Geburten und Zahlen
von BarbaraEs sind doch weniger Babys als gedacht, wie die Taz heute über die aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Statistik schreibt. Dass der bejubelte Babyboom keiner war, haben (wir berichteten) auch schon andere errechnet. Doch nun wird die Februarfreude von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen über die Früchte ihrer Familienpolitik endgültig durch diese Zahlen gedämpft: 2008 wurden etwa 8.000 Babys weniger geboren als 2007. Die Taz schreibt:
Die Zahl der lebend geborenen Kinder ging 2008 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent zurück. Mit rund 675.000 Babys wurden rund 8.000 weniger geboren als 2007. Gleichzeitig starben 20.000 Menschen mehr als 2007, so dass sich das Verhältnis von Geburten- und Todeszahlen verschlechterte.
Nebenbei ermittelte das Statistische Bundesamt übrigens noch, dass 2008 mehr geheiratet wurde als 2007 (nämlich 1,8 Prozent mehr) und dass Kaiserschnittentbindungen wohl im Trend lägen (29,3 Prozent im Jahr 2007 zu 18,5 Prozent im Jahr 1997).
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Eintrag geschrieben: Dienstag, 7. April 2009 um 16:43 Uhr unter Familienleben, Frauenfakten. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.







Hehe… da es angeblich ja ein Erfolg gewesen sein sollte, wenn es mehr Lebendgeburten gab, dann sollte die Familienministerin nicht zurücktreten, wenn in Wirklichkeit der gegenteilige Trend einsetzt? Sie führte das angebliche Wachstum ja auf ihre Familienpolitik zurück. Also hat sie gründlich fehlgeschlagen.
Selbst halte ich das für einen Unsinn hoch zwei, steigende Geburtenzahlen automatisch als positiven und erstrebenswerten Faktor zu sehen. Aber jedem das seine.
Die Schweiz wird auch schon lange von einem wahren Gebrurtenboom heimgesucht: Zwischen 2001 und 2007 ist die Geburtenrate hier von 1,38 Kindern auf 1,46 Kinder gestiegen- das ist natürlich schon enorm! Im Kanton Zürich liess sich der Tages Anzeiger kürzlich sogar dazu verleiten, von einem Babyboom zu sprechen, der alle Rekorde bricht- obwohl die Zahlen bei näherer Betrachtung ziemlich bescheiden ausfielen- v. a. im historischen Vergleich. Diese Euphorie hat ja schon einen fast beschwörenden Charakter… In Deutschland stehen ja die Wahlen vor der Haustüre- ergo weiss man ja auch, woher der Wind bläst.
Womit man natürlich versucht wäre, die Umstände in der Schweiz näher zu betrachten. Hatte immer das Gefühl, die Schweiz sei ein Land, in dem es für Kinder (Kindergeld und Kitas) weniger Staatsausgaben als in Deutschland gibt. Kennt jemand die Zahlen?
Aber eine Steigerung von 1,38 auf 1,46 ist ja sowieso mickrig. Wahrscheinlich ist diese Streuung sogar auf das Wetter zurückzuführen :-)
Wenn es aber doch das Ziel sein sollte, eine möglichst hohe Reproduktionsrate der Deutschen zu erzielen, dann hätte man doch lieber eine Kind- statt Abwrackprämie einführen sollen und mal schauen, was sie bewirkt
Ob diese Streuung auf das Wetter zurückzuführen ist, weiss ich natürlich nicht- doch es wird ja, wie man allerorten hört, immer wärmer- und wo’s wärmer wird, nu…
Bei uns gibt es keine Familienpolitik- es gibt lediglich Kinderzulagen (mindestens 200 Franken pro Kind bis 16 Jahre / 16 bis 25 Jahre mindestens 250 Franken pro Monat) und einen pauschalen Familienabzug von 6000.- Franken auf der Steuererklärung. Einzelne Kantone subventionieren Kinderhorte, aber nicht alle. All diese “Massnahmen” ergeben dann die erwähnten 1,46 Kinder pro Frau. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt in der Schweiz übrigens 5’670 Franken brutto- für jene, die jetzt glauben, wir Schweizer kriegten viel Geld für unsere Kinder. Und die Konsumausgaben sind auch ganz anders strukturiert- was den auf den ersten Blick wohl zweifellos hohen Bruttolohn kaufkraftbereinigt erheblich senkt. Etc. Und in Deutschland? Was gibt es da dafür, dass man die Gesellschaft mit Nachwuchs am Leben hält?