Frauen- und Gendernews im Überblick

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 66 von 358 der Serie Kurz notiert

Ein Schritt vor und zwei zurück? Nachdem HartzIV-Empfänger_innen kein Elterngeld mehr bekommen, sollen auch die Besserverdienenden davon ausgenommen werden, stand bei SpiegelOnline. Ein klitzekleines Bißchen mehr Gerechtigkeit, noch deutlicheres Eingreifen in die familiäre Selbstbestimmung oder Abwertung des Elterngeldes?

Außerdem auf der Agenda der Regierung stehen Zwangsverheiratung als neue, eigenständige Straftat und die gleichzeitige Erhöhung der Wartefrist zum eigenständigen Bleiberecht bei nachgezogenen Ehegatt_innen. Terre des Femmes kritisiert den „Kuhhandel“, die angestrebte Härtefallregelung werde wirkungslos bleiben, weil Gewalt in der Ehe kaum zu beweisen sei.

Mitten in der Integrationsdebatte erschien das neue Buch von Alice Schwarzer „Die große Verschleierung.“ Für die taz hat es sich Heide Oestreich durchgelesen und befindet: Keine praktischen Lösungen, sondern nur allgemeiner Alarm.

High Tech-Firmen werden selten von Frauen gegründet. Alle High Tech-Firmen? Nein, eine Branche widersetzt sich dem Trend. Slate erklärt, warum es in der Biotechnologie mehr Gründerinnen als in den anderen Zweigen gibt.

Aus der medizinischen Forschung gibt es dagegen schlechte Nachrichten. So berichtet die New York Times, dass die Hormontherapie für Frauen in der Menopause nicht nur das Brustkrebrisiko allgemein erhöht, sondern auch die Symptome erschwert und das Todesrisiko leicht ansteigen lässt.


Video October Trans 2010 (english) von Stop Trans Pathologization auf VimeoNoch ein Aktionstag, der leider schon letztes Wochenende war: Der Internationale Aktionstag gegen Trans*Pathologisierung. Mehr Informationen auf www.stp2012.info.

Die neuere Geschichte der Modelgrößentrends hat Mercedes Lauenstein auf jetzt.de zusammengetragen und beschreibt dabei auch ihre eigene Entwicklung. Vom „Heroin-Chic“ und Körperkomplexen weg, hin zu bunter Lebensfreude.

Um den „Feminismus des 21. Jahrhunderts“ geht es in dem zweisprachig englisch-französischen Magazin FEM 21 (pdf) der European Women’s Lobby. Mit dabei die Gewinner_innenfotos der EWL Photo Competition 2010, Mutterschaft und Behinderung und „Ich bin kein_e Feminst_in, aber…“.

Noch bis morgen läuft die Konferenz „Krisen bewältigen, bewaffnete Konflikte beenden“ des Gunda-Werner-Instituts und wer nicht teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, einige der Veranstaltungen im Livestream anzuschauen.

Die Sendung queerblick tritt beim Bürgermedienpreis der Landesanstalt für Medien NRW an. Deutschlands erstes TV-Magazin für schwule, lesbische, bisexuelle und transidente Jugendliche ist für den Publikumspreis nominiert. Noch bis Sonntag 24 Uhr habt ihr Zeit, das einzige queere Format im Wettbewerb an die Spitze zu voten!

Zum Schluss noch etwas Polemik: Auf babyzimmer.de beschreibt Userin Eva den Zustand deutscher Damentoiletten (katastrophal) und die Sozialisation des Toilettengangs (furchtbar kompliziert).




Tags: , , , , , , ,

Eintrag geschrieben: Freitag, 29. Oktober 2010 um 10:21 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



3 Kommentare

  1. Patrick sagt:

    Ist die Polemik am Schluss nicht ein guter Grund für Unisextoiletten?

  2. Die Pumpgun sagt:

    Der Text bei jetzt.de hat bei mir ein wenig eine zwiespältigen Eindruck hervorgerufen:
    Zum einen kritisiert sie die „magermodels“ und das size zero-zeugs, aber andereseits lobt sie dann den kurvenreichen Körper von Frauen wie Marilyn Monroe. Dabei ist doch ein Körper wie von Marilyn Monroe etc. für die Durchschnittsfrau genauso wenig erreichbar wie eine size-zero-Figur.

  3. nela sagt:

    Mir hat der Magermodeltext auch nicht besonders gefallen. Die Sprache ist dünnen Frauen gegenüber sehr abwertend gleichzeitig wird Selbstbeweihräucherung betrieben und betont wie toll Kurven bei den Männern ankommen. Auch kann man nicht automatisch davon ausgehen, dass ein weniger schlanker Körper immer gesund sein muss und eine gute Einstellung zum eigenen Körper dahinter steht. Auch viele Kurvenreiche Frauen haben Essstörungen. Ein solcher Artikel ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass sich unsere Gesellschaft obsessiv mit dem „richtigen“ Look von Körpern beschäftigt.