Archiv für ‘Terminkalender’

Forschende Frauen

Monday, September 8th, 2008 von Susanne

Im Kölner Frauen Media Turm wurde am Wochenende die Ausstellung “Frauen, die forschen” über Frauen in der Wissenschaft eröffnet, in der “die Lage der Wissenschaftlerinnen heute sowie die Funktion von Bildern in der Geschlechterpolitik” analysiert werden.

Bis zum 12. Dezember läuft diese Ausstellung und gleichzeitig ist ein Buch erschienen, in dem 25 Spitzenforscherinnen portraitiert werden, zum Beispiel auch Emmy Noether (Bild), die die moderne Algebra mitbegründet hat.

Gegen ein Abtreibungsverbot mobil machen

Friday, September 5th, 2008 von Barbara

Glaubt man dem Verein “Lebenszentrum“, werden in Deutschland etwa 1.000 Schwangerschaftsabbrüche an jedem Werktag vorgenommen. Der Münchner Verein, der sich fundamental gegen Abtreibung ausspricht, erklärt diese Zahl, die mehr als doppelt so groß ist wie die offizielle Zahl des Statistischen Bundesamtes, über Dunkelziffern. Denn, so die Vereinssite kostbare-kinder.de: Laut Expertenmeinung würden nur die Hälfte aller Abtreibungen gemeldet. Ob in die Dunkelziffer die “Pille danach” mit einberechnet wurde, die zum Beispiel auch der Papst als Abtreibungsmethode brandmarkt?

An eben jene 1.000 Abtreibungen sollen die 1.000 weißen Holzkreuze in den Händen der Frauen und Männer erinnern, die nun in verschiedenen europäischen Städten unter dem Motto “1.000 Kreuze für das Leben” zusammentreffen - unter anderem am kommenden Samstag, den 20. September in Berlin, und zwei Wochen später, am 4. Oktober dann in München. Im Juli waren in Salzburg schon rund 200 weiße Kreuze durch die Stadt getragen worden. In Berlin, München und London werden im Oktober Kreuze verteilt, flankiert von “Pro Choice”-Gegen-Demonstrierenden. Mitte Dezember ist eine Lichterkette vor den Salzburger Landeskliniken geplant, wo „seit 2005 die Abtreibungsmaschinerie angelaufen ist“, wie es auf der Website der EuroProLife-Ärztevereinigung epld.org heißt.

Sowohl in Berlin als auch in München werden jetzt Gegen-Demonstrationen organisiert. Auf no218nofundis.wordpress.com gibt es zum Beispiel alle Infos zu Gegen-Veranstaltungen am 17. September und 8. Oktober in Berlin. Für München gibt es bisher noch keine konkret geplanten Aktionen, aber bikepunk macht sich in seinem Blog schon mal Gedanken über das Wie, zumal er auch eine Wette Berlin vs. München angezettelt hat - wo mehr Gegen-Demonstrierende kommen werden. Auch hier ist in den Kommentaren sehr viel Platz, um sich gemeinsam zu verabreden.

Wir erinnern uns: In Deutschland ist Schwangerschaftsabbruch möglich, aber nach wie vor illegal. Um Frauen künftig eine straffreie Entscheidungsmöglichkeit zu geben, wurde im Frühjahr 2008 in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats die Resolution 1607 verabschiedet: Die Mitgliedsstaaten sollen ein einheitliches Recht auf Schwangerschaftsabbruch schaffen. Diese Resolution ist wohl der Grund, warum die europäischen Lebensschützerinnen und Lebensschützer jetzt mobil machen.

Terminhinweis: Shortcut to justice - Frauen richten in Indien

Friday, August 29th, 2008 von Katrin

Nihisha Desai

Am Dienstag, den 2. September, findet im Kino Central, Rosenthaler Straße 39 (Hackesche Höfe) ein Abend zum Thema Frauen in Indien statt. Veranstaltet wird dieser von der Heinrich-Böll-Stiftung. Den Beginn macht ein Film von Daniel Burkholz und Sybille Fezer: „Shortcut to justice – Frauen in Indien schaffen einen neuen Weg zur Gerechtigkeit“.

Das Indische Rechtssystem ist hoffnungslos überlastet: Über 13 Millionen Fälle sind unbearbeitet, manche Verfahren dauern dort bis zu zehn Jahre. Besonders betroffen sind Frauen, denn Gewalt in der Ehe (mit immer noch über 7.000 Morden an Ehefrauen jährlich) und Zwangsverheiratung sind nach wie vor alltäglich für indische Frauen quer durch alle gesellschaftlichen Schichten.

“Eigeninitiative ist die einzige Chance: In Gujarat, im Nordwesten Indiens, haben Frauen deshalb selbst Gerichte ins Leben gerufen. Sie sprechen Recht – unter einem Baum auf einem staubigen Platz am Rande eines Armenviertels. Sie greifen ein, um Frauen zu ihrem Recht zu verhelfen.”

Weiter geht es danach in einer Podiumsdiskussion um die Fragen “Welche Anerkennung findet diese Form der alternativen Gerechtigkeit bei Justiz und in der Gesellschaft?” und  “Worin liegen die Erfolge und Perspektiven der Frauengerichte?”

Die beiden Dokumentarfilmer_innen diskutierten diese Fragen mit der indischen Frauenrechtlerin Nimisha Desai. Moderiert wird die Runde von Dr. Gülay Çaglar von der Humboldt-Universität Berlin, deren Fachgebiet Gender und Globalisierung ist.

Der Abend beginnt um 20.00 Uhr und kostet insgesamt gut investierte 5,50 €.

Und für alle KölnerInnen: Am 5. September gibt es Film und Diskussionsrunde auch in der Alten Feuerwache, Beginn ist ebenfalls 20.00 Uhr.

(das Foto zeigt eine Szene aus dem Film; © Sybille Fezer)

Marlene Streeruwitz, Poetin

Wednesday, August 20th, 2008 von Barbara

(c) Marlene Streeruwitz “Jessica, 30″ ist ein Roman der österreichischen Autorin Marlene Streeruwitz von 2004. Das Buch besteht - Sprachinteressierte aufgemerkt! - aus drei einzelnen Sätzen, die von Kommas getrennt über 250 Seiten füllen. Es ist die atemlose Geschichte einer jungen Frau, die ihren Körper formt, durch Sport und keine Nahrung. Die für ein Schokoeis die Praterhauptallee rauf- und runterrennt, über ihre Freundinnen nachdenkt und ihre Mutter, die gerne Liebe finden würde oder wenigstens einen Partner. Ein dichter Gedankenstrom ist dieser Roman.

… ich brauche nicht eine strafende Mutter, die mir sagt, was ich machen soll und wie alles sein soll, wenn ich mich elend auf diese Pille fühle, dann will ich nicht hören, dass das gar nicht möglich ist, bei dieser Pillengeneration und dass ich das nachbete, was meine Mutter mir erzählt hat und die Mama erzählt schon die gleiche Geschichte, dass sie bei einer Gynäkologin war, in den 80er Jahren und die ihr gesagt hat, es ist nicht möglich, sich auf die Pille depressiv zu fühlen und die Mama hat gesagt, sie hat sich nicht schleppen können, vor Trostlosigkeit …

Streeruwitzens Werk ist umfangreich, im Februar 2008 veröffentlichte sie die Erzählung “Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin”. Einen Einblick ermöglicht die Website www.marlenestreeruwitz.at. Ihr Schreiben kann als Versuch gesehen werden, eine andere, weibliche Schreibsprache zu entwickeln; etwas, das Jahrzehnte zuvor bereits über die Literatur Ingeborg Bachmanns gesagt wurde.

Die Poetin Marlene Streeruwitz eröffnet am 28. August das 28. Poetenfest in Erlangen; Lesung und Gespräch finden um 20 Uhr im Markgrafentheater statt. Drei Tage später, am 31. August, findet im selben Rahmen um 17 Uhr im Erlangener Schlossgarten eine Diskussionsrunde zum Thema “Cool, schlau, sexy – Was will und was kann der ‘neue Feminismus’?” statt. Dabei bin neben María Cecilia Barbetta und Ulrike Draesner ich, die Moderation macht Verena Auffermann.

Ms. Professor

Monday, August 11th, 2008 von Susanne

Die Universität Greifswald will Frauen ermutigen, eine Hochschullaufbahn einzuschlagen und vergibt deshalb seit dem letzten Jahr das “Käthe-Kluth-Stipendium” an Nachwuchswissenschaftlerinnen, die habilitiert sind oder sich bereits in einem Habilitationsverfahren befinden, und bei denen auf Grund der Leistungen mit einer Berufung an eine Universität gerechnet werden kann.

Die Stipendiatin wird für drei Jahre mit monatlich 3.300 Euro unterstützt und kann zusätzlich eine jährliche Sachbeihilfe von bis zu 1.500 Euro sowie Zuschüsse zur Kinderbetreuung bekommen. Bewerbungen müssen bis zum 1. Oktober 2008 beim Rektor der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald in der Domstraße 11 in 17487 Greifswald eintreffen. Alle Bewerbungsinfos kann man online nachlesen (PDF).

Die Germanistin Käthe Kluth war übrigens die erste Professorin an der Universität Greifswald.

Fernsehen macht sauer

Wednesday, August 6th, 2008 von Susanne

Jedes Jahr wird auf dem Herbsttreffen der Frauen in den Medien die “Saure Gurke” verliehen. Das ist eine … nun ja, “Auszeichnung” für den frauenfeindlichsten Medienbeitrag des Jahres.

Auch dieses Jahr soll der Preis auf dem Medienfrauentreffen vom 5. bis 7. September in Wien vergeben werden. Vorher könnt ihr schnell noch eure Vorschläge einreichen. Es sollten Beiträge sein, in denen Frauen gar nicht vorkommen, in denen sie ausschließlich über ihren Körper definiert werden oder in denen den Zuschauerinnen und Zuschauern überidealisierte Rollenmodelle aufgezwängt werden - so die Kriterien der Frauen in den Medien.

Im letzten Jahr wurde übrigens die Kochsendung “Lafer! Lichter! Lecker!” mit einer Sauren Gurke bedacht. Die Begründung der Jury:

(…) Da werden aus weiblichen Gästen schon mal “Täubchen an seiner Seite” oder “nougatgefüllte Marzipanpralinen auf zwei Beinen”. Und Hühnerbrüstchen bekommen eine ganz neue Bedeutung. Der Stammtisch mit seiner klaren Rollenzuteilung hat ein neues Zuhause in der Küche gefunden (…)

Ick währ sou gärn Bärlienerinn,

Tuesday, August 5th, 2008 von Meredith

… dann könnte ich nämlich nicht nur zum Femmes ‘R’ US sondern auch zum We B*Girlz-Festival gehen, welches dort seit jetzt stattfindet. Junge Frauen die mit Hiphop zu tun haben, steppen da für ihre Kultur, Identität und yeah, die feministische Sache. Es gibt Breakdance-Workshops, Rap-und Tanzbattles, Diskussionsforen und Grafitti-Kurse. Super, weil die Frau im Mainstreamrap ja oftmals nur aus Arsch & Titten & Goldschmuck zu bestehen scheint, aber gerade der Hiphop für Frauen ein bestärkendes, coolifizierendes Genre sein kann. Ich erinnere mich noch an meine Hiphop-Phase und muss sagen, ich habe mich selten so lässig gefühlt wie in weiten Hosen, Sweatshirts und Adidas Superstars (ja, ist schon ne Weile her) die Straße entlang zu grooven, Cypress Hill im Ohr und den Beat in den Beinen. Wie super muss das dann erst für wirklich kreative junge Frauen sein?

Das reißt nicht nur mich mit, sondern auch unserer aller Alice von Schwarzers Gnaden - die trifft sich nämlich, OMFG, am 9. August zu einem Podiumsgespräch in aller Öffentlichkeit mit MC Pyranja, MC Sookee und der Musikjournalistin Bianca Ludewig. Themen werden Frauenbilder im Rap, Emanzipation, Funktion von Pornografie und Gewalt (klar, gekoppelt) und “die Frage, wie ’sexy’ eine Frau sein darf, wenn sie als Mensch ernst genommen wird”. Das alles wird münden in den Kern aller Pudelinen: “Muss frau sich entscheiden zwischen Bitch und Butch”? Props für MC Schwarzer und ihre Bereitschaft zum Dialog mit der Jugend.

Jetzt mal im Ernst: Ich glaube, das alles wird toll und spannend und mit Sicherheit wird es interessant, was die sich zu sagen haben. Was mache ich eigentlich noch in München? Ach so, stimmt: in der Bibliothek sitzen. Deswegen kann ich euch nur anflehen: Geht hin und erzählt, wie es war!

Das Podium findet statt ab 18.00 in der Alten Feuerwache in Berlin-Kreuzberg, Axel-Springer-Str 40 / 41. Der Eintritt ist frei.

Terminhinweis: Femmes ‘R’ Us

Tuesday, August 5th, 2008 von Katrin

vom 7.-16. August im Radialsystem Berlin.

femmes with fatal breaks

Feminismus in Pop, Musik, Kunst und Film heute

Dieser tolle Kongress beginnt am Donnerstag Abend, 20 Uhr mit der Ausstellungseröffnung, ab 22 Uhr gibt’s Party mit “Femmes with fatal Breaks”, einem flotten DJ-Team. Die Ausstellung wird dann weiterhin vom 8.-16. August täglich von 14.00 bis 0.00 Uhr zu besichtigen sein. Künstlerinnen von London bis New York stellen ihre feministischen Werke aus.

Ein weiteres Highlight ist die Diskussionsrunde am Freitagabend: Zur Frage “Feminism - government’s mission? Economic factor? Insurection” diskutieren Maria do Mar Castro Varela aus Berlin, Chris Straayer und Tiina Rosenberg aus New York.

Am Samstag gibt es zunächst einen Vortrag über Positionen feministischer Filmkritik von Michaela Wünsch, um dann in die Praxis überzugehen, wobei verschiedene Filmscreenings als Beispiele gezeigt werden. Im Künstlerinnengespräch mit Constanze Ruhm und Sabeth Buchmann wird geklärt: “Kann ein Kunstwerk feministisch sein?”, um danach durch weitere Filmscreenings auch dieser Frage nachzuspüren.

Das komplette weitere Programm kann auf der Website von Femmes ‘R’ Us heruntergeladen werden. Und hier geht zu den CVs aller Teilnehmerinnen.

Einzig den DJing-Workshop, der Montag und Dienstag, 11. & 12.08., jeweil von 20.00-0.00 stattfindet, möchte ich noch besonders hervorheben. Wer schon immer einmal selbst mixen und auflegen wollte, kann sich hier einweisen lassen. Ich bin auf jeden Fall auch dabei. DJane zu werden ist nämlich mein heimlicher Traum.

(Foto: © Birgit Wudtke)

Female Trouble

Friday, July 18th, 2008 von Susanne

Jetzt und bis zum 26. Oktober 2008 in der Münchner Pinakothek der Moderne: Die Ausstellung “Female Trouble - Die Kamera als Spiegel und Bühne weiblicher Inszenierung”. Die Ausstellung dreht sich um Klischees, Vorurteile und Andersdenken des Weiblichen.

Spiegel Online schreibt heute, die Ausstellung “bereichert die neue Feminismusdiskussion um überraschende Einsichten”. Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentiert die Bedeutung des Kunst-Selbermachens für Frauen:

Fotoapparat und später Videokamera (…) wurden für zahlreiche Frauen zur Prothese, zur zweiten Realität, um aus den gesellschaftlich auferlegten Beschränkungen auszubrechen. Im Zeitraffer spielen sie verwehrte Leben durch, parodieren die Rollen, die ihnen das Umfeld aufdrängt oder erfinden Frauenbilder, die bisher nicht vorgesehen waren.

Spannender Text zum Theme Frauen und Kunst-/Kulturbetrieb auch im Spiegel der letzten Woche: Weder Muse noch Madonna.

Feminismus an der Uni

Monday, July 14th, 2008 von Susanne

Morgen in Berlin: Eine Podiumsdiskussion zur Frage “Cool, erfolgreich, sexy - feministisch?!” - und zwar an der Freien Universität ab 18 Uhr, im Otto-Suhr-Institut in der Ihnestraße 21. Es diskutieren Anita Eckhardt vom Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, Ina Kerner vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der Technischen Universität Berlin, Vera Tudor vom Insitut für Gender Studies der Humboldt Universität Berlin und Chris Köver vom Missy Magazine.

Nachtrag 16. Juli:
Im Genderblog schreibt Magda Albrecht über die  Veranstaltung und die Diskussionen, die es da gab.