„Frauen, wir haben nicht versagt“

von Susanne

SoE hat es eben schon im Selbermach-Sonntag gepostet, ich klaue einfach mal frech: Heute antwortet in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Nadine Oberhuber auf Bettina Weigunys Behauptung in der letzten Woche, die Frauen seien einfach nicht ehrgeizig genug, um Senkrechtstarter-Karrieren wie die Männer hinzulegen, O-Ton: „Frauen, wir haben versagt„.

Nadine Oberhuber schreibt, Frauen hätten die Welt von heute durchaus schon maßgeblich mitgestaltet und weist auf den Umstand hin, dass uns viele Erfindungen von Frauen nur deshalb nicht im Gedächtnis geblieben sind, weil diese früher keine Patente auf ihren Namen eintragen durften. Oberhuber zeigt, dass gerade in den letzten Jahren die Frauen als Gründerinnen durchstarten, dass auch unter den Superreichen Frauen sind.

Die Antwort auf das simple „Frauen, wir haben versagt“ ist ein klügerer, tiefer grabender Text geworden.




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 30. März 2008 um 19:14 Uhr unter Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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6 Kommentare

  1. Nils sagt:

    Nein, ihr habt nicht versagt. Es besteht nicht der geringste Anlaß zur Selbstkritik, wie sie Bettina Weiguny vorbringt.

  2. Schnatterinchen sagt:

    Ich bezweifle, dass Angela Merkel in erster Linie deswegen Bundeskanzlerin geworden ist, weil sie beweisen wollte, dass auch eine Frau Bundeskanzlerin werden kann. Ich bezweifle ebenso, dass Mark Zuckerberg deswegen Facebook gegründet hat, um mal wieder einen Punkt auf der Seite der männlichen Gründergenies zu machen (Was das schnippische „Noch Fragen, Zuckerberg?“ am Schluss des Artikels suggeriert).

    Ich bezweifle grundsätzlich, dass Männer oder Frauen Nobelpreisträger, Gründergenies oder Erfinder vor allem deshalb werden, weil sie dem anderen Geschlecht mal zeigen wollen, wo der Hammer hängt.

    Täusche ich mich, oder sind die Ringrichter/-innen im Geschlechterkampf tatsächlich niemals selber Nobelpreisträger, Gründergenies oder Erfinder?

    Ich muss als Frau nichts „aufholen“, was Männer mir „voraushaben“, wie es Nadine Oberhuber formuliert. Ich bin nicht defizitär, weil ich eine Frau bin! Aber genau dieser Geist weht durch Oberhubers „Es-ist-nur-eine-Frage-der-Zeit-bis-Frauen-genauso-dicke-Eier-wie-Männer-haben“ -Artikel. Dahinter steht die Überzeugung, dass Männer das Standardmodell sind, an dem Frauen sich messen sollen.

    Dass Frauen das männliche Standardmodell nicht dadurch erreichen, dass man ihnen Versagen vorwirft, ist zwar eine berechtigte Kritik Oberhubers an Weigunys Artikel. Aber in der grundsätzlichen Überzeugung, dass Männer die von Frauen anzustrebende Norm sind, unterscheiden sich die Artikel nicht.

    Die Abteilung Volkspädagogik wird dann noch in Form der Empfehlung bedient, dass Eltern und Schule den Mädchen mehr Lust auf Technik machen sollen. Ich hab nur Söhne, und wenn ich irgendetwas bisher NICHT machen musste in deren Leben, dann Lust auf Technik. Die hatten die schon, bevor sie den ersten Schrei taten. So viel Lust auf Technik können keine Eltern und keine Schule der Welt verbreiten, die gegen eine solche Veranlagung antreten könnte. (Manchmal scheint mir, dass Autorinnen wie Nadine Oberhuber noch nie mit angeborener Technikobsession konfrontiert wurden. Sonst würden sie aufhören, daraus einen albernen Geschlechterwettlauf zu basteln, bei dem man/frau nur verlieren kann, wenn man mit anderen Talenten und Interessen ausgestattet ist.)

  3. Nils sagt:

    Täusche ich mich, oder sind die Ringrichter/-innen im Geschlechterkampf tatsächlich niemals selber Nobelpreisträger, Gründergenies oder Erfinder?

    Der gefällt mir.

    Najaa, es geht doch darum, das unmännliche zur Norm zu machen. Da trifft sich dann die Differenzfeministin mit der Gleichheitsfeministin.

    Keine Ahnung, was das soll. Da möchte Frau in die Dax-Vorstände, aber dann ist die Existenz der Dax-Vorstände der „hegemonialen Männlichkeit“ geschuldtet. *Schulterzuck*

  4. Goofos sagt:

    Als Mann bestätige ich dir, dass aber gerade Mädchen und junge Frauen oft meinen sie müssten irgendetwas, wenn nicht sogar alles, aufholen. Frei nach dem Prinzip „Was Mann kann, kann ich schon lange!“. Das endet meist damit, nachdem sie alles mögliche versucht hat mir zu beiweisen, dass sie dann noch in ihrem Höhenflug meint (ihre Idee, nicht meine!) sie könnte mich im Armdrücken besiegen ;) Und das ist kein Einzelfall gewesen.

    Ich denke das beschreibt doch ein kleines Problem das manche Feministinnen haben: Eine individuelle Person kann halt nicht alles trotzdem sie Feministin ist.

    Bei der Technikobsession halte ich dagegen. Als ich Zivi in einer Werkstatt für behinderte Menschen war, kam da mal eine Schulklasse um sich das anzugucken. Das waren Dinge wie irgendwas mit dem Druckschauber zusammen zu schrauben. Es hat mich aber irgendwie doch erstaunt, dass die Mädchen unglaublich viel engagierter und interessierter angeschaut und mitgemacht haben. Die hat man fast von den Druckschraubern wieder wegreißen müssen :> im Gegensatz sind die Jungs eher „Ochnöö, uncool“ daneben gestanden.

    Daher denke ich, kann eigentlich nicht falsch sein auch den Mädchen Lust auf Technik zu machen. Frei nach dem Motto Konkurrenz belebt das Geschäft.

  5. Goofos sagt:

    reply to Schnatterinchen

  6. Schnatterinchen sagt:

    @ Goofos

    „Daher denke ich, kann eigentlich nicht falsch sein auch den Mädchen Lust auf Technik zu machen.“

    Natürlich ist das nicht falsch, Goofos. Allein schon weil viele Kinder und Jugendliche gar nicht sooo eindimensionale Interessen und Talente haben, also gar nicht so festgelegt sind auf einen späteren Berufswunsch. Da ist es dann hilfreich, ein breites Angebot zu haben, um überhaupt mal kennenzulernen, was so möglich ist.

    Es ging aber hier um die Topcheckerhasen und die Geschlechterverteilung in den Topcheckerhasen-Statistiken.

    In diesem Kontext wirkt es in der Tat etwas naiv, wenn gesagt wird, wir müssen Mädchen mal mehr Lust auf Technik machen. Viel aufschlussreicher wäre es darauf zu schauen, wann die Lust auf Technik bei Steve Jobs & Co. angefangen hat und warum. Auf die Musik übertragen: Mozart wusste mit fünf, dass er Mozart ist. (Stammt glaube ich von Harald Schmidt, der Satz.)