“Critical Crafting” und Hilfe bei Abtreibungen – kurz notiert

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 135 von 260 der Serie Kurz notiert

Nach 80 Jahren ändert das US-amerikanische Justizministerium endlich seine Definition von Vergewaltigungen, so CNN. Durch die Beschränkung auf gewalttätigen, heterosexuellen Vaginalverkehr wurden vergewaltigte Männer in der staatlichen Statistik nicht erfasst, genau wie Oral- und Analverkehr ausgeschlossen waren oder die Benutzung von Objekten (wir berichteten).

In Großbritannien soll die Unterhaltsbeihilfe bei Behinderungen durch „Persönliche Unabhängigkeitszahlungen“ ersetzt werden. Das klingt zunächst ganz gut, bedeutet aber leider nur die Kürzung der zur Verfügung stehenden Gelder und eine drastische Verschärfung der Kriterien. Außerdem sollen die Mobilitätsbeihilfen für Rollstuhlfahrer_innen und die Unterstützung für ständige Begleitungen gestrichen werden, so Diary of a Goldfish.

Mit selbstgemachten Dingen die Welt verändern – im Interview mit dieStandard.at erklärt Elke Gaugele, wie “Critical Crafting” funktioniert. Dazu gibt es auch ein schönes Video der Aktionsgruppe Kommando Agnes Richter:

Wie umgehen, wenn eine Freundin ungewollt schwanger wird und abtreiben will? Jezebel gibt Tips – etwa nicht anzunehmen, wie sie sich genau fühle, sondern nachzufragen und die Antworten anzunehmen. Klingt erstmal einfach, ist aber leider nicht selbstverständlich!

Vom Wiener Frauenpreis FemPower 2012 berichtet FM4. Damit werden innovative Technologieprojekte von Frauen geehrt.

Karriere als Chirurgin machen und Kinder bekommen? Das ist in Deutschland weiter fast unmöglich, berichtet die Ärztezeitung. Dabei ist der Anteil der Frauen unter den Medizinstudentinnen inzwischen bei 70 Prozent – für die Zukunft brauche es also neue Ansätze. Schade nur, dass die sich anscheinend ausschließlich an Mütter und nicht an Väter richten.

Zum 100. Internationalen Frauentag sammelte letztes Jahr die Plattform 20000frauen Forderungen von Frauen zur Gleichstellung. Diese können nun als Petition auf change.org unterzeichnet werden.

Die Wiesbadenerin Politikerin Brigitte Susanne Pöpel ist aus der FDP ausgetreten, berichtet hr-online. Die ehemalige Landeschefin der „Liberalen Frauen“ wirft der männerdominierten Fraktion dabei Frauen- und Familienfeindlichkeit, sowie Mobbing vor.

Für ganz Schnelle gibt es nach dem Klick noch vier Termine für heute Abend:

An der FU Berlin gibt es um 16:15 Uhr den Vortrag „Defizitäre Diversitätskonstruktionen: Hierarchisierte Partizipation und das symbiotische Verhältnis von Normierungen und Differenzzuschreibungen“ zu hören.

Ebenfalls in Berlin, aber erst um 18 Uhr, widmet sich die Physik der FU „Albert Einsteins vergessenen Kolleginnen – Physikerinnen in Berlin (1933-1945)“.

Um 18 Uhr in Frankfurt: „Zur feministischen Theorie nach dem intersektionalen Turn“.

Die Hamburger AG Queer Studies lädt zum Vortrag „Vom Überlebenskampf und alltäglichen Grenzverletzungen Drogengebrauchender SexarbeiterInnen“, um 19:15 Uhr. Der Vortrag wird in Gebärdensprache übersetzt.

Morgen, am 12. Januar, spielen Eli Natali & The Moustaches in der Monster Ronson Ichiban Karaoke in Berlin.

Urmila Goel gestaltet am 13. Januar einen rassismuskritischen Workshop an der HU Berlin: „Von der Notwendigkeit und Unmöglichkeit von Kategorien“.

Am 16. Januar redet Noah Sow in Bremen über die Frage „Ist Gleichberechtigung eine Illusion?

In Linz wird am 18. Januar zu „SexWork(s): verbieten – erlauben – schützen?“ diskutiert.

Erst am 25. Januar ist in Berlin die Fachtagung „Nein heißt Nein. Zur Situation in Deutschland 10 Jahre nach Verabschiedung des Gewaltschutzgesetzes“ – der Anmeldeschluss ist aber heute.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 11. Januar 2012 um 13:17 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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2 Kommentare

  1. profin sagt:

    Bitte ändert den Text
    “Durch die Beschränkung auf gewalttätigen, heterosexuellen Vaginalverkehr konnten Männer bisher nicht vergewaltigt werden,” übernimmt die fehlerhafte Logik der US Justiz und ist unsauber.

    “…konnte Vergewaltigung von Männern juristisch nicht belangt werden”

  2. Helga sagt:

    @profin: Ich hab es jetzt geändert, das war missverständlich. Juristische Auswirkungen hat das aber keine, denn da sind immer die einzelnen Bundesstaaten zuständig. Es geht vielmehr um die offiziellen Statistiken, die FBI und Justizministerium herausgeben.