Der tägliche Slutwalk

von Anna

Wie viele andere war auch ich am Samstag beim Slutwalk dabei. Über den Sinn der Slutwalks wurde und wird viel diskutiert. Was mich dabei besonders bestürzt und gleichzeitig wütend macht ist die Tatsache, dass einige anscheinend immer noch nicht verstanden haben oder verstehen wollen, worum es geht. Der Tenor dieser Diskutant_innen (oder auch Journalist_innen) ist, dass das ja alles gut und schön sei und sexuelle Übergriffe auch nicht okay und so, aber an und für sich, also, wenn man ganz ehrlich wäre und so… also an sich stimmt es doch schon, wenn eine Frau sich “schlampig” anziehe, dann bräuchte sie sich eben auch nicht zu wundern, wenn sie Aufmerksamkeit errege und vielleicht eben auch belästigt würde. Sicher, man wolle das nicht gut heißen und verteidigen, aber …

Eine genaue Defintion dessen, was “schlampig anziehen” sei, bleiben diese Menschen schuldig.

Nachdem ich einige dieser Diskussionen unter anderem bei twitter verfolgt habe, dachte ich, es ist mal an der Zeit festzuhalten, was Frauen (und alle, die sich als Frauen definieren) denn so an hatten, als sie sexuell belästigt wurden. Damit ein für alle Mal klar wird, dass es genau darum eben nicht geht. Es ist völlig egal, was jemand an hat, ob es vorher schon einen Flirt gegeben hat oder die Signale vielleicht “uneindeutig” waren. Sexuelle Belästigung und Vergewaltigungen passieren. Sie passieren aufgrund von mangelndem Respekt und nicht vorhandener Selbstbeherrschung. Sie passieren aufgrund der bestehenden Machtverhältnisse, aufgrund von verschrobenen Frauen- (und Männer-)bildern, sie passieren, weil es einfach zu viele Arschlöcher auf dieser Welt gibt. Die Kleidung der belästigten Person hat damit nichts zu tun!

Als ich das erste Mal ungefragt von einem Fremden berührt wurde (als zufällig getarnte Grabschereien in öffentlichen Verkehrsmitteln mal außer Acht gelassen) trug ich Jeans, Winterpulli, Jacke und Turnschuhe. Ich war wenn überhaupt, dann nur dezent geschminkt. Ein fremder Mann griff mir um Vorbeigehen an die Brust und lief danach weiter, als sei nichts geschehen.
Das zweite Mal ereignete sich ein paar Wochen später auf einer Party. Wieder trug ich Jeans und Turnschuhe, dazu ein T-Shirt. Ein betrunkener männlicher Gast betatschte im Vorbeigehen meinen Hintern. Ich war gerade in ein Gespräch vertieft und hatte ihn nicht einmal kommen sehen.

Ich habe diese zwei Episoden bisher kaum jemand erzählt. Den Partygrabscher habe ich später am Abend immerhin noch bei meinen Freunden “verpfiffen”, aber trotz besseren Wissens waren mir beide Geschichten anfänglich vor allem peinlich, später habe ich sie dann verdrängt und eigentlich auch vergessen. Als ich sie vorhin in verkürzter Form bei Twitter thematisierte, begannen auch andere Frauen von Übergriffen dieser Art zu berichten. Da ich mir nicht sicher bin, ob sie ihre Geschichten so prominent lesen möchten, gebe ich jedoch die entsprechenden Tweets jetzt nicht wieder.

Aber wir möchten euch ermutigen, eure Geschichten in den Kommentaren zu erzählen! Schreibt auf, was euch passiert ist und schreibt auch auf, was ihr an hattet. Wir müssen über diese Dinge reden und wir müssen vor allem darüber reden, dass es schon reicht, als Frau das Haus zu verlassen, um “irgendwie auch selber schuld” zu sein. Einfach eine Frau zu sein reicht aus, um “irgendwie selber schuld” zu sein.

Und deswegen werde ich auch nächstes Jahr wieder beim Slutwalk dabei sein.




Tags: , , ,

Eintrag geschrieben: Montag, 15. August 2011 um 17:06 Uhr unter Gewalt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



71 Kommentare

  1. Dorith sagt:

    Gute Idee, solche Geschichten mal zu sammeln.
    Die von dir beschriebenen Grabschereien im Bus kenne ich auch zu gut. Oder auch Männer, die sich im Bus bei einem am Po reiben.
    Mein krassestes Erlebnis war, als mir drei oder vier Männer entgegen kamen, von denen mir einer im Vorbeigehen zwischen die Beine gefasst hat. Ich habe rumgeschrieen, die vier haben gelacht und sind weiter gegangen. Getragen habe ich ein normales T-Shirt, nicht besonders eng, Jeans, flache Schuhe. Ich war ungeschminkt, meine Haare waren ungestylt und ich habe die Männer vor der Grabscherei nicht angeguckt.

  2. nina sagt:

    “Der Tenor dieser Diskutant_innen (oder auch Journalist_innen) ist, dass das ja alles gut und schön sei und sexuelle Übergriffe auch nicht okay und so, aber an und für sich, also, wenn man ganz ehrlich wäre und so… also an sich stimmt es doch schon, wenn eine Frau sich “schlampig” anziehe, dann bräuchte sie sich eben auch nicht zu wundern, wenn sie Aufmerksamkeit errege und vielleicht eben auch belästigt würde. Sicher, man wolle das nicht gut heißen und verteidigen, aber … ”

    Kannst du da mal was verlinken? Weil: ich empfinde den Pressetenor insgesamt eher wohlwollend (taz, Berliner Morgenpost, …) und die Kritik, die ich am Slutwalk in der Presse gelesen habe, hat zumindest eine andere Richtung als die von dir hier zusammengefasste.

  3. Julischka Kiss sagt:

    Ich bin mit einem Körper geboren, den jeder Sexualtäter gern begrabschen möchte. 1.82 groß, 75 E, runder Po. Ist nun mal so. Was würden mir diese Journalist*innen denn nun empfehlen??? und dann trage ich gerne Röcke, weil mir Hosen nämlich zu kurz sind. Ich war leider nicht beim Slutwork dabei. Aber gerne beim nächsten mal. Ich stelle übrigens jeden Grabscher lauthals zur Rede, so dass es alle mitbekommen. Dann wissen die Blödis wenigstens mal Bescheid :0) soli-grüße von Julischka

  4. xxx sagt:

    hallo, ich finde die idee von dokumentation und evtl. auch weiterer veröffentlichung sehr gut. ich weiß genau, das die kleidung bei belästigung und vergewaltigung überhaupt keine rolle spielt und ich hab den eindruck, dass sehr viele das völlig falsch einschätzen. auch beim slutwalk ging es ja eher darum, dass man nicht den frauen die “schlampig” aussehen an irgendwas die schuld geben sollte und das frauen das recht haben auszusehen wie sie wollen. dem stimme ich zu und das erachte ich auch als sehr wichtig, jedoch kam mir dabei ein wenig zu kurz, dass opfer von belästigungen und vergewaltigung oft gar keine minirockfans sind, sondern das es jede treffen kann. bei mir gab es mehrere situationen:
    das erste mal wurde mir von einem mann auf einem fest in dem dorf in dem ich damals lebte von hinten zwischen die beine gegriffen, als ich mich umdrehte stand dort eine gruppe männer. ich war verwirrt, eingeschüchtert und ängstlich. hab mich geschämt und einfach die knappe gehalten. ich war gerade 15. getragen habe ich eine jeans und ein t-shirt.
    kurz darauf wurde ich im urlaub vergewaltigt von einem jungen mann aus einer clique mit der ich mich im dort angefreundet und mehrere tage verbracht hatte. ich trug eine schlaghose, ein geringeltes t-shirt und hatte einen pullover um die hüften gebunden.
    als ich ca. 20 war wurde ich zusammen mit einer freundin in frankfurt im bus bespuckt, geschlagen und begrapscht von einer gruppe junger männer, weil wir einschritten als die gruppe auf einen anderen jugendlichen eindreschte. ich trug eine schwarze baggypants, einen kapuzenpullover und eine schwarze north face jacke. meine freundin sah ähnlich aus.
    das waren die gravierendsten erlebnisse. dumme sprüche und generve sind nicht mitaufgeführt.

  5. marisa sagt:

    ich stand in barcelona an einem öffentlichen telefon. es war nicht so eins in einer kabine, sondern offen. das telefon stand in einer seitenstraße in der kaum menschen waren und es war abends.

    ohne dass ich es gemerkt hatte (ich war in das gespräch vertieft), hatte sich von hinten ein typ genähert. mit einem schnellen schrift trat er in mein blickfeld. ich sah, dass er grade dabei war sich einen runterzuholen und in dem moment wo er meine aufmerksamkeit hatte ejakulierte er…

    getragen habe ich eine lange jeans, einen wollpullover und eine jacke (es war winter)!

    und hätte ich minirock und top getragen wäre er immer noch ein arschloch!!

  6. Anna sagt:

    1. Besonders übel war dieser Exhibitionist, der sich vor die Wiese gestellt hatte, auf der ich gegen sieben Uhr abends im Sommer mit meinem zweijährigen Sohn saß, während hinter ihm ein Jogger vorüber lief und weiter hinten Leute auf der Bank saßen, keine fünf Meter hinter ihm! (Ich trug rein gar kein sexy Outfit, weil noch ziemlich kaputt vom Brüten.) Das war echt übel. Die Polizei kam zu spät.
    2. Geschichte: Ich bin im Winter gegen acht Uhr abends in dunklem, dicken Anorak, dunkler Hose, zum Dutt hochgedrehtem Haar um die Ecke zum Spätkauf gegangen. Also völlig eingepackt!!! Da bemerke ich, daß jemand hinter mir her läuft. Wohl bemerkt! Mitten auf der Straße! (aber es war niemand sonst zu sehen) Ich hatte ein mulmiges Gefühl, blieb stehen, und im nächsten Moment höre ich ein Geräusch direkt hinter mir, ich drehe mich um (zum Glück!) der Typ bekommt bloß den Stoff meiner Jacke an den Schulter zu fassen und grunzt: “Ich will dich!” Ich habe ihm in die Eier getreten. Er ist weggetorkelt. Die Polizei meinte, daß ich ihn wohl gut getroffen habe, weil mir auch aufgefallen ist, daß er gar nicht nach Alkohol gestunken hat – dicht genug war er ja.
    3. Inzwischen trete ich in Clubs jedem volle Elle ans Schienbein, der mir im Vorübergehen (auch schon mal mitten im Gespräch mit Freunden) an den Hintern grapscht. (Falls ich ihn erwische.) Die sind bisher immer dermaßen perplex gewesen, daß mich noch keiner danach angegriffen hat. Ich weiß mir halt nicht anders zu helfen. Außerdem geht es mir danach etwas besser. Ein kleiner Trost.

  7. Anna sagt:

    @Nina
    Ich hab leider gerade keine links parat, aber Interviews beim Slutwalk selber mitbekommen, deren Fragen genau in diese Richtung zielten. Eines davon war mit ARD Mikro, ich weiß aber leider nicht, für welche Sendung genau.

  8. Simona sagt:

    um ehrlich zu sein, möchte ich mir gar nicht die mühe machen und mich dem stress aussetzen, meine erfahrungen mit sexualisierter gewalt erneut zu durchleben, um den von dir oben beschriebenen leuten auf die sprünge zu helfen.

    bei menschen, die so denken, liegt ein sehr grundlegendes missverständnis von respekt, menschenwürde und dem ganzen tollen kram aus unserem grundgesetz vor. ob sie dabei selbst ‘opfer’ der umstände sind oder einfach nur ignorant und dumm, kann ich nicht beurteilen.
    so oder so: ihre einstellung schützt und stützt täter und ist für betroffene (und ich meine dabei genau so diejenigen, die sich nicht schlampig, was auch immer das sein mag, anziehen) unglaublich verletzend.

    würde ich jetzt meine geschichte erzählen und dabei darauf hinweisen, dass ich in keinem der fälle minirock und riesendekolleté trug, käme ich mir ja fast schon wieder vor, als müsste ich mich rechtfertigen und eine (mit)schuld zurückweisen.

    verdammt:
    ich zieh an was ich will, und ich bin wie ich will.
    sexuelle handlungen können nur im konsens zustandekommen.
    nein heißt nein.
    und kein nein heißt noch lange kein ja.

  9. Magda sagt:

    Zum Thema alltägliche Belästigung gibt es die Initiative Hollaback!, wo mensch ebenfalls Geschichten mit anderen Menschen teilen kann: in Deutschland gibt es Hollaback! Berlin und Hollaback! Dortmund. Mit Hollaback! Berlin haben wir auf der Mädchenmannschaft auch mal ein Interview gemacht.

  10. Hannah sagt:

    erst vor ein paar tagen beim weggehen hat mir ein ekelhafter typ unter den rock gefasst. der rock war nicht kurz und ich habe eine dicke strumpfhose dazu getragen. als reaktion hat er allerdings bekommen, was er verdient hat! haha! ich hab ihn erst mal mega geschupst und dabei den halben club zusammen gebrüllt und ein riesen-theater gemacht, haben alle mitbekommen. :)
    der blödmann überlegt sich das hoffentlich beim nächsten mal nochmal!!!

    ein anderes mal hat mir bei einem konzert ein typ von hinten zwischen die beine, in den schritt gefasst, mega widerlich!!! als ich mich umgedreht habe, standen da 5 lachende typen, keine ahnung welcher das war…
    achja, ich habe eine jeans (nicht eng) und ein tshirt getragen.

  11. namename sagt:

    ich wurde schon 2x nachts von einem mann nach hause verfolgt. ich bin mir relativ sicher, dass ich nicht “aufreizend” angezogen war und schminken tue ich mich eh nie. das eine mal musste ich einen vorbeilaufenden mann fragen, ob er mich nach hause begleiten kann, weil ich angst habe, das andere mal habe ich erfolglos versucht nett aber abweisend zu wirken aus angst vor einem körperlichen übergriff. das zweite mal sagte mir ein männlicher freund dann hinterher, ich sei ja selbst schuld, ich hätte dem typen deutlicher sagen sollen, dass er weggehn soll?!!
    ich gehe trotzdem noch nachts alleine nach hause aber wenn jemand zu dicht hinter mir geht, oder ein paar mal mit mir zusammen abbiegt, dann kriege ich angst. ich wünschte der oben erwähnte freund und andere menschen die ähnlich denken würden mal sowas wie vergewaltigungsangst spüren können.

  12. Nebenwirkungen sagt:

    Hi Leute,
    mir ist erst kürzlich (einen Tag vor dem SlutWalk) das hier passiert, was ich sofort danach bei facebook veröffentlicht habe: “Wurde gerade sexuell belästigt und bin total ausgerastet. So n fetter alter Sack rollt ne Weile mit seinem Fahrrad hinter mir her und stellt sich in den Weg und sagt: “Na kleines süßes Mäuschen, soll ichs dir besorgen?” Wer bin ich denn?! Ich hatte weder was megaenges oder wenig an noch sonstwie. Aber selbst wenn ich das hätte und der Typ aussähe wie Brad Pitt – wie kann so ein geiles Megaarschloch sowas ablassen?! Kleine Frage an die Frauen und Männer da draußen, die sich sowas schonmal geben lassen mussten (am Bahnhof, nach der Disse in der Altstadt, in ner Seitenstraße, auf der Arbeit etc.) – WIE REAGIERT IHR?”
    Ich wollte das teilen, ich wollte vor allem hören, was andere in der Sitation machen. Es kamen sehr schnell sehr viele Reaktionen: Sie wollten trösten, mitschimpfen, Ekel ausdrücken. Aber niemand (!) hat zugegeben, dass ihr (ihm) sowas selber schon passiert ist. Niemand wollte teilen, wie sie/er reagiert auf sowas. Ich habe zwar zwei private Nachrichten erhalten, in denen mir erzählt wurde, was den Personen auch schon widerfahren ist, aber auch hier: Keine Antwort auf meine eigentliche Frage.
    Und ich glaube das stellt ganz gut das Problem vieler belästigter Frauen dar:
    Sie haben keine Stimme, sie wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Klar, man ist zu perplex, geschockt von sexuellen Übergriffen (ob verbal oder physisch). Aber untereinander sollte man doch versuchen Worte dafür zu finden. Aber selbst bei solchen Gelegenheiten, wenn schonmal jemand damit anfängt, entwickelt es sich nicht zu einer Diskussion darüber. Es bleibt nach aller Empörung bei dem, was es ausgelöst hat: Schock, Starre, Defensive, Opferrolle.
    Davon müssen wir alle weg kommen, uns wehren. In dem Sinne sind SlutWalks eine feine, wichtige Sache.

  13. Melba sagt:

    Leider muss ich auch zugeben, dass mir in solchen Situationen nie etwas besseres eingefallen ist, als schleunigst die Flucht zu ergreifen.
    Nur selten ist es mir noch kurz danach gelungen irgendetwas zu rufen, wie “Lass mich in Ruhe, Arschloch!”

    Zum Glück war ich schon länger in keiner so unangenehmen Situation mehr, hoffe aber zumindest, dass ich mittlerweile selbstbewusster reagieren und mich besser zur Wehr setzen würde, aber wer weiß….
    Manchmal ist der Schock doch einfach zu groß.

    Schade, dass viele (mich eingeschlossen) erst einmal ein gewisses Lebensalter erreichen müssen, bevor sie angemessen auf Belästigungen reagieren und mit ihnen umgehen können.

  14. Lisa sagt:

    Ich wurde eigentlich hauptsächlich sexuell belästigt, als ich noch deutlich körperlich ein junges Mädchen, respektive ein kleines Kind, war. Vergewaltigungsversuche inklusive. Damals habe ich durch schlabbrige, dunkle Kleidung eher versucht mich unsichtbar zu machen, von Miniröcke oder Schminke wollte ich als Teenager nichts wissen. Doch ich war zum Glück schon immer laut, tobend und wehrhaft. Zwar hat man auch versucht, mich auf braves kleines Mädchen zu trimmen, aber ich habe stets erfahren, dass es IMMER besser ist, um sich zu schlagen, wenn jemand dich in irgendeiner Weise angreift. Und so halte ich das auch noch heute (@ Nebenwirkungen). Blöde Sprüche kann man kontern oder ignorieren, aber sobald irgendjemand Hand an mich legt, geht es dem- oder derjenigen an den Kragen, gleichgültig, ob ich wegen Körperverletzung angezeigt werden kann, oder nicht, ich selbst greife nie als erste an. Das hat aber bisher noch nie jemand getan. Zum einen wird das sowieso immer heimlich und mit Überraschungsangriff gemacht, sodass bei Entdeckung der Täter eh abhaut, oder niemand will sich eingestehen von einer Frau verkloppt worden zu sein (nun ja, es ist ja nicht so, dass ich Angreifer krankenhausreif schlage; nein, ein heftiger Schlag reicht).
    Seit ich sichtbar erwachsen bin, sind die Übergriffe deutlich zurück gegangen. Das Erwachsenenalter hat mich mit einer für Frauen eher tiefen Stimme, einer kräftigen Statur und einem stechenden Blick ausgestattet. Ich bin davon überzeugt, dass das alles dabei hilft, dass Blödmänner es sich noch einmal überlegen, bevor sie in Erwägung ziehen, mich dumm anzumachen. Das ist mein Glück, aber nicht alle Frauen können sich mit amazonenhaften Aussehen Respekt verschaffen. Ich denke, dass da der Hund begraben liegt: nicht das Aussehen ist entscheidend, sondern das Bedürfnis, scheinbar schwächere nieder zu machen, um das eigene Ego zu pushen. Und da Frauen meistens körperlich schwächer sind als Männer, sind sie das bevorzugte Opfer.

  15. Andreas sagt:

    ..eine Sache gefaellt mir an dieser Stelle nicht: die individuelle Perspektive unterschlaegt, dass das Problem nicht das maennliche Testosteron ist, oder die Schlechtigkeit der Maenner per se, sondern das gesellschaftliche Machtgefaelle, solche Uebergriffe sind moeglich, weil Maenner die Macht haben sie als ‘Kavaliersdelikte’ zu praesentieren. Will sagen: haetten Frauen diese Macht, würden diese Uebergriffe von Frauen begangen. Als jemand der zumal im Sommer gern im Park ‘halbnackt’ (Badehose) liegt und dann oft ziemlich, sagen wir ‘südlaendisch’ wirkt, kann ich an dieser Stelle sagen, dass zumindest ‘ungebuehrliches ‘ Verhalten von, fast immer weissen deutschen Frauen mir gegenueber nicht ganz selten ist, ich sage nicht dass dies vergleichbar waere, aber es handelt sich um provokant-nahes Vorbeigehen und hierbei spoettisches Lachen, obwohl der Park *gross* ist, minutenlanges Starren oder Kichern mit Freundinnen in kurzer Entfernung, demonstratives Ballspielen-direkt-hinter mir mit Kind, immer von diesem Starren begleitet. Je angezogener die anderen sind und je weniger angezogen ich, desto ausgepraegter all das. Sicherlich, all das ist nur nervig, nicht physisch, eher unterschwellig, aber ich habe mich schon oft degradiert gefuehlt in diesen Momenten, natuerlich auf subtile Art.

  16. alex sagt:

    @Lisa:

    “Und da Frauen meistens körperlich schwächer sind als Männer, sind sie das bevorzugte Opfer.”

    hm… wenn ich jetzt mit den fingern in ein männerauge drücke werde ich vergleichsweise feststellen, dass das frauenauge “schwächer” ist? selbiges gilt für solarplexus, das trommelfell und die nase… ok, bei einem tritt zwischen die beine sind männer definitiv empfindlicher als frauen…

    ich denke, der unterschied ist nicht so sehr, dass männer und frauen unterschiedlich “stark” bzgl der muskelmasse sind, sondern dass frauen “schwach” erzogen werden.

  17. alex sagt:

    @andreas:

    das find ich absolut vergleichbar!

    auch nichts anderes, als wenn ein ER demonstrativ um meine badedecke und damit um mich herum joggt, mich dabei angafft (oh halt, mich ist wohl falsch, meine brüste ist wohl treffender) und mich aggressiv angeht, er könne überall laufen, nachdem ich ihn gebeten hatte, doch ein paar meter weiter weg zu laufen… auf einer großen wiese auf der nur ich und ca. 100 meter weit entfernt sein kleiner bub unterwegs waren, also genug platz für eine alternative laufstrecke, musste dieser mann unbedingt genau um meine decke herum laufen – allerdings nur so lange, bis ich mir ein t-shirt angezogen habe.

  18. Heike sagt:

    Ich war 19 – trug burschikose Kleidung – weites Sweatshirt, Jeans, Boots. Ich wollte mich mit einer Freundin unterhalten und saß mit ihr vor der Disco auf einer Mauer. Kommen zwei angetrunkene Typen auf uns zu, grabschen uns ans Knie mit dem supercoolen Anmachspruch in der Art: „Na ihr zwei – was macht ihr hier so ganz alleine?!“ Meine Freundin war einfach nur verängstigt, hat sich nicht gerührt – ich, mit drei Brüdern aufgewachsen, hab klar gesagt: „Finger weg sonst setzt‘s was!“ Da ist mein Grabscher erst richtig in Fahrt gekommen – der Kerl ließ sich verbal nicht abwimmeln – also hat er was aufs Maul gekriegt. Doch selbst nachdem er zu Boden gegangen war, hat er sich immer wieder aufgerappelt und uns nicht in Ruhe gelassen – ich hatte einfach nur die Schnauze voll und hab so lange getreten und geschlagen, bis sich die Zwei auf allen Vieren davongetrollt haben. Wenn die aber nüchtern gewesen wären, hätte ich wahrscheinlich alt ausgesehen.

    Beim Trampen am helllichten Tag auf einer viel befahrenen Bundesstraße hat mal einer seinen Penis rausgeholt und munter drauf losgewichst, Typ Geschäftsmann mit Anzug und Krawatte. Ich habe das gar nicht gleich gemerkt, weil ich aus dem Fenster und nicht auf seinen Hosenstall geguckt habe. Ich habe nur gebrüllt, dass er sofort anhalten soll. Aber er dachte gar nicht daran. Also habe ich bei voller Fahrt die Tür aufgerissen und er hat ne Vollbremsung hingelegt – ich raus aus dem Auto – er mit quietschenden Reifen weiter. Ich hatte mir immer vorgenommen, mir das Kennzeichen und die Automarke beim Einsteigen einzuprägen, aber da war alles vergessen. Ich stand in der Pampa und bin 10 km nach Hause gelaufen, ab da war mit Trampen für mich Schluss. Ach ja, ich war wie immer ungeschminkt, mit Jeans, weitem Pulli und Boots unterwegs.

    Mein Tipp: wenn einer dich angrabscht und Menschen in Sichtweite sind, brüll es so laut du kannst, was der Kerl grad gemacht hat. Ist niemand in der Nähe schrei „Feuer – es brennt“, dann reagieren die Leute schneller, als wenn du sonst was schreist.

  19. Andreas sagt:

    nun, ich denke die im Durchschnitt bestehende Differenz in der koerperlichen Staerke bzw. eine fraglos bestehende groessere (anerzogene oder hierauf gruendende) Gewaltlatenz von Maennern macht die Faelle nicht ganz vergleichbar, ich habe auch noch nie, wirklich noch nie, einen sexuellen koerperlichen Uebergriff einer Frau auf mich erlebt. Maenner die aus unerfindlichen Gruenden in Parks um mich herumscharwenzeln, auch das kommt vor, wirken auch auf mich ungleich bedrohlicher als das, wenn auch nervige, Geschilderte, es gibt zweifellos so etwas wie ein physisches Gewaltgefaelle zwischen Maennern und Frauen in dieser Gesellschaft, immer im vielgeliebten Durchschnitt betrachtet und ohne allzuviele biologische/biologistische Argumente zu bemuehen.

  20. palü sagt:

    1. das übliche: “zufälliges” gegrapsche in der straßenbahn, hinterhergepfeife, nötigung (“ach komm, mädchen, du kannst mich doch jetzt nicht hängenlassen!”). und nein, ich habe das alles damals definitiv nicht als grenzüberschreitendes täterverhalten wahrgenommen, sondern den fehler bei mir gesucht. die tatsache, dass ich keinen fehler begangen hatte, hat mir den eindruck gegeben, die situation nicht wirklich erfasst zu haben – was ja wohl in gewisser weise auch so war. ich werde mal mehr, mal weniger sexy angezogen gewesen sein.
    2. ich bin mal, so mit 14, mit mehreren freundinnen auf einem fußweg langgegangen. wir sahen definitiv nicht sexy aus: jeans, t-shirts, halbschuhe. ein uns entgegenkommender mann fasste einer freundin an die brust. sie war fassungslos und lachte entgeistert. auch so eine reaktion der hilflosigkeit, für die man sich später zusätzlich hasst, was die ganze schuldproblematik natürlich nicht einfacher macht.
    3. meine über 80-jährige großtante geht im wald für kleine mädchen und ihr wird von hinten zwischen die beine gefasst. sie hat empört etwas gerufen, konnte aber in der situation auch nicht mehr ausrichten. und nein, sie war auch nicht aufreizend angezogen.
    4. familienlegende: meine ururgroßmutter läuft durch den wald von einem dorf zum anderen, ein exhibitionist springt aus dem gebüsch. er treibt schon länger sein unwesen in der gegend (so der originalton der legende). als er ihr entgegentritt, faltet sie ihn im breiten dialekt zusammen, er sei ein lächerliches männchen und solle abhauen etc. angeblich ist er nie wieder nackt gesehen worden – das halte ich für ein märchen. ihre wehrhaftigkeit und das ereignis wurden immer wieder erzählt, allerdings dabei etwas lächerlich gemacht. aber vielleicht haben die erzählenden damen einfach keine anderen worte und tonfälle dafür gehabt. zumindest ist der tenor bei mir angekommen. ach ja, meine ururgroßmutter trug auch keine miniröcke und tiefe dekolletes, besonders im wald nicht.

  21. Andreas sagt:

    btw. um noch kurz auf der Biofraktion herumzuhacken: mit-Badehose-im Park-liegen obwohl es nicht 35 Grad sondern nur, sagen wir 23 sind, wird von einigen Vertretern der law-and-order-Bioszene (aber nicht nur dieser) offenbar als forcierter Exhibitionismus und exakt DESHALB als Einladung zum Starren und Kichern verstanden, ich habe das immer als vor allem ziemlich *deutsches* Verhalten empfunden, ich kann sehr gut bei JEDER Temperatur in Badehose im Park liegen, wann immer und wo immer es mir passt.

  22. Sina sagt:

    Ich dachte wirklich ziemlich lange, das übergriffiges Verhalten normal sei.
    Als ich in der achten Klasse war, haben die “Jungs” den “Mädchen” zum Spaß die BH-Verschlüsse aufgemacht. Zum Teil ziemlich nachdrücklich. Andauernd und alle haben gelacht. Ich nicht. Ich hab zugeschlagen.
    Ich sah schon mit 14 ziemlich erwachsen aus und habe meistens knappe Klamotten getragen. Meine Eltern haben mir beigebracht, dass es nicht meine Verantwortung ist unauffällig zu sein, sondern die Aufgabe der anderen, meine Grenzen zu respektieren. Leider hat das den anderen in der Schule niemand gesagt. Und auch später den Gästen in den Kneipen nicht, in denen ich ab 16 gearbeitet habe. Wenn du hinter der Theke stehst, bist du Freiwild. Ich hatte endlose Diskussionen mit meinem Chef, wenn ich Gäste angeschrien habe, weil sie mich angetatscht haben. Das ist praktisch bei jeder Schicht passiert und wurde als Berufsrisiko betrachtet. Von mir dann auch irgendwann.
    Es war in der Kneipe ziemlich egal, was ich an hatte, ich war die Frau, die da nicht weg konnte. Bei kurzen Röcken gabs mehr beschissene Kommentare und mehr Trinkgeld. Gegrapscht wurde auch bei Jeans und Turnschuhen. Wenn ich auf dem Nachhauseweg mit Typen konfrontiert wurde die mich angepackt haben, habe ich immer geschrien und zugeschlagen auch. Egal wie groß die waren. Ich wollte dann wenigstens Gegnerin sein, kein Opfer.
    Für mich war das lange irgendwie Alltag. Ich mochte meinen Job trotzdem und bin auch weiter nachts und früh morgens nach Hause gegangen. Mit Mini und mit Baggypants. Den Unterschied macht nicht was du an hast, sondern was der Andere meint wer stärker ist…

  23. Timo sagt:

    Gebe Dir in der Sache vollkommen recht, aber geht es eben nicht darum dass es völlig egal ist was Du an hattest? Du schreibst, dass Du “unauffällig” gekleidet warst, aber eben diese Information sollte ja völlig irrelevant sein.

  24. nele sagt:

    ich hoffe sehr, dass es nicht ein jahr bis zum nächsten dauert und das dies eine bewegung wird, die regelmäßig weiter provoziert, denn dieser aufruhr war wichtig und wenn der aufschrei wieder verpufft, dann verpuffen die anliegen mit. ich hoffe sehr, dass wir alle das nicht zulassen. nuttz den sommer zum streetarten, stenciln, kreiden etc. :-)

  25. Iris_Chant sagt:

    Hallo,
    vor allem im Alter von 12-19 Jahren habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht, von Fremden begrabscht zu werden.
    Auf der Kirmes wurde mir von einem entfernt Bekannten an die Brust gegriffen.
    Mit 14, auf dem Heimweg von der Schule mit einer Freundin überholte uns eine Gruppe älterer Jugendlicher und einer griff mir an den Hintern.
    So ähnlich noch einmal, als ich mit 19 von der Arbeit mit dem Fahrrad zum Bahnhof gefahren bin. Ich musste an einer Baustelle absteigen, einer von 2 Jugendlichen meines Alters hat seine Finger nicht bei sich gelassen.

    Außer körperlicher Belästigung gab es auch öfter Belästigungen aus dem Auto heraus – Hupen – Blöde Sprüche rufen – – beim Vorbeigehen mit der Zunge schnalzen, Aufmerksamkeit erregen, meist in Gruppen. in solchen Situationen rechne ich immer damit, dass diese Leute einen Schritt weiter gehen.

    Mit der Zeit entwickelt frau ein Gespür, wann sie in eine brenzlige Situation kommt und mit sexueller Belästigung rechnen kann. Bei den letzten 2 Begebenheiten spürte ich schon vorher, dass da gleich etwas kommt. Da “die anderen” immer in der Überzahl waren – und aus Scham – habe ich meistens so getan, als wäre nichts. Heute würde ich eher mal zuschlagen und schreien – aber garantieren kann ich das nicht, da ich die eigene Sicherheit in solchen Situationen bedenken muss.

    Zuletzt: Ich war immer in Jeans und T-Shirt gekleidet, wenn ich begrabscht wurde.

  26. Nicole sagt:

    Puh, wenn ich die ganzen Geschichten hier lese, wird mir ganz anders.
    Das letzte Mal, das ich so eine Situation erlebt habe, war in einer Disco. Ein Typ hat meiner Freundin von hinten an den Po gefasst. Sie hat nichts gemacht, wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Ich hab ihn zusammengebrüllt und hätte beinahe richtig zugeschlagen, als er dann auch noch gelacht hat… Noch bei der Erinnerung kocht die Wut in mir hoch…
    Die “richtige” Reaktion ist aber wirklich eine wichtige Frage. Ich frage mich z.B., wenn ich in der obigen Situation zugeschlagen hätte, hätte der Typ mich wg. Körperverletzung anzeigen können und dann womöglich noch Recht bekommen? So nach dem Motto: So ein bißchen grapschen ist kein Grund zum ausrasten?? So eine Denkweise macht mir Angst… Weiß da jemand von euch, ob sowas schon mal vorgekommen ist??

    Abgesehen davon ist es, glaub ich, nochmal wichtig zu erwähnen, das es egal ist, was man anhat. Genau darum ging dir ja wahrscheinlich auch, Anna.
    Meine Freundin war in der geschilderten Sitution sexy gekleidet, aber das gibt dem Typen ja nicht das Recht… ihr wisst schon…
    Ich glaub, das ist wohl einer der Gründe, warum ich nicht mehr gerne in “Hetero-Discos” gehe. Ohne das pauschalisieren zu wollen, ist es dort einfach oft richtig unangenehm. Und ich will ja auch keine Männer kennenlernen :)

  27. Dani sagt:

    Das erste Mal als 12-jährige auf einer Bank mitten in der Stadt, wartend darauf, dass der Uhrmacher meine Uhr repariert. Outfit: Jeans, Tshirt, Sandalen.Make-up: zero. “Täter”: ein nur wenige Jahre älterer Junge, der immer wieder auffällt in unsere Stadt, aber nie “genug” macht um wirklich gegen ihn vorzugehen.

    Das zweite mal auf einer Party mit ca 16 Jahren. Outfit: weite Cargo Pants, Top, mit leichtem Auschnitt. Make-up: normal, etwas Rouge, etwas Tusche, fertig. Schien aber nicht interessant zu sein, er hat nur den Arsch gegrapscht.
    Solche Situationen passieren seitdem alle paar Monate mal.

    Auf der Arbeit werde ich nicht angefasst, aber verbal belästigt und beäugt. Anscheinend stehen einige Männer auf nur halb so alte Kellnerinnen und hören auch nicht auf, wenn man ihnen Desintersse deutlich macht. Kleidung: Jenas und Shirt, manchmal auch Rock und Leggings oder Chinos statt Jeans, manchmal ein Longsleeve. Und eine lange Schürze. Make-up wie oben. Oder gar keins.

    Nachts auf dem Heimweg von der Arbeit. Jedes Mal Sprüche. Outfit: siehe oben, plus Jacke (Mantel, Schal, Mütze), je nachdem wie warm/kalt es ist.

    Eine Freundin wurde von einem Bekannten der Familie angegrapscht, als sie in Unterwäsche frühstückte, sie wusste nicht, dass ihre Mutter ihn gebeten hatte irgendwas im Haus zu reparieren und er bereits im Haus war. Sie schmeißt ihn raus, ruft ihre Mutter an und sie sagt “das hast du bestimmt falsch verstanden, ich kenne ihn schon mein Leben lang. Mach dir keine Sorgen, morgen bin ich zu Hause. Ich red mal mit ihm, vielleicht entschuldigt er sich ja.” er sagt, es war nicht so gemeint, sie hat alpträume von seinen blicken, die Mutter hat sich bei ihm (!) entschuldigt, dass sie den Kontakt verweigert.

    Und das ist nur ein kleiner Teil und kommt mir komischerweise (bis auf die letzte Geschichte) nicht mal unnormal vor. Irgendwie lernt man sich als Frau ja daran zu gewöhnen…
    Aber ich habe kein Problem damit das so öffentlich zu machen, Männer und alle, die so wenig Verständnis haben, sollen ruhig ein bisschen für den weiblichen Alltag sensibilisiert werden.

  28. Andreas sagt:

    btw. auch ich fuehl(t)e mich eigentlich immer unwohl in ‘Hetero-Discos’, es gibt nichts duemmeres und unzivilisierteres als das.

  29. Andreas sagt:

    wie mir gerade einfaellt, gab ein heterosexueller Freund von mir vor laengerem an, es sei in ‘Amsterdamer Discos’ ‘normal’ bzw. sogar erwuenscht, Frauen zu begrapschen (Brueste etc.), er stufte das als sehr positiven Umstand ein, ich konnte es nicht ganz glauben. Hat jemand Erfahrungen mit diesen angeblich ‘kulturellen Determinanten’, immerhin gilt Amsterdam ja noch immer als ‘progressives’ Pflaster, aber moeglicherweise sind hier dialektische Prozesse am Werke..

  30. Inga Wocker sagt:

    meine Erfahrung ist, dass dein ganzes Umfeld, nicht nur Männer, sondern eben auch Frauen (Mütter, Freundinnen, etc.) dir signalisieren, dass du die Situation sicher missverstanden hast, dass alles halb so schlimm und gar nicht so gemeint gewesen ist, dass du übertreibst, nicht so empfindlich sein sollst, bis du schließlich selbst an deiner Wahrnehmung zweifelst, verharmlost, beiseite schiebst und dich an diese “Normalität” zu gewöhnen versuchst. Ich bin phasenweise irre dabei geworden. Ich habe ohnehin nie groß darüber gesprochen, andeutungsweise, vielleicht mal als Scherz oder verpackt in einer Geschichte, damit ich mich im Zweifelsfall dahinter verstecken kann, ist ja nur eine Geschichte. Aber in Ordnung kann das nicht sein, soviel ist klar.

  31. [...] SlutWalk ist aber: merken, dass da noch soviel scheiß Welt übrig ist. Nach dem SlutWalk kommt der tägliche SlutWalk und der findet leider nicht mit 200-3000 tollen Menschen statt. Nach dem SlutWalk ist [...]

  32. [...] von der Mädchenmannschaft hat heute etwas über den „täglichen Slutwalk“ geschrieben – und innerhalb weniger Stunden haben daraufhin zahlreiche Menschen über ihre [...]

  33. Sina sagt:

    @Nicole
    Also ich hab mit Zuschlagen, Treten, Kratzen, Beißen, Schreien, egal was, gute Erfahrungen gemacht. Angezeigt hat mich einmal einer, dem hab ich das Nasenbein gebrochen, nachdem er mich in der U-Bahn bedrängt hat. Erstaunlich wie sicher der sich fühlte, da waren überall Kameras. Die Polizisten haben ihn ausgelacht und ihn gefragt was er denn erwartet hat. Der Staatsanwalt hat die Anklage fallen gelassen. Ich hab ihn nicht angezeigt, der hatte sein Fett weg.
    Wenn Dich jemand anfasst, und Du das nicht willst, darfst Du solange Gewalt anwenden, bis er/sie damit endgültig aufhört. Das nennt sich Notwehr. Als vermeintlich Schwächere hast Du sogar den Vorteil, dass es schwer wird Dir vorzuwerfen, dass Du nicht Verhältnismäßig gehandelt hast. Woher solltest Du denn wissen, dass der nicht weiter macht? Mal davon abgesehen, dass es nicht zu einer Demonstration männlicher Macht passt, eins in die Fresse zu kriegen.
    Zuschlagen muss mensch lernen. Das kann niemand von alleine.
    Macht Selbstverteidigungskurse! Da werdet ihr dutzende Frauen treffen, denen ähnliches passiert ist. Und nehmt eure Mütter, Schwestern, Freundinnen, Kolleginnen, Nachbarinnen mit. Schenkt sie euren Kindern, Enkeln, Nichten und Patenkindern bevor Belästigung auch für sie zum Alltag wird.

  34. Ynnoka sagt:

    Es war vor 2 Wochen beim Geburtstag meiner 81-jährigen Mutter. Zum Abschied hat mich der sabbernde Freund meiner Mutter plötzlich auf den MUND geküsst. Ich war so perplex, dass ich weder etwas tun noch sagen konnte. Und die ganze Familie schaute zu und sagte ebenfalls nichts.

    Ich bin 50. Ich bin lesbisch. Das wissen alle.

    Und es hört nie auf.

    Besonders perfide: Nein, kein fremder Mann, sondern einer aus der Familie.

    Ich will ihn nie wieder sehen.

    Und das Essen habe zur Hälfte ich bezahlt. Für alle.

  35. RheinPirat sagt:

    also an sich stimmt es doch schon, wenn eine Frau sich “schlampig” anziehe, dann bräuchte sie sich eben auch nicht zu wundern, wenn sie Aufmerksamkeit errege und vielleicht eben auch belästigt würde.

    hmm, klar, in der Logik bin ich auch selbst schuld, …
    … dass mein Auto zerkratzt wird, wenn ich es frisch poliert auf der Straße parke!
    … dass meine Äpfel geklaut werden, wenn ich sie in die Auslagen meines Ladens lege!
    … dass mein Vorgarten von Kötern zugeschi**en wird, wenn ich dort Rasen säe!

    Ich kann mich nicht erinnern, dass die uns (Frauen, Männern, lgbt) grundgesetzlich garantierte Unversehrbarkeit an Bedingungen wie konsensfähige Kleidung oder als züchtig empfundenes Verhalten (von wem überhaupt?) geknüpft wäre.

    Aber vielleicht hab ich auch nur ne veraltete Fassung im Regal stehen und die “Journalistinnen” sind total dicht am Puls der Zeit!?

    Grüße vom Rhein
    RheinPirat

  36. [...] sogar bedrohlicher als das. Der Alltag ist leider noch immer alles andere als sicher (siehe auch Artikel und Kommentare bei der Mädchenmannschaft) – und die SlutWalks somit alles andere als [...]

  37. Bella Berlin sagt:

    Ich verstehe diese Debatte ehrlich gesagt nicht. Es ist egal, was frau anhat. Jetzt Beispiele zu sammeln, bei denen Frauen im Norwegerpulli sexuelle Übergriffe erlebt haben, entkräftet die Sexy=Opfer-Theorie nicht, sondern strickt sie meines Erachtens weiter, weil sie sich weiterhin von diesem Kleidungs-Argument ablenken lässt. Wie sagte der Moderator von ttt so treffend: Es geht nicht um Trieb, sondern um Macht. So lange wir uns für unsere Kleidung rechtfertigen oder meinen, sie als Beweis für das Gegenteil anführen müssen, kämpfen wir an der Stelle, wo uns die Gesellschaft haben will (und wo wir keinen richtigen Ärger machen, weil wir mit uns und unserem Verhalten beschäftigt sind). Und ich finde, das ist die falsche Stelle. Lasst uns nicht über Kleidung reden, sondern über Machtstrukturen.

  38. Auralibby sagt:

    Ich finde wie Bella Berlin, dass ausgerechnet wir nicht diesen “Und ich war noch nicht mal sexy angezogen!”-Weg argumentativ weiter verfolgen sollten. Ein sexueller Übergriff ist nicht verletzender oder weniger verletzend, wenn er auf einen Busen im Sweater oder einen Busen in Netzbluse verübt wird.
    Auch ich habe meinen Anteil an sexueller Belästigung erleben “dürfen”, traue ich mich aber fast gar nicht zu schreiben, dass ich grundsätzlich schon eher zum Bleistiftrock als zur Baggypants neige… Also lassen wir die Beschreibung des Kleidungsstils außen vor, es sollte wirklichwirklichwirklich egal sein.

  39. Anna sagt:

    @Bella und Auralibby: Natürlich, genau das ist der Punkt um den es geht! (und das habe ich ja im Text auch geschrieben)
    Dieser Text soll einfach nur mal aus der “anderen Richtung” deutlich zu machen, dass es überhaupt nichts damit zu tun hat, welche Kleidung eine Frau trägt. Die Slutwalks wurden vielfach als eine Demo für das Recht, ohne Übergriffe sexy sein zu dürfen rezipiert. Das waren sie natürlich auch, aber eben nicht nur. Und in diesem Zusammenhang war es mir einfach wichtig, das ganze nochmal von der anderen Seite zu beleuchten.
    Dass sexuelle Übergriffe nichts weiter als Machtdemonstrationen sind, das hat ja keine bestritten und das wurde sowohl in Text als auch Kommentaren schon thematisiert.

    @all: Ich bin überwältigt und schockiert zugleich, wie viel sich hier in so kurzer Zeit angesammelt hat. Vielen Dank für eure Offenheit!

  40. @Bella und Auralibby
    Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Beschreibungen nicht als Beispiele wahrgenommen. Sondern als Beschreibung von Erfahrungen, die ich auch hatte. Ich nahm wahr, dass mich sehr viel mit den Frauen, die hier von ihren Begegnungen berichteten, verbindet. Dass es eben keine schöne heile Welt da draußen gibt, wie es die Jungs gerne erzählen.
    Gewalt/Übergriffe kann jede Frau treffen. Jede.

    Und manchmal mag ich es, wenn Dinge aus dem Bauch heraus dargestellt werden und nicht schon wieder verkopft an die Sache herangegangen wird.
    Es betrifft meinen Körper, der von irgendwelchen Idioten als Einladung zum Grabschen gesehen wird. Und zu sehen, dass es anderen auch so geht, macht mich wütender.
    Wütender als ich sowieso schon auf diese Machtstrukturen bin.

    Und die Slutwalks sind ein Ausweg, ein Zusammenführen der Erfahrungen, ein Kenntlichmachen: da ist was falsch in dieser unserer Gesellschaft.

  41. Anna sagt:

    Eine Idee zum Thema, wie man sich wehren könnte:
    Ich habe mir gerade vorgestellt, wie die Typen wohl reagieren würden, würde man ihnen bei einem blöden Spruch, und natürlich auch bei Übergriffen, mit einer Nebeltröte (mit Treibgas) “antworten”.
    Das wäre so laut, daß sich zunächst einmal alle in der nähren Umgebung erschrecken und aufmerksam werden. Man kann damit ja auch gut auf Abstand bleiben.
    Natürlich hat man so ein Ding nicht unbedingt immer dabei, und wenn ich mir die Bilder im Netz so ansehe, dann sehen die ziemlich groß aus und nicht gerade jackentaschentauglich … vielleicht gibt es die dann auch mal im Handtaschenformat : )
    (In Pink mit Glitzer oder Plüsch … War nur Spaß!)

    Tagsüber auf der Straße ist dieses Ding vielleicht eher eine Variante für Frauen, die keine Angst davor haben, Radau zu veranstalten und Aufmerksamkeit zu erregen. Allerdings nachts auf der Straße …

    Hey Mädchemannschaft! Ihr habt doch auch ein Megafon in Eurem Logo!

  42. Anna sagt:

    Ähm … besser ohne Treibgas natürlich

  43. Sina sagt:

    @Anna.
    Es gibt Taschenalarme die sind sau laut und penetrant. Meine Mutter hat mir schon als Kind immer eine Trillerpfeife mitgegeben Eine für Fußballschieris, die sind auch laut, und passen in die Hosentasche. Sehr effektiv, kann ich nur empfehlen, die Hemmschwelle ist auch niedriger, irgendwie. Ich meine, jemanden anpfeifen hat schon was…

  44. Dunkelzahn sagt:

    [url=http://youtu.be/K21XKSqJXXI]Dieser[/url] Song brachte damals die Sache für mich auf den Punkt. Alles was über das Hinsehen hinausgeht und ohne Einwilligung stattfindet hat NIX mit der Kleidung zu tun. Die Unterstellung Kleidung hätte den Zweck zu etwas zu ermutigen oder Aufsehen zu erregen ist einfach ‘ne Frechheit – das kann sein, muss aber nicht!

  45. »Paula« sagt:

    Das Problem mit diesen belästigenden/sexuellen Übergriffen, die ich in Berlin leider häufig erlebe (erst gestern wieder, ebenso auf dem Weg zum und vom SlutWalk), ist, dass in Situationen, wo ich mal wirklich laut geworden bin – meist in der Bahn oder anderen Räumen mit vielen Menschen – trotzdem weggeguckt wurde. Daher habe ich inzwischen Angst, etwas zu sagen, weil es die Belästiger geradezu belustigt hat, dass sich niemand interessiert – ich flüchte daher inzwischen lieber mucksmäuschenstill oder bewege mich in die unmittelbare Nähe anderer Leute. Das kann aber auch keine Lösung sein. :(

  46. Neeva sagt:

    In den schlauen Ratgeberartikeln steht immer, man soll bestimmte Leute direkt ansprechen. “Sie in der roten Jacke, helfen Sie mir”
    Gerade in Situationen wie der vollen U-Bahn denken sich sonst alle, es wären ja genug andere da.
    Habe die Theorie allerdings noch keinem Praxistest unterziehen müssen.

  47. palue sagt:

    ich frage mich gerade, wie das fuer maenner ist, ob die auch diesen anzunehmenden hintergrund der sexuellen belaestigung mit im gepaeck haben. meine bisher einzige stichprobe sagt: nein, nie. wirklich nie passiert, nie thema gewesen. ich merke an mir selber, dass die hemmschwelle, bei freunden nachzufragen, doch recht hoch ist.

    dabei faellt mir noch eine gelegenheit ein: ich als kellnerin nach dem abi, der chef des restaurants “korrigiert” den sitz der fliege und der bluse.

  48. moi sagt:

    Ich habe immer ein kleines Haarspray in der Tasche…

    Meine Kleidung, als ich auf offener Straße oder in den Öffentlichen Verkehrsmitteln angegrabscht bzw. sich an mir gerieben oder mir “bumsen?” an den Kopf geworfen wurde (mehrmals passiert): Daunenmantel, Jeans, klobige, flache Stiefel, Mütze, Schal, Kaputze oder Jeans, Parka, Turnschuh.
    Ich durfte mir auch schon anhören, nach einem Übergriff, der mich so verängstigte, dass ich ein halbes Jahr nicht mehr Bahn fahren konnte, sicher wäre ich zu aufreizend angezogen gewesen :-(

    Hatte einiges schon mal vor Wut und Hilflosigkeit auf der englischen Streetharassmentseite gepostet, weil alle meinen, ich solle froh über männliche Aufmerksamkeit sein :-(

  49. Pänsn sagt:

    Ich glaube, vielen von den Leuten, die mal auf einer Party ungefragt einen Frauenarsch anfassen (oder zu lang in einen Ausschnitt starren oder sich zu nah an jemanden “rantanzen” usw.), ist überhaupt nicht klar, dass diese Geste überhaupt nicht “schon in Ordnung, ist ja nur Spaß” ist. Die können sich überhaupt nicht vorstellen, dass jemand ein ernsthaftes Problem damit hat, wenn Fremde seinen Hintern berühren.
    Am besten lässt sich für diese Leute der Zusammenhang klarmachen mit:
    “Du stehst auf Frauenärsche? Ich steh auf Sadomasochismus – was würdest du denn davon halten, wenn ich dir ungefragt die Fresse poliere, so als Flirtversuch?” Oder so ähnlich. Ich habe das mehrmals so angesprochen und diese Idee war für die Leute immer ziemlich neu und überwältigend. Das regt zum Nachdenken darüber an, dass nicht jeder bestimmte Gesten so interpretiert wie man selbst.

    Wenn man nämlich nur ausweicht und sich mies fühlt, kriegt der/diejenige nie mit, dass dieses Verhalten irgendwie scheiße ist. Der/diejenige kann noch so viel davon hören, dass sexuelle Belästigung zu unterlassen ist, er/sie/es nimmt sein eigenes Verhalten ja nicht als solche wahr! Und wird es gleich bei der nächsten Gelegenheit wieder tun.

  50. Nadine sagt:

    Als ich 17 war, war ich mit Freundinnen am See Tretboot fahren. Irgendwie haben wir verdaddelt, wo wir sind und fragten auf einer kleinen Insel, wo die Bootsanlegestelle sei. Er beantwortete uns die Frage, zog sich aus und holte sich vor sechs Mädels einen runter.

    Vor zwei Jahren liefen mir abends zwei Typen hinterher. Einfach so, weil ich die Straße runtergelaufen bin. Als einer der beiden zwei Meter an mir dran war, blieb ich stehen, drehte ich mich um und warf ihm den verständnislosesten und wütendsten Blick entgegen, den ich hatte. Er blieb daraufhin verwirrt stehen und verfolgte mich nicht weiter. Ich weiß nich, warum ich das tat, es war keine aktive Entscheidung. Ich hatte solch eine Angst, aber keine Möglichkeit wegzurennen. Vielleicht deshalb.

    Ein paar Wochen später lief ich abends durch einen Berliner Kiez. Ein Typ lief an mir vorbei und fragte mich, ob ich ihm einen runterhole. Ich lief weiter und drehte mich kurze Zeit später um. Er leider ebenfalls. Ich rannte weg.

    Meine Freundin und ich wurden schon von Kindern auf der Straße als “Geile Lesben” betitelt. Ständig fragen Typen, ob sie mitmachen dürfen, ob wir einen Schwanz brauchen, oder sie machen vulgäre Gesten. Noch schlimmer finde ich fast die Menschengruppen in meinem Alter (Mitte 20), die mich/uns anschauen, als wären wir Aliens. Mit dem Finger zeigen, ihre Freund_innen antippen, tuscheln und rübernicken.

    Schon öfter saßen Typen breitbeinig vor mir (Bahn, Café) und rieben sich den Schwanz. Meistens versuche ich, ihn totzustarren, es gelingt mir selten. Ich verlasse dann den Raum, der eigentlich auch meiner sein sollte.

    Von den unzähligen Situationen, Blicken, Gesten, Sprüchen auf der Straße, brauche ich erst gar nicht anfangen. Meistens, so habe ich für mich festgestellt, provoziert lautstarkes Zurückpöbeln nur frauenfeindliche Sprüche. Ich belasse es dann bei einem wütenden Blick und dem Mittelfinger. Mittlerweile bin ich so gut “trainiert” auf Street Harassment, dass ich Situationen schon vor ihrem Entstehen voraussagen kann.

  51. Andreas sagt:

    ..ich muss hier noch einmal kurz den kulturalistischen Blick bemuehen: wuerde jemand hier der Hypothese zustimmen, dass, sagen wir, street harassment in den ex-faschistischen Gesellschaften Europas ‘schlimmer’ ist als anderswo, erfahrungsgemaess sind rassistische Belaestigung und Sexismus, Machismo etc. stark korreliert, meiner Erfahrung nach korrelieren zudem moeglicherweise die hier beschriebenen Phaenomene und eine, sagen wir ‘verallgemeinerte Brutalitaet’ von Gesellschaften. Ich habe, auch wenn nicht Ziel sexistischer Belaestigungen, die deutsche ‘Strasse’ immer als ueberaus brutal wahrgenommen, in Frankreich etwa erging es mir voellig anders. Kann das hier irgendjemand bestaetigen? Sollte sich diese Diskussion eher um Phaenomene wie Macht, Exklusion, patriarchale Strulturen und Faschismus zentrieren? Immerhin sind meine Erfahrungen von street harassment in D. u.a. jene, dass ich nicht mit einer ‘Frau’ in Berlin auf die Strasse gehen kann, ohne abfaellige zumindest non-verbale Kommentare in die eine oder andere Richtung zu erhalten, und zwar am laufenden Band, vozugsweise uebrigens in ‘Szenegebieten’. Warum ist das so? Warum ist diese Gesellschaft so?

  52. TOHUWABOHU sagt:

    @Dunkelzahn: Das Fischmob-Lied hatte ich ja gar nicht mehr auf dem Schirm! Gutes Ding. Danke für die Erinnerung daran!
    @Andreas: Nein, das gibt’s überall.

    Sexuelle Übergriffe haben etwas mit Machtausübung zu tun. Mit dem Mythos es ginge dabei um den achso zügellosen männlichen Trieb muss aufgehört werden. Deshalb hat die Kleidung des Opfers rein gar nichts auslösendes.
    Reagieren in der Situation ist das Wichtigste, auf keinen Fall in Scham-Starre verfallen. Dabei kommt es auf die Drastik des jeweiligen Angriffs an: im geschlossenen öffentlichen Raum mit Menschen: laut etwas entgegen, wegschubsen. Alleine auf der Straße: andere Menschen in die Situation holen z.B. in Bar/Laden etc gehen oder -> Telefon zücken, Freunde anrufen, Polizei verständigen, oder nur so tun als ob: diese Geste schreckt meistens ab.

    Grenzüberschreitende Übergriffe kennt jede Frau. Sprüche, Grabschen, Verfolgen, Vergewaltigungen. Angst, das ist die Realität.

  53. Andreas sagt:

    nun Rassismus gibt es auch ‘ueberall’ trotzdem wurde er nur in Deutschland zur umfassenden Staatsraeson und die Adorno’sche F-Skala kommt auch nicht ueberall zu denselben (quantitativen) Ergebnissen. Sagt man: das gibt’s ueberall, ist es zudem ein implizit biologisches Argument und ich glaube, das geht hier fehl. Ich denke, Sexismus und Rassismus sind spezielle Erscheinungsformen von (verallgemeinertem) ‘Faschismus’ und treten damit historisch betrachtet und bedingt mit unterschiedlicher Intensitaet in unterschiedlichen Gesellschaften/Zusammenhaengen auf.

  54. C. sagt:

    Als ich im Alter von 16 Jahren vergewaltigt wurde, trug ich Jeans und T-Shirt.
    Bei den unzähligen Grapschereien auf der Straße, in der U-Bahn, auf Parties und in der Disco unterschiedliche Kleidung, was ich mir aber schon häufiger anhören musste: “Bei so großen Brüsten MUSS man doch einfach zufassen, jetzt stell Dich halt nicht so an.”
    Ich bin also nicht nur an meiner Kleidung “Schuld”, sondern auch an meinem Körper.

  55. C. sagt:

    P.S.: Wie in über der Hälfte aller Vergewaltigungsfälle stammte der Mann, der mich vergewaltigt hat, übrigens aus meinem direkten sozialen Umfeld. Man kann mir also, wenn ich schon keine unangemessene Kleidung getragen habe, nicht mal nächtliches Herumtreiben in dunklen Parks vorwerfen. Tja.

  56. TOHUWABOHU sagt:

    @C: Auch wenn du das gerade bestimmt zynisch gemeint hast, is mir gerad danach nochmal zu sagen: Wenn jemand durch Machtmissbrauch (körperlich und/oder psychisch) jemand anderen zu einem Opfer macht, hat dieses Opfer nichts falsch gemacht, keine Schuld und sich nichts vorzuwerfen!
    Dass man dazu tendiert, die Schuld doch bei sich zu suchen, hängt mit der beschissenen Machtlosigkeitserfahrung zusammen und ist ein Versuch nachträglich Kontrolle zu erlangen. Sich selbst fertig zu machen scheint der Psyche paradoxer Weise leichter als die ständige Angst zu bewältigen, die solch ein erlittener Übergriff auslöst.
    Vielleicht ist das auch sogar gesellschaftlich zu übertragen: lieber die Schuld bei den Opfern suchen anstatt das angsteinflößende Problem anzugehen. Mmh.

    (Wollte damit jetzt nicht klugscheißen, sondern dir eigentlich nur sagen, dass ichs stark finde, dass du dein Erlebnis hier kundtust. Danke.)

  57. Basti sagt:

    Solche Street Harassements werden im schlimmsten Falle einfach hingenommen. Das Opfer tut dann noch oft so als hätte es nichts bemerkt, dabei ist dies die Resignation vor den bestehenden Machtverhältnissen. Der Täter lernt daraus nichts.

    Mein (männl. primitiver) Vorschlag: Wehrt euch! Mit Händen und Füßen, nehmt Selbstverteidigungs- und Kampfsport-Kurse. Dreht das Machtverhältnis um. Selbst das vermeintliche muskelbepackte Alpha-Männchen lässt sich von einem gezielten Tritt ins Zentralmassiv beeindrucken.

    Bin auch schon mal (als Mann) von einem Kerl in der Disko belästigt worden. Habe mich damalas aber nicht mit Gewalt gewehrt, sondern einfach zurückgegrabscht – da war er dann Baff.

  58. Lucie sagt:

    Mit einigem Grusel muss ich gerade feststellen, dass mir selbst einiges einfällt, je mehr ich hier lese – kam mir erst sukzessive wieder in den Sinn. Einmal mit Anfang/Mitte 20 ist mir nachts jemand mit dem Fahrrad hinterher gefahren, als ich von der S-Bahn heimlief – immer so langsam hinterhergerollert. Als ich an meiner Haustür stand und mich bemühte, sie schnell aufzuschließen, fuhr er los und griff mir im Vorbeifahren von hinten in den Schritt. Hat auch mehr oder weniger getroffen. Ich hab ihm zumindest noch “Du Wichser” nachgebrüllt… jedenfalls meine ich mich daran zu erinnern. Besser angefühlt hat es sich dadurch nicht wirklich. Ich war nur heilfroh, dass nicht mehr passiert war.
    Und, auch wenn meine Erinnerung daran nicht mehr so gut ist – damals trug ich eigentlich nur Jeans. Und ne normale Jacke. Hot…

  59. side-glance sagt:

    Ein Auszug:

    Ich saß vor etwa einem Jahr auf einer Parkbank und habe ein Buch gelesen, als sich zwei junge Männer ungefragt zu mir setzten. Bin dann rübergerutscht und hab einfach weiter gelesen. Ein wenig später begannen sie, mich in ein Gespräch zu verwickeln und ich machte mehrfach deutlich, dass ich gerne in Ruhe weiter lesen würde. Nachdem sie nicht locker ließen, stand ich auf um woanders hin zu gehen und als ich aufstand meinten sie “du siehst geil aus!”. Als ich nicht reagierte riefen sie mir “Schlampe” und “dumme Fotze” hinterher. Ich trug einen Rock und roten Nagellack.

    Vor ein paar Jahren war ich mit einem Freund abends in einem Club unterwegs. Im Club haben sich unsere Wege dann bewusst irgendwann getrennt und keine paar Minuten später hat mich so ein Typ angesprochen. Plötzlich war er weg und kam wieder mit zwei Getränken, wovon er eines dort hinstellte, wo mein leeres Glas stand. Sofort begann er sich dann von hinten ganz eng an meinen Hintern zu pressen. Ich drehte mich um und schubste ihn weg, als er mich anbrüllte: “jetzt habe ich bezahlt, jetzt will ich auch was dafür”. Ich hab zurückgebrüllt “ich habe nie nach irgendwas verlangt” und bin voller Panik in einen anderen Raum geflüchtet um meinen Begleiter zu suchen. Damals trug ich Jeans und T-Shirt.

  60. Andreas sagt:

    ..um noch kurz meine anti-biologistische Sichtweise zu vedeutlichen: ich lief einmal in Portugal (Porto) ueber eine winzige Strasse, waehrend ein paar Autos entlang dieser an einer winzigen Kreuzung warteten, die Strasse war leicht abschuessig auf die Kreuzung hin, als ich zwischen zwei Autos durchging, die standen, fuhr dasjenige, vor dessen Kuehler ich passierte ploetzlich an und ich musste mich durch einen Sprung in Sicherheit bringen, ich zeigte dem Fahrer, ohne ihn zu sehen, den Mittelfinger, wie in Berlin ueblich gewesen waere. Das Auto hielt an der naechsten Ecke, seine Freundin hing aus dem Fenster und beschimpfte mich wild, der Typ rannte auf mich zu, stiess mir aus vollem Lauf die Faust ins Gesicht, danach mehrmals aus der Drehung (er war offenbar Kickboxer..) den Fuss ins Gesicht, an den Kopf, immer unter den Anfeuerungen seiner Freundin. Als er wieder einstieg, sagte ich, ich haette mir ihr Kennzeichen gemerkt und sie wuerden Besuch von der Polizei erhalten, darauf stieg er, unter ihren Anfeuerungen, wieder aus und versetze mir mehrere Tritte gegen den Oberkoerper und den Kopf, nach denen ich fuer eine Sekunde bewusstlos am Boden blieb. Ich lachte, als sie wegfuhren und werde nie vergessen, dass ich sofort dachte, dass diese Anfeuerungsrufe seiner Freundin auch sexuelle Motive gehabt hatten.

    PS. sie erhielten am ende tatsaechlich Besuch von der Polizei, gleich am naechsten Tag, ich durfte schon nach ein paar Stunden das Krankenhaus verlassen, mein Gesicht allerdings war kaum mehr zu erkennen.

  61. Andreas sagt:

    (Differenzfeminismus ist uebrigens politisch rechts, Leute)

  62. ich sagt:

    schulkollege! Was ich trug? keine Ahnung. aber aufjedenfall nichts “aufreizendes” sowas besitze ich überhaupt nicht. Also warscheinlich Jeans und shirt.
    Ja, ich hatte ein zweideutiges angebot gemacht und wir waren bei mir zu hause.
    Mir war die Situation unangenehm, ich hoffte er würde mich nicht beim Wort nehmen.
    Das tat er leider doch und ich hoffte meine “Schuld” an ihm durch ein bisschen Knutschen und Rumfummeln abzuarbeiten. Immerhin hatte ich mir die Soße selbst eingebrockt und hatte jetzt nicht den Mut ihn einfach rauszuwerfen. Der Arme konnte schließlich ncihts dafür, dass ich plötzlich keine Lust mehr auf ihn hatte.
    Als wir dann in meinem Bett lagen und er offensichtlich immer mehr wollte hab ichs dann klar gestellt.
    1. Ich: Du, alles ganz nett aber ich will jetzt nicht mit dir schlafen! Er: Entspann dich.
    2. Ich: Ich will echt keinen Sex. Er: lass dich einfach fallen
    3. Ich: Ich will nicht vögeln! Er: Ich weiß was du brauchst.
    Und dann war er in mich eingedrungen – ohne Gummie! Ich ließ es zügig über mich ergehen und schickte ihn danach nach hause.
    Unter der Dusche bagann ich zu weinen und hasste mich für meine fehlende courrage. Keine ahnung wie mir das passieren konnte.
    Eine Freundin kam später und blieb bis ich eingeschlafen war.

  63. E. sagt:

    Ich sehs wie Bella und Auralibby. Wenn die Kleidung keine Rolle spielt wieso dann ausgerechnet hier breittreten dass man eingemummelt war bis sonstwohin?
    Also mir isses mittlerweile(nach all den gelesenen Beirägen) unangenehm wenn ich hier poste was ich anhatte als ich begrabbelt und bedrängt wurde :/

  64. Inge sagt:

    das ist eine lange geschichte – angefangen hat es da war ich noch ein kind – da erübrigt sich die klamottenfrage vollkommen. es war so ein schock für mich sexualisiert zu werden – das heißt ich habe auf einmal gemerkt dass mein äußeres und wie ich mich bewege männer geil macht und sie das auch zeigen und das taten sie einfach völlig ohne zu berücksichtigen wer ich überhaupt bin. ich war einfach nur ein körper, dem sie ihre fantasien und begierden aufpressten. ganz schräg fand ich dass sie davon überzeugt waren/sind ich würde “das” machen um sie zu verführen. zu meiner zeit war lolita in. irre. seit dem bin ich echt komisch drauf.
    ich wurde missbraucht, ein paar mal vergewaltigt und unzählige male sexuell belästigt. wegen den erlebnissen in meiner lolita-zeit hab ich mich eigentlich sowieso nie sehr sexy angezogen – schon weil ich den druck der geilheit die ich damit auslöste nicht ertragen konnte. meistenteils ehr schlapperklamotten und turnschuhe. das änderte aber nicht wirklich was. jetzt bin ich knapp 50 jahre alt und habe meine ruhe. mein körper interessiert nicht mehr.

  65. kiturak sagt:

    harr, das erinnert mich! “Differeenzfeminiiismus” muss unbedingt in die nächste BINGO-Karte, die speziell für linke Zusammenhänge.

    Wo ich gerade noch meine Erinnerungen kartographiere, erstmal danke an alle, die ihre Geschichten erzählen.

    Ansonsten, ich bin immer mal wieder für Ellbogenchecks und sonstige Handgreiflichkeiten zu haben, aber das ist mein persönliches Ding und funktioniert selbst bei mir nicht immer – der Kontext der Belästigungen ist zu unterschiedlich.

    Zwei Artikel dazu, warum “Schlag einfach zurück!1″ im besten Fall keine allgemein gültige Strategie ist, und im ärgerlichsten Fall auf victim blaming/derailing hinausläuft:

    “Why don’t you just hit him?”, Geek Feminism
    The Apologists’ Trap, Shakesville

    Also, über Gegenstrategien reden auf “Das funktioniert bei mir”-Basis, super! danke. Gegenstrategien verallgemeinern, darüber wieder eine Art Schuldumkehr anfangen und das Problem – die fucking Täter aus den Augen verlieren? Bitte nicht.

  66. kiturak sagt:

    Braucht das Ganze nicht eigentlich eine Triggerwarnung? Ich weiß, bisschen spät, aber trotzdem.

    Geschichte 1: Rockhochheben(TM) in der Grundschule, erste Klasse. kiturak, immer schon chaotisch, hatte morgens beim Anziehen keine Unterhose gefunden. Oder vergessen. Oder zu spät dafür gewesen. HA HA HAAAA! Spott über Wochen. KEINE UNTERHOSEEE!
    Kleidung: Rock, oder Kleidchen. Keine Ahnung.

    Geschichte 2: Paar Monate her. Stehe mit einer Freundin vor einer Kneipe rum. Typ: linker Polit-Nerd, weiß, helle Haare, dünn, Brille, einmal gesehen, quatscht uns aus ca. 40 cm Distanz mit Fragen voll, über die wir mit ihm reden sollen: “Der Begriff ‘Homophobie’ ist doch eigentlich garnicht sinncoll, weil …” Nach Ablehnung in sämtlichen Eskalationsstufen von nonverbal (Freundin dauerhaft weggedreht) über “bitte geh jetzt” zu “GEH. JETZT!!” schubse ich ihn weg. Befreiend. Er: “Warum reagierst Du denn so aggressiv?”
    Kleidung: weiß nicht? Jeans und T-Shirt, vermutlich. Völlig irrelevant.

    Geschichte 2 war deshalb so fies, weil der Übergriff (eben *weil* nicht sexualisiert) nicht in mein Warnraster fiel. Viel zu spät gerafft, was da gerade passiert.

    Mein Punkt ist, wie der von allen: Es geht darum, dass als nicht weiß/cis/männlich/… gelesene Menschen nicht als gleichwertig gesehen werden, und Dominanz hergestellt werden soll. Nicht um Sex. Klamotten sind wurscht. … Ach was.

  67. chris sagt:

    … ich bin jetzt 50 plus und habe ca. 41 jahre sexuelle übergriffs-erfahrung hinter mir – bis jetzt. ich war ganzheitlich immer auf der hut und trotzdem hat es mich erwischt. seit ich mich mit matriarchat/patriarchat beschäftige habe ich begriffen, dass “das” nix mit mir zu tun hat – schwacher trost. das wort “vergewaltigung/sex. übergriff” u.ä. existiert gar nicht in matriarchalen lebensformen. in dem herrschenden patriarchalem system wird vergewaltigten frauen nur über den kopf gestreichelt, ein pflaster draufgeklebt – und fertig – und der ganze gewalt/opfer-müll geht munter weiter – überall – zu jeder zeit. ein weltweiter slut-walk (besser:frauen-walk) ist schon mal ein anfang….

  68. chris sagt:

    … ich bin jetzt 50 plus und habe ca. 41 jahre sexuelle übergriffs-erfahrung hinter mir – bis jetzt (ich verweigere das wort “opfer”)ich war ganzheitlich immer auf der hut und trotzdem hat es mich erwischt. seit ich mich mit matriarchat/patriarchat beschäftige habe ich begriffen, dass “das” nix mit mir zu tun hat – schwacher trost. das wort “vergewaltigung/sex. übergriff” u.ä. existiert gar nicht in matriarchalen lebensformen. in dem herrschenden patriarchalem system wird vergewaltigten frauen nur über den kopf gestreichelt, ein pflaster draufgeklebt – und fertig – und der ganze männl. gewalt-müll geht munter weiter – überall – zu jeder zeit. ein weltweiter slut-walk (besser:frauen-walk) ist schon mal ein anfang….

  69. Wütende sagt:

    Wenn ich “belästigt” wurde (das Wort empfinde ich eher als Verharmlosung), hatte ich “Schlabber”klamotten an, da ich schon früh darauf aus war, meinen Körper zu verstecken. Ganz gleich ob ich an einem warmen Tag ein bis zum Hals reichendes T-Shirt trug,an einem anderen (“normalen”) Tag einen dicken Pulli, um meine Körperformen zu verbergen oder was auch immer – ich wurde so oder so belästigt. Es ist scheißegal, wie ich mich anziehe. Ich warte nur noch darauf, dass die erste Frau wegen zu großer, “anziehender” Brüste öffentlich fertig gemacht wird. Wieso hat sie die denn überhaupt?! (ironie off).

    Inzwischen bin ich dazu übergegangen Ju-Jutsu zu lernen. Ich will lernen, mich selber zu verteidigen. Leider ist es etwas völlig anderes, aggressiv und gewalttätig angegriffen zu werden als still und heimlich wie aus dem Nichts heraus betatscht zu werden. Die psychologische Komponente fehlt bei sowas leider eher. Dafür gibt es aber auch Wendo.
    Macht Ju-Jutsu und Wendo-Kurse! Wehrt euch!

  70. [...] Sichtbarkeit der Übergriffe. 2011 hatten wir bei der Mädchenmannschaft schon einmal Vorfälle alltäglicher Grenzüberschreitungen [...]