Die Frau der Zukunft

von Barbara

(c) hillaryclinton.com In der aktuellen Ausgabe der Zeit schreibt Patrik Schwarz über Hillary Clinton. Sie habe den Weg für eine Frau als Präsidentin der Vereinigten Staaten geebnet, und sei nun “nach Angela Merkel - zu einer der mächtigsten Frauen der Welt aufgestiegen”. Obwohl sie wohl die Wahlschlacht verloren habe, hätte das nicht daran gelegen, “dass Clinton eine Frau ist”. Im Wahlkampf hätte sie das eher unter den Tisch fallen lassen:

“Es ist das Bild, mit dem schon Golda Meir als israelische Ministerpräsidentin in den siebziger Jahren reüssierte und dem Margaret Thatcher schließlich in den achtziger Jahren zum ikonografischen Durchbruch verhalf: Als Eiserne Lady ist die Frau ein Mann unter Männer oder - wie es in diesen Fällen gern heißt - “der einzige Mann im Kabinett”. Dieser vermeintlichen Aufwertung liegt am Ende doch eine Geringschätzung zugrunde: Nicht als Frau, nur als Mann kann eine Frau in der Politik reüssieren.”

Dieses Problem kenne auch Angela Merkel, die ihr Frausein aber einfach hinter ihrer Position verschwinden ließ. Umso aufgeregter war dann die Öffentlichtkeit, als kürzlich über Merkels Dekolleté ihr Geschlecht wieder zutage trat. Merkel habe wie Clinton ihre Macht geborgt, die eine vom Übervater, die andere vom Ehemann. Und dann schließt der Artikel quasi geschlechterübergreifend:

“Sollte im Herbst Barack Obama ins Weiße Haus einziehen, wäre die Ironie perfekt. Wie man als Frau der Zukunft gewinnt, hätte dann ein Mann vorgemacht: weder als Opfer noch als Macho.”

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3 Kommentare zu “Die Frau der Zukunft”

  1. louise schreibt:

    es ist wirklich erschreckend wie einer Frau ihr Frausein vorgeworfen wird sobald sie einen “typisch männlichen” Beruf gewählt hat. Als wäre es schon irgendwie ok, dass wir mitmachen dürfen, nur wenn wir unsere wieblichkeit zeigen, dann ist das zu viel des Guten. Oder noch besser wir werden garnicht mehr ernst genommen.
    Aber ich habe wirklich keine Lust nur Erfolg haben zu dürfen wenn ich mich dem “männlichen Rollenklischee” beuge und nicht mehr Frau d.h Ich sein darf.

  2. Der Feminismus in der Falle des Zeitgeists | kopfzeiler.org schreibt:

    […] Kein Wunder, geht die erste Bundeskanzlerin der Republik doch so in ihrer Rolle auf, dass der weibliche Aspekt ihrer Karriere und Amtsführung verschwindet und sich so der Diskussion zu entziehen scheint. Auch […]

  3. spaß_versteherin schreibt:

    Ich gehe mal davon aus, dass das alles nur ein Durchgangsphänomen ist. Wenn Frauen zwar in den Männerdomänen ankommen aber immer noch mit dem Exotikfaktor behaftet sind (Oranger Fleck zwischen Dunkelblau bei ‘Familienphotos) ist es halt schwierig anders zu sein. Wenn es aber ein paar mehr farbige Flecken und ein paar mehr Dekoltees gibt, wird es auch die Presse irgendwann Leid sein, das immer wieder zu kommentieren.
    Mädels, ich zähl auf Euch!

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