Gebär-Bummelei galore

von Barbara

Zeit Im aktuellen Zeit Magazin Leben macht sich Iris Radisch Gedanken über die “Gebär-Bummelei”, also die Tatsache, dass die deutschen Frauen statistisch mit 26 Jahren erst Kinder kriegen, im Gegensatz zu den afghanischen etwa, die im Teenageralter schon Mütter werden. Internationale Vergleiche hinken in den meisten Fällen, und auch die Statistik belegt nur das, was wir belegen wollen. Radisch bricht also eine Lanze für die Zeit, die wir uns mit der Mutterschaft lassen:

Dieser Artikel möchte zur Entspannung beitragen und einer übereilten Rückkehr in afghanische Verhältnisse vorbeugen. Es gibt keinen Grund zur Panik. Im Gegenteil: Die Bummelei, fast jede Art von Bummelei, ist eine Kulturleistung, ein unbedingt zu verteidigender Zugewinn an Freiheit und Selbstbestimmung. Die Freiheit zur Gebär-Bummelei im Speziellen ist ein immenser Zugewinn an weiblicher Autonomie. Man darf sich Zeit lassen.

Die Gründe für die deutschen Frauen, eher später als früher zu gebären, sind ebenso vielfältig wie die der afghanischen Frauen, eher früher als später zu gebären. Neben denen, die Radisch für die deutschen Frauen aufzählt (Ausbildung, Berufsleben, Lebenslust etwa), kommt noch ein gewaltiger dazu: Nicht jeder Mann an der Seite einer Frau eignet sich, ein guter Partner für das Projekt Gebären zu werden. Man muss schon auch wollen.

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3 Kommentare zu “Gebär-Bummelei galore”

  1. mei schreibt:

    Frau Radisch wieder. Schade, dass sie ihre eigentlich guten Aussagen immer mit seltsamen Abgrenzungsaussagen (”Afghanische Verhältnisse”) ausschmückt. Die “fremdländischen Nebenrollen” sind mir in ihrem letzten Buch schon auf die nerven gegangen:
    http://www.iheartdigitallife.de/?p=49

  2. Genderblog » Erst bummeln, dann Baby! schreibt:

    […] bummeln, dann Baby! Barbara Streidl hat freundlicherweise den Link ausgegraben, den ich letzten Donnerstag noch nicht gefunden hatte - im Zeit Magazin Leben (der Name!, aber das […]

  3. Greta schreibt:

    Ich finde die Absicht, diehinter diesem Artikel von Iris Radisch steckt, lobenswert. Frauen sollen dann Kinder kriegen, wann sie es für richtig halten und sich nicht diktieren lassen, wann sie es zu tun haben. Und trotzdem habe ich als junge Mutter mich falsch dargestellt gefühlt. Ich habe kein schlechtes Gewissen, mein Kind tagsüber betreuen zu lassen, um studieren zu können. Ich kann auch immer noch Spass haben und mein Leben außerhalb des Mutterdaseins genießen. ich glaube sogar, dass junge Mütter, gerade weil sie noch selbst wachsen und erleben wollen, auch einen Vorteil gegenüber den älteren haben. Gerade weil wir noch andere Ziele haben, neben der Sorge um die optimale Entwicklung unseres Sprösslings, hat der die Gelegenheit, sich außerhalb der permanenten elterlichen Beobachtung selbst zu entfalten und zu entdecken. Ich lebe in einem Bezirk, der überfüllt ist mit Läden, die “Wunschkind” heißen, wo man dieses Wunschkind mit drei zum Yoga-, Klavier- und frühenglischunterricht anmelden kann und wage die Behauptung, dass dieses übermäßige Interesse an bestmöglichen Voraussetzungen für die Kleinen nicht unbedingt die besten Voraussetzungen schafft, sondern auch enorm unter Druck setzen kann. Aber vielleicht ist auch das nur ein Vorurteil. äh… bin ich etwa abgeschweift? Ich wollte ja nur sagen, ein Kind zu kriegen, bevor man völlig abgesichert und karrieretechnisch durchgestartet ist, muss nicht gleichbedeutend sein, mit einem “vor der Zeit an den Herd gezwungen werden”, sondern kann auch einfach… glücklich machen?

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