Archiv für ‘Studien’

Scheidungen sind umweltschädlich

Wednesday, December 5th, 2007 von Susanne

Bei manchen Studien blinkt direkt ein großes GELDVERSCHWENDUNG auf. Zum Beispiel bei dieser: Zwei Forscher der Michigan State University errechneten, dass geschiedene Paare 46 Prozent mehr Strom und 56 Prozent mehr Wasser verbrauchen - weil sie nach der Scheidung in getrennten Haushalten leben.

Jianguo Liu kommentierte das Ergebnis seiner Studie mit dem unglaublichen Satz: “Die Leute sprechen darüber, wie man die Umwelt schützen und den Klimawandel bekämpfen kann, aber Scheidungen sind ein bisher vernachlässigter Faktor, den man berücksichtigen muss.” Ich würde sagen, dieser Faktor wird zu Recht vernachlässigt.

Nur-Mütter und arme Kinder

Friday, November 30th, 2007 von Susanne

Dass es da einen Zusammenhang gibt, legt eine gestern erschienene Studie nahe. Die OECD-Studie “Babies and Bosses“, die die Situation in 30 Industrie- und Schwellenländern vergleicht, kritisiert, dass es in Deutschland überdurchschnittlich viele Fälle von Kinderarmut gibt, und das obwohl die Staatsausgaben für Familien sehr hoch sind. Das Geld werde falsch investiert, so die Kritik. Wichtiger als Gelder für die Familien sei es, den deutschen Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Die OECD lobte den Kurs der Bundesregierung, die Kinderbetreuung auszubauen, Väter zur Familienarbeit zu ermuntern und die kürzere Bezugsdauer des Elterngeldes, weil es die Frauen animiert, nicht zu lang aus dem Beruf auszusteigen - was wiederum ein Anreiz für Arbeitgeber ist, mehr Frauen einzustellen.

Harsche Kritik bekam explizit die Idee eines “Betreuungsgeldes”, für das sich die CSU seit der Diskussion um den Ausbau der Kinderbetreuung einsetzt. Sie fordert, dass Eltern, die ihre Kinder nicht in Krippen oder Kindergärten betreuen lassen wollen, dafür ein Ausgleichsgeld zu zahlen. Diese “Herdprämie” zementiert allerdings alte Geschlechterrollen: arbeitender Mann, Frau zu Hause bei den Kindern. Und genau dieses Modell fördert zum einen, dass von Frauen erwartet wird, dass sie zuhause bleiben und dass sie dadurch noch weniger durch Arbeitgeber gefördert werden. Zum anderen liegt das Risiko von Kinderarmut in Familien mit nur einem Verdiener höher, so das Ergebnis der OECD-Studie.

What a man

Monday, November 26th, 2007 von Susanne

Die Werbeagentur Springer & Jacoby hat sich dem angeblichen Problemtierchen “Mann” angenommen. Die Werber wollten wissen, welches Bild Männer von sich selbst haben und mit welchen “Werbemännern” sie sich identifizieren können. Ergebnis der Untersuchung an 60 Probanden: “Männer wollen heute wieder Männer sein und sich mit echten Männern identifizieren.” Soll heißen: Dem Mann von heute gefällt das Bild nicht mehr, das die Werbung von ihm zeichnet - Mann kocht auch mal Kaffee, Mann hat auch Interessen neben Fußball, Mann will nicht mehr breitbeinig und spuckend durch die Gegend laufen müssen. Die Werbeleute von Springer & Jacoby nennen das Ganze einen Trend zur “Neomaskulinität”.

Passt ja alles schön zum Zeitgeist: Frauen sollen wieder richtige Frauen sein. Und Männer richtige Männer. Der Feminismus war doch sowieso nur Quatsch und hat die Geschlechter entzweit. Frauen bleiben mal lieber wieder zu Hause, wo sie sich um die Kinder kümmern, und halten ansonsten bitte den Mund. Dann haben die Männer wieder ihre Ruhe, können so richtig männlich sein und unter sich bleiben.

What the f…??? Sollte Werbung nicht innovativ sein, also nach vorne schauen? Wieso also fällt Springer & Jacoby nichts besseres ein als den Mann von vorgestern als neues Role Model zu beschwören? Und vor allem: Wozu? Die modernen Männer, die sich nicht unmännlich fühlen, nur weil sie den Haushaltsquatsch mit uns Frauen teilen und die es super finden, niemandem den Macker vorspielen zu müssen, die werden sich hüten, plötzlich wieder ihren Vätern oder Großvätern nachzueifern. Wäre ja auch viel zu anstrengend, den ganzen Tag immer einen “echten” Mann spielen zu müssen.

Häusliche Gewalt ist teuer für alle

Saturday, November 24th, 2007 von Susanne

15 Milliarden Euro kostet es die Bundesrepublik jedes Jahr, wenn in Beziehungen geschlagen und misshandelt wird. Jede vierte Frau in Deutschland ist Opfer häuslicher Gewalt, die hohen Kosten entstehen durch Arbeitsausfälle, medizinische Behandlungen und polizeiliche Einsätze, rechnete das Sozialministerium Niedersachsen aus. Anlässlich dieser Zahlen lud die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes am Freitag, 23. November zur Tagung “Business gegen häusliche Gewalt”. Es klingt zwar etwas merkwürdig, wenn Aufmerksamkeit für die Probleme der Opfer über volkswirtschaftliche Argumente geschaffen werden soll - aber besser als gar keine Aufmerksamkeit ist dies allemal. Sehr löblich ist das Vorhaben der Veranstalter, private Gewalt zu einem öffentlichen Thema zu machen, zu einem Thema, das auch Arbeitgeber und Kollegen etwas angeht.

Frauenleben: 76 Prozent eines Männerlebens

Monday, November 19th, 2007 von Susanne

Das Weltwirtschaftsforum hat gerade den “Global Gender Gap Report 2007” veröffentlicht. Für diese weltweite Studie wird die wirtschaftliche und soziale Situation von Frauen und Männern des jeweiligen Landes verglichen. Die Forscher untersuchen vor allem vier Bereiche: 1. wirtschaftliche Teilhabe; 2. Möglichkeiten, politische Verantwortung zu übernehmen; 3. Zugang zu Bildung und 4. Gesundheit und Lebenserwartung.

Dabei soll ein Index verdeutlichen, wie unterschiedlich die Lebensumstände der Geschlechter sind und wie viel schlechter es Frauen im Vergleich zu Männern geht. Im internationalen Ranking landete Deutschland mit einem Index von 0,761 (1 = Gleichheit der Geschlechter) auf Platz 7, hinter Schweden, Norwegen, Finnland, Island, Neuseeland und den Philippinen. Zwar sind in 120 anderen Ländern die Lebensumstände für Frauen noch gravierender schlechter als für Männer, doch die Freude über einen Platz im Spitzenfeld wird getrübt beim Blick auf das vergangene Jahr: Da belegte die Bundesrepublik noch Platz 5. Neuseeland und die Philippinen haben also größere Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung gemacht als wir.

Wer sich die genaue Analyse der Daten zu Deutschland anschaut (S. 83) entdeckt den schlechtesten Wert im internationalen Vergleich bei der Kluft zwischen Frauen- und Männergehältern. Mit einem Verdienst von 65 Prozent der Männergehälter liegt Deutschland in dieser Hinsicht auf dem miserablen Platz 71. Die Gründe für dieses schlechte Ergebnis sind vielfältig: hohe Zahl an Nur-Hausfrauen, schlechtere Bezahlung von Frauen in Unternehmen, riesiger Frauenanteil (96 Prozent) in der Teilzeitarbeit.

Abwarten, wie sich im nächsten Jahr die Kinderbetreuungs-Offensive der Bundesregierung auf diese Kluft auswirkt. Und bis dahin für gleiche Bezahlung kämpfen, schon morgen mit einem Gehaltsgespräch bei den Vorgesetzten.