Rügen für die Werbung
von BarbaraDer Deutsche Werberat hat im Jahr 2008 vier der insgesamt sechs öffentlichen Rügen für frauenfeindliche Werbung ausgesprochen – das war sogar der Post eine Meldung wert, wie ich diese Woche im Newsticker meiner Postfiliale lesen konnte. Was mich hoffen lässt, dass nicht nur die üblichen Verdächtigen (Feministin! Emanze!) sich an sexistischer, frauenfeindlicher Werbung stören, sondern auch andere. Hier sind die einzelnen Fälle (Achtung: Jetzt kommt Werbung, die ich unfassbar sexistisch und frauenfeindlich finde), Details und Bilder finden sich auf der Website des Deutschen Werberats:
Frauen als Wildgericht
Gerügt wurden das Restaurant “Kastanie” im niedersächsischen Braunlage sowie den Gasthof “Deutsches Haus” in Steinau (Hessen). Beide Lokale garnierten in Prospekten und Anzeigen Wildspeisen mit halbnackten Frauen unter der Überschrift “Total wild”. Zu sehen ist in dem Werbematerial neben der Wildspeisenkarte eine Frau mit heraufgezogenem Hemd, die sich an die Brustwarzen fasst.
Nackte Fleischwaren
Gerügt wurde das Fuhrpark-Unternehmen “G&M”, das auf ihren Lieferwagen mit einem nackten Frauenkörper neben dem Firmennamen “G&M Fleischwaren Frischdienst” und dem Text ‘Schönheit kommt von innen’ wirbt.
Nackte Frau bei PCs
Gerügt wurde die Firma Grey Computer Cologne GmbH wegen einer Anzeige. Neben den auf Doppelseiten in Zeitschriften angepriesenen PC-Gehäusen reckt eine im Profil fotografierte nackte Frau ihre Arme in die Höhe. Überschrieben ist die Anzeige mit “Spiel. Satz. Sieg!”.
Frauenarsch
Gerügt wurde das Unternehmen Danubius Beat Agency aus Halle/Saale. Die Firma wirbt auch in der Umgebung von Schulen auf einem Plakat mit der Abbildung eines Frauengesäßes und dem Text “Du hast den … Arsch der Welt?” sowie “Zeig mir Deinen Arsch!”.
Facebook | | Tags: Braucht kein Mensch, frauenfeindlich, Medienthemen, Werbekritik
Eintrag geschrieben: Freitag, 27. März 2009 um 20:53 Uhr unter Alltag, Frauenfakten, Geschmacklosigkeiten aktuell. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.







Schade, dass nur deutsche Firmen trifft und nicht Firmen, die Werbung in Deutschland machen. Z.B Burger King und Clearasil finde ich immer wieder sehr ärgerlich, gerade weil der Sexismus nicht so offensiv ist, wie z.B. bei dem Wildfleisch.
Mir geht es ähnlich wie wondergirl. Ich weiß nicht, ob es die aktuelle TALLY WEiJL Werbekampagne auch in Deutschland gibt oder nur in der Schweiz, aber die ist meiner Meinung nach ziemlich daneben. Hab gerade mal gegoogelt und dazu auch noch folgenden Pressetext gefunden:
Auf Wikipedia hab ich dann aber gelesen, dass das Unternehmen schon mehrfach wegen sexistischer Werbung in der Kritik war.
Zu sehen ist auf den Plakaten mitnichten eine selbstbewusste mutige Abenteuerin sondern ein leicht bekleidetes Blondchen mit rosa Plüschhase und Fön bewaffnet, um so die Frauenwelt vor dem Aussterben der “knackigen Jungs” zu bewahren. Ich finde diese Werbung degradiert nicht nur die Frau sondern auch den Mann zum reinen Sexobjekt…
Bilder von dem speziellen Plakat hab ich im Netz leider nicht gefunden…
(@Miriam) Was für ein wirklich gruseliger Text…
Was hält Ihr von folgendem Werbe-Spott:
http://www.youtube.com/watch?v=ZLM2AfChLnE
Gemeint ist nur der Spott “Migros nimmt Flaschen zurück”. Dass youtube nahtlos daran ein anderes Werbevideo zeigt, ist mir neu.
Hätten wir einen wirklich liberalisierten Binnenmarkt, würde ich nicht mehr in die Migros einkaufen gehen. So ein Scheiss-Spot, verflucht nochmals- und bestimmt von einem Mann konzipiert, wie eine Kollegin von mir vermutet.
@ Marcel: Den Spot fand ich im TV schon zum Kotzen… Und auch hier finde ich änhlich wie bei der TALLY WEiJL Kampagne: Beide Geschlechter kommen hier schlecht weg. Männer als entsorgungsbedürftige Flaschen zu bezeichnen ist vollkommen daneben, aber auch wenn der Spot einen auf “unabhängige Frau” macht, transportiert er doch auch wieder das Rollenstereotyp: Frau ist für den Haushalt zuständig, weil sie diejenige ist, die Lebensmittel einkauft und Flaschen entsorgt.
Also in Zukunft bei Coop einkaufen ;-)
@ Miriam: Ich bin ein ehemaliger Medien- und Werbefritze (Achtung: das ist ein Outing!). Immer häufiger operiert die moderne Werbung mit Bildern aus einem Leben, das niemand lebt. Sie soll ja das Überangebot, bzw. die globale Überproduktion an den Mann, bzw. an die Frau bringen- und dabei ist der Industrie jedes Mittel recht: Sex sells, wie man immer wieder gerne betont- obwohl mir die allgegenwärtige Nacktheit und das damit einhergehende Vesprechen zum Supersex (den’s ja manchmal trotzdem gibt, einfach nicht als Dauerzustand) allmählich gründlich auf die Nerven geht. Diese sexuelle Symbolik, bzw. dieses in den meisten Fällen auch unerfüllbare Versprechen wird zum Beispiel sehr gut im Film “Die Axt” von Constantin Costa-Gavras aufgezeigt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Axt
Zum Glück gibt es immer mehr Marketingresistente Menschen, die sich nicht irgendwelche Bedürfnisse aufschwatzen- und zu Käufen animieren lassen, die mit ihren materiellen Bedürfnissen im Grunde genommen nichts zu tun haben.
Marcel, aber gerade als Werbefuzzi :) solltest du doch wissen, dass sex (heutzutage) wahrscheinlich gar nicht (mehr) so sehr sell-t wie man meinen möchte: Klick zu Wikipedia
jo, tally weijl fiel mir schon öfter wegen werbung auf, die ‘beide’ geschlechter schlecht dastehen lässt http://files.coloribus.com/files/paedia/print/part_19/193454/preview_600_334.jpg
zu den gerügten ads: hm. der werberat scheint mir allgemein recht beliebig zu entscheiden…
hab anlässlich meiner diplomarbeit (über sexismus-kack in der werbung eben) mal dieses motiv http://brainwash.webguerillas.de/wp-content/uploads/2006/06/augenwelt24.jpg beim werberat “angezeigt”, das wurde aber abgewiesen.^^
allgemein kann ich für mich selbst sagen, dass ich diese simple fleischbeschau-schiene in der werbung als nicht so schlimm empfinde, wie eben die subtilere darstellung von dämlichen gender-rollen in angezogenem zustand (die nackte frau bei der computer-werbung oben fällt mir sogar positiv auf, da sie recht drall und muskulös ist im vergleich zu den sonstigen models; dass sie da völlig deplaziert ist, ist natürlich trotzdem klar).
so wie ich irgendwelche romantikkomödien oft auch “gefährlicher” find als den standard-stumphporno.