Feministische Bündnisse zwischen Generationen – und darüber hinaus!

von Magda

Ich habe wirklich mächtig geschwitzt vor und während dieser Podiumsdiskussion: „Berlin bleibt feministisch – ein Generationendialog.“ Die Diskussion war Teil der dreitägigen feministischen Konferenz «Dare the im_possible / Wage das Un_mögliche», die vergangenes Wochenende in Berlin stattgefunden hat. Viiiiele Menschen, Kameras und quasi Live-Kommentierung auf Twitter – mensch, war ich aufgeregt! Ein Fan-Grrrl Moment erleichterte mir das Ankommen: Vor der Diskussion traf ich eine Musikerin der legendären Flying Lesbians, yippieh!

Panelbild_dare2015

Dr. Claudia Neusüß, Cristina Perincioli und Magda Albrecht #dare2015 (v.l.n.r.)

Das Gespräch zu feministischen Bündnissen zwischen verschiedenen Generationen mit Cristina Perincioli, der Autorin des Buches „Berlin wird feministisch“ (2015, Querverlag), und mir ist nun online. Ein paar Konflikte kamen auf den Tisch, unter anderem die unterschiedliche Gewichtung von Rassismuskritik (milde ausgedrückt…). Das ist allerdings, so meine These, kein Generationenkonflikt, sondern eine politische Debatte und eine Frage der Perspektive.

Eine wichtige Erkenntnis der Podiumsdiskussion war die Tatsache, dass Bündnisse punktuell und themenspezifisch immer möglich sind – sofern das politische Ziel klar ist. Bündnisse können, aber müssen nicht zwangsläufig an Identitäten geknüpft sein. Und sind (zumindest für mich) nicht bedingungslos: Bestimmte Politiken sind mir wichtig – z.B. queere, rassismuskritische Perspektiven – und diese wünsche ich mir auch von Mitstreiter_innen in politischen Bündnissen.

Eine zentrale Voraussetzung ist, dass Feminist_innen unterschiedlicher Generationen überhaupt zusammenfinden (und solche Zusammenkünfte gibt es bereits, siehe die Diskussion). Das heißt, dass mensch mitunter auch mal in Räume gehen könnte, wo mensch sonst nicht so oft ist. Mein persönliches Fazit nach der Diskussion ist, dass feministische Gruppen und Räume zwar nach Alter strukturiert sind (neben anderen Kategorien, das fällt bei Generationendiskussionen leider häufig hinten runter). Es ist dennoch wenig sinnvoll, in stereotype Erzählungen zu verfallen von „den jungen hippen Feminist_innen im Netz“ und „den alten Frauenrechtlerinnen in ihren Frauenräumen“. Es gibt nämlich bereits viele hippe Feminist_innen aller Altersgruppen, die zusammen coole Sachen machen – auch im Netz ;)

Viele Diskussionen der Konferenz sind auf youtube zu finden und wurden auf einem extra für die Veranstaltung eingerichteten Blog zusammengefasst und kommentiert. Zu weiterlesen auch mein Text aus dem Jahre 2013: „Generationsübergreifende Bündnisse, Konflikte und Chancen




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 20. Oktober 2015 um 9:10 Uhr unter Aktivismus, Geschichte. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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