Archiv für ‘Wissenschaftlicher Quatsch’

Spooky: Buffy Schuld an Kirchenaustritten

Wednesday, August 27th, 2008 von Susanne

Endlich mal wieder etwas für die Rubrik “Wissenschaftler Quatsch”:

Sarah Michelle Gellar und ihre Fernsehserie “Buffy” ist daran schuld, dass sich immer mehr Menschen der traditionellen Religion abwenden - behauptet zumindest eine britische Studie. (…) Die Autorin Dr. Kristin Aune: “Weil sich die Serie so intensiv mit der weiblichen Selbstbestimmung auseinandersetzt, ist die (heidnische Religion) Wicca so attraktiv für junge Frauen geworden. Kurz gesagt - Frauen verlassen dafür die Kirche.”

Na dann.
Ich meine: Hä?

Sind Männer ein bisschen beschränkt?

Wednesday, April 2nd, 2008 von Katrin

Oder sind es die Wissenschaften? Oder die Medien?

Flirt als Holzschnitt
Frauen glauben gerne, dass Männer Freundlichkeit und sexuelles Interesse oft nicht auseinander halten können – im Gegensatz zu ihnen, natürlich. US-ForscherInnen haben dieses Problem in einer psychologischen Studie mit 280 StudentInnen untersucht. Die Seite wissenschaft.de berichtet davon und fragt nach dem Ursprung dieses Phänomens:

„Entweder liegt bei Männern die Schwelle, ab der eine Verhaltensweise als eindeutig sexuell eingestuft wird, tatsächlich niedriger als bei Frauen, oder aber Männer sind grundsätzlich nicht so sensibel für die Art der Signale, die eine Frau aussendet und können demnach sexuelle Hinweise nicht gut von anderen unterscheiden.“

Das Thema an sich ist ganz interessant und spannend, doch so richtig gefallen will mir der Artikel von Ilka Lehnen-Beyel nicht. JedeR der/die sich ein bisschen mit empirischer Sozialforschung auskennt, weiß, dass 280 Personen noch keine Basis für eine repräsentative Studie bilden können, zudem handelte es sich nur um StudentInnen – ein ausgewählter Personenkreis. Über die Rückschlüsse auf alle Menschen kann (muss) man wirklich streiten. Außerdem liegen die Unterschiede bei den verschiedenen Tests sehr nah beieinander:
So

„interpretierten die Männer eine freundliche Frau in 12,1 Prozent der Fälle fälschlich als sexuell interessiert, während die weiblichen Probanden nur bei 8,6 Prozent falsch lagen.“

Und

„umgekehrt übersahen die Männer auch immerhin in 38 Prozent der Fälle ein echtes sexuelles Interesse, wohingegen die Frauen nur etwa 32 Prozent fehlinterpretierten“

Bei so einer kleinen Zahl von untersuchten Personen sind Unterschiede von 4-6 Prozent kein eindeutiger Hinweis auf einen signifikanten Trend. Das sollte vielleicht erwähnt und dann noch einmal gründlich über den Titel: „Warum Männer Frauen so häufig missverstehen“ nachgedacht werden. Der Einleitende Teaser ist auch nicht gerade nett:

„Männer seien schlicht und einfach weniger sensibel gegenüber Gefühlen und können sie schlechter allein anhand der Körpersprache unterscheiden als Frauen.“

Weibchen und Männchen zu Tisch

Thursday, March 20th, 2008 von Susanne

Gestern hatte ich ja das Thema “soziale Erwartungen auf dem Mittagsteller” schon mal ganz kurz gestreift, heute liefert eine amerikanische Studie gleich noch Fakten, Fakten, Fakten. Demnach essen Männer vor allem gern Fleisch, Frauen mögen dagegen lieber Obst.

Was aber viel spannender wäre als eine solche Untersuchung, die lediglich der Lebensmittelindustrie Hinweise dafür gibt, auf wen sie ihre Werbung ausrichten soll, wäre eine Studie, aus der zu lesen ist, warum Frauen und Männer zu bestimmten Lebensmitteln greifen.

Ein paar wenige, aber spannende Ansatzpunkte liefert zum Beispiel Jean-Claude Kaufmann in seinem Buch “Kochende Leidenschaft. Soziologie vom Kochen und Essen”. Dass Männer immer noch mehr Fleisch essen, könnte vor allem auf unsere kulturelle Geschichte zurückzuführen sein, in der zu Zeiten unterdrückter Eheweiber der Mann immer das größte Stück Fleisch bekam, während die Frau entweder gar nichts vom tierischen Mahl abbekam oder nur die Reste.

Die weibliche Ernährung wiederum steht heute im engen Zusammenhang mit einer Auto-Disziplinierung, soll heißen: Frauen haben fast immer den Anspruch, ihren Appetit zu kontrollieren - vor allem um der schlanken Linie willen. Deswegen werden nur wenige Frauen während einer Studie auf die Frage nach ihrer Leibspeise antworten: Eisbein mit Krautsalat. Stattdessen die sozial erwünschte Antwort: Obst und Salat.

(Foto über stylespion.de)

Hohe Absätze → Knaller-Sex?

Sunday, March 9th, 2008 von Meredith

Gute Nachrichten für alle High Heel-Liebhaberinnen und -Liebhaber: Laut einer Studie aus Italien sind hohe Absätze gut für Gesundheit und Sexualität ihrer Trägerinnen.

Bild: Urban Outfitters

Eine Urologin an der Universität von Verona will heraus gefunden haben, dass Frauen, die ihre Füße in einem 15-Grad-Winkel zum Boden halten, weniger elektrische Aktivität in der Beckenbodenmuskulatur haben. Das bedeutet, dass diese entspannter bliebe und deswegen fitter, und daraus folgt: besserer Sex (und vermutlich eine robustere Blasenkontinenz). Ladys können sich also, wenn sie mögen, die langweiligen Beckenbodenübungen sparen und einfach regelmäßig schön hohe Schuhe anziehen.

Was allerdings Füße und Rückgrat nach einem Tag High Heels mit dem Sex-Drive anstellen, ist natürlich wieder eine andere Frage.

Scheidungen sind umweltschädlich

Wednesday, December 5th, 2007 von Susanne

Bei manchen Studien blinkt direkt ein großes GELDVERSCHWENDUNG auf. Zum Beispiel bei dieser: Zwei Forscher der Michigan State University errechneten, dass geschiedene Paare 46 Prozent mehr Strom und 56 Prozent mehr Wasser verbrauchen - weil sie nach der Scheidung in getrennten Haushalten leben.

Jianguo Liu kommentierte das Ergebnis seiner Studie mit dem unglaublichen Satz: “Die Leute sprechen darüber, wie man die Umwelt schützen und den Klimawandel bekämpfen kann, aber Scheidungen sind ein bisher vernachlässigter Faktor, den man berücksichtigen muss.” Ich würde sagen, dieser Faktor wird zu Recht vernachlässigt.

Er war’s! Er war’s!

Sunday, November 18th, 2007 von Susanne

Weil anscheinend der Graben zwischen den Geschlechtern noch nicht tief genug ist, hat nun die Bremer Chemikerin Ines Weller versucht zu beweisen, dass vor allem Männer am globalen Klimawandel Schuld sind. Ihre Erklärungsversuche - Männer essen mehr Fleisch, fahren dickere Autos - sind so voller Vorurteile, dass es eigentlich kaum zu glauben ist, dass das jetzt Wissenschaft sein soll. Klingt doch eigentlich eher wie ein Witz, wie der ganze “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken”-Mist der Autoren-Eheleute Pease. Schade um die verschwendete Wissenschafts-Zeit.

Gleichberechtigung rottet Neandertaler aus!

Sunday, November 11th, 2007 von Meredith

Amerikanische Anthropologen haben endlich den Grund gefunden, warum die Neandertaler nur 100.000 Jahre auf dieser Erde lebten: Ihrer Meinung nach ließen es sich die Neandertalerladies nicht nehmen, auch auf die Jagd zu gehen. Anstatt brav wie die Femina Sapiens in der Höhle zu bleiben und sich aufs Sammeln und Einkochen von Beeren und Kräutern zu beschränken, begaben sie sich in die wilde, gefährliche Welt da draußen. Und, huch!, nahmen ihre Kinder möglicherweise mit auf die Jagd. Dass wir unsere Evolution doch der geschlechtlichen Arbeitsteilung verdanken, beweisen die Forscher damit, dass sie bisher keine “weiblichen” Werkzeuge aus der Neanderthalerzeit entdeckten.

Ein weiteres Beispiel von neutraler Wissenschaft im Dienste der Geschlechter-Ungleichheit. Danke, setzen, arrgh.

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