Eine Krähe …
von Barbara
Im Sunday Times Magazine äußerte sich die britische Schauspielerin Helen Mirren kürzlich sehr negativ über die Solidarität unter Frauen. Bei Vergewaltigungsfallanklagen säßen viele Frauen in der Jury, die den Angeklagten verteidigen, denn “women go against women”, so Mirren. Die Gründe für dieses Verhalten seien ihr nicht klar,
“whether in a deep-seated, animalistic way, going back billions of years, or a sense of tribal jealousy or just antagonism, I don’t know. … But other women on a rape case would say she was asking for it. The only reason I can think of is that they’re sexually jealous.”
Mirrens Worte wurden von der britischen Generalstaatsanwältin Vera Baird als ignorant, absurd und gefährlich bezeichnet.
“It’s just absurd. First of all, it’s completely factually incorrect. It shows an absolute lack of knowledge about the way the criminal justice system works.”
In der Tat kenne ich Sätze wie “die hat es doch provoziert” auch aus dem Mund von Frauen. Doch dass dahinter ein System steckt?
November 21st, 2008 um 4:24 pm
Die einzige “Krähe”, die ich hier sehe ist Helen Mirren selbst.. Eine fantastische Schauspielerin, klar. Aber eben eine mit wirren Privatmeinungen die durch ihren Celebrity-Status leider nicht privat bleiben.
Zuerst behauptet sie in einem GQ-Interview, dass date rapes nicht illegal sein sollten:
“I don’t think she can have that man into court under those circumstances. I guess it is one of the many subtle parts of the men/women relationship that has to be negotiated and worked out between them”
http://www.guardian.co.uk/uk/2008/sep/01/1?gusrc=rss&feed=networkfront
und dann meint sie es liegt an den “eifersüchtigen” weiblichen Jury-Mitgliedern, wenn Vergewaltigungsopfer nicht zu ihrem Recht kommen.
Kann es sein, dass es in erster Linie die liebe Dame Mirren diejenige ist, die irgendwie ein Problem mit anderen Frauen hat, wenn sie über weibliche Journalisten sagt, sie wären “mean-spirited and nasty because you are another woman and want to make you feel crap”.
http://www.salon.com/mwt/broadsheet/2008/11/17/mirren_on_rape/index.html
Also bitte, liebe Dame Mirren, bisschen weniger von sich auf andere schließen und überhaupt einfach öfter mal die Klappe halten.
November 21st, 2008 um 4:27 pm
Die mangelnde Solidarität unter Frauen, unabhängig davon ob dieser Befund nun zutrifft oder nicht, ist tatsächlich ein schwierig zu fassendes Problem. Besonders wenn es sich um “Verbrüderung” mit dem Täter bei Sexualdelikten geht.
Zwei zentrale Gedanken, die mir dazu einfallen sind:
Erstens müssen sich vielleicht gerade Feministinnen von dem Gedanken verabschieden oder sich immer weider daran erinnern, dass Die Gruppe “Der Frauen” nicht gibt. Solidarität findet dann wenn überhaupt primär über andere Gruppenzugehörigkeitsmerkmale statt?
Zweitens: Das ganze Konstrukt der Geschlechterbeziehungen beruht auf der Abwertung der Frau sowohl auf der symbolischen Ebene als auch auf der tatsächlichen Handlungsebene. Dieses System las ein soziales Funktionssystem ist lange lange tradiert (Ausnahmen gab es immer) und unsere Sozialisation findet innerhalb dieses Systems statt, auch wenn einige sich die soziale Konstruiertheit dessen bewusst machen können. Das heißt, dass auch Frauen mit einer WErthaltung aufwachsen, die den (sozial konstruierten) männlichen Blick als Norm verinnerlichen und dazu gehört: Die Frau haat es doch gewollt oder provoziert oder wie auch immer.
Insofern würde cih Deine Frage mit “Ja ” beantworten.
Das erschreckende ist, dass ich selbst, wenn ich meinetwegen im Dunkeln eine sehr freizügig gekleidete Frau oder einen Teenager bauchfrei mit Minirock sehe, im ersten Moment denke: mensch, merkst Du eigentlich wie viel sexuell aufgeladene Reize Du womöglich sendest und Du Dich dadurch in Gefahr begibst? Ja und dann muss ich mir, trotz dessen ich nun schon so reflektiert an diese Themen heran gehe, sagen: Verdammt nochmal, die können eigentlich rumlaufen wie sie wollen, niemand hat das Recht sie deshalb irgenwie “schuldig” zu sprechen, sollten sie sexuell belästigt werden.
Kennt Ihr das?
Das ist für mich ein Anzeichen dafür, dass es ein Zeichensystem gibt, indem sexuelle Belästigungn von Frauen gerechtfertigt werden und ,d ass dieses System so grundlegend ist, dass eben auch Frauen davon geprägt sind.
Nur nebenbei: Elfriede Jelinek führt in einigen ihrer Texte auf der Sprachebene vor, wie diese “versteckten” Muster auftauchen, indem sie sie dekonstruiert und somit sichtbar macht.
So und nun noch eine kleine Vorwegnahme (tut mir leid für die Diskussionskultur, aber ich kann es nicht lassen):
Ja, Ma… und Co. es werden Männer zu Unrecht für Sexualverbrechen angeklagt und nicht alle Frauen sind Opfer, ICH WEIß)
Es grüßt
Antje
November 21st, 2008 um 4:48 pm
ich glaube, dass victim blaming kein geschlechtsspezifisches phänomen ist.
allerdings kann ich mir vorstellen, dass gerade frauen die vorstellung, dass es jede treffen könnte mehr verunsichert, und dass es eben keine 100% sicheren vorbeugemaßnahmen gibt, egal wie lang der rock, wie apfelsaftschorlig der abend oder wie schwarz der karategürtel.
so kann es vielleicht erleichternd und beruhigend sein zu einer (trügerischen) annahme zu kommen alà “kann mir nicht passieren, weil ich “provozier’s ja nicht” - natürlich eben leider dann auf kosten von den tatsächlichen opfern sexueller gewalt.
und von wegen women against women im allgemeinen: ist das nicht exakt das selbe was man unter männern “gesundes konkurrenzverhalten” oder im schlimmsten fall “hahnenkämpfe” nennt?
November 21st, 2008 um 5:02 pm
Ich glaube auch nicht, dass victim blaming an sich ein geschlechtsspezifisches Phänomen ist, das wollte ich nicht sagen. Aber das zugrunde gelegte Muster beruht meins Erachtens, im Zusammenhang mit sexueller Belästigung bedeutend, auf einem Geschlechterbild, indem Frauen abgewertet sind.
Deine letzte Frage Judith erscheint mir sehr berechtigt. Im Allgemeinen sollte es wohl auch unter Frauen ein gesundes Konkurrenzverhalten möglich sein, warum auch nicht. Die Frage ist, ob nicht in bestimmten Situationen aus feministischer Sich eine Verschwesterug angezeigt wäre und zwar dann, wenn zwar “nur” eine einzelne Frau angegriffen, beleidigt oder was auch immer wird und das als Angriff auf das GEschlecht gewertet werden kann.
Wäre es da nicht irgendwie wünschenswert, wenn Frauen sich solidarisch zeigten in solchen Situationen, weil sie bemerken, dass sie als Vertreterin des Geschlechts Frau mit angegriffen werden?
November 21st, 2008 um 7:09 pm
Ich glaube, daß Solidarität unter Frauen immer nur zeitenweise und zu ganz bestimmten Fragen möglich ist. Frauen stellen die Hälfte der Menschheit, sie sind einfach zu unterschiedlich. Stärke könnte aber aus dem Entwickeln einer Kultur der Bezugnahme aufeinander entstehen - also sich gegenseitig zur Kenntnis nehmen und auseinandersetzen, statt nur pauschal alle Anderen abzuwerten, wie es die Mirren tut. Was das Thema Solidarität für Vergewaltigungsopfer angeht, finde ich, daß Männer auch ganz stark gefragt sind. Männer sollten mit anderen Männern darüber sprechen, daß sich etwas ändern muß.
November 22nd, 2008 um 10:23 am
@Cornelia Roth
“Was das Thema Solidarität für Vergewaltigungsopfer angeht, finde ich, daß Männer auch ganz stark gefragt sind. Männer sollten mit anderen Männern darüber sprechen, daß sich etwas ändern muß.”
Wie hab ich mir das vorzustellen? Was soll ich mit anderen Männern besprechen? Was muss sich ändern? Wenn es innerhalb meiner Möglichkeiten stünde, alle Vergewaltigungen zu verhindern, ich täte es sofort. Und ich kenne persönlich keinen anderen Mann, der das nicht genauso sieht. Was gibts da zu besprechen?
November 22nd, 2008 um 11:48 am
»women against women im allgemeinen: ist das nicht exakt das selbe was man unter männern “gesundes konkurrenzverhalten” oder im schlimmsten fall “hahnenkämpfe” nennt?«
nein, judith, das sehe ich nicht so. männer konkurrieren untereinander um das »objekt« frau (oder um macht, prestige, geld usw. oder einfach um des konkurrierens willen, doch letztlich gings ja jahrtausendelang immer um fortpflanzungserfolg – sprich frau). die frau blieb (und bleibt) dabei aber in der passiven rolle des objektes. für welchen der konkurrenten sie sich entscheiden würde, ist für diese unerheblich. sie machen das ganz allein unter sich aus. der sieger bekommt die beute. diese ritterspiel-regeln greifen noch heute und sie sind ausdruck eines machtverhältnisses.
wenn frauen konkurrieren, dann ist nicht entscheidend, welche siegt, sondern für welche sich der mann entscheidet – eine konstelletin mit völlig anderem vorzeichen. auch hier ist die aktive rolle die des mannes.
ein mit männern konkurrierender mann will besser sein, als sein gegner. eine mit frauen kokurrierende frau will die konkurrenz schlechtmachen. (das ist natürlich sehr plakativ beschrieben!)
aufgrund dieser verschiedenen ausgangssituationen wird der männliche sieger geschätzt, die weibliche pseudo-siegerin gehasst.
wenn frauen heutzutage auf die gleiche weise wie männer (auch mit männern) konkurrieren, stellen sie oft fest, daß sie trotz einer erfolgreichen auseinandersetzung nicht an prestige gewinnen, nicht bei männern und schon gar nicht bei frauen.
warum? weil sie die tradierten spielregeln nicht eingehalten haben. sie waren aktiv (nervig!), sie haben sich möglichweise mit männern »angelegt« und diese sogar überflügelt, obwohl sie – als frau – in den augen des mannes gar keine konkurrenz sind, weil ihnen diese rolle nicht »zukommt«, da sie nicht ebenbürtig sind, und sie haben vor allem die spielregeln der frauen verletzt, indem sie sich über diejenigen frauen erhoben haben, welche diese spielregeln akzeptieren.
dafür gibts sogar hier im strang ein schönes beispiel:
»Also bitte, liebe Dame Mirren, bisschen weniger von sich auf andere schließen und überhaupt einfach öfter mal die Klappe halten.«
selbst wenn frau millen recht, oder zumindest präzise beobachtet hat, sagt ihr eine frau in einem feministischen blog, sie soll die klappe halten!
cornelia roth schreibt:
»Ich glaube, daß Solidarität unter Frauen immer nur zeitenweise und zu ganz bestimmten Fragen möglich ist.«
komischerweise sind sich männer aber fast immer sehr einig, wenns gegen frauen geht. und zwar ganz unabhängig davon, wie unterschiedlich sie sonst sind und ob sie sich ansonsten bekämpfen.
wieder die frage warum? weil es um die machtposition geht.
bei frauen besteht aber nichtmal einigkeit drüber, ob diese männl. machtposition und die damit verbundene passive konkurrenzsituation von frauen untereinander nun akzeptabel ist, oder nicht. auf dieser basis kann es gar keine solidarität geben. frauen, welche diese »sklavenmentalität« akzeptieern, können sich auf keinen fall mit progressiven frauen solidarisieren, und letztere können sich schwerlich mit »sklavenmentalität« abfinden.
A.
November 22nd, 2008 um 1:11 pm
So gesehen müsste Angela Merkel ja die Ober-Nervensäge der Nation sein. Aber ich habe bisher, also seit sie Kanzlerin ist, nicht den Eindruck, dass sie so wahrgenommen wird. Im Gegenteil: Es gibt viele Leute (national und international), die sich mit großer Wertschätzung über sie äußern. Oder ist sie nur die berühmte Ausnahme von der Regel?
November 23rd, 2008 um 12:01 pm
@Frank
Was es vielleicht mit anderen Männern zu besprechen gäbe, wären Fragen wie: “Was geht in Männern vor, die vergewaltigen, wofür brauchen sie es?” “Hat es etwas zu tun mit unseren Bildern von uns selbst, unseren Bildern von Frauen, unserer gesellschaftlichen Kultur?” Obwohl ich gewisse Ansichten dazu habe, sind diese Fragen für mich durchaus auch offen, zumal ich kein Mann bin. Ich stelle mir solche Gespräche auch nicht als “Solidaritätsgespräche” zugunsten von Frauen vor, sondern mehr als Selbstanfragen und als Gespräch verantwortungsbewußter Männer, die ein gutes Zusammenleben mit Frauen wollen und daher etwas unternehmen.
November 23rd, 2008 um 12:11 pm
@ Frank: Wie Cornelia finde ich auch, dass Männer sehr viel mit anderen Männern besprechen können, zum Beispiel intervenieren, wenn ein Typ einen Spruch raushaut wie: “Die ist so nuttig angezogen, die tut’s bestimmt mit jedem” oder wasweiß ich. Gibt es alles; und Daumen hoch für dich und deine Freunde, dass ein respektvoller Umgang mit der weiblichen Sexualität zu euren Selbstverständnis gehört. Ist aber nicht überall so.
November 23rd, 2008 um 7:52 pm
@Alpenglühen
Mir geht es darum, dass Frauen sich nicht jederzeit und in jeder Situation Solidarität abverlangen. Das schwächt die Frauenbewegung nämlich, weil sich so keine vernünftige Streitkultur unter Frauen entwickeln kann. Die, die anderer Meinung ist, wird jeweils von der Anderen als “unsolidarisch in der Sache der Frauen” gebrandmarkt. So kann sich das Denken einer Bewegung nicht weiterentwickeln und lebendig bleiben. Mit einer guten Streitkultur meine ich verschiedene Meinungen innerhalb der Frauenbewegung oder unter Frauen über eine Angelegenheit. Ich meine damit nicht Ichbezogenheit in dem Sinne, daß mir die Situation anderer Frauen (und auch anderer Männer) egal ist und ich nur meinen Stiefel durchziehe.
November 23rd, 2008 um 8:16 pm
@Cornelia Roth @Susanne
Ich habe nicht die geringste Ahnung, was in solchen Männern vorgeht. Ich kenne auch niemanden, bei dem das anders wäre.
Ich habe auch keine Sympathien für solche Idiotensprüche. Sie scheinen mir etwas pubertär zu sein. Ich bin aber 48 und nicht 14. Außerdem kann ich nicht Frauen für männerfeindliche Sprüche rüffeln, frauenfeindliche Sprüche von Männern aber akzeptieren. Das wäre doch inkonsequent, oder.
Und ob ihrs glaubt oder nicht: Männer reden eher selten schlecht über Frauen, auch wenn sich in letzter Zeit ein etwas genervter Ton eingeschlichen hat. Aber der hat keinen sexuellen Inhalt, sondern hat eher damit zu tun, dass Frauen von nicht wenigen Männern heute oft als etwas großspurig empfunden werden. Abfällige Bemerkungen sexueller Art über Frauen, sind im Großen und Ganzen unter Männern eher unbeliebt.
November 24th, 2008 um 8:46 am
»Mir geht es darum, dass Frauen sich nicht jederzeit und in jeder Situation Solidarität abverlangen.«
dazu muss man eben mal auf einer anderen eben analysieren, ob und warum es frauensolidarität überhaupt gibt und geben kann.
A.
November 24th, 2008 um 7:01 pm
Ich stimme Frank zu.
“Die ist so nuttig angezogen, die tut’s bestimmt mit jedem” wird nach meiner Erfahrung eher von Frauen gesagt als von Männern.
Zu der Vergewaltigungsdebatte ist auch zu bedenken, dass es bei der Vergewaltigung eben meist keine Zeugen gibt und sie ja durchaus zuvor den Eindruck erweckt haben kann es zu wollen oder es sogar wollte. Später, als die Zeugin dann weg war, hat sie ihre Meinung geändert. Dann kann die Zeugin natürlich auch nichts anderes bestätigen als das, was sie gesehen hat. Zudem gibt es natürlich auch noch das Problem, dass nicht jede angezeigte Vergewaltigung tatsächlich eine Vergewaltigung gewesen sein muß. Insofern sagen die Zeuginnen vielleicht einfach die Wahrheit und es hat nichts mit mangelnder Solidarität zu tun.
November 24th, 2008 um 7:22 pm
Ich kenne wiederum keine einzige Frau, die das sagen würde. Höchstens “so wie die angezogen ist, denken die Männer dass sie leicht zu haben ist/muss sie mal aufpassen, dass nichts passiert”. Aber ich kenne auch eher Leute, die sich gern mal ausgefallen oder sexy kleiden und selbst so akzeptiert werden wollen wie sie sind und wissen, dass Männer durchaus nicht alles anspringen müssen, was entfernt an 90-60-90 erinnert.
November 24th, 2008 um 7:35 pm
@ SoE: Das klingt eher nach Projektion von Seiten der Frauen, die so etwas sagen, nach dem Motto: “Also, mich persönlich stört das ja gar nicht, aber die bösen, bösen Männer, die denken dann gleich wieder …”
Und ja, das “böse, böse Männer” lese ich deutlich aus solchen pauschalisierenden Aussagen heraus.
November 24th, 2008 um 8:43 pm
1. Lies den ganzen Post.
2. Auf “nuttig” angezogene Frauen wird alles projiziert, schließlich sind sie auffällig. Aber wenn dabei der Hauch der Abwertung gegenüber Männern entsteht stört es dich anscheinend.
3. Quasi jede Frau wird dir sicher gern bestätigen, dass alleine die Anwesenheit in einer Disko schon ausreichen kann um von diversen Männern angegrabbelt, trotz Abweisung mehrfach angesprochen oder sogar noch stärker belästigt zu werden. Da jede Menge Männer sich trotz tiefer Ausschnitte oder kurzer Röcke derartige Verhaltensweisen unterlassen, denke ich, dass einige wenige glauben, solches Benehmen sei gerechtfertigt wenn frau xyz macht.
4. Bevor es weiter in eine unsägliche “die Frauen sind schuld, nein die Männer sind schuld, nein…”-Diskussion ausartet, können wir uns einfach darauf einigen, dass wir alle dem oder der nächsten, der eine derartige Rechtfertigung daher sagt entgegnen “Wir leben in einem freien Land und hier sollte jeder Mensch das Recht haben so durch die Gegend zu laufen, wie er oder sie es für richtig hält!” ?
November 25th, 2008 um 2:53 am
@”Ich kenne wiederum keine einzige Frau, die das sagen würde.”
Ja, da sind wir uns dann wohl einig: Ich kenne keinen einzigen Mann, der das sagen würde. In Wirklichkeit ist es uns völlig egal, wie Frauen angezogen sind. Das ist deren Angelegenheit. Wir haben Nichts damit zu tun.
November 25th, 2008 um 5:04 pm
@SoE: Ich projiziere nichts auf sexy gekleidete Frauen. Und ja, es stört mich, wenn jemand negative Kommentare über so gekleidete Frauen macht, und ja, meiner Erfahrung nach sind es eher Frauen, die solche Kommentare bringen, als Männer, aber meine Erfahrung ist nicht allgemein gültig.
Es ist aber noch eine besondere Stufe der Heuchelei, das eigene Vorurteil gegenüber sexy gekleideten Frauen einem Strohmann, hier: den Männern, in die Schuhe zu schieben.
Und was deinen vierten Punkt angeht gebe ich dir verdammt nochmal recht!
November 25th, 2008 um 5:13 pm
Um mich noch mal kurz in die Debatte einzuschalten: Frank fragte, was MANN denn überhaupt bei anderen MÄNNERN tun könne, ihm fiele da nix ein. Also schrieb ich ihm, er soll bei entsprechend abfälligen Kommentaren mit sexueller Konnontation Männer darauf hinweisen, dass das nicht o.k. geht. Es war nicht die Rede davon, dass alle Männer solche Sprüche ablassen oder Männer dies öfter tun als Frauen. Es war nur eine Antwort auf seine Frage.
Frauen machen andere Frauen oft genug runter. Da geht es dann aber um fehlende Frauensolidarität. Hier ging es explizit und das Mann-Mann-Gespräch.
November 28th, 2008 um 3:11 pm
hab mir hier ein paar der kommentare durch gelesen.
und mir läuft wirklich ein schauer über den rücken, wie naiv manche ansichten sind.
natürlich darf sich jede frau anziehen, wie sie will (auch wenn es sich manchmal um ein öffentliches ärgerniss handelt)und verdammt nochmal es kann nicht sein, dass sie deshalb eine ‘höhere chance’ hat vergewaltigt zu werden. schon schlimm, dass man überhaupt von chancen reden muss.
aber verdammt! DER Mann ist auch nur ein Mensch, wie DIE frau.
wer nicht erkennt, dass man durch auftreten und kleidung signale aussendet, ist weltfremd.
(nein, ich rechtfertige hier nichts. vergewaltigung ist abschäulich. ich kenne die gefühle nicht die eine frau nachts oder nach einer party empfindet. und bin froh darüber. und es ist schlimm das frauen sowas empfinden ‘müssen’)
natürlich ist DER mann schwach, weil mensch.
und genau, dass nutzen manche frauen aus, indem sie sich tiefdekolltiert an wohlhabenderen männer ranwerfen. gibts ja x weitere beispiele in die richtung.
aber andersrum können unbeabsichtige signale ausgesendet werden, die bei wenigen Männer(eigentlich keine männer und menschen mehr), eben auch (leider) irgendwelche gefühle bestärken, die zu einer vergewaltigung ermutigen. wer sich selber in brenzlige situationen begibt ohne reflektion ist gewissermaßen auch schuld. aber zu einfach sollte man es sich auch net machen. da es nunmal verrückte auf dieser welt gibt, sollte man eben vorsichtig sein. man kann einen vergewaltiger schlecht über moral und gesetzt belehren. trotzdem muss die gesellschaft (das sind männer und frauen) etwas ändern und sich nciht damit abfinden wie es ist.
generalisieren ist immer scheiße. und feministinnen sind auch nichts anderes als ihre männlichen gegenstücke. nämlich gefühlsgestörte menschen, die ihre eigenen probleme verdrängen und sich ein feindbild basteln.
das wort feministinnen ist einfach zu negertiv konnotiert und bedeutet für mich radikales.
frauen haben heute alles in der hand (wahlrecht, antidiskiminierungsgesetz, blogs, fußballnationalmannschaft), es liegt an euch etwas zu ändern. und die zeit wird euch unterstützen.
dabei müsst ihr (DIE frauen) jedoch nur aufpassen, das ihr immer noch mit einem Mann zusammen leben könnt, nicht zu sehr den glauben verliert. weil den mann gibt es nciht und nicht alle männer sind gleich.
genauso schwachsinnig und gut gläubig ist es, dass männer unter einander kommentare machen sollen, wenn jemand “eine abfälligen Kommentaren mit sexueller Konnontation” macht.
auch frauen machen sexistische kommentare.
und die männer die vergewaltigen oder neigungen haben, mit denen kannst du net reden. nur helfen. wenn dass nichts helfen wird/ oder hat, dann weg damit.
November 28th, 2008 um 3:56 pm
“ich rechtfertige nichts” ABER
“der mann ist auch nur ein mensch”
“der mann ist schwach”
“wer sich selber […] in brenzlige situationen begibt ist gewissermaßen auch schuld”
(für die leute, die sich unter victim blaming nicht wirklich etwas vorstellen konnten oder dachten das wär was frauen-spezifisches.)
November 28th, 2008 um 5:35 pm
die zitate sind aus dem zusammenhang gerissen und daher nicht verfäälschen sie den eigtl. Sinn!!!
ich differenziere und rufe dazu auf mit offenen augen durch die welt zu gehen.
wer verkennt, das frauen, die ‘nuttig’ (eine vorrednerin hat das schön ausgeführt) rumlaufen, eine vergewaltigung provozieren können, ist weltfremd. es ist nämlich vollkommen unvernünftig nachts in gewissen gebieten so rumzulaufen.
PS:
(editiert)
November 28th, 2008 um 5:40 pm
@ peter paul: Die Vorrednerin war ich und ich habe nur ein Beispielzitat kreiert, anhand dessen ich zeigen wollte, dass Männer sehr wohl mit anderen Männern über Stereotype und Vergewaltigung sprechen können und sollten.
Also, DAS nenne ich jetzt mal aus dem Zusammenhang gerissen. Ansonsten kriegst du hier mit “Frauen sind schon irgendwie manchmal auch selbst Schuld” keinen Fuß auf den Boden. Denn hier gilt: Frauen könnten NACKT durch die Straße laufen und trotzdem dürfte sie keiner anfassen. So sieht’s nämlich aus.
Und: Sowas wie dein P.S. spar dir in Zukunft bitte, und lies doch vor deinem nächsten Kommentar bitte die Netiquette. Danke.
November 28th, 2008 um 5:59 pm
hier gilt: Frauen könnten NACKT durch die Straße laufen und trotzdem dürfte sie keiner anfassen. So sieht’s nämlich aus.
Oder anders formuliert: Der Frauenkörper müsste für Männer jeglichen erotischen Reiz verlieren. So das der Männerblick auf Frauenkörper (bekleidet, knapp bekleidet oder nackt) im männlichen Hirn genau diesselben Reaktionsmuster auslöst wie der Blick des (heterosexuellen) Mannes auf einen Männerkörper. Und eben nicht das Sex-Programm im Hirn aktiviert.
Dann gäbe es auch das Problem der sexuellen Belästigung der Frau nicht mehr.
Und wie kommen wir dahin?
November 28th, 2008 um 6:03 pm
Peter, diese Diskussion führen wir doch schon hier. Bitte nicht einen weiteren Thread damit sprengen, okay?!
November 28th, 2008 um 6:15 pm
danke an wer auch immer “peter schreibt” ist!
ich meine nämlich, das diese männer sie nicht mehr alle haben und in diesem wissen, man als frau leider vorscihtig sein muss.
dass ist scheiße, aber ist so.
Ich fand das PS angemessen. da du mich ja auch, als jemanden hingestellt hast, der frauen die alleinige schuld gibt. das ist inhaltlich und sachlich falsch und wenig differenziert. eigentlich müsstes du auch deinen beitrag editieren, denn er degradiert mich.
mit vorrednerin habe ich antje gemeint. ihr beitrag vom 21 nov. ich habs aber auch nur überflogen. nagel mich jetzt bitte net aus prinzip fest. was ich sagen hat denke ich jeder verstanden. wenn nicht fragen.
und ja ich weiche gerne auf den anderen topic aus. die klarstellung war mir nur hier wichtig.
November 28th, 2008 um 6:16 pm
Peter, das sehe ich anders. Es geht nicht darum, dass Männer Frauenkörper nicht mehr erotisch finden, es geht unter Anderem darum, dass sie sich nicht mehr “im Recht sehen” zu vergewaltigen, weil sie erotisch finden. Dass sie ihr Verhalten nicht damit rechtfertigen, dass sie der Frau die (Mit-)schuld geben. Dass sie Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen - sei ihr Gegenüber noch so erotisch, attraktiv oder halbnackt.
Der Regelfall ist doch dass Männer das super hinkriegen (und Frauen auch):
Sexy finden, sich freuen und ohne zu vergewaltigen weitergehen.
November 28th, 2008 um 6:19 pm
bin übrigens net peter. bin peter paul- scheint ja ein viel verwendeter nickname zu sein! :D
November 28th, 2008 um 6:35 pm
@ peter paul: Und ich meinte mit “Peter” Peter und mit “peter paul” dich. So verwirrend ist das also gar nicht. Und Judith meint mit “Peter” vermutlich auch einfach Peter und nicht dich.