Es geht nicht ohne pink

von Helga

Aus der Reihe „Pinkifizierung“ heute ein weiteres Schmuckstück. Leser_in Christian wies uns auf die neuesten Audiointerfaces der Firma RME hin. Die Geräte der Reihe „Babyface“ sind besonders klein und neben silber und blau nun auch in pink erhältlich.

Schwarzer Hintergrund mit rosa Audiointerface mit angeschlossenen Kopfhörern

Symbolbild ohne Beauty Bag (Kopfhörer sind nämlich nicht inklusive)

Um es ganz deutlich zu sagen: Ich habe nichts gegen pink oder pinke Produkte. Ich kenne Frauen, die gerne pinke Sachen kaufen. Aber: Ich kenne auch Männer, die pinke Dinge mögen. Daher muss es wirklich nicht sein, dass das neue pinke Audiointerface auch einen neuen Namen bekommen hat: Ladyface. Denn es ist „auf die Kundenbedürfnisse von Künstlerinnen“ zugeschnitten. Die Ausstattung ist übrigens die gleiche wie vorher, man kriegt aber statt der normalen Tragetasche eine Beauty Bag(?) und ein weißes(!) Kabel.

Wir lernen mal wieder: Pink ist nur für Frauen und Schönheit ist für Frauen alles. Ne danke!




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Eintrag geschrieben: Freitag, 17. Juni 2011 um 11:03 Uhr unter Medienkritik. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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13 Kommentare

  1. kathi sagt:

    und aus genau diesem grund frage ich mich immer und immer wieder warum pink dennoch die farbe des feminismus ist (zumindest hat es oft diesen anschein, unter anderem auf dieser seite) ich persönlich finde das einfach unklug, weil damit genau solche zuschreibungen (frau = pink) unterstützt werden. die einzige erklärung die ich für mich finde, ist dass es sarkastisch gemeint sein soll und genau darauf aufmerksam machen soll.. was aber leider nicht klar rauskommt.

  2. GwenDragon sagt:

    Mich schreckt sowas ab, wenn Produkte speziell für Frauen gemacht oder so beworben werden. Selten haben solche Produkte für Frauen angemessene Preise oder gute Qualität.

    Sinnvoller hätte ich gefunden, wenn das Interface nicht die Genderzwangsfarbe Pink gehabt hätte, sondern Sonderfarben/-designs möglich wären.

    Beautybag!? Argggh. Wozu muss mein Lippenstift zum Gerät und dessen Schutztasche passen?
    So hat das eher ein barbiemäßiges Aussehen.
    Passt konzeptionell wohl zum Babyface in (männlichem?) Blau.
    Haben die Kopfhörer dann weiße Schleifchen?

    Und die Festplatte fürs Schminktäschchen namens COSTUME gab’s auch schon mal.

    Wenn Technik so zwangsgegendert wird, finde ich das nicht so prickelnd – schon wegen der Stereotypien. Warum zum Teufel muss Technik zum Geschlecht passen!?
    Muss meine Maus nun verplüscht werden? Sollte Software die Oberfäche automatisch auf rosa umschalten, wenn eine Frau davor sitzt oder gar auf den „simple mode“ umschalten?
    Zutrauen würde ich das Werbung und Industrie.

    PS: Alle möglichen Geschlechter haben Vorlieben für verschiedenen Farben, Aussehen, Bedienungsart, bei Technik, Schmuck oder Sonstwas. Da muss nix zwangsgestylet werden, um es an die feminine oder den maskulinen Typ zu bringen.

  3. Trixi sagt:

    Also ich steh ja auch Pink. Und alles was sonst noch rosa, gold, glitzernd, kitschig ist.

    Ich find es gut, dass „Gebrauchsgegenstände“, bei denen ein praktischer Nutzen erstmal im Vordergrund steht, auch pink und rosa und kitschig designed werden und somit die Konnotation
    Rosa = unpraktisch, zu nichts zu gebrauchen, darf nicht dreckig werden, ist nur Schrott und das kaufen sich Mädchen nur wegen des Aussehens
    vielleicht aufgebrochen wird. Dass sie durch den Produktnamen allerdings eine konkreten Geschlechterbezug setzen ist sch****

  4. Sabrina sagt:

    /facepalm

    Kann dieses Marketing-Klischee nicht bald aussterben? Bitte?

    Ich persönlich würde Pink vielleicht sogar mögen – wenn es einem nicht bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit als Frauen-Ding in den Hals gestopft werden würde. Grmbl.

  5. Helga sagt:

    @kathi: Pink ist nicht „die“ Farbe des Feminismus. Es gibt genügend andere feministische Webseiten, die auf pink verzichten, die in einer „neutralen“ Farbe oder dem „klassichen“ Lila gehalten sind. Aus der Belegung „weiblich = pink“ sofort den Rückkehrschluss zu ziehen und es komplett abzulehnen kann ja auch nicht die Lösung sei. Damit wird auch die Abwertung weiblicher besetzer Dinge verstärkt, dabei sollte das Ziel doch ein anderes sein: Am Ende soll jeder Mensch die Farben tragen, bzw. farbige Geräte haben, wie er oder sie Bock drauf hat!

  6. sven sagt:

    ich habe ein ähnliches gerät. tendiert zu lila, ist aber eigentlich rosa.
    Bello e impossibile. Gleich mal im Store kaufen

  7. sven sagt:

    das urheberrecht soll den konsum ankurbeln, denke ich.
    der begriff ladyface ist auch nicht optimal: vielleicht, ladyface 3d

  8. sven sagt:

    ladies joyc. 3d, eine taschenuhr für frauen, anregung

  9. Janina sagt:

    Bescheuert — aber leider haben Firmen eben nicht ihre gesellschaftliche Verantwortung, sondern ihr Verkaufsinteresse im Sinn. Und solange das Konzept erfolgreich ist, d. h. Frauen diese Produkte vermehrt kaufen und Männer eher andere, werden Firmen auch so werben.
    (Natürlich funktioniert die Logik auch andersrum — das ist ein Teufelskreis und wohl das Wesen von Werbung.)

  10. kathi sagt:

    @helga: ja, da hast du natürlich recht, das kann wirklich nicht die lösung sein und natürlich gibt es auch andere farben die verwendet werden. allerdings nimmt es, zumindest in meiner umgebung, immer mehr überhand dass feminismus = rosa und ich bemerke, dass damit auch teilweise ein nicht-ernst-nehmen der thematik verursacht wird, so in der art: „die sind zwar dagegen, dass frauen gewisse eigenschaften etc zugeschrieben werden, verwenden dann aber dennoch DIE farbe, die schon bei babies dafür verwendet wird, sie als mädchen zu markieren und abzustempeln“.. und das finde ich sehr schade, wenn das dann zu solchen reaktionen führt. ich persönlich mag ja rosa auch, aber ich hasse dieses „rosa ist die weibliche farbe“-klischee, das dadurch noch irgendwie unterstützt wird. aber natürlich stellt sich dann die frage nach einer alternative und da fällt mir auch nicht wirklich etwas ein..

  11. Angelika sagt:

    @Helga …“das Ziel doch ein anderes sein: Am Ende soll jeder Mensch die Farben tragen, bzw. farbige Geräte haben, wie er oder sie Bock drauf hat!“

    ganz genau dieses kann ich nur „mitunterschreiben“ !

    die „Pinkifizierung“ finde ich nur noch extrem nervig, weil … – Mädchenmannschaft hat ja mehrfach berichtet.

    und : WER macht denn diese produktentwicklung, das marketing etc. für dieses zeugs ? auch DAS ist bekannt.

    denn mE braucht es/mensch entsprechende selbst-/entwicklung aka emanzipation und aufmerksamkeit, um sich diesen „marketing-zwang“ auch bewusst zu machen und einfach nicht mit-zumachen.
    (nein, ich bashe nicht, wem „hot-/pink“ trotzdem gefällt)

    hier nochX ein kleiner einblick – interessant finde ich dort im 1. kommentar u.a. – englisch :

    >I was told pink was subduing and blue was more powerful, therefore we want the girls to be subdued and the boys to be powerful.
    Pink is a quiet color. studies have shown that large amounts of pink can create physical weakness in people. Perhaps there is a tie-in between this physical reaction and the color’s association with the so-called weaker sex< …
    http://www.smithsonianmag.com/arts-culture/When-Did-Girls-Start-Wearing-Pink.html?c=y&page=1

    ochnö, mädchen/frauen als das "schwache geschlecht" im 21. jhd ?!

  12. Helga sagt:

    @kathi: Ich kenne Deine Umgebung nicht, daher kann ich auch nichts dazu sagen, wie Feminismus sich zu rosa verhält. Je mehr ich mich mit „dem Problem rosa“ beschäftige, umso mehr erinnert es mich an z.B. die Slutwalk-Debatte. Ich will kurze Röcke anziehen können, was ich will, ohne dass mir jemand mehr als „sie mag kurze Röcke“ unterstellt. Ich will ne rosa Webseite aufmachen können, ohne das mir jemand mehr unterstellt, als dass ich das Theme toll fand. Außerdem bin ich dafür, dass auch Männer kurze Röcke und rosa Webseiten haben dürfen.

    @Angelika: Die Rechtfertigung mit den Farben war vorher aber genau anders herum. Blau als Wasser- und Himmelsfarbe galt als „ruhig“ und damit ideal für Frauen (bzw. hellblau für Mädchen). Rot als die Farbe des Blutes und des Krieges als Männer-aufstachelnd…

  13. Angelika sagt:

    @Helga – sehe ich auch so, denn es beweist die mE nicht nur historisch-sozio-kulturelle „verdrehung“/manipulation gerade dieser farben.

    wobei hier pastel/pink, nicht rot gemeint ist; dazu gibt es unterdessen auch einige farb-psychologische untersuchungen (z.b. messung der hautöberflächentemperatur in einem roten/blauen zimmer. entscheident/wichtig ist dabei dieselbe sog. farbqualität )