Archiv für ‘Was tun?!’

Das Leben und Sterben der Mädchen in Indien

Thursday, May 15th, 2008 von Susanne

Vorletzte Woche sah ich auf Arte eine sehr gute und erschütternde Reportage über Mädchen und Frauen in Indien. Jetzt ist die Dokumentation auch endlich online zu sehen. Sie zeigt die ganze Komplexität des Themas: dass weibliche Föten abgetrieben werden, weil nach indischem Recht Frauen nicht erben können. Stattdessen steigen die Erwartungen an die Mitgift einer Braut mittlerweile ins Unermessliche. Und je weniger Frauen es in Indien gibt, desto weniger Mitspracherechte haben sie auch.

Organisationen wie Save A Girl Child kämpfen dagegen an, dass Mädchen in der indischen Gesellschaft so missachtet werden. Sie filmen mit versteckter Kamera in Abtreibungskliniken. Sie unterstützen Frauen, wenn diese ihre Tochter nicht abtreiben. Sie bringen Ärzte vor Gericht, die neugeborene Mädchen auf Geheiß der Eltern “verschwinden” lassen. Sie veranstalten Geburtsfeste auch für Mädchen, obwohl diese normalerweise nur bei der Geburt eines Jungen stattfinden.

(Foto über Arte)

Welcher Mittel soll sich ein moderner Feminismus bedienen?

Thursday, May 8th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 1 von 10 der Serie Grundsatzfragen

In der Rubrik “Grundsatzfragen” wollen wir ab sofort regelmäßig Grundsätzliches zum Feminismus diskutieren. Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.

Die Einstiegsfrage da oben geht mir momentan im Kopf herum, heraufbeschworen durch die öffentliche Diskussion, in der immer mal wieder anklingt, dass gar nicht so richtig klar ist, wie junge Frauen und Männer für mehr Gleichberechtigung kämpfen können. Ich habe schon recht früh für mich beschlossen, meinen Beruf auch immer für gesellschaftliche Themen zu nutzen; zum Beispiel für den Feminismus.

Aber das ist natürlich nur eine Form der Meinungsäußerung. Mit welchen anderen kann heute etwas erreicht werden? Was bringen “klassische” Protestformen wie Demos, Proteste, Petitionen und Arbeitszirkel? Für welche Aktionen könntet ihr euch begeistern? Was macht ihr schon?

Für eine lebendige feministische Debatte

Wednesday, May 7th, 2008 von Susanne

(Dieser Text erschien am Mittwoch, 7. Mai, in der Süddeutschen Zeitung, als Antwort auf Alice Schwarzers Rede zur Verleihung des Ludwig-Börne-Preises am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche.)

Am Sonntag erhielt Alice Schwarzer den Ludwig-Börne-Preis für kritischen Journalismus. In ihrer deutschlandweit beachteten Dankesrede bezeichnete sie die gerade entstehende junge feministische Szene als „Propagandistinnen eines Wellness-Feminismus“. Diese blickten nur auf ihre eigenen Belange, Karriere und Männer – eine erbärmliche „Geschichtslosigkeit“ und „Kaltherzigkeit, für die sie sich nicht einmal schämen.“ Diese „Post-Girlies“ wolle Schwarzer nicht vertreten, und auch nicht „Führerin der Frauenbewegung“ sein. Sie spreche für sich selbst und nicht als Stellvertreterin des Feminismus – deshalb sei an ihr kein Vorbeikommen: „Ich bin, mit Verlaub, liebe späte Mädchen, auch nicht abzusetzen.“

Vorneweg: Niemand will Alice Schwarzer absetzen. Mit ihr fühlt sich wohl jede Feministin in Deutschland in gewisser Weise verbunden. Doch es muss möglich sein, dass junge Frauen wie wir feministische Ideen für unser Leben und unsere Bedürfnisse weiter entwickeln und in Teilen auch anders praktizieren, als das unsere Vorgängerinnen getan haben. Dabei setzen wir uns natürlich auch mit Alice Schwarzer auseinander – manchmal kritisch, manchmal bewundernd. Wer hier von Absetzungsversuchen spricht, hat etwas falsch verstanden. Es geht darum, ein großes, wichtiges, schönes Projekt durch das nächste Jahrhundert zu bringen.

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Selbermachen am Montag

Monday, April 28th, 2008 von Susanne

So sah das Logo des Berliner Ladyfests 2007 aus. Und jetzt könntest du das Logo für 2008 gestalten! Bis zum 30. Mai bitten die Veranstalter um Entwürfe. Und zwar als JPG-Datei an info@ladyfest.net.

Allianz gegen Frauenarmut

Sunday, April 13th, 2008 von Susanne

Madeleine Albright, Königin Noor von Jordanien, Ashley Judd und Laura Bush machten sich heute in Washington für die Frauen-, Glaubens- und Entwicklungsallianz (WFDA) stark, die sich für verarmte Mädchen und Frauen in aller Welt einsetzt. Die Promifrauen haben bereits 1,5 Milliarden Dollar Spendenzusagen bekommen, die nun dafür eingesetzt werden sollen, das tägliche Leben von verarmeten Frauen in Entwicklungsländern zu verbessern.

Laut den Vereinten Nationen sind mehr Frauen als Männer von Armut betroffen; zwei Drittel der Menschen, die nicht lesen und schreiben können, sind Frauen; in Kriegen und Konflikten sind arme Frauen häufig Opfer von Vergewaltigungen. Die Vereinten Nationen sind eine der größten Unterstützer der Frauen-, Glaubens- und Entwicklungsallianz. Wer die Allianz ebenfalls unterstützen will, kann das hier tun.

Sagt mal, liebe Leser, was macht ihr, wenn ihr zu viel kriegt?

Sunday, April 13th, 2008 von Meredith

Neben steigenden Salzpreisen und Mord und Totschlag wird 2008 in Kambodscha noch etwas stattfinden: Die Ehefrauen werden wütend sein. Das sagt der königliche Astrologe Kambodschas.

Für wütende Frauen sind wir ja Experten hier, was ich mich nur manchmal frage, ist, wo man auf der Dauer mit seiner Wut hin soll. Zu denken gegeben hat mir eine Äußerung unseres treuen Kommentators ping, der meinte, es reiche nicht, sich nur verbal zu äußern. Ich zum Beispiel nutze oft meinen Beruf oder diese schöne Webseite um meine Wut über Ungerechtigkeit und Sauereien zum Ausdruck zu bringen. Doch zwischendurch stellt sich mir duchaus die Frage: Reicht das schon? Ändert das was?

In gewisser Weise treibt Feministinnen und Feministen ja neben dem Wunsch nach einer besseren Welt auch die Wut darüber, dass wir sie noch nicht haben, an. Wie geht es euch da? Was macht ihr mit eurer Wut? Wäre es nicht super, einen Kanal zu finden, in den man seine Wut reinstopft und hinten kommt ein konkretes Ergebnis heraus?

In Bildern: Das denkt die Welt (15)

Thursday, April 10th, 2008 von Susanne

Feminismus auf Dänisch:
“Wir fordern Respekt, gleiche Einkommen und Orgasmen.”

Über Flickr

Thema der Woche: Frauengehälter

Thursday, March 6th, 2008 von Susanne

Diesen Eindruck bekommt, wer dieser Tage durch die Presselandschaft schlendert. Die Zeit macht groß auf mit “Was Frauen wirklich verdienen” und bietet online nicht nur einen zusätzlichen Artikel (”Frauen wollen weibliche Karrieren“), sondern auch Raum, die eigene Meinung zum Thema zu hinterlassen. Momentan tummeln sich mal vor allem Menschen dort, die partout nicht sehen wollen, dass es da Fehler im System gibt.

Dabei schreibt es auch die Welt heute: Frauen verdienen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer, ergab eine aktuelle Studie. Wahnsinnskommentar auf der Welt-Webseite: “Da bei einer Bewerbung die Frage nach Familienplanung nicht erlaubt ist und auch mit einer Lüge beantwortet werden kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als bei gleicher Qualifikation den Mann zu bevorzugen. Der wird nicht schwanger, hat keine Regelschmerzen und bleibt auch nicht unbedingt zu Hause, wenn mal was mit den Kindern sein sollte.”

Die erwähnte Studie wurde von der Hans-Böckler-Stiftung herausgegeben und von der Webseite www.frauenlohnspiegel.de durchgeführt. Kommentiert haben die Ergebnisse auch die Netzeitung, Focus Online und die Südwest Presse.

Weil aber von Lesen allein die Welt nicht besser wird und Ungerechtigkeiten nicht verschwinden, schlage ich vor - auch anlässlich des kommenden Weltfrauentags - in die nächste Lohnverhandlungen erhobenen Hauptes zu marschieren und das eigene Wunschgehalt mal mit Verve durchzusetzen. Da hapert es bei vielen Frauen nämlich leider immer noch. Also Girls, hundert Euro für die Emanzipation!

(Foto über zeit.de)

Hundert Zeilen Feminismus

Tuesday, February 19th, 2008 von Susanne

Im Genderblog wird zum Schreibwettbewerb gerufen: Schreibt einen Essay zu der Frage, was euch Feminismus heute bedeutet. Die schönsten Texte werden im Genderblog veröffentlicht, und die besten drei zusätzlich - oho, das freut uns aber! - mit unserem Buch “Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht” belohnt.

Bundestag für mehr Professorinnen

Monday, February 18th, 2008 von Susanne

Heute wird es im Deutschen Bundestag zwischen 12 und 15 Uhr eine Anhörung zum Thema Frauenförderung in der Wissenschaft geben. Die Grünen haben diese Anhörung beantragt, denn heute sind zwar die Hälfte aller Studierenden weiblich, doch sie besetzen nur 15 Prozent der Professuren. Weniger als zehn Prozent der Uni- und Hochschulleitungen sind Frauen. Der deutsche Wissenschaftsrat fordert schon seit einiger Zeit “Anreiz- und Gratifikationssysteme”, soll heißen: Wer Frauen fördert, bekommt zum Beispiel höhere Subventionen oder Sondermittel. Sollte das nicht ausreichen, würde der Wissenschaftsrat auch zur Einführung von Quoten raten.

Denn: Trotz Gleichstellungsbestrebungen auf allen Ebenen, werden Professorenstellen heute typischerweise immer noch an einen männlichen Schüler des Professors vergeben, Studentinnen werden meistens kaum gefördert, ihnen “schlägt eine andere Motivationskultur entgegen als Männern”, sagt Jutta Dalhoff, Leiterin des Kompetenzzentrums für Frauen in Wissenschaft und Forschung, zur Süddeutschen Zeitung. Diesen eingeschliffenen Verhaltensweisen will nun die Politik abhelfen.