Drei Frauen für Niedersachsen
von BarbaraAus alt mach neu – Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat vier Posten in seinem Kabinett neu besetzt. Unter den vier Neuen sind drei Frauen! Das Besondere an dieser eh schon aufregenden Nachricht: eine von ihnen ist Muslima. Und eine von ihnen kommt aus dem Osten Deutschlands.
Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr macht es nachdenklich. Es ist großartig, dass Wulff, oder sein Beratungsteam, oder vielleicht sogar seine Partei, dass also mindestens ein paar Leute aus den Kreisen der Konservativen verstanden haben, dass der “alte” CDU-Kurs aus der Ära Kohl nicht mehr zeitgemäß ist. Dass Frauen in ein Team gehören, dass sie das Team besser machen. Es ist aber auch seltsam, dass gerade die Union das mit solcher Konsequenz verstanden hat, eine Partei, mit der doch eher traditionelle Geschlechterrollen verbunden werden. Oder handelt es sich hier um ein lokales Phänomen? Kurz für die Erinnerung: Die Kanzlerin ist gegen eine Quote in der Privatwirtschaft, die Bundesfamilienministerin ist für eine Herdprämie. Und die CSU-Frauen sind recht unglücklich, weil sich in all den Jahren des guten Willens in Sachen Geschlechtergleichheit nicht viel getan hat. Es ist also nicht nur zeitgemäß, sondern entspricht auch dem Zeitgeist, ist demnach vorbildlich, dass die Neubesetzung nicht nur eine Frauenquote, sondern auch noch eine, sagen wir, “Minderheiten-Quote” unterstützt: Frau, Ostdeutschland, migrantischer Hintergrund.
Die Frau mit dem migrantischen Hintergrund, Aygül Özkan, wird Sozialministerin. Die Frau aus dem Osten, Brandenburgs CDU-Vorsitzende und Landtagsfraktionschefin Johanna Wanka, wird Wissenschaftsministerin. Alle jubeln! Nur bei der dritten Frau, der “Frau”, kritisiert die taz einen Hang zum Lobbyismus. Astrid Grotelüschen, künftige Agrarministerin, ist mit einem Mann aus der Putenmast-Branche verheiratet. Was ihre Objektivität in Sachen Tierrechte gefährden könnte. Es bleibt also spannend in Niedersachsen.
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Eintrag geschrieben: Dienstag, 20. April 2010 um 22:10 Uhr unter Alltag. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.







Ich würde sagen, dass die CDU solche Personalentscheidungen trifft, um ihr Profil als Volkspartei zu stärken. Mit diesen Persönlichkeiten kann sie ganz verschiedene Wählerinnengruppen ansprechen, von der Frau hinterm Herd über die twitternde Singlefrau etc. und erreicht dabei auch ein weiteres politisches Spektrum.
Ich glaube, dass das politittaktisch sehr gut ist. Der Vorteil der CDU ist außerdem, dass sie aus einem weiteren Personalspektrum auswählen kann, es also leichter fällt, Geschlechter-, Religions- und ideologischen Proporz sinnvoll zu organisieren.
“Nur bei der dritten Frau, der “Frau”, kritisiert die taz einen Hang zum Lobbyismus. Astrid Grotelüschen, künftige Agrarministerin, ist mit einem Mann aus der Putenmast-Branche verheiratet. Was ihre Objektivität in Sachen Tierrechte gefährden könnte.”
Naja, ob eine Agrarministerin ohne die geringste Verbindung zur Landwirtschaft überhaupt tatsächlich gut sein kann, ist für mich die Frage auf der anderen Seite. Vollkommen realitätsferne Politik in dem Bereich, wie sie des öfteren Mal gemacht wird ist meiner Meinung nach auch nicht gerade positiv.
Die Möglichkeit, dass Neuministerin Grotelüschen ein eigenständiges politisches Profil hat, das nicht von ihrem Mann dominiert wird, besteht natürlich auch. (Ich erwarte mir allerdings von einer_m CDU-Minister_in sowieso keine großen Würfe und eher Klientelpolitik für die Oberschicht. Nur die Möglichkeit emanzipierter Frauen solltenicht ausgeschlossen werden…)
Na, es sagt doch aber auch keiner, dass die Politik Frau Grotelüschens von ihrem Mann inspiriert werde, denn es ist ja offenbar noch viel schlimmer: Sie selbst steckt drinn im Puetngeschäft.
Bei einem vorrigen Kommentar von mir steht noch immer….Dein Kommentar wartet auf Freischaltung.
Wieviele Tage dauert es denn so ? Ist schon 2 Tage her….
Oder was hat das zu bedeuten ?