Archiv für ‘Personalien’

„Gleichberechtigung muss Selbstverständlichkeit sein“

Sunday, July 13th, 2008 von Barbara

(c) Sabine Ponath

Im Interview beantwortet Sabine Ponath, geboren 1984 in Traunstein, Fragen zu Gleichberechtigung, Quoten und Gesellschaft. Sie ist in der Grünen Jugend aktiv und Direktkandidatin für die Landtagswahl im September. Ihre Themen sind Bildungspolitik und Geschlechtergerechtigkeit.

50 Jahre Gleichberechtigung in Deutschland: Hand aufs Herz – wie gleichberechtigt sind Männer und Frauen wirklich?

Es ist wichtig, zu betonen, dass diese 50 Jahre konkret nur die Gleichberechtigung per Gesetz meinen, finde ich. Die Gesetzeslage vor 1958 klingt so schauderlich, dass man gar nicht meinen möchte, dass es tatsächlich mal eine Zeit gab, in der es so lief. Der Ehemann hatte zum Beispiel das Recht, über das in die Ehe eingebrachte Vermögen der Frau zu entscheiden! Der sogenannte „Gehorsamkeitparagraph“ sprach dem Mann ein Letztentscheidungsrecht zu.

In dieser Hinsicht kann man also ein bisschen aufschnaufen und sagen: „Ja, in den letzten 50 Jahren hat sich etwas getan.“ Außerdem können wir froh sein, dass sich Frauen vor uns bereits so energisch eingesetzt haben.

Lässt man allerdings den Blick über die heutige Situation in Deutschland schweifen, sieht es immer noch düster aus: Es gibt kaum Frauen in Führungspositionen, außerdem bekommen Frauen durchschnittlich 22 Prozent weniger Lohn als Männer für dieselbe Arbeit. Frauen wird nach wie vor alleinig die Erziehungsarbeit zugeschoben, Männer sollen die Familie ernähren und arbeiten gehen. Und das ist nur ein Ausschnitt aus der Palette der Missstände. Bis zu einer wirklich gleichberechtigten Gesellschaft ist es also noch ein langer Weg.

Wofür setzt du dich ein?

Gleichberechtigung muss Selbstverständlichkeit sein, das ist mein Traum. Dass es aber bis zur Verwirklichung noch dauern wird, ist klar. Meiner Meinung nach muss hier gleich ganz am Anfang, soll heißen, in den Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen usw. angepackt werden. Ich kämpfe für eine Reformierung der ErzieherInnen- und LehrerInnenausbildung – unter anderem eben unter dem Aspekt der geschlechtsbewussten Erziehung. Viele Menschen bekommen dann immer gleich Angst, weil sie denken, das würde bedeuten, dass ihrem kleinen Söhnchen nun zwanghaft Puppen in die Hand gedrückt werden würden. Aber das ist natürlich Unsinn.

Auf lange Sicht gesehen, kann so tatsächlich versucht werden, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen. Bis es soweit ist, müssen aber auch andere Maßnahmen ergriffen werden. Ich bin beispielsweise eine Verfechterin der Quotenregelung. Eine solche Regelung wäre beispielsweise auch im Hinblick auf Führungspositionen und ProfessorInnenstellen denkbar. Abgesehen davon müssen von staatlicher Seite Möglichkeiten für Frauen geschaffen werden, sich Freiräume zu erkämpfen – dazu gehört für mich beispielsweise die Abschaffung des Ehegattensplittings, aber auch das Angebot und die Gewährleistung von Krippenplätzen.

Aber auch schon „im Kleinen“ kann viel bewegt werden, zum Beispiel dadurch, dass man beginnt, seine Sprache zu „gendern“. Ich habe mir beispielsweise angewöhnt, das sogenannte „Binnen – I“ zu verwenden. Dafür muss man nicht in Politischen Ämtern hocken, das kann man einfach vorleben.

Du kritisierst das Ehegattensplitting. Woran liegt es, dass die klassische Rollenverteilung, bei der der Mann das große Geld verdient, und die Frau Teilzeit arbeitet und dazuverdient, immer noch sehr vielen als das gängige Modell erscheint?

Ganz grundsätzlich liegt es wohl daran, dass der Großteil unserer Gesellschaft mit dem Bild „Frau erzieht zu Hause die Kinder, ist zärtlich und emotional; Mann arbeitet und bringt Geld nach Hause, ist stark und dominant“ aufgewachsen ist, ein Überbleibsel aus der scheinbar heilen Welt der 50er Jahre. Das prägt sich über die Generationen hinweg tief ein, auch wenn ab und an vielleicht Zweifel aufkommen. Unterstützt wird das Ganze teilweise durch das durch die Medien geprägte Bild von Familie. Man schaue sich doch nur mal eine Süßwaren-Reklame im Fernsehen an. Die Mutter mit dem Einkaufskorb überlegt, wie sie ihren Lieben eine Freude machen kann und trotzdem auf ihre Gesundheit achten kann. Die Familie strahlt und verzehrt genüsslich das Sammelgut der Frau. Platt, aber wirkungsvoll.

Welche neuen Modelle, die gleichberechtigter sind, kannst du dir vorstellen?

Eine individuelle Besteuerung würde tradierte Rollenverständnisse am radikalsten aufbrechen. Die Ersparnisse könnten sinnvoll für die Freisetzung finanzieller Mittel für Kinder genutzt werden. Aber auch von der Ersparnis für den Staat ganz abgesehen, bekämen Ehefrauen einen eigenen Grundfreibetrag - ein steuerlicher Anreiz arbeiten zu gehen. Unterhaltsleistungen zwischen Ehe- und eingetragenen Partnern sollen in diesem Modell weiterhin anerkannt werden, schon allein aus verfassungsrechtlichen Gründen. Dies wird durch einen pauschalen, zwischen den Partnern übertragbaren Höchstbetrag in Höhe des steuerfreien Existenzminimums ermöglicht. Damit erreicht man zugleich, dass Eingetragene Partnerschaften endlich auch im Steuerrecht gleichgestellt sind.

Was hältst du von einem gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz?

Grundsätzlich ist das eine gute Sache, ohne wenn und aber. Dafür müssten erst einmal möglichst bald und professionell die Krippenplätze ausgebaut werden. Dazu gehört auch eine übergreifende Verbesserung der Qualität der Betreuungseinrichtungen. Finanzierbar ist die ganze Sache übrigens über Ersparnisse, die wir durch eine Abschaffung des Ehegattensplittings hätten.

Durch die Einrichtung der von Ursula von der Leyen versprochenen Krippenplätze wird die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf für viele Frauen sicher weniger problematisch. Doch gibt es eine breite Akzeptanz in Deutschland, ein Kind schon wenige Monate nach der Geburt von der Mutter zu trennen?

Nein, das glaube ich nicht. Wie schon gesagt: Es hängen oft noch veraltete Bilder von der Vater-Mutter-Kind Familie in den Köpfen Vieler fest. Dazu gehört, dass die Mama immer zuhause und für die Familie da sein muss, ansonsten wird sie als Rabenmutter beschimpft. Viele halten eine Trennung von Mutter und Kind in diesem frühen Alter für gefährlich und schädigend, auch so manche (selbsterklärte) WissenschaftlerInnen. In Gesprächen an Infoständen höre ich immer wieder durch, dass arbeiten so lange „okay“ sei, solange die Frau (!) nicht öfter als 2–3 mal die Woche vom Baby getrennt ist. Ich erwarte deshalb diesbezüglich kein „Von-heut-auf-morgen“-Umdenken der breiten Masse, das scheint mir unrealistisch. Aber auf lange Sicht gesehen, wird sich bestimmt einiges verändern. Schon allein durch eine eventuelle pädagogische Grundlegung.

Wenn Frauen stärker werden, heißt das ja nicht, dass deshalb Männer schwächer werden. Wie können wir lernen, dass Gleichberechtigung eine Chance für alle ist und keine Bedrohung?

Es fängt im Kleinen, im Privaten an. Leben wir es selbst anderen vor, zeigen wir doch, dass eine starke Frau keine „Mannfrau“ sein muss. Es ist ja auch eine Chance für die Männer, endlich einmal einen Teil der Last des unerschütterlichen Alleinverdieners ablegen zu können.

Ausgehend davon sind gerade auch Personen des öffentlichen Lebens gefordert, dafür einzustehen. Besonders sie haben die Möglichkeit, viele Menschen anzusprechen und Sympathien zu wecken oder mit anderen Worten schlicht Vorbild zu sein.

Es gibt also keine Ausreden mehr. Jede und jeder ist gefordert und zwar sofort!

Michelle Obama Watch

Wednesday, June 18th, 2008 von Susanne

Jetzt, wo Barack Obama der Kandidat der Demokraten für das Amt des US-amerikanischen Präsidenten ist, rückt auch seine Frau Michelle weiter in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Michelle Obama ist eine erfolgreiche Anwältin und Feministinnen machten sich schon während der Vorwahlen so ihre Gedanken: nämlich was wohl mit ihr passiert, würde ihr Mann Präsident. Würde das amerikanische Volk nicht verlangen, dass die First Lady ihren Beruf aufgibt, um ihrem Mann den Rücken freizuhalten? Für den Wahlkampf hat sie bereits eine Auszeit genommen - die erste ihrer Karriere.

Das Blog “Michelle Obama Watch” wurde ins Leben gerufen, um die Medienberichterstattung zu Michelle Obama kritisch zu beobachten und zu dokumentieren. Denn mehr als John McCains Ehefrau ist Michelle Obama eine für die Medien interessante Figur: Sie ist selbstständig, engagiert, mit einer eigenständigen Persönlichkeit unabhängig von ihrem Ehemann. Was manche US-amerikanische Medien dazu verleiten zu scheint, sie genauso wie den Kandidaten selbst unter die Lupe zu nehmen. Und bei der Berichterstattung auch gerne mal übers Ziel hinauszuschießen - zum Beispiel als Michelle und Barack Obamas “fist bump” als “terroristische Geste” interpretiert wurde.

Dieses Blog wird auf jeden Fall in den nächsten Monaten regelmäßige Besuche wert sein. Und die Betreiber der Webseite freuen sich über jede und jeden, die bzw. der mitarbeiten möchte, zum Beispiel die europäische Berichterstattung im Auge behalten und über Merwürdigkeiten informieren.

Über Feministe.us

Lisa verlässt Emma

Friday, May 30th, 2008 von Susanne

Lisa Ortgies, die erst im Dezember letzten Jahres als neue Chefredakteurin bei Emma berufen wurde, verlässt Alice Schwarzers Zeitschrift wieder. Der Grund:

Beobachter vermuteten, die Chefredakteurin habe ihre Vorstellungen bei Emma nicht umsetzen können. Alice Schwarzer bestätigte die Information in einer Pressemitteilung. Die Worte der Emma-Redaktion sind deutlich: “Zu unserem Bedauern eignet sich die Kollegin nicht für die umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin.”

Und dann steht da im Spiegel Online-Bericht noch ein ominöser Satz:

Alice Schwarzer war auf Anfrage von Spiegel Online zu keiner persönlichen Stellungnahme bereit. Dies sei “im Interesse” von Lisa Ortgies.

Gesine Schwan for President?

Friday, May 23rd, 2008 von Susanne

Die Präsidentin der Europauniversität Viadrina in Frankfurt Oder, Gesine Schwan, will Bundespräsidentin werden. Sie startet nach ihrer Niederlage 2004 einen zweiten Versuch.

Tolle Nachrichten!, dachte ich mir heute Morgen bei der Zeitungslektüre, denn ich mag Gesine Schwan persönlich sehr, ihre kompetente, herzlich-angriffslustige Art und ihren scharfen Verstand.

Was denkt ihr über die Kandidatur, die am Montag ofiziell bekannt gegeben werden soll? Was würdet ihr euch von Schwan als Bundespräsidentin erwarten?

(Foto über die Viadrina)

Die Frau der Zukunft

Sunday, May 18th, 2008 von Barbara

(c) hillaryclinton.com In der aktuellen Ausgabe der Zeit schreibt Patrik Schwarz über Hillary Clinton. Sie habe den Weg für eine Frau als Präsidentin der Vereinigten Staaten geebnet, und sei nun “nach Angela Merkel - zu einer der mächtigsten Frauen der Welt aufgestiegen”. Obwohl sie wohl die Wahlschlacht verloren habe, hätte das nicht daran gelegen, “dass Clinton eine Frau ist”. Im Wahlkampf hätte sie das eher unter den Tisch fallen lassen:

“Es ist das Bild, mit dem schon Golda Meir als israelische Ministerpräsidentin in den siebziger Jahren reüssierte und dem Margaret Thatcher schließlich in den achtziger Jahren zum ikonografischen Durchbruch verhalf: Als Eiserne Lady ist die Frau ein Mann unter Männer oder - wie es in diesen Fällen gern heißt - “der einzige Mann im Kabinett”. Dieser vermeintlichen Aufwertung liegt am Ende doch eine Geringschätzung zugrunde: Nicht als Frau, nur als Mann kann eine Frau in der Politik reüssieren.”

Dieses Problem kenne auch Angela Merkel, die ihr Frausein aber einfach hinter ihrer Position verschwinden ließ. Umso aufgeregter war dann die Öffentlichtkeit, als kürzlich über Merkels Dekolleté ihr Geschlecht wieder zutage trat. Merkel habe wie Clinton ihre Macht geborgt, die eine vom Übervater, die andere vom Ehemann. Und dann schließt der Artikel quasi geschlechterübergreifend:

“Sollte im Herbst Barack Obama ins Weiße Haus einziehen, wäre die Ironie perfekt. Wie man als Frau der Zukunft gewinnt, hätte dann ein Mann vorgemacht: weder als Opfer noch als Macho.”

Lady Bitch Ray: Wütende Möse auf Highheels?

Thursday, April 3rd, 2008 von Katrin

Highheels

Sie ist überall: Bei Maischberger hat sie diskutiert (wovon u. a. Spiegel Online und die FAZ berichteten), Spiegel Online hat über sie geschrieben und in der Taz war sie auch schon zweimal („Keine ist so krass wie ich“, 2006 und „Ich stehe für vaginale Selbstbestimmung“ 2008). Niemand kommt mehr so richtig an der eigenwilligen Erscheinung der Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray vorbei, die für sich proklamiert, sie vertrete eine neue Art von Emanzipation. „Ich stehe für vaginale Selbstbestimmung,“ ist der Titel des Taz-Interviews vom 1 April. Dabei ist es oft etwas schwierig, zwischen all den Provokationen herauszulesen, was sie wirklich will. Ein bisschen aggressiv kommt sie manchmal rüber:

“Ich habe viel Wut in meiner Möse, und die muss ich rauslassen.“

Doch was steckt hinter solchen Songs wie „Ich hasse dich!“, in dem Jeannette Biedermann und Sarah Connor ihr Fett wegkriegen?

“Die zwei sind oberflächliche Musterfrauen, die ich verachte. Die achten darauf, wie sie reden, wie sie singen, die verhalten sich oberflächlich. Sarah Connor ist unerträglich. Die beiden haben sich doch hochgeschlafen. Ich ertrage diese oberflächliche Gesellschaft nicht.”

Nicht wirklich sympathisch, oder?

Wenn man die Lady Bitch Ray erfassen will, muss man weiter ausholen. Denn im Gegensatz zu Rappern wie Frauenarzt oder King Orgasmus One, die Pornorap berühmt und berüchtigt gemacht haben, hat sie Abitur und sogar ein abgeschlossenes Studium in Germanistik. Ihre Magisterarbeit hatte das Thema „Jugendsprache anhand der Darstellung der Jugendkultur Hiphop“ und wurde wegen ihrer ausgesprochen guten Qualität und vor allem Aktualität in einer Anthologie im Brockmeyer-Universitätsverlag veröffentlicht. Aber: Eine Germanistin, die mit Wörtern wie „Möse“, „Ficken“, „Fotze“ und „Schwänze“ inflationär umgeht, ist einfach nur irritierend. Eine Frau, die irgendwie aus sämtlichen Rahmen purzelt.

Der Ehemann von Sarah Connor, Marc Terenzi, wird dann mal aben als Schwuchtel betitelt und die Taz fragt:

“Das ist ganz schön homophob, was?”

Doch in eben solche Raster (”wer Schwuchtel sagt, ist homophob“) lässt sich Frau Sahin nicht pressen.

“Weil ich Schwuchtel sage? Im Rapkontext ist es ein gängiger Begriff. Ich habe natürlich nichts gegen Schwule, mein Friseur ist schwul. Ich will Marc Terenzi aber einfach niedermachen.“

Sie weiß wovon sie spricht, darüber hat sie ihre Magisterarbeit geschrieben.
Doch in die Köpfe so mancher JournalistInnen (und LeserInnen) will das nicht reingehen. Sie regen sich auf, sie machen sich lustig, sie schütteln ihre Köpfe. Da wird die Lady Bitch Ray mal zu ernst, dann wieder zu wenig ernst genommen. Denn sie ist nicht nur angetreten, um für „vaginale Selbstbestimmung“ zu kämpfen, sie sagt im Taz-Interview auch:

“Mir ist es wichtig, dass das Opferbild der Türkin geändert wird. Ich mache das krasse Gegenteil davon, was von einer Türkin erwartet wird.“

Ob ihr das mit mit Vulgärsprache und körperlich dargestellter Provokation wohl gelingt?

Wahrlich, eine harte Nuss, diese Lady einzuordnen, angesichts so vieler Chiffren, künstlerischer Schnörkel, kühl kalkulierten Provokationen, politisch und sozial komplizierten Hintergründen und psychologischen Selbstzeugnissen wie „ich habe zwar eine Profilneurose und bin Narzisstin …” Als FeministIn kann und muss man einige „Techniken“ dieser Frau kritisieren. Sexuelle Reize werden derart penetrant in den Vordergrund gestellt, dass man sich zwischen Abstoßung und Faszination hin- und hergerissen fühlt. Außerdem bleibt die Frage nach dem Effekt: Kann dies wirklich ein Beitrag zu mehr Geschlechterdemokratie sein? Braucht es dafür nicht ein bisschen mehr Ernst? Ein bisschen mehr “Haltung statt Posen”? Zudem sind die Botschaften oft sehr widersprüchlich – Feminismus paart sich bei Sahin mit heftigen Rollenklischees, wie in den „10 Geboten des Vagina Styles“:

“Du hast einen Grund zu feiern: Du hast eine Möse und du bist eine Frau, die weiß, was sie will.”

- Daumen hoch! Aber dann wieder:

“Wenn du Geld verdienst, sei dir nicht zu geizig für Kosmetika, Klamotten und Highheels, das ist ne clevere Anlage. Dein Körper ist dein Kapital, Baby.”

Puh.

 

(Dank an Kathrin und Timo für die Links.)

The Lady is a Macho

Saturday, March 22nd, 2008 von Meredith

Sehr, sehr spannend und lesenswert ist das Taz-Interview mit der Fernsehreporterin Antonia Rados, die im Irak und in Afrika gearbeitet hat.

Sie erzählt darin, über ihre Einsätze in Asien, dass sie sich die Bandscheiben geschrottet hat vom Kofferschleppen, aber trotzdem niemals Moderatorin sein wollen würde. Und sie redet darüber, wie wichtig es ist, ein harter Knochen zu sein, dass man sich als Frau im Reporterberuf auch Männer zum Vorbild nehmen kann - aber lässt auch durchklingen, dass das nicht unbedingt ideal ist.

Ein Ausschnitt:

Wollen Sie Öffentlichkeit für Themen schaffen, die sonst nicht genug beachtet würden?

Nein. Ich habe überhaupt keinen Anspruch, Leute zu bekehren und von meiner Meinung zu überzeugen. Ich habe nur das Anliegen, zu informieren.

Gut, dann anders gefragt: Liegen Ihnen bestimmte Themen besonders am Herzen?

Frauenthemen. Ich bin keine Bildschirmfeministin. Trotzdem: Ich springe an, wenn ich ein Frauenthema sehe. Und dann möchte ich, dass darüber berichtet wird. Das hat damit zu tun, dass man, wenn man selbst eine Frau ist, viel leichter mit Frauen in Kontakt kommt. Wenn Sie als Mann eine Kamera auf dem Arm hätten, würden Sie deswegen noch lange nicht in die Frauengemächer kommen. Frauen gehen auf mich eher zu als auf männliche Kollegen. Sie suchen mich aus, nicht nur ich sie.

Stehen Sie dann auf der Seite der Frauen?

Klar. Ich habe keinen Anspruch, die Welt zu verändern oder den Leuten zu sagen, was sie zu denken haben. Aber einen moralischen Kompass muss man haben.

Champagner, please!

Friday, February 29th, 2008 von Meredith

Gute Nachrichten bringt der Mädchenblog: Das Missy Magazine von Sonja Eismann, Chris Köver und Steffi Lohaus hat gestern Abend das Hobnox-Stipendium von 25.000 Euro abgeräumt. Damit dürfte dem neuen, coolen Frauenmagazin das die drei planen nichts mehr im Weg stehen.

Herzlichen Glückwunsch!

Hillary Clintons Wandlung

Sunday, February 3rd, 2008 von Susanne

In der aktuellen Zeit schreibt die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel darüber, dass Hillary Clinton im Wahlkampf die Chance verpasst, sich auf ihre Rolle als Frau zu besinnen. Denn Hillary Clinton hätte jede Form von Weiblichkeit von Anfang an versucht zu verstecken. Sie inszenierte sich lieber als Politprofi als als Alternative zum bisherigen Macho-Bush-Führungsstil. Erst in New Hampshire, als ihr während einer Wahlkampfveranstaltung die Tränen kamen, haben die Menschen Hillary Clinton als eine ihresgleichen kennenlernen können. Trotzdem schlg ihr auch dann wieder Kritik entgegen, vor allem auch von Frauen. Denn, wie Meckel scharfsinnig beobachtet:

“Frauen, die Frauen unterstützen, weil sie Frauen sind, das ist zuweilen normativ-feministische Fiktion. Frauen stellen komplizierte Anforderungen an ihre Geschlechtsgenossinnen. Sie wollen keine politische Hardcore-Imitation mit Busen, aber auch kein Weichei. Sie wollen keine Repräsentantin des politischen Establishments, aber verlangen politisches Profil. Es reicht nicht, dass eine Frau die höchste und härteste aller Glasdecken durchstoßen will. Sie muss auch bei den Haltungsnoten vorne liegen.”

Und sie kommt zu dem Schluss:

“Mit ihrer besonderen Mischung könnte Clinton versöhnen, was in der Politik zunehmend auseinanderfällt: politisches Programm und Persönlichkeit. Damit könnte sie für die Frauen in der Politik Terrain zurückerobern, das ihnen verloren gegangen ist. Über Jahrzehnte hinweg glaubten Frauen, als Einzelkämpferinnen im politischen Nahkampf Emotion und Persönlichkeit verdrängen zu müssen, um härter als die Männer und unangreifbarer als der Konkurrent zu sein. So trugen sie dazu bei, stereotype Bilder von Politik und Politikern zu zementieren. Eine Frau kann die Klischees aufbrechen, indem sie ihr Frausein zulässt. Es ist Hillary Clintons große Chance.”

Die neuen SPD-Frauen

Monday, January 28th, 2008 von Susanne

Heide Oestreich kommentiert in der Tageszeitung Andrea Ypsilantis Wahlergebnis und kommt zu dem Schluss:

“Es ist auch ein interessanter Generationenwechsel im Gang, der mehr weibliches Spitzenpersonal hervorbringt. (…) Vogt, Kraft und Ypsilanti sind diejenigen, für die Heide Simonis und Renate Schmidt den Weg frei gekämpft haben. Dazu kommt: In dieser Generation sind erheblich weniger machtscheue Damen als in der, über die Heide Simonis noch stöhnte. (…) Neu ist auch, dass diese offensive Haltung von Partei und Wählern nicht mehr ebenso automatisch abgestraft wird. Man traut Frauen zwar generell immer noch wenig zu, lässt sich aber mittlerweile gerne von ihnen überraschen.”