Eilmeldung aus der SPD-Zentrale

von Susanne

Das Handelsblatt schreibt Überraschendes:

Die Sozialdemokraten wollen Frauen in der Arbeitswelt stärker fördern. Dazu setzt die Partei im Wahlkampf auf eine gesetzliche Quote in Aufsichtsräten und ein Gleichstellungsgesetz. Auch die ungleiche Entlohnung von Männern und Frauen ist der Partei ein Dorn im Auge.

Diese Nachricht ist der Moment, ab dem ich mich auf den Wahlkampf freue. Vor allem auf das Geschrei der Quoten-Gegner. In Norwegen konnte man das ja schon sehr unterhaltend verfolgen. Ist anscheinend überall das Gleiche. (Das verlinkte ZEIT-Video ist extrem sehenswert!) Vielleicht mag jemand ein nettes Quoten-Gegner-BINGO entwerfen?

Die SPD reagierte mit dieser Mitteilung auf den heutigen Termin ihres Chefs Franz Müntefering, der weibliche Führungskräfte aus der Wirtschaft treffen wird. Diese werden ihm die so genannte Nürnberger Resolution überreichen. Die Resolution kommt also anscheinend keinen Tag zu früh, wenn die SPD schon vor dem Treffen den Forderungen der Frauen zustimmt. Und der Zeitpunkt ist ja auch perfekt: In der großen Krise steigen die Chancen von Frauen, nach vorn gelassen zu werden. Das sieht vielleicht auch die SPD so, denn

(…) bereits Anfang März hatte die Bundestagsfraktion bereits eine Frauenquote wie in Norwegen verlangt, wo 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein müssen. „In Deutschland sollten wir uns das auch trauen“, sagt Hans-Peter Bartels, Mitglied der SPD-Grundwertekommission. „Vielleicht mit einer Übergangsfrist von zehn Jahren.“

Wenn sie aus den zehn Jahren fünf machen, kann ich das Ganze dann auch als Wahlkampf ernst nehmen.




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 17. März 2009 um 11:15 Uhr unter Ökonomie, Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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5 Kommentare

  1. hn sagt:

    find ich populistisch. zumal, da es von der SPD kommt, in der praxis sowieso nichts daraus wird. enden wird es wahrscheinlich als eine art persilschein, mit denen unternehmen ihre chauvinistischen strukturen schönlügen können, schaut mal, wir haben doch 45% frauen im aufsichtsrat (ehepartner der hauptaktionäre), und die haben nichts an underer gehaltspolitik auszusetzen.

  2. Katrin sagt:

    Müntefering wird die Nürnberger Resolution unterschreiben und schien im gemeinsamen Gespräch wirklich überzeugt von der Sache

  3. access denied sagt:

    Jau
    10 Jahre
    Ist wie mit dem angeblichen Atomausstieg: bis dahin werden genug Argumente dagegen gefunden
    Oder ihren „Packten“ mit der Wirtschaft. Bsp. Emmission: Rot-Grün schliesst einen Pakt, dass CO² auf 140 mg gesenkt wird und in drei Jahren steigen sie auf 280mg.
    Wer glaubt eigentlich den SPD-Bauernfängern noch, wenn sie nur „guten Tag“ sagen?

  4. Katrin sagt:

    DAS ist wiederum eine andere Geschichte. Wohl leider nicht völlig von der Hand zu weisen. Aber dennoch: Es hat sich jemand zur Quote bekannt, von dem ich das nicht erwartet hätte. Versprechen hin oder her: Das ist ein Zeichen in die Richtige Richtung. Und es zeigt vor allem auch, dass diese Diskussion nicht mehr am politischen (grünen) Rand herumkrebst, sondern in der Mitte ankommt. In Norwegen waren es ja auch die Konservativen, die die Quote eingeführt haben und es haben sie genau jene Argumente überzeugt, die gestern auch bei Münte gut ankamen: Die rein ökonomischen. Das kann man traurig finden, aber wenn McKinsey in einer Studie beweist, dass Diversity in Führungsteams ein Wert an sich ist – dann kann ich McKinsey immer noch nicht mögen, mich aber trotzdem darüber freuen…