Archiv für ‘Sexytime’

Die Frauen, der Sex, das Neue

Thursday, May 29th, 2008 von Susanne

Über das Genderblog bin ich auf ein Interview mit der Sexualforscherin Ulrike Brandenburg aufmerksam geworden und kann es nur zur Lektüre empfehlen. Sie sagt so interessante Sachen wie:

“Die Vorgängergeneration erkämpfte sich das ‘Nein’ zum Sex, das heißt das Nein zu dem, was sie nicht wollen. Danach kam eine Zeit, in der die Beratungsstellen voll waren von lustlosen Paaren. Es stellte sich die Frage, wie kommen wir aus dem Dilemma wieder heraus? Und das ist das Erfreuliche an dem neuen Rollenverständnis: Das ‘Ja’ der Frau kommt jetzt aus einer Offensivposition heraus. Sexualhistorisch betrachtet war diese bislang dem Mann vorbehalten.”

Und mit Blick auf Charlotte Roches Buch “Feuchtgebiete”:

“Ich finde es trotzdem angenehm, dass ich mich heute nicht gleich wieder entrüsten muss, dass sie so auftritt. Ich finde es wundervoll, dass eine gewisse moralisierende Sicht einfach mal vom Tisch gefegt wird. Wenn Charlotte Roche ‘ficken’ und ‘Möse’ sagt, hat das längst nicht mehr diesen abwertenden Charakter, den wir damit noch verbinden - Frauen entwerten oder Frauen als Objekte betrachten. So erlebe ich das bei Roche nicht. Hier findet eine provokante Neubesetzung von Bedeutung statt.”

In Bildern: Das denkt die Welt (17)

Sunday, May 18th, 2008 von Susanne

So kündigte heute der Mailanbieter Web.de einen kurzen Klatsch- und Tratschtext über Jessica Albas Meinung zu Sex auf seiner Startseite an.

Da frage ich mich doch: Gibt es hier jemanden, der so geschockt ist wie die “Männerwelt”? Und: Wie vielen Männer entgeht denn - jetzt mal realistisch betrachtet - tatsächlich heißer, versauter Sex mit Jessica Alba?

Also echt.

Disco Lies

Friday, May 16th, 2008 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 1 von 3 der Serie Der Kommentar

In der Serie “Der Kommentar” veröffentlichen wir ab sofort eure Gedanken zu einem Thema eurer Wahl. Den Anfang macht Ani K., die über unerwünschte Anmachen in der Disco schreibt:

Ich geh gern tanzen. Samstagabends hüpfe ich meist bis fünf Uhr morgens zu irgendwelchen Beats herum. Dass da auch andere auf der Tanzfläche sind, kriege ich meist gar nicht mehr richtig mit. Da ich aber rein optisch schnell als Frau erkennbar bin, wird mir die Tatsache, hier nicht allein zu sein, allerdings häufig recht aufdringlich ins Bewusstsein gerufen. Eine Disko ist nun mal ein Ort der Anmache, des Kennenlernens und auch des Körperkontaktes – in dieser Reihenfolge kann das alles beim Tanzen passieren.

Ich bin allerdings immer davon ausgegangen, dass Menschen von vorne zunächst doch interessanter sind als von hinten. Das scheinen manche anders zu sehen. Während meines letzten Diskobesuchs wurde mein Tanzen plötzlich von der Empfindung unterbrochen, ich hätte etwas am Po kleben. Ziemlich schnell war klar, dass es sich dabei um die Leistengegend eines mir unbekannten Diskobesuchers handelte, die, meiner Hüfte folgend, treu jede meiner Bewegungen mitmachte. Der zu der Leiste Gehörende legte dann alsbald zwecks Ausbalancierung seine Hände aus meine Oberschenkel. Mittlerweile hatte ich zunehmend das Gefühl, hier würde eine Art Analverkehr in Klamotten simuliert, wobei mir der anale Part zugedacht schien. Zufälligerweise wurde ich in diesem Moment sehr durstig, entwand mich der Umklammerung des mittlerweile eher (leicht neben dem Rhythmus) bum… als Tanzenden und ging etwas trinken. Dass ich in den restlichen 3 ½ Stunden in dieser Disko noch genau viermal etwas (und zwar immer wieder einen anderen Unbekannten) am Po kleben hatte, finde ich merkwürdig.

Ich tanze gerne, allein, aber auch zu zweit, und ich habe absolut nichts gegen sexy tanzen, sexy sein oder Sex überhaupt, in welcher Position und mit wem auch immer. Ich lasse mich gerne anmachen und würde mir wünschen, öfter mal den Mut zu haben, jemanden anzumachen.

Aber vielleicht möchte ich ja bei potenziellen (sexy) Tanzpartnern erst mal wenigstens wissen, wie sie aussehen; zumindest spontan sympathisch finden möchte ich Menschen doch, bevor sie mir unerwartet (und oft auch unerwünscht) buchstäblich in den Allerwertesten kriechen.

Beschwere ich mich jedoch über diese „Anmachtechnik“, sage ich nur ein Wort darüber, um mehr zu tun als mich immer nur flink der „Penetration“ zu entziehen, ernte ich bloß ein müdes „Dann zieh dir halt nicht so einen kurzen Rock an“.

Nach der Disko-Nacht fragte mich mein Vater: „Na, waren hübsche Jungs da? Haben euch viele angesprochen?“ Tja. Natürlich waren hübsche Jungs da! Wenn sie uns bloß mal angesprochen hätten!

ANI K.

Dir brennt auch ein Thema auf den Nägeln? Schreib einen Kommentar an: mannschaftspost(at)web.de

“Jede Frau muss für sich herausfinden, was sie am stärksten erregt”

Monday, May 12th, 2008 von Susanne

In der Mai-Ausgabe des Psychologie-Magazins Emotion gibt es ein sehr gutes Interview mit der Sexualforscherin Beverly Whipple. Sie spricht über weiblichen Sex, Orgasmen und über die Erforschung der weiblichen Sexualität, die erst Anfang der Achtziger(!) richtig in Gang kam.

Frauen, die pfeifen

Thursday, April 17th, 2008 von Barbara

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte diese Woche wieder einen Text über Lady Bitch Ray.

“Man muss nicht aussehen wie eine Eule, um für Frauenrechte zu kämpfen”, sagt sie, und dass sie eine Feministin der neuen Generation sei - der nach Alice Schwarzer.

Lady Bitch Ray lobt Charlotte Roches Buch “Feuchtgebiete”. Sie meint, sie lasse sich von keinem Mann etwas sagen. Auch die Münchner Abendzeitung entdeckt Frauen, die derbe sind, Frauen, die auf sich aufmerksam machen, die “pfeifen” - und Frauen, denen dafür nicht der Hals umgedreht wird. Sie kaufen Sexspielzeug und verfassen erotische Manuskripte:

Seit Wochen etwa wird Verlegerin Claudia Gehrke mit Frauen-Manuskripten überschwemmt, die aus schlüpfrigen Emails oder Aufzeichnungen aus Chatrooms bestehen. „Das anonyme Chatten daheim lässt die Schamgrenzen fallen. Plötzlich schreiben Frauen auf, was sie wirklich denken und fühlen“, sagt Gehrke, die seit den 80er Jahren eine erotische Literatursammlung für Frauen („Das heimliche Auge“) herausgibt, „sie formulieren vulgärer, expliziter. Der direkte Zugriff bringt mehr Lust als kuschelige Umschreibungen“.

Und auch die Welt hat die Frau als sexuelles Wesen entdeckt.

Tage wie diese

Tuesday, April 15th, 2008 von Susanne

Bloggerin M. LeBlanc schreibt in ihrem Blog Bitch Ph.D. über ein großes Thema: Mädchen und ihre erste Periode und all die Perioden danach. Sie schreibt eine rührende Geschichte darüber, wie sie ihre Regel zum allerersten Mal bekam, in der Kirche während des Gottesdienstes, und wie anschließend niemand da war, dem sie es hätte erzählen können - außer ihrem Vater. Sie erzählt auch von den vielen anschließenden Jahren, vom regelmäßigen Besuch ihrer Tage.

LeBlancs Anliegen: Mädchen und Frauen sollen offener über ihre Periode sprechen, sollen sich dazu bekennen, dass sie nun mal jeden Monat bluten und das Thema nicht verschämt verschweigen. Sie fordert sogar, dass in öffentlichen Toiletten so wie Klopapier auch Hygieneartikel frei zur Verfügung gestellt werden. Dieser Ruf nach mehr Offenheit beim Thema Regel erinnert mich an Charlotte Roche, die vor einigen Jahren in einem Interview mal dazu aufrief, ihr Menstruationsflecken zu schicken, weil sie fasziniert davon sei, dass das Blut jeder Frau unterschiedlich aussähe.

Wie offensiv geht ihr mit dem Thema um? Auch die Jungs und Männer: Sprecht ihr mit euren (festen oder guten) Freundinnen über ihre Periode? Sollte man überhaupt darüber reden? Oder sollten Frauen das alles doch lieber für sich behalten? Ist das für euch ein Tabu-Thema oder eines, über das viel mehr und viel offener gesprochen werden sollte?

(Foto über Bitch Ph.D. und eVoke Journal)

PornYES?

Tuesday, April 15th, 2008 von Katrin

Am 4. April wurden die dritten “Feminist Porn Awards” vergeben. Dieser neuartige Filmpreis für Pornos möchte zeigen, dass die Antwort auf schlechte Pornos nicht “PorNO” sein kann, sondern quasi “PornYES” lauten muss und zeigen sollte, dass es auch anders geht. Da die Welt voll von erniedrigenden, billigen und vor allem auch: dummen Pornos ist, fühlen vor allem Frauen, aber auch wirklich viele Männer, ein bisschen allein im dunklen Wald. Während die “PorNO”-Kampagne, die nun in der Emma eine Renaissance erleben durfte, sich wenig mit den sexuellen Fantasien und den Drang, diese auch filmisch darzustellen, befasst, sondern in Pornos eine generelle Erniedrigung der Frau sieht, wünschen sich nicht wenige neue FeministInnen einfach nur: gute Pornos.

Diesem Anliegen widmen sich die nun schon dritten „Feminist Porn Awards“. Diese finden seit 2006 alljährlich im schönen Kanada statt und suchen nach den raren schönen Pornos.

Die Grundeinstellung ist sehr treffend auf der Website der Veranstalter „Good for Her“ dargestellt:

„As feminists and sex-positive people, we want to showcase and honour those who are doing it right, like filmmakers who understand that people of colour are sexual beings - not sexual objectcs.“

Und nun viel Spaß beim surfen. Here are the WINNERS 2008.

*freu*

Sex sells, die Millionste

Monday, April 14th, 2008 von Susanne

Och ja, mal wieder ‘ne richtig lahme Werbung:

Männer und Frauen sind vor allem dann witzig, wenn sie lange Schwänze oder dicke Titten haben, schon verstanden.

Ich meine: Hä?

Haaap-py Birth-day tooo yooou!

Wednesday, March 19th, 2008 von Susanne

Nichts könnte heute besser passen als Marilyn Monroes mit gespitzten, roten Lippen gehauchtes Geburtstagslied. Denn: Der Lippenstift wird heute 125 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, du kleines, rotes Ding, du!

Igittigitt oder super Anschauungsunterricht?

Tuesday, February 19th, 2008 von Susanne

Auf Neon.de wird über Pornografie diskutiert - bist du “PorNo” wie Alice Schwarzers Kampagne oder “PornYes” wie Charlotte Roche im Neon-Interview?