Fünf englischsprachige Podcasts zum Lieben (und manchmal zum Aufregen)

von Magda

In den letzten Monaten habe ich große Liebe zu Podcasts entwickelt. Da ich mich nur selten auf eine Sache konzentrieren kann, sind Podcasts die perfekten Wegbegleiterinnen, wenn ich im Bus sitze, Wäsche aufhänge oder Candy Crush spiele. Meine aktuellen Lieblingspodcasts teile ich gerne mit euch, cause sharing is caring, right? Diese englischsprachigen Podcasts beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themen wie race und gender, Popkultur, beste Freundinnen, dickes Empowerment, jüdisches Leben oder feministische Perspektiven auf jüdische Geschichte. Ich liebe sie alle, was nicht heißt, dass da nicht auch Aufreger dabei sind. Keiner der Podcasts ist völlig frei von Anekdoten zum Augenrollen, manche davon (weiß-, cis-, hetero-…)normativ. Trotzdem empfehle ich sie, weil sie viel Wissen vermitteln und prima unterhalten. Mich interessiert auch, welche Podcasts ihr gerne hört – unsere Kommentarspalte wartet auf euch!

Podcast Another Round Tracy Clayton and Heben Nigatu, eine Menge Schnaps und richtig smarte Analysen zu Gender, race und Popkultur: Willkommen zu Another Round! Die beiden Buzzfeed-Autorinnen sind super-unterhaltsam, lieben Quizzes und hartes Debattieren und laden spannende Gäste ein, wie z.B. Ta-Nehisi Coates oder Hillary Clinton. Ein super cooler Mix aus Booze, Jokes & Politics.

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bildschirmfoto-2016-10-15-um-15-59-07Aminatou Sow arbeitet im Tech-Bereich and Ann Friedman ist Journalistin – und beide führen eine Fern-Beste-Freundinnen-Beziehung. Und so heißt es im Zweiwochen-Takt: Call your Girlfriend! Im Podcast thematisieren sie Popkultur und Politik, Menstruation und natürlich Freundinnenschaft. Der Podcast wirkt eher unorganisiert, aber genau das macht auch den Charme aus: Es ist so, als würdest du zwei Freundinnen beim Quatschen zuhören. Was nervt: Frausein wird häufig sehr biologistisch thematisiert und der Podcast ist ziemlich heterozentriert. Richtig toll finde ich allerdings die kritischen Anekdoten aus ihren jeweils männlich- und weiß-dominierten Arbeitskontexten plus hilfreiche Strategien im Umgang mit diesen Kontexten.

BodCastRichtig gerne höre ich Marie Southard-Ospina und ihrem Podcast The BodCast zu. In jeder Folge interviewt sie einen spannenden Gast und diskutiert aktuelle Debatten innerhalb fat-aktivistischer Communities, beispielsweise Class & Food, Fatshion, Burlesque, Selbstliebe oder Fat Reality TV. Die Interviewpartner*innen lesen sich wie das „Who’s Who“ der englischsprachigen Fat Akivist*innen: Virgie Tovar, Substantia Jones, Whitney Way Thore… Jede Woche gibt es außerdem eine*n „Body Positivity Badass of the Week“. Die letzte Folge wurde allerdings im Juli gesendet, ich hoffe auf weitere!

Podcast UnorthodoxUnorthodox ist der hauseigene Podcast des jüdischen Kultur- und Politikmagazins tabletmag.com. Die drei JournalistInnen Mark Oppenheimer, Liel Leibovitz und Stephanie Butnick präsentieren jede Woche die „News of the Jews“, laden spannende Gäste aus Politik, Kultur oder Sport ein, diskutieren jüdische Geschichte oder Religion sowie Antisemitismus weltweit und lassen jeweils eine*n „Gentile of the Week“ (eine nicht-jüdische Person) Fragen rund ums Judentum und jüdische Bräuche stellen, die wissensreich beantwortet werden. Ein wirklich unterhaltsamer Podcast insbesondere durch Stephanie Butnicks trockenem Humor, aber teilweise auch an der Grenze des Erträglichen, wenn Liel Leibovitz seine liberal-konservativen Ansichten teilt.

Podcast Can We TalkDeutlich feministischer ist Can We Talk? vom Podcast-Team des Jewish Women’s Archive. Jeden Monat gibt es eine neue Folge, die eine oder mehrere jüdische Frauen aus der Geschichte oder der Gegenwart vorstellt. Bisher ging es beispielsweise um Pilotinnen in den 1940er Jahren oder die aktuelle feministische Bewegung der „Women of the Wall“ in Jerusalem. Der Mix aus Dokumentarstil und Diskussionsrunde ist abwechslungsreich und sehr informativ. Unbedingte Hörempfehlung




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 30. November 2016 um 9:10 Uhr unter Kultur. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.



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4 Kommentare

  1. Anna-Sarah sagt:

    Toll, danke für die Tipps! Ich empfehle noch den Podcast von Black Girl Dangerous. Ebenfalls englischsprachig, mit Fokus auf US-amerikanische Themen/Kultur/Politiken. Die BGD-Hosts haben immer super Talkgäste und jede Episode ist so unterhaltsam wie lehrreich. Den Podcast gibt es auch auf Soundcloud.

    http://www.blackgirldangerous.org/?s=podcast

  2. EinKeinName* sagt:

    @Anna-Sarah

    Black Girl Dangerous ist eine tolle Plattform /Seite :-)
    Wollte ich auch eben verlinken.
    Da du den Podcast schon genannt hast, noch zwei von vielen tollen Artikeln, bevor das unerwähnt bleibt.

    Alles Englisch-Sprachig, Podcast als auch Artikel.

    Einen aktuellen Artikel namens
    Hillary Clinton, Betty Shelby and “Solidarity” With Powerful White Women
    Wo es um Kritik an Solidarität mit weißen Polizit_innen* und allgemein unsolidarischen Frauen* in Machtpositionen geht.
    http://www.blackgirldangerous.org/2016/10/hillary-clinton-betty-shelby/

    Und ein ebenfalls aktuellen Artikel zum Trans* Day Of Rememberance (T*DOR)
    Aus Perspektive einer Trans*Frau Of Colour die sich wegen weiß gehaltenen Räumen am T*DOR davon distanziert.
    Vielleicht noch mehr wichtig als sowieso schon weil dieses Jahr auf Maedchenmannschaft nichts mit thematischen Bezug zum T*DOR zu finden war.

    http://www.blackgirldangerous.org/2016/11/white-women-tdor/

    @Magda

    Ersten Podcast mit positivistischen Hervorheben von viel Alkoholkonsum, speziell Schnaps, zu empfehlen finde ich mindestens problematisch. Es lesen auch Menschen* diese Seite welche* kein Alkohol (mehr) trinken wollen oder und Konsum davon aktuell minimieren.

    Das ist ein Trigger und Aus-Schlußdynamiken von nicht (mehr) alkoholtrinkenden Menschen* sind nichts neues in Queer-Feministischen und Cis-Femisitisch zentrierten Räumen. Bekommt nur nicht die Aufmerksamt welche es bräuchte und wird gerne mit Silencing und Shaming beantworet.

  3. Magda sagt:

    Hallo EinKeinName*,

    ich vergebe keine Triggerwarnungen (sorry, wo fange ich da an, wo höre ich auf? Triggerwarnungen sind sehr individuell), ich mache lieber mit meinen Beschreibungen transparent, welche Inhalte vorkommen, so dass Menschen selbst bestimmen können, ob das etwas für sie ist, oder nicht. Ich bin eher für Transparenz und konkrete Inhaltsbeschreibungen, als für (häufig paternalistischte) Triggerwarnungen, die zwar bei manchen Themen schon fast mechanisch vergeben werden, aber bei anderen Themen gar nicht beachtet werden, weil sie nicht in das „klassische“ Feld der „Warnungen“ reinfallen.

    Generell: Ich freue mich übrigens immer über ehrliche Kritiken, aber deine lese ich in letzter Zeit einfach nur als Aufzählung von Buzzwords (Silencing! Shaming! Ohne auch nur ansatzweise aufzuzeigen, wo ich oder andere Autor_innen dieses Blogs dies tun würden).

  4. Charlott sagt:

    Danke Magda für diese Zusammenstellung! Ich bin bisher irgendwie noch nicht so ins Podcasthören reingekommen (vll weil das hieße, dass ich ein Buch aus der Hand legen müsste :D ), aber hier sind einige dabei, in die ich jetzt unbedingt mal reinhören möchte.

    Der einzige Podcast, der mich bisher total gefesselt hat, ist einer über Harry Potter (well…). „Witch, Please“ ist der Podcast zweier Kanadierinnen, die begonnen hatten alle Bücher und Filme in Episoden zu analysieren (und mittlerweile alle anderen Dinge rund ums Harry-Potter-Universum). Die beiden sind Fans, aber lassen darunter ihre kritische queer-feministischen Analyse nicht leiden. Sie sprechen über Körper, race, Religion, Heteronormativität etc. Aber vor allem ist es auch wirklich, wirklich lustig.

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