Die Frauen-Biographie-Forschung

von Barbara

(c) fembio.orgUnter dem etwas an Hormonverhütung erinnernden Namen “Fembio” hat die Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch eine großartige Datenbank über Frauen erstellt. In der sogenannten Großen FemBio-Datenbank finden sich Einträge über 30.000 bedeutende Frauen aller Epochen und Länder, die nach zahlreichen Kriterien durchsucht und verknüpft werden können. Seit 1982 wurden Daten gesammelt, täglich kommen neue hinzu. In der Online-Datenbank wurden 6880 dieser Frauenportraits erfasst. Dort findet man Informationen von A wie die Dichterin Rose Ausländer über die medica-mondiale-Gründerin Monika Hauser bis zur Politikerin Clara Zetkin.

Die Definition der Fembio im Originalton:

Eine FemBiographie unterscheidet sich von “herrkömmlichen” Biographien vor allem durch den feministischen Blickwinkel. Ein gewöhnliches Lexikon informiert nicht darüber, wie diese Frauen wirklich gelebt haben. Wenn z.B. große Frauen von Männern behindert, benachteiligt, mißbraucht, gequält oder gar ermordet wurden, so erfahren Sie das in anderen Quellen meist nicht. Wenn die Frauen lieber mit Frauen als mit Männern zusammen lebten, so wird das in der Regel “diskret” übergangen. In einer FemBiographie werden aber solche biographischen Fakten genau so wichtig genommen wie alle anderen.

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4 Kommentare zu “Die Frauen-Biographie-Forschung”

  1. Tobi schreibt:

    Wenn z.B. große Frauen von Männern behindert, benachteiligt, mißbraucht, gequält oder gar ermordet wurden, so erfahren Sie das in anderen Quellen meist nicht.

    Wird da auch festgehalten, wenn große Frauen von Männern geleitet, gefördert und unterstützt wurden?

  2. Die Michiko schreibt:

    … oder ob diese Frauen selber so lücklich darüber wären, als feministische Ikonen hochgehalten zu werden?
    Nicht jede Frau, die große Leistungen bringt, sieht sich deshalb gleich als vorreitering für ihre Sache.

  3. Susanne schreibt:

    @ Michiko: Es steht doch nirgendwo, dass die Frauen als “feministische Ikonen” hochgehalten werden, auf FemBio wird nur ein “feministischer Blickwinkel” (siehe Zitat) angewandt. Das ist zweierlei. Und auch wenn sich eine Frau selbst nicht als Vorreiterin sieht, kann sie das für andere Frauen sein - ein Vorbild.

    Ich verstehe deine Kritik ehrlich gesagt nicht.

  4. else schreibt:

    Es ist an sich egal, ob sich jemand, die/der “Großes” leistet, als Vorreiter/in für eine Sache sieht, sie/er wird es einfach!
    Was ich dämlich finde, ist, wenn Menschen sich bemüßigt sehen, sich von ihrer faktisch vorhandenen Vorreiterrolle abzugrenzen.

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