Ein Spiel für Mädchen
von Barbara“Um diesen Mann zu verführen, muss er dich perfekt finden. Wenn du ihn verführt hast, macht er dir das untenstehende Geschenk!” [Wer jetzt weiterliest, sollte an das Wort "Ironie" denken.]
Na da ist er ja, der Sinn meines Lebens: Wie schaffe ich es, dass mich ein Mann perfekt findet? Ganz klar: Ich muss mein Aussehen verbessern (Lidschatten, Nasenform, Haut- und Haarfarbe sowie Fingernägel inklusive) und die richtige, sexy Kleidung tragen. Und shoppen, Klamotten, Möbel, Zeug – aber das ist teuer! Schlechte Voraussetzungen dafür sind, dass ich in Unterwäsche dastehe, nur 25 Dollar besitze, keine Erfahrungen habe und einen Job als Babysitter.
So beginnt das Online-Spiel “Oh my doll“. Um was es eigentlich geht? Na klar, üben, für den Ernstfall, eine richtige Frau zu werden. Bei Typen landen, um nichts anderes geht es ja, sagt die Gebrauchsanweisung:
Zu Beginn des Spiels ist deine Doll eine “brave junge Lady”. Um ihre Bezeichnung zu ändern und später ‘femme fatale’ zu werden, muss sie zunächst ein paar Männer verführen. Beim Klick auf “Alle Eroberungen ansehen” siehst du alle Männer, die deine Doll bereits verführt hat.
Natürlich ist das total empfehlenswert für Eltern minderjähriger Kinder:
Ohmydollz ist ein Spiel, das auf einer großen Interkation zwischen den Spielern beruht. Ihre Kinder können nicht nur im Spiel die Wohnungen der anderen Spieler besuchen und für sie stimmen, sondern auch real mit ihnen in Kontakt treten, indem sie sich gegenseitig Kommentare und persönliche Nachrichten schreiben oder über das Forum in Echtzeit unterhalten. Je besser ihr Kind mit den anderen Spielern umgeht, desto erfolgreicher wird es im Spiel sein und nebenbei echte Freunde gewinnen!
Danke an Simone, die dieses total empfehlenswerte Spiel auch uns empfohlen hat. Lernen fürs Leben. Und dieses Gerede von “Feminismus” – ach das ist sicher nicht so wichtig …
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Tags: Geschlechterrollen, Mist, Spielen






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Oh, da wird dann ja wohl auch die urweibliche Kompetenz der Kommunikation gefördert? Hört, hört! Dieses Spiel ist dann wohl pädagogisch und didaktisch höchst wertvoll. Eine Närrin, die das nicht erkennt?
Ehrlich gesagt kriege ich das Kotzen, wenn ich mir mal vor Augen führe, dass weibliche Unabhängigkeit sich in unseren Breitengraden hauptsächlich über Konsum definiert. Ein solches Spiel jedoch, propagiert nicht nur die Lust am Konsum, sondern richtet den Charakter der Spielerin und letzten Endes auch sie selbst danach aus, sich über den Erfolg beim anderen Geschlecht zu definieren und macht sich damit in hohem Maße von diesem abhängig. Grausig.
aber immerhin: das girly von heute verführt reihenweise männer (also “typisch männliche sexualität”) und hockt nicht stickend im kämmerlein und hebt sich für den einen auf, um ein braves hausmütterchen mit den drei ks (küche, kinder, kirche) zu werden.
Meine Meinung zu diesem Online-Spiel kurz und bündig: Ahhhhhhhh!!!!!!!
Es gibt noch viel mehr tolle Spiele für Mädchen wenn man mal unter
http://www.spielemaedchen.com/ schaut, bekommt man schon mal das Grauen
gut ok die seite ist wirklich nur pfui.
Am besten gefällt mir:
“Hier kommt ein neues Modespiel mit Berufsgruppen! In der interessanten Spielereihe für Mädchen findest du die Kleidung und Accessoires vor, die sich normalerweise eine Sekretärin einer großen Firma anlegt, die im Internet aktiv ist. Du wirst die Hübscheste im Büro sein!”
Ich bin mir sicher, das finden viele totaaaal toll.
moment mal: ein spiel, das für mädchen im kinder- und jugendalter das ziel hat, möglichst viele männer zu verführen, das wiederum als “förderung der sozialen kompetenz” ansieht und die kontaktaufnahme auch im realen leben ermöglicht (siehe schuelervzgruppe, die im forum des spiels bekannt gemacht wird mit dem vorschlag, doch automatische mitgliederannahme zu ermöglichen, damit “nicht jedes mitglied überprüft werden muß”):
welch bessere einladung gibt es für pädophile männer inkognito und potentielle mißbrauchsopfer mit fehlendem selbstbewußtsein???
Ja. Was tun? Am besten: Bitte alle Spieledesignerinnen und Spieledesigner, fangt an zu denken und entwerft Onlinespiele für Mädchen (und Jungs), die Spaß machen und nicht so derartig geschlechterdiskriminierend sind.
Tja, da denke ich doch mal an alte Zeiten zurück und sage nur: Pac Ma … öhm, Pac Person! ;)
oder die Mädchen selber Spiele Entwickeln lassen…
ich habe meiner Schwester (inzwischen 11 Jahre alt) scratch, http://scratch.mit.edu/, auf dem Rechner installiert und seit dem bastelt sie sich selber kleine Spiele.. und lernt dabei sogar die Grundlagen des Programmierens.
Mehr Spaß als solche online-Spiele macht es allemal…
Was für n “tolles” Spiel. Ich habe die Auswahl zwischen den Berufen Topmodell, Sängerin, Schauspielerin, Krankenschwester und Tierärztin. Dafür muss ich mich nur entsprechend anmalen und aufrüschen.
Und damit Christopher http://de.ohmydollz.com/img/drague/perso/1.jpg (dieser schlecht gezeichnete junge Herr, mit dem freundlichen Lachen) mich hübsch findet und mein kleiner animierter Klops http://de.ohmydollz.com/design/icolove0.png sich freut muss ich mir die Haare rot färben.
Das Spiele für Mädchen immer so blöde sein müssen, das Spiele überhaupt geschlechtgebunden sein müssen.
“Ehrlich gesagt kriege ich das Kotzen, wenn ich mir mal vor Augen führe, dass weibliche Unabhängigkeit sich in unseren Breitengraden hauptsächlich über Konsum definiert.”
*zustimm*
Ich bin früher (so mit 13-19) auch auf jedes “Sales” oder “reduziert” Schild angesprungen, hab einen Haufen Ramsch gekauft den ich dann zum noch mehr Ramsch kaufen anziehen konnte und hab dabei gedacht “Boar ey, soviele Klamotten ich habs echt raus”. Dabei macht mir einkaufen als Hobby gar keinen Spaß, aber bis ich drauf gekommen bin dass ich auch ohne den ganzen Mist toll bin hats ne Weile gedauert.