† 09. September 2000 Enver Şimşek
† 13. Juni 2001 Abdurrahim Özüdoğru
† 27. Juni 2001 Süleyman Taşköprü
† 29. August 2001 Habil Kılıç
† 25. Februar 2004 Mehmet Turgut
† 09. Juni 2005 İsmail Yaşar
† 15. Juni 2005 Theodoros Boulgarides
† 04. April 2006 Mehmet Kubaşık
† 06. April 2006 Halit Yozgat
† 25. April 2007 Michèle Kiesewetter

Heute vor drei Jahren, am 04.November 2011, kam es zur „Selbstenttarnung“ des Nationalsozialistischen Untergrunds. Diesen Anlass wollen Aktivist_innen zum Gedenken an die Opfer der Mordserie und des Bombenanschlags in Köln nutzen – und gerade nicht wie so oft den Blick auf die TäterInnen richten.

Um 17.30 werden in Berlin, Bremen, Göttingen, Kassel, Wuppertal, Frankfurt a.M., Nürnberg, München, Jena Straßen symbolisch nach Opfern der NSU-Mordserie umbenannt. So soll wenigstens für eine kurze Zeit der Raum eingenommen und zur Erinnerung aufgerufen werden.

Gegen die tatsächliche Umbennung der Straßen wird sich vielerorts zur Wehr gesetzt. So beschreibt neues deutschland:

Schon im Jahr 2012 forderten Angehörige die Umbenennung der Hamburger Schützenstraße, in der der Mord an Süleyman Tasköprü begangen wurde. Mit der Begründung, zu viele Firmen seien dort angesiedelt und die Straße sei viel zu stark bewohnt, traten Teile der Bevölkerung aber auch die örtliche SPD dieser Forderung entgegen. […]

Auch in Kassel wurde der Wunsch des Vaters des NSU-Opfers Ismail Yozgat, die Ausfallstraße, an der der Mord geschah, nach seinem Sohn umzubenennen, bisher abgelehnt. Angehörige und antirassistische Gruppen wollen diese Blockadehaltung nicht akzeptieren. »Mit der symbolischen Umbenennung wollen wir deutlich machen, wie wenig sich trotz aller Sonntagsreden auch in der Bevölkerung durch die Aufdeckung des NSU verändert hat«, betonte Bezkart.“

Zwischen 2000 und 2007 konnte der NSU zehn Menschen ermorden. Der Prozess läuft immer noch, auch wenn viele diesem mittlerweile kaum noch Aufmerksamkeit schenken. An den Strukturen, die alles mitermöglichten hat sich nichts geändert. Wie Nadia schon im letzten Jahr schrieb: Was bleibt: Schande.




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 4. November 2014 um 15:33 Uhr unter Aktivismus, Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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3 Kommentare

  1. Johanna sagt:

    Super Idee! Es gibt bestimmt richtig viele Beispiele, wo Strßen nach Mordopfern benannt werden! Und wenn den Mordopfern der Neonazis das echt verweigert werden soll, dann sagt das echt viel über „Schland“ aus!

  2. Juchihita sagt:

    Ich kenne ehrlich gesagt kein einziges Beispiel für eine Straße, die nach einem Mordopfer benannt wurde. Mir ist neu, dass es sowas gibt, aber ich lerne gerne dazu. Kennt jemand solche Straßen?

  3. Ylfa sagt:

    @Juchihita:
    Zwar keine Straße, aber in Kassel wurde die Tram-Haltestelle Philipp-Scheidemann-Haus/Mombachstraße in Halitplatz umbenannt.