Ehrenämter
von BarbaraUnlängst war ich auf einer Diskussionsveranstaltung, bei der einige der Beteiligten der festen Meinung waren, Ehrenämter wären typisch weiblich. Der Mann, der sich in der Freiwilligen Feuerwehr engagiere, sei die Ausnahme, die die Regel bestätigt – denn dort wäre er ja erstens sichtbar und zweitens könne er sich dort auch profilieren. Was beim Spazierengehen mit Kranken, Vorlesen für Alte, Essen bringen für Betagte usw. nicht der Fall seie.
Ist das so? Dass Ehrenämter weiblich sind?
Facebook | | Tags: Ehrenamt, Geschlechterrollen, Initiativen
Eintrag geschrieben: Donnerstag, 6. November 2008 um 11:52 Uhr unter Alltag, Ist das so?. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.







So ein Schwachfug. Ehrenämter sind weder ‘weiblich’ noch ‘männlich’. Sie sind höchstens eher von Menschen ebsetzt, die dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden.
Und as lässt sich wohl in vielen Stellen durch die Verknüpfung ‘Lohnarbeit-Mann’ erklären. Wenn die ‘Frau’ nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen will, nachdem sie jahrelang nicht gearbeitet hat, dnan bleibt halt nur noch das kostenlose Engagement, was zudem auch der weiblichen Geschlechterrolle entspricht: Es sind meist soziale Tätigkeiten die als Ehrenamt ausgeführt werden und zudem schafft die nichtvorhandene Bezahlung das Bild von Mildtätigkeit oder gar Altruismus….
hm. ich war war lange jahre ehernamtlich im sport beschäftigt. da ist das alles nochmal nach sportarten zu sortieren. also sport ist grob geschätzt zu 2/3 männlich besetzt. wobei fußball natürlich fast ausschließlich männlich ist und aerobic ebenso weiblich. das sind ja jetzt nur die krassesten beispiele. ansonsten beim zivi auf dem sog. naturbauspielplatz waren die ehrenamtlichen 50/50 gemischt. es lohnt sich gezielt hinzuschauen.
an der uni ist das engagement in fsr und stura auch ausgewogen.
hm.
so wie sven habe ich die sache allerdings bislang noch nicht betrachtet.
es ist ein blick wert.
Alles schon beantwortet:
http://de.statista.org/statistik/diagramm/studie/11863/filter/10003/fcode/1,2/umfrage/ehrenamtsinhaber-oder-unentgeltliche-taetigkeit/
Und weil’s auch noch ein klein wenig mehr Männer als Frauen gibt dürfte der Männeranteil ganz locker bei über 60% liegen. Schätzungsweise.
Und alles noch viel viel genauer aber mit gleichem Tenor: http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwilligensurvey
Ich glaube die Frage ist eher, welches Ehrenamt. So sind in Parteien meist über 75% Männer ehrenamtlich aktiv (natürlich variabel von Partei zu Partei). Als ich im Krankenhaus gearbeitet habe, bestand der Verein “weiße Engel”, der sich dort um Patienten kümmerte, ausschließlich aus Frauen.
In der Ausgabe des Parlamentes war 2005 ein interessantes Interview dazu zu finden (http://www.das-parlament.de/2005/44/Thema/029.html) das auf die Shell Jugendstudie 2002 und den Freiwilligensurvey 2004 basiert – allerdings nur auf Jugendliche. Darin wird festgestellt, dass junge Männer eher ehrenamtlich aktiv sind als junge Frauen – mit einer Verteilung auf die Vereine, wie bei mir oben sehr oberflächlich angedeutet.
Nebenbei: In der Shell-Studie 2006 wird nicht mehr der männlich-weiblich Unterschied thematisierten, sondern die “Schichtzugehörigkeit”:
“Nach wie vor ist es vor allem die Schichtzugehörigkeit, die den Aktivitätsgrad prägt. Jugendliche aus gehobenen Herkunftsschichten bzw. Gymnasiasten und Studierende weisen die höchsten Quoten auf. Engagierte Jugendliche leben in aktivitätsfördernden sozialen Räumen.”
(aus der Zusammenfassung der 15. Shell Jugendstudie)
P.S.: Sorry für meine Jugendlastigkeit, aber dieses Wissen hatte ich gerade noch im Hinterkopf.
Es gibt genau so viel Männer wie Frauen, die sich ehrenamtlich engagieren. Höchstens gibt es Unterschiede bei der Tätigkeit. Männer sind vielleicht eher bei der Feuerwehr, beim THW oder im Fußballverein aktiv, Frauen eher im sozialen Bereich. Doch gibt es auch da immer wieder Ausnahmen!
Vielleicht hätte ich noch erwähnen sollen, dass diese Ehrenamt-Diskussion in einem gemischten, 30 % männlich, 70 % weiblich, Kontext stattfand. Ich glaube schon auch, dass alle sich ehrenamtlich engagieren, aber wohl eine Trennung nach Bereichen, also z. B. Sport, Sozial, Verein, etc. existiert.
hey,
also ich bin stv landesschulsprecherin hessens und wir haben ne quote, die auch notwendig ist. trotz hoher weiblicher beteiligung auf landesschülerräten, zieht es viel öfter jungs in den vorstand und das ist schade.
wenn man dann allerdings im vorstand ist, dann hat man als junge eher einen beisitzerposten, denn wenn, sind wir mädels eher in den sprecherinnen positionen. das ist allerdings gefühlt, da ich noch nicht so lange dabei bin. ich glaube das liegt am motto: wenn, dann richtig ;)
sonst ist sv-arbeit weitgehend gut durchmischt.
Ich bin in zwei BürgerInnen-Initiativen und einem Gemeinützigen Baumschutzverein ehrenamtlich tätig, und es sind überwiegend Männer, die sich dort engagieren. Frauen sind eher die Außnahme!