Die Jugend von heute…

von Verena

… ist wohl gar nicht so „sexuell verwahrlost“, wie diverse Schlagzeilen in der jüngeren Vergangenheit behaupteten, freut sich Spiegel Online.

Der Anlass ist die aktuelle  Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „Jugendsexualität 2010“, in der Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren über Partnerschaft und Sexualität befragt wurden. Das Ergebnis: Die meisten Jugendlichen erleben ihr erstes Mal in einer festen Beziehung. Und nicht immer früher, sondern mittlerweile sogar später als noch vor fünf Jahren.

„Seit Mitte der neunziger Jahre ist die sexuelle Aktivität Jugendlicher fast unverändert und jetzt sogar rückläufig“,  erklärte BZgA-Leiterin Elisabeth Pott im Interview mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Ein ganz großer Teil der Jugendlichen hat in fester Partnerschaft und eben nur mit einem Partner sexuellen Kontakt. Jugendliche haben offenbar den Wunsch nach Beziehung, nach Partnerschaft. Es ist ein Hinweis auf das Verantwortungsgefühl und dass bei Jugendlichen auch Treue hoch im Kurs steht.

Auch Verhütung werde gewissenhafter betrieben als noch vor einigen Jahren, was auch durch die sinkenden Zahlen von Teenagerschwangerschaften und HIV-Infektionen bestätigt würde. „Das alles,“ erklärt Pott „widerlegt das Argument, dass Aufklärung zu einer Sexualisierung der Jugendlichen beitragen würde.“

Interessant sind die Ergebnisse hinsichtlich Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Von den knapp 3500 Befragten stammten etwa 1000 aus Migrantenfamilien, bei denen die Jungs früher sexuell aktiv würden als ihre deutschen Geschlechtsgenossen. Bei den Mädchen sei es aber genau umgekehrt, vor allem junge muslimische Türkinnen seien nur selten sexuell aktiv. Gar 69 Prozent halten Sex vor der Ehe für falsch. Eine Verhütungsberatung im Elternhaus fände eher selten statt, weswegen Schule, Frauenarzt oder für die Jungen vor allem auch das Internet zu den wichtigsten Informationsquellen würden, meint Pott.

Schön und Gut – während das allgemeine Echo jubiliert, fragt die taz sinnvollerweise nach dem Wahrheitsgehalt der Aussagen der Jugendlichen, die schließlich ’nur‘ befragt wurden. Und trotz allen aufklärenden Vertrauens in Familien, die wenigsten Eltern wissen um das erste Mal ihrer Kinder. Dazu passt dann auch der Artikel, den Spiegel Online relativ zeitnah veröffentlichte – Titel: Generation Geil




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 7. September 2010 um 9:23 Uhr unter Sex_ualität, Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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4 Kommentare

  1. access denied sagt:

    Bei muslimischen Mädchen liegt es wohl auch daran, dass teilweise die Väter/Brüder/Mütter und der Rest der Verwandtschaft eifersüchtig die Jungfräulichkeit ihrer Töchter bewachen. Das gilt zwar für eine Minderheit, ist aber so.

  2. Sven sagt:

    Vielleicht liegts auch an den Pubertierenden selbst. Wenn man sich diese Zeit anschaut (und an seine eigene zurück denkt) kommt doch jeder vernünftig denkende Mensch zur Erkenntnis, dass man selbst ziemlich arrogant und zickig war. Und wenn man sich noch daran erinnert, was man nicht alles erlogen hat, um zur Gruppe zu gehören, wird man merken, dass mehr Müll als Tatsachen erzählt wurden.

    Ich wette, in ein paar Wochen heisst es wieder, dass die Jugendlichen wieder verwahrlosen und sexuell total mies drauf sind. Und danach heisst es wieder, dass alles nicht so schlimm ist……na ja….irgendwie müssen Bücher und Nachrichten ja verkauft werden.

  3. Ariane sagt:

    Ist einfach nur die Erwartungshaltung. Als ich 15 war, war es einfach schick, nicht mehr Jungfrau zu sein, da wurde geflunkert wie man nur konnte. Man hat sich mit der Anzahl der Sexualpartner regelrecht überboten. Was man da alles erzählen würde…
    Und jetzt, als Mittzwanzigerin? Letzte Woche hatte ich einen Quickie mit einem Arbeitskollegen und am Wochenende einen ONS mit einer neuen Clubbekanntschaft. Werde ich davon meinem Umfeld erzählen? Wohl nicht, da gilt man schnell als Schlampe, bei entsprechenden Diskussionen reduziere ich meine Sexualpartner auf einen Drittel. Nicht weil ich mich selbst dafür schäme, aber weil es die gesellschaftliche Erwartungshaltung ist. So wären bei einer Befragung auch meine Angaben über die Vergangenheit falsch.
    Die „Studie“ kann einzig dazu dienen, die geänderten Erwartungen zu diskutieren, nicht das tatsächliche Sexualleben.

  4. merdeister sagt:

    Es gibt Männer, die drehen einen Sketch und vergessen, ihn mit Humor zu bestücken.