Friedliche Fahnenträgerinnen

von Nicole

Dass in wenigen Tagen die Fußball-WM in Südafrika beginnt, ist auch für Menschen ohne jedes Fußballinteresse unübersehbar. Die schwarz-rot-goldenen Fähnchen an Autos und Balkonen und die Flut an sonstigen nationalfarbigen Produkten jeder Art sind jedoch ein relativ neues Phänomen. Erst seit der WM 2006 in Deutschland ist eine so inflationäre – und im Übrigen auch kommerzialisierte – Verwendung nationaler Symbolik zu beobachten. In den Debatten um das „Sommermärchen“ vor vier Jahren wurde dies häufig als Zeichen eines „unverkrampften Patriotismus“ gewertet, als Ausdruck eines nicht (mehr) aggressiven deutschen Nationalismus, sondern eines gewissermaßen natürlichen Nationalstolzes, der so auch in anderen Ländern vorkomme.

Die Verknüpfung von Frauen, Nation und Fußball trug einen wesentlichen Teil zu dieser Wahrnehmung und Darstellung bei: Ein vermeintlich „plötzlich“ erwachtes weibliches Interesse für Fußball und eine große zahlenmäßige Präsenz von Frauen bei Public Viewings und im Stadion wurden zu beliebten Themen der Berichterstattung und blieben es auch bei der EM 2008. Die Tatsache, dass auch und gerade Frauen sich mit schwarz-rot-goldenen Fanutensilien ausstaffieren und mit „typisch weiblicher“ Geschicklichkeit aus Deutschland-Flaggen Röcke, Kopftücher, Bikinis usw. zaubern, gilt als weiterer Beleg dafür, dass die nationale Fußballparty eine friedliche Angelegenheit ist.

Um nicht missverstanden zu werden: Auch wenn sie mir persönlich auf die Nerven gehen, sind die schwarz-rot-gold gemusterten feiernden Partymassen einem aggressiven Mob, der womöglich noch schwarz-weiß-rote Fahnen präsentiert, natürlich vorzuziehen. Die Naturalisierung von Nationalismus, die mit dieser Entwicklung einhergeht („Endlich sind auch wir stolz auf unser Land, so wie alle anderen.“) und die sich auch an die spezifische sichtbare Verbindung von Nationalsymbolen und Weiblichkeit knüpft (Wer kann schon einen schwarz-rot-goldenen Bikini als beängstigend empfinden?), gilt es meiner Meinung nach aber kritisch zu hinterfragen. Nicht zuletzt aus dem simplen Grund, weil sich die Geschichte vom weichgespülten Patriotismus weltmeisterlicher Prägung als falsch erwiesen hat. Die Langzeitstudien Deutsche Zustände des Bielefelder Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung unter Leitung von Wilhelm Heitmeyer belegen eine weiter vorhandene Korrelation zwischen Nationalstolz und Fremdenfeindlichkeit. Auch eine um Frauenhüften geschlungene Fahne ist kein Zeichen von Völkerverständigung. Wenige Monate nach der WM bezeichnete Heitmeyer bei der Präsentation der 5. Folge der Deutschen Zustände die These vom guten Patriotismus als „ein Stück Volksverdummung“.




Tags: , , , , ,

Eintrag geschrieben: Montag, 7. Juni 2010 um 13:57 Uhr unter Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



35 Kommentare

  1. planb sagt:

    Mir gehen die vielen deutschen Nationalfarben ziemlich auf den Keks.
    Aber: Vielleicht ist es gut, dass die Deutschlandfarben so extrem kommerzialisiert werden. Irgendwann kann sie niemand mehr sehen, und sie sind sowas von out ;-).

  2. egal sagt:

    Nur weil die Dinger out sind, wird aber leider kein Nationalist weniger nationalistisch.

  3. Thomas sagt:

    Wenns im Fußball friedlich zugeht, was solls, jeder nach seiner Art und seinen Interessen.

    Mir geht im Moment der mediale „Fußballterror“ ziemlich auf die Nerven. Scheinbar für die Massenmedien unfassbar, aber
    es gibt noch Menschen, die sich nicht für Fußball interessieren und gemütlich im Cafe sitzen möchten und ein Buch lesen,
    ohne dass ein public-viewing Bildschirm die Geräuschkulisse aus Hintergrundgeschrei, Getröte und Kommentatoren überträgt.

  4. Georg sagt:

    Hehe kaum ist wieder WM sind schon wieder die Bedenkenträger da wenn Deutsche das tun was in anderen Ländern absolut natürlich und selbstverständlich ist.

    Komisch das ich nie Kritik von linken Gruppen an ausländischen Fahnenträgern lese. Aber auf dem Auge ist Mann/Frau wohl blinder ;-)

  5. Nicole sagt:

    @Georg: Da, wo ich lebe, sind die FahnenschwenkerInnen ganz überwiegend deutsch, und die Debatte um den „neuen“ Nationalismus war auch eine, die sich auf Deutschland bezog. Meine Kritik an der Darstellung von Nationalismus als quasi natürlichem Gefühl ist aber überhaupt nicht nur auf Deutschland bezogen, und ich kann dir versichern, dass mir die ÖsterreicherInnen, die mit Hand auf der Brust ihre Hymne gesungen haben, auch nicht sympathischer waren.

  6. Thomas sagt:

    Interessant ist der Beitrag in der oben verlinkten Süddeutschen. Diesen Satz im Zusammenhang zwischen Fußballpatriotismus und
    Fremdenfeindlichkeit finde ich interessant :

    „Auch höher Gebildete sind islamophob.
    Der soziale Boden der Republik schwankt. Einkommen und Vermögen – das ist bekannt – driften erheblich auseinander.“

    Ich würde es auch oder besser formulieren als „Der Mainstream ist einseitig bzw. uninformiert“.

    Was viele für Islamismus halten, ist in Wahrheit um Wahhabismus, der auch die Rolle der Frau betrifft :

    http://www.eslam.de/begriffe/w/wahhabismus.htm

    „Mit derartigen Verrenkungen des Islamischen Rechts [scharia] ist Saudi-Arabien das einzige Land der Welt, in dem
    Frauen kein Auto fahren dürfen.“

    (Ich hoffe, es ist ok dass ich das verlinke?).

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wahhabiten

    Aber wie so häufig wird im Mainstream undifferenziert pauschalisiert, ohne vernünftige Hintergrundrecherchen.

  7. Mens sagt:

    Und da ist er wieder, der erhobene Zeigefinger, den die Deutschen immer wieder sehen, wenn sie mal Begeisterung für ihr eigenes Land zeigen. 65 Jahre nach dem Krieg fällt es offensichtlich immer noch schwer, Patriotismus von Nationalismus zu trennen. Schade.

  8. Miriam sagt:

    @ Georg:
    a) Bei der WM 2006 habe ich in der Schweiz gelebt und da habe ich interessanterweise nicht überwiegend schweizerische Fähnchen gesehen, sonder bunt durcheinander schweizerische, italienische, deutsche, brasilianische, spanische,… Hat mich genervt, aber dass ich schon seit Tagen überall ausschließlich deutsche Fähnchen sehe, finde ich wirklich bedenklich. Wo sind denn die anderen Fahnen zur Zeit auf deutschen Straßen? Ich war in den letzten Tagen in drei verschiedenen Städten unterwegs, überall das gleiche Bild, ausschließlich schwarz-rot-gelb.

    b) stimme ich Nicole absolut zu.

    An Tagen, an denen die deutsche Nationalmannschaft spielt, hätte ich ja noch ein kleines bisschen Verständnis für diesen Fähnchen-Wahn, aber dass das jetzt schon losgeht, zeigt meiner Meinung nach sehr deutlich, dass es dabei nicht darum geht, die Unterstützung der Nationalmannschaft zu signalisieren, sondern schlicht und einfach Nationalismus. Und den finde ich einfach immer zum Kotzen, egal welche Nation…

  9. Georg sagt:

    @Miriam

    Natürlich steht da auch Nationalismus hinter, wenn es den nicht gäbe könnte man sich die ganze WM schenken ;-) Es würde schlicht keinen Sinn machen das Länder gegeneinander spielen wenn niemand hinter seinem Land stehen würde. Genauso ist es bei Vereinsspielen.

    Ausserdem ist am Freitag Anstoss auch für Deutschland und die deutsche Mannschaft befindet sich bereits auf afrikanischem Boden, daher sind es noch viel zu wenig Fahnen, gerade mal jedes 20.te oder so hat eine ;-)

    Mit 2006, der WM im eigenen Land, nicht einmal ansatzweise zu vergleichen.

  10. Magda sagt:

    Grandioser Text! Besonders stark finde ich die Argumentation, dass die plötzliche Thematisierung von in den Nationalfarben gekleideten fussballguckenden Frauen (gar in harmlosen Bikinis!) zur Normalisierung von Nationalstolz beiträgt, so in der Art: Wenn selbst Frauen schwarz-rot-gold tragen, kann ja Nationalstolz nicht mehr so gefährlich sein.

  11. Alex sagt:

    @ „Mens

    Und da ist er wieder, der erhobene Zeigefinger, den die Deutschen immer wieder sehen, wenn sie mal Begeisterung für ihr eigenes Land zeigen. 65 Jahre nach dem Krieg fällt es offensichtlich immer noch schwer, Patriotismus von Nationalismus zu trennen. Schade.“

    Soso. Ausschlagegebend für den Zeigefinger ist für mich immer, ob der Träger dieses Nationalstolzes diesen vom Patriotismus trennen kann. Und das können meiner Beobachtung nach die Wenigsten, die Flagge tragen. Weil sie sich überhaupt nicht damit auseinandersetzen. Hauptsache Flagge drumrum („jetzt darf man ja wohl endlich mal“ und gut) Und deswegen: Schade.

    Meine Beobachtung vom letzten Donnerstag Spiel Deutschland gegen Bosnien, Heimweg in der S-Bahn: Männliche Gruppe Beflaggter, die durchaus hätten intelligenter sein können, singen: „Wie gehn die Deutschen? Wie gehn die Bosnier?“ Ist das die Einstimmung auf die anstehende WM? Dann bin ich bereits jetzt entnervt…

    Ich halte es lieber mit Gustav Heinemann: „Ich liebe nicht den Staat, ich liebe meine Frau.“

    @“Magda

    Grandioser Text! Besonders stark finde ich die Argumentation, dass die plötzliche Thematisierung von in den Nationalfarben gekleideten fussballguckenden Frauen (gar in harmlosen Bikinis!) zur Normalisierung von Nationalstolz beiträgt, so in der Art: Wenn selbst Frauen schwarz-rot-gold tragen, kann ja Nationalstolz nicht mehr so gefährlich sein.“

    Find ich auch verwunderlich. Weil Frauen Nationalismus von Patriotismus grundsätzlich besser unterscheiden können, dann muss es ja in Ordnung sein – oder so ähnlich… *Ironie off*

  12. Red Riding Hood sagt:

    patriotismus ist also gut oder zumindest in ordnung? wieso?
    das ist weder *mein* land, noch *mein* volk, noch *meine* regierung, noch sind es *meine* wirtschaftsinteressen und *mein* krieg.
    ohne patriotismus kein nationalismus.

  13. Miriam sagt:

    @ Mens: Kannst du mir den Unterschied zwischen Nationalismus und Patriotismus erklären? Ich kann das nämlich in der Tat nicht voneinander trennen und wüsste gerne, wo und warum man da eine Trennlinie ziehen sollte.

  14. jooles sagt:

    ich würde das verfrühte zeigen der deutschen farben in dem jetzigen fall als schlichte vorfreude interpretieren, es geht immerhin diese woche los mit der wm.
    die stimmung während der letzten wm und em habe ich auch unter den einzelnen fanlagern als durchaus positiv wahrgenommen, und auch die anderen flaggen (va russland, türkei, brasilien) habe ich sehr oft gesehen.
    dass sich jemand von dem ganzen fussballkram und public viewing genervt fühlen kann, verstehe ich, nicht jeder muss die „party“ mögen und mitmachen, und es ist schon ganz schön schwer dem ganzen zu entkommen.

    ich denke aber auch, es geht dabei generell eher weniger um fussball und auch nicht unbedingt um deutschland als mehr um das gefühl und die stimmung bei der wm. die wenigsten meiner freunde gucken regelmäßig bundesliga, aber die wm-spiele gucken sie fast alle, und auch häufig genug als gemeinschafts-ereignis wie eben beim public viewing, ich würde dafür hauptsächlich die gute und vor allem umfassende feier-stimmung der schwarz-rot-goldenen und bunten masse verantworlich machen.

  15. Gerda sagt:

    Ich bin sie leid, diese Diskussion über den „normalen gesunden“ Nationalismus!

    Solange ich sowas auf den Strassen der bundesdeutschen Haupstadt sehen muss http://gerdaknowsitbetter.wordpress.com/2010/06/07/weltoffenes-berlin/ , gibt es für mich keine Diskussion zum Thema.

  16. b. zitrone sagt:

    Georg, den Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalismus gibt es insbesondere bei Gelegenheiten wie einer Weltmeisterschaft de facto nicht: schließlich geht es darum über andere Nationen zu siegen, die „eigene“ Nation zu überhöhen, auf subjektiver Ebene ohnehin und das nun auch auf vermeintlich „objektiver“ Ebene mittels Schlachtfeld Fussballfeld, um die persönlichen Deifzite und Unzulänglichkeiten in einer Einheit untergehen zu lassen und zu verschwinden. Menschen, die offensichtlich stolz Flagge zeigen ohne zu reflektieren was diese Nation und eine (positive) emotionale und identitäre Verbindung zu ebendieser, insbesondere im (Groß)Kollektiv bedeuten kann und bedeutet, tragen erheblich dazu bei, dass (insbesondere in Deutschland) Patriotismus, Nationalismus und Chauvinismus da facto zusammenfallen und eine begriffliche Unterscheidung bloß auf kritisch-theoretischer Ebene sinnvoll ist.
    Dein „Einwand“ von wegen Weltkrieg schon so und so (genaue Angaben sind derzeit nicht im Trend? Passt zum „unverkrampften Verhältnis“) viele Jahre vorbei muss ich sofern in Relation zu dem Bruch mit dt. Ideologie gestellt werden, der eigentlich nie statt fand, sondern als paranoide „Verkrampfung“, die bis zur „Wiedervereinigung“ respektive zur eigentlichen Wiedervereinigung 2006 anhielt.

    Zum Artikel: ich bin positiv überrascht. Das passt leider auch so gut zu einem Newsletter, den ich heute von einem „Programmkino“ bekam, mit folgendem Inhalt: „Betreuungsangebot zur Fußball-Weltmeisterschaft. Sehr geehrte Damen und Herren. Eine Fußball-Weltmeisterschaft kann eine schwerwiegende Belastung für jede noch so gut geölte Beziehung sein. Wir, vom Café und Kino im Schillerhof, möchten Ihnen helfen diese Herausforderung zu meistern. Während Sie, die Damen also, sich einen vergnüglichen Kinoaufenthalt gönnen, haben Sie die Möglichkeit ihre männliche Begleitung in die Hände unseres geschulten Cafépersonals und des Fußballs zu geben. Wir bieten sämtliche Spiele als Liveübertragung an, je nach Wetterlage im BIER!garten oder im Café.“

  17. Miriam sagt:

    ich würde das verfrühte zeigen der deutschen farben in dem jetzigen fall als schlichte vorfreude interpretieren

    Vorfreude worauf? Endlich mal wieder ganz unverkrampft stolz sein dürfen einE DeutscheR zu sein?!?

  18. Mel sagt:

    „endlich dürfen wir auch mal“ das nehme ich ähnlich wahr.

    mich stört eher, dass ein medialer ausnahmezustand von allen ertragen werden muss, ob man will oder nicht. gröhlende alkoholisierte mengen sind unangenehm und meiner erfahrung nach leider häufig auch sexistisch ungehemmt. aber das gehöre ja dazu.

    hauptsache durch das public-viewing nimmt die gastronomie gut ein, der rubel rollt.
    und es ist doch für einige kreise ganz praktisch, dass während der ganzen fussball-euphorie keiner (oder nur eine handvoll) nach der wirtschaftskrise (vorallem nach maßnahmen dagegen), einem neuen bundespresidenten, einer nrw-landesregierung, steuersenkungen usw usw fragt. hach, wie praktisch.

    haben die menschen gute laune, sind sie weniger kritisch und schauen weniger genau hin, hier existiert ein deutlicher statistischer zusammenhang. ähnlich wie der zusammenhang, dass nach erfolgreichen em/wm das land politisch stabiler ist. ungemein praktisch.

    dass nackte frauen mit deutschland fahnen gut ankommen, da bin ich mir sicher :)
    meiner ansicht nach, wird hier aber eher der disco-effekt genutzt.
    wo frauen sind, sind auch (mehr) männer (als ohne frauen), auch wenn diese zusätzlich anwesenden männer eigentlich herzlich wenig mit fussball am hut haben.
    wo mehr frauen, da mehr männer, da auch mehr die geld ausgegeben. vorallem, weil fussball und gruppendynamischer bierkonsum so unheimlich gut zusammen passen. herrlich. die deutsche bierindustrie macht einen dankenden knicks.

  19. schokolade sagt:

    das „netter“ patriotismus auch schnell in bösen nationalismus umschlagen kann, durften so einige italienische fans und pizzarien nach „unserer“niederlage gegen intalien am eigenen leib erfahren. eklig ist das alles. zudem sind die strukturen um fußball herum auch noch absolut homophob und sexistisch, ich habe jetzt schon keine lust auf den scheiß, man kann sich dem ganzen ja nichtmal entziehen :(

  20. M.S. sagt:

    b.zitrone: „Menschen, die offensichtlich stolz Flagge zeigen ohne zu reflektieren was diese Nation und eine (positive) emotionale und identitäre Verbindung zu ebendieser, insbesondere im (Groß)Kollektiv bedeuten kann und bedeutet, tragen erheblich dazu bei, dass (insbesondere in Deutschland) Patriotismus, Nationalismus und Chauvinismus da facto zusammenfallen und eine begriffliche Unterscheidung bloß auf kritisch-theoretischer Ebene sinnvoll ist.“

    Woher weißt du, dass Menschen, die beispielsweise eine Flagge am Auto haben nicht über die Vergangenheit und die Unterscheidung von Patriotismus und Nationalismus reflektieren?

  21. jooles sagt:

    ich meinte vorfreude auf das turnier, den fussball und va das feiern und dann wohl auch den bierkonsum, es soll sogar sehr viele leute geben, die das alles mögen und einfach mitmachen (ohne automatisch/zwanghaft „stolz“ auf ihre nationalität zu sein).

  22. b. zitrone sagt:

    Weil das Hissen einer deutschen Flagge im Widerspruch gegenüber jeglichem Bewusstsein und Feingefühl gegenüber ‚gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit‘ (um ebenfalls mit Heitmeyer zu kommen; der an ein paar Stellen aber durchaus kritisiert gehört) steht.
    Leider muss ich von einer solchen Affirmation deutscher Zustände ausgehen; was sonst soll mir das Symbol ‚Flagge zeigen‘ denn sonst suggerieren?

  23. Jules sagt:

    Was genau ist jetzt eigentlich an diesem fußball-spezifischen (!) Nationalstolz schlimm oder gefährlich? Man sollte da etwas genauer trennen, ob hier einfach nur die deutsche Herren-Fußballnationalmannschaft angefeuert wird (geht eben am besten mit schwarz-rot-gold, jeder Staat feuert seine Mannschaft schließlich mit Nationalflaggen an) oder ob man ganz allgemein mit seinen Fähnchen ausdrücken will, dass Deutschland besser ist als alle anderen Staaten und dass man gleichzeitig die Leute als minderwertig betrachtet, die eine andere Nationalität haben. Das ist ein riesiger Unterschied in meinen Augen, und wer in diesen Tagen seine Flagge ans Auto hängt, will damit sicher nicht demonstrieren, dass alle anderen Länder außer Deutschland blöd sind. Höchstens vielleicht deren Fußball-Nationalmannschaften, aber das gehört ja sozusagen zum Spiel. Läuft ja in der Bundesliga auch nicht anders.

    Ich stimme da eher dem zu, was jooles sagte: Es ist eher die Vorfreude darauf, bald vier Wochen lang mit Freunden feiern zu können, Bierkonsum und Autokorso inklusive. Muss man nicht mögen, klar, aber ich glaube, politisch denken da die wenigsten.
    (Und im Übrigen: Schwarz-Rot-Gold waren immer die „demokratischen“ Farben.)

  24. Thomas sagt:

    Ich persönlich habe nichts mit dem Massenphänomen und der Hype Fußball am Hut. Aber das heißt ja nichts.
    Ich habe damals mal Fans in London erlebt bzw. die Polizeiaufgebote im Ruhrgebiet, die teilweise aufgefahren werden
    mussten und die wir letztendlich alle mitbezahlen dürfen.

    http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,51w5kumska41su3n~cm.asp

    „Rückschau: Teure Polizei-Einsätze im Fußball-Stadion…“

    Aber jeder soll so glücklich werden wie er will. Besser junge Leute in einem vernünftigen Fußballverein als auf der Strasse
    unter schlechtem Einfluß von Bauernfängern.

    Natürlich ist nicht jeder, der ein Fähnchen sich ans Auto beppt oder public-viewing betreibt und
    sich dabei vorübergehend etwas besser fühlt gleich Nationalist oder rechts oder was auch immer.

    Aber es gibt sicherlich Leute, die bestimmt schon auf die Idee gekommen sind, hier über „Jugendarbeit“ oder „Jungenarbeit“
    ihre Ideen anzubringen.

    Die Augen ein bischen offen halten, kann ja nie schaden. Wehrhafte Demokratie, heißt es.

    Da hier ja auch Journalist_innen engagiert sind und mitlesen, möchte ich hier auf eine Informationsplattform aufmerksam
    machen – falls nicht schon sowieso bekannt :

    Info Rechtsextremismus – Tipps für Journalisten :

    http://www.info-rechtsextremismus.de/

    http://www.info-rechtsextremismus.de/index.php/sport/

    „Ist das Thema Rechtsextremismus vor allem ein Problem des Fußballs?

    „Die Rechten wollen ein Höchstmaß an Öffentlichkeit, deshalb der starke Fokus auf Fußball“, sagt Kai Mudra, Redakteur der Thüringer Allgemeinen. Er beobachtet das Phänomen seit Jahren und ist sich sicher: „Wenn im Volleyball oder Handball eine ähnliche Öffentlichkeitswirkung zu erzielen wäre, wären die Nazis auch dort.“ Der Fußball werde in der Gesellschaft besonders stark wahrgenommen, dies spiele den Rechtextremen in die Hände, sagt auch der Sportsoziologe Professor Gunter-A. Pilz. „Es ist kein fußballspezifisches, sondern ein gesellschaftliches Problem.“

    und dieser Passus

    „Nein, das Problem der rechtsextremen Fußballfans gibt es auch im Westen. Dort würden die Akteure jedoch wesentlich subtiler und vorsichtiger auftreten, sagt Professor Gunter-A. Pilz. Der Sportsoziologe nennt dafür einen Grund: „Im Westen wachsen oft Leute mit immer höherem Bildungsniveau in diese Denkstrukturen hinein. Die überlegen sich natürlich sehr genau, wie sie ihre gesellschaftliche Position halten können – und wie eben nicht.“

    Es ist wie beim Radfahren auf einer belebten Strasse. Wer die Augen offen hält, hat es selten bereut.

  25. steve, the pirate sagt:

    Ich sehe das auch wie jooles und Jules. Ich meine auch, dass das Fähnchenschwenken Vorfreude ist.
    Ich selbst freue mich schon wie ein Schnitzel auf die WM und auf viele Public Viewings.

  26. Nicole sagt:

    @stevie, jules & jooles: Vorfreude auf WM, Fußball, Bier und party ist ja super, aber warum muss man und frau der denn durch nationale Symbole Ausdruck verleihen? Der Zusammenhang ist für mich mal gar nicht zwingend. Ebenso wenig wie der, dass für Spaß an einem Turnier wie EM oder WM unbedingt eine nationale Identifikation mit der Mannschaft nötig ist, deren Staatsangehörigkeit ich auch habe. Das ist eben nicht „natürlich“ und sich über Siege anderer Teams zu freuen ist umgekehrt auch nicht unnatürlich.
    Und noch mal ganz kurz zu der Heitmeyer-Studie: Da kam eben genau raus, dass der Fußball-Nationalstolz nicht als Befürwortung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung funktioniert, sondern eben schon als ein Nationalismus, der die eigene Nation als besser (im Fußball und sonst) betrachtet.

  27. Kerrison sagt:

    Also mich stören die ganzen Fahnen und schwarz-rot-goldene Kleidungsstücke eigentlich wenig. Jeder wie er mag.
    Was mich jedoch stört ist die deutliche Intoleranz gegenüber „Nicht-Sympathisanten“ der deutschen Herrennationalmannschaft oder einfach Leute die andere Mannschaften gut finden. Ich persönlich mag die deutsche Herrennationalmannschaft nicht besonders, ich kann das noch nicht einmal genau erklären, sie sagt mir aber schon seit Jahren in ihrem allgemeinen Auftreten und Spiel nicht zu. Ich fiebere also bei Spiele nicht für Deutschland mit. Manchmal bin ich sogar, weil mir die andere Mannschaft vom Spiel oder einfach so aus spontaner Sympathie, besser gefällt, für die gegnerische Mannschaft. Was mir immer sehr übel genommen wird, bis hin zur – vermeintlich scherzhaften – Aggressivität. Aber ich finde es nicht so amüsant, wenn die nette Hundebesitzerin vom Public Viewing in der Gemeinde sagt „Fass Hasso, die ist für Schweden …. nein, kleiner Scherz, du musst dich nicht an die Wand quetschen“ (okay, meine Angst vor Hunden hat da auch mit rein gespielt). Und das ist für mich dann der Punkt wo ich eigentlich nicht von einem gesunden und harmlosen Patriotismus reden würde. Denn dazu gehört für mich nicht dass ich daraus einen Zwang entstehen lasse in dem keine andere Mannschaft akzeptiert wird.

  28. jooles sagt:

    tja nun, es muss auch nicht immer zwangsweise die jeweilige nationalflagge sein, aber es ist wohl das einfachste und naheliegenste. und es gibt ein passendes accessoire zu jeder chipspackung dazu (aber es gibt auch genug rasenteppich-grüne und fussball-schwarz-weiß-gemusterte gegenstände, für alle die sich völlig von jeglichem fussball-„nationalismus“ abgrenzen wollen, wie die schon zitierten bikinis zb).

    aber es ist nunmal trotz aller völkerverständigung ein sportlicher wettstreit zwischen den einzelnen nationen, wie auch die olympiade, und wenn man ein bestimmtes team anfeuern möchte, dann sind deren nationalfarben schon recht passend. als gefährlich würde ich sowas wirklich nicht bezeichnen.
    ich freu mich auf guten fussball und gute unterhaltung. ich finde es auch völlig okay, wenn jemand nicht für deutschland ist, man gönne doch bitte auch anderen mannschaften den sieg. wenn das jemand nicht kann, hat er/sie wohl keinen sportsgeist.

    was mich an dem fussball24-artikel etwas gestört hat, war folgender satz:
    «Gesucht wird die Show, die gepflegte Atmosphäre und die Selbstinszenierung. Damit wird das Feld auch für Frauen interessant.»
    show und atmosphäre stimme ich gern zu, aber dass die selbstinszenierung nun „endlich“ ein grund für das weibsvolk sein soll, sich auch zum fussballgucken zu begeben, bezweifle ich. dafür gibt es doch genug andere möglichkeiten mit noch breiterem farbspektrum.
    oder ist wirklich die selbstinszenierung der grund für die flaggen-bikinis? lässt sich damit am ende der bogen zum „femizissmus“ schlagen?
    immerhin laufen auch männer oben ohne oder nur mit farbe auf der brust rum. ich denke, wenig gehört einfach zur „fankleidung“.

  29. Erna sagt:

    Genau das was Kerrison hier beschreibt erlebe ich leider ebenfalls jedesmal. Ich werde z.B. als „Verräterin“ beschimpft oder mir vorgeworfen ich wolle nur provozieren oder es ginge mir um die Attraktivität von Spielern (das es um meine Einschätzung spielerischer Fähigkeiten gehen könnte, kommt nicht in Frage, schliesslich bin ich eine Frau). Das von mir erwartet (und beharrlich gefordert) wird für die deutsche Mannschaft zu sein, weil ich zufällig deutsche Staatsbürgerin bin finde ich in keinster Form harmlos. Patriotismus übrigens auch nicht. –

  30. Mens sagt:

    @ Alex

    „Ausschlagegebend für den Zeigefinger ist für mich immer, ob der Träger dieses Nationalstolzes diesen vom Patriotismus trennen kann. Und das können meiner Beobachtung nach die Wenigsten, die Flagge tragen. Weil sie sich überhaupt nicht damit auseinandersetzen. Hauptsache Flagge drumrum (“jetzt darf man ja wohl endlich mal” und gut) Und deswegen: Schade.“

    Warum soll ich mich beim Raushängen der Fahne fragen, ob das eine Geste des Nationalismus sein könnte? Der Nationalismus ist mir herzlichst egal. ICH drücke der deutschen Mannschaft alle Daumen und hoffe auf ein gutes Abschneiden und das mache ich nun mal, weil es die DEUTSCHE Nationalmannschaft ist mit der DEUTSCHEN Flagge. Deswegen bin ich ganz sicher kein Nationalsozialist. Klar gibt es immer Deppen, die den Bogen überspannen und sich danebenbenehmen. Das schaffen die aber auch ohne WM. Es gehört für mich auch einfach dazu, bei einem Wettbebwerb einen Favouriten zu haben und ob ich dafür nun „Lena! Lena!“ „St. Pauli! St Pauli!“ oder eben „Deutschland! Deutschland!“ ruf, tut mir leid, da sehe ich keinen Unterschied.

    Aporpos Unterschied, der Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalismus liegt darin, dass Patriotismus die Liebe zum Vaterland bedeutet und Nationalismus inzwischen für die Ideologie steht, das eigene Land wäre besser als die anderen. Vergleichsweise könnte man sagen, ich liebe meine Eltern oder ich bin der festen Überzeugung, meine Eltern haben ALLES richtig gemacht, jeder sollte so sein wie meine Eltern und keiner ist so gut wie sie.

  31. attie sagt:

    Also ich als schwarz-rot-gelben-Rock-Trägerin verbinde das überhaupt nicht mit Nationalismus. Ich finde Deutschland nicht plötzlich besser, nur weil grade WM ist. Für mich integriert sich das in eine lange Tradition, meine Interessen zu externalisieren. Wenn ich zu einem Konzert meiner Lieblingsband gehe, bin ich von oben bis unten mit deren Logos zugekleistert. Wenn ich zu einer Herr-der-Ringe-Convention gehe, dann nähe ich mir ein Elfenkostüm. Und wenn ich WM schauen gehe, dann trage ich halt Deutschlandfahne.

    Für mich geht es dabei darum, anderen zu signalisieren „Ich mag X, wenn du X auch magst, sprich mich an!“ Es geht darum, ein gewisses Gefühl der Gruppenzusammengehörigkeit zu schaffen. Wie immer kann das auch problematisch werden, wenn man es übertreibt, und andere dazu zwingen möchte, X auch zu mögen.

    Hier gibt es allerdings noch ein weiteres Problem, und das ist, dass das Symbol zweideutig ist: ob X nun „Nationalmannschaft“ oder „Deutschland“ ist, ist nicht klar, wahrscheinlich auch in den Köpfen vieler Menschen. Daher kann es gut sein, dass ich denke, das meine Kleidung aussagt „ich mag den Spielern der deutschen Fußballnationalmannschaft beim Kicken zusehen“, aber andere verstehen „Deutschland über alles, Ausland is Scheiße“. Das heißt, ich habe möglicherweise ungewollt irgendwelche Arschlöcher in ihrer Weltsicht bestätigt. Das ist natürlich unschön, aber ich möchte mir von diesen Leuten nicht den Spaß nehmen lassen. Für mich persönlich ist das Risiko dieser Situation auch sehr gering, denn ich bin seit fünf Jahren in Frankreich :)

  32. Thomas sagt:

    Global player im Fussball, ein Blick hinter die Kulissen :

    http://www.presseanzeiger.de/meldungen/gesellschaft-kultur/352526.php

    „Das Geschäft mit dem Fußball ist so attraktiv, weil es Emotionen bewegt, weil es nichts mit Politik, nichts mit Religion oder Erotik zu tun hat, sondern mit dem vermeintlich harmlosen Geschäftsfeld Fußball, auf dem man Emotionen relativ billig inszenieren kann“, erklärt Philipp Köster, Chefredakteur des Magazins „11 Freunde“.“

    http://auslandsjournal.zdf.de/ZDFde/inhalt/4/0,1872,8077668,00.html

    „Dass Fußball eine lukrative Einnahmequelle ist, ist auch der asiatischen Wettmafia nicht entgangen. ZDF-Korrespondent Peter Kunz erklärt, warum sie vor allem auf europäische Vereine setzt.“

    Facettenreiches Nationalbewußtsein :

    „ZDF-Reporterin Anne Brühl zeigt, wie manche Länder nach einem Sieg neues Selbstbewusstsein geschöpft haben, und wie aus manchen Fußballspielen eskalierende Konflikte zwischen Staaten entflammen können. …Dass Fußball eine Nation aber auch einen kann, zeigt ZDF-Korrespondent Jörg Brase am Beispiel von Nigeria. Dort teilen sowohl Moslems als auch Christen die Begeisterung für den Sport und kommen sich dadurch ein wenig näher.“

    Ein Satz im TV-Bericht fiel, dass Deutschland für Spielmanipulationen ein relativ uninteressanter Markt ist.

    Am besten war die Aussage eines asiatischen Schiedsrichters, der „im Hotel den Telefonstöpsel rauszieht, um sich so vor Manipulationsanrufversuche zu schützen.“

    Na dann.

  33. die begrifflichkeit ‚volksverdummung‘ impliziert ein wenig, dass das deutsche volk vorher nicht dumm gewesen waere und dass es von irgendwem verdummt wird.
    deutscher nationalismus wird auch nicht dadurch besser oder weniger ekelhaft, wenn er nicht gewaltaetig ist.

  34. fussi-fan sagt:

    Sowohl das FrauenTeam als auch das MännerTeam in Deutschland sind in erster Linie Teams des DFB – was also läge näher als die Fahne des DFB zu schwenken, wenn es um die fussballerischen Leistungen der Teams gehen würde. Das sieht ungefähr so aus:
    http://dfb-fanshop.de/product-images/11566/363×363/11566-1.jpg

    schönes Grün – da kommt Freude bei Rasenliebhaber_innen auf.

    Es gibt also absolut keinen Grund, Deutschland-Fahnen zu schwenken, wenn mensch von dem Team des DFB begeistert ist.

    Ach, es geht gar nicht um die Freude auf sportliche Teamleistungen?

    Geht es um so okskure Konstruktionen wie VATERLAND? Was soll das sein? Warum sollte mensch auf ein Zwangskollektiv stolz sein? Weil mensch zu unselbständig ist, eigene Gedanken zu entwickeln? Weil mensch sonst keine Freund_innen hat, oder weil mensch einfach nichts hat, worauf mensch sonst stolz sein kann?

    Aber ist schon ein interessantes Phänomen, wenn Menschen glauben, dass SIE gewinnen und nicht das Team, das sie bewundern.

    Ich möchte jedenfalls nicht unter das „WIR“ subsumiert werden, nur weil auf meinem Ausweis „deutsch“ steht. Ich empfinde dieses Zwangs-„Wir“ als Grenzüberschreitung an meiner Identität („Wir sind Papst“, „Wir sind Weltmeister“, „Wir sind…“). Nur weil ich das Pech hatte, in einer Gegend aufzuwachsen, die irgendwann vor meiner Zeit mal durch Kriege und viele Leichen zu einer Nation gebastelt wurde, muss ich mich nicht mit Menschen identifizieren, die dieses selbe Schicksal erlitten haben. Na gut, auf eine Runde Mitleid würde ich mich einlassen.

    Mein Fussball ist wichtiger als Deutschland!

  35. kantgrad sagt:

    @fussi-fan
    „Sowohl das FrauenTeam als auch das MännerTeam in Deutschland sind in erster Linie Teams des DFB“

    „Es gibt also absolut keinen Grund, Deutschland-Fahnen zu schwenken, wenn mensch von dem Team des DFB begeistert ist.“

    Ihre Erklärung ist mehr als dürftig.
    Diese Teams sind eindeutig Nationalteams. Der DFB dürfte sonst, aufgrund der Regeln zur Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU, nicht nur Spielern mit deutschem Pass die Teilnahme erlauben (Mit dieser Begründung scheiterte z.B die angestrebte 6+5 Regel bei Vereinsmannschaften).

    „Geht es um so okskure Konstruktionen wie VATERLAND“

    GENAU um diese Konstruktion geht es mir persönlich. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass sich aufgrund der starken Widerstände in der Bevölkerung der Nationenbegriff (noch) nicht auflösen lässt. Da ist eine Karnevalisierung unter Einbindung von Zuwanderern das Beste um die Emotionen zu kanalisieren und das „Blut und Boden“ Modell verschwinden zu lassen.

    Das führt dann soweit dass zwei Libanesen in Berlin unsere/ihre Flagge verteidigen gegen Nörgler und Zündler aller Art.
    http://www.zeit.de/2010/27/Tuerken-Linke-Berlin

    Bei der nächsten Gelegenheit hängt meine Flagge (mit Bundesadler natürlich) wieder am Balkon. Mit fehlenden Freunden oder meiner fehlenden Fähigkeit zu denken hat das nichts zu tun …