Flashmob für Pussy Riot, die Zustände in Altenheimen und Größe 36 – die Themen der Blogschau

von Magda
Dieser Text ist Teil 155 von 259 der Serie Die Blogschau

Puh, diese Woche wurden wohl dutzende Finger wund ge­bloggt, so viele tolle Blog­beiträge haben wir ge­sammelt! Los geht’s:

Antje Schrupp ist ja bekanntlich eine Unter­stützerin des Bedingungs­losen Grund­einkommens, ist aber immer wieder frustriert, wenn in Büchern zu Grund­einkommen Care- und Fürsorgearbeit fast gar nicht beachtet werden.

engl@absurdum schreibt darüber, wie meckernde Männer und meckernde Frauen gesell­schaftlich unter­schiedlich be­wertet werden.

In Ägypten ist sexuelle Be­­lästigung alltäglich. Auf der Website Harass­­map können betroffene Frauen die Über­griffe melden, berichtet souk­­magazine. Das Projekt erinnert an Hollaback!, das es auch in Deutsch­­­­land in Düssel­­­dorfBerlin und Dresden und Um­­gebung (facebook-Link) gibt.

High on Cliches machte sich Ge­danken über die Aneignung von diskriminierenden Wörtern – wer eignet sich die Wörter an und wer sollte diese Wörter lieber nicht be­nutzen?

Ein Wut-Posting zum Thema Frauen­quote findet ihr auf myBeautyBlog: “Frauen in Führung – leckt mich mal am Portemonnaie!

Fuckermothers schreibt über Doing Gender in Kinder­büchern.

Clara Rosa von Class Matters begab sich auf eine pop­kulturelle Exkursion, um die Figuren Bella von “Twilight” und Katniss von “The Hunger Games” zu analysieren.

In Berlin gab es letzte Woche einen Flashmob vor der Russischen Bot­schaft für die kürzlich inhaftierte feministische Punk Band Pussy Riot (wir berichteten).

Kathreina thematisiert auf ihrem Blog rheinsalon die Ein­kommens­unter­schiede zwischen Akademikerinnen und Akademikern.

An Schulen im US-amerikanischen Missouri wurde eine Filter­­software installiert, die Kinder und Jugendliche vor nicht alters­­­gemäßen Seiten im Internet schützen sollte. Problem: Diese Soft­ware filterte LGBT-Seiten raus, weil diese Informationen zu Sex ent­hielten, erlaubte aber LGBT-feind­liche Seiten, weil diese unter dem Titel “Religion” zugäng­lich waren. Ein Gericht ent­schied diesen Filter nun für un­zulässig, so queernews.at.

Ebenfalls auf queernews.at: In Deutschland machen sich fundamentalistische Christ_innen und ihre homo­­­feindlichen Ansätze immer breiter, z.B. mit Therapien, um Homosexuelle zu “heilen”. Aktivist_innen fordern ein “Ende der staatlichen För­derung der­artiger Organisationen und den Entzug der Gemein­nützigkeit. Statt­dessen sollte die Bundes­regierung das Symptom “Homophobie” stärker bekämpfen.”

Das Nuf nimmt Abschied von ihrer Größe 36.

Was mal über gewisse Zustände in Alten­heimen gesagt werden muss“, titelt Karnele und ärgert sich, dass Alten­pfleger_innen nicht so viel Gehör ge­schenkt wird wie dem Literatur­nobel­preis­träger Grass.

Karnele hat ebenfalls über die neue phenomenelle gebloggt, ein Online-Magazin für Lesben, Bisexuelle und alle Frauen, die Frauen lieben, welches am 1. Juni starten wird.

Für wirre Interessen und große Neugier im Leben plädiert Charlott von Afrikawissenschaften.

Die denkwerkstatt kommentiert den Profil-Beitrag, der die Lohn­ungleich­heiten von Männern und Frauen leugnet und ist frustriert darüber, dass Argumente von Maskulisten scheinbar immer salon­fähiger werden.

Sina beleuchtet die Situation von Sex­arbeiter_innen in Schweden und New South Wales.

Auf antiblog klärt die Autorin über HPV (Humane Papillomviren) auf, u.a. auch, weil sie selbst davon be­­troffen ist.

Zu guter Letzt: Abstimmen für euer Lieblings­blog könnt ihr bei den BOBs – Deutsche Welle Blog Awards, u.a. für Fuckermothers und Anders Anziehen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!




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Eintrag geschrieben: Samstag, 7. April 2012 um 11:44 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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8 Kommentare

  1. L sagt:

    Hallo Magda,

    Wie immer danke für die Zusammenfassung!
    Der Link zu queernews funktioniert leider nicht.

    LG L

  2. Magda sagt:

    Huhu L,

    Danke für’s “Danke” und ich hab den Link korrigiert. Ein schönes Wochenende!

    Magda

  3. Irene sagt:

    engl@absurdum schreibt darüber, wie meckernde Männer und meckernde Frauen gesell­schaftlich unter­schiedlich be­wertet werden.

    Da gehts um Leute, die krasse Gewalt erlebt haben. Das muss man nicht als Gemecker abtun, auch nicht bei Männern.

  4. Yal sagt:

    Gibt es schon was aus der Blogosphere zum neuen “Du darfst”-Werbespot?
    “Fuck the diet” nennt sich der Spot und wird vor allem für die provokante Wortwahl und nicht etwa für seinen unfassbar heuchlerischen Inhalt kritisiert.
    http://www.facebook.com/video/video.php?v=10150619063430168

  5. Helga sagt:

    @Yal: Nach den ersten „voll supi provokant“-Kommentaren (bestimmt gaaaar nicht gekauft), kommt ja nur noch Kritik. Ich fürchte, die Zielgruppe, die sie dort im Auge hatten, guckt kein TV mehr und die (tatsächlichen) Käuferinnen, die noch TV gucken sind jetzt leider auch schon bei FB: Mütter mit kleinen Kindern, die sich damit nicht identifizieren können. Großartiger Fail :D

  6. engl sagt:

    ja, ich muß sagen, mir ging es auch mehr um die unterschiedliche rezeption des „gemeckers“ als um das „gemecker“ selbst, wobei ich es wohl auch nicht so nennen würde.

    aber danke für den link, läßt mich weiterdenken. istr ja bislang nur ein anriß.

  7. .*. sagt:

    Habe mir gerade den Text von dasnuf durchgelesen und mache ein langes Gesicht. Wieso tragt Ihr solche Texte hier so unkritisch bzw. kommentarlos zusammen? :-( Das ist jetzt nicht das erste Mal, dass ich von der Webschau irgendwie enttäuscht bin. Ich würde mir an der Stelle handverlesene Links wünschen und keine schnell zusammengekloppte Liste (und so kommt es mir – sorry – manchmal leider vor).

    “Das Erstaunliche ist, als ich noch eine 36 trug, fand ich mich nie ausreichend dünn. V.a. nicht nachdem ich von Franken nach Berlin gezogen bin. Da kam ich in einen Freundeskreis, in dem die “schönsten” Mädchen gerade mal eine 34 trugen und von der Figur her aussahen wie 13jährige Jungs.”

    “Genauso wie die ganzen Klappergestelle, die man bei Greys Anatomy & Co. sieht. Doch jetzt, da ich Ü30 bin, werden meine italienischen Gene aktiv und ich würde denen gerne was ordentliches kochen.”

    Dünne sehen aus wie 13jährige Jungs und dürfen guten Gewissens als Klappergestelle bezeichnet werden. Diese Denke wird in den Kommentaren noch deutlicher formuliert. (Die “italienischen Gene” lasse ich mal außen vor.)

    Ich könnte kotzen, wenn ich sowas lese! Lookism bleibt Lookism, egal ob Dicke oder Dünne oder Schmallippige diskriminiert werden.

  8. Magda sagt:

    @ .*.

    Die Blogschau wird von uns allen (sprich: Mädchenmannschafts-Schreiberlingen) im Laufe der Woche zusammengetragen, so kommt eine zusammengewürfelte Liste von Links zusammen. Wenn du sie als “zusammengekloppt” empfindest, tut mir das leid, bedenke aber bitte, dass wir ehrenamtlich arbeiten und unterschiedlich Zeit-Ressourcen zur Verfügung haben, heisst: manchmal reicht die Zeit nur für eine schnelle Linkliste. Wenn du uns bei der Zusammenstellung der Blogschau helfen möchtest, kannst du uns gerne Linktipps mit kurzer Beschreibung per E-Mail schicken.

    Deine Kritik zu dem Text ist wichtig. Vielleicht kannst du deinen Kommentar noch mal der Autorin selbst schicken, damit sie konstruktiv damit umgegangen kann.