Zielgruppe: Frauen, Thema: Verhütungsmittel
Tuesday, September 30th, 2008 von SusanneSarah Haskins, wie immer bestechend wunderbar, über Verhütungsmittel-Werbung:
“I am just a lady, with a simple lady mind.”
Sarah Haskins, wie immer bestechend wunderbar, über Verhütungsmittel-Werbung:
“I am just a lady, with a simple lady mind.”

Unter dem Titel “Feminismus in Europa” veröffentlicht das Blog weltläufig.de seit dem 4. September eine Reihe genau dazu. Als kleiner Aufhänger dient dabei die neue, teilweise hitzige Debatte über den Feminismus, die hierzulande stattfand, als im Frühjahr “Wir Alphamädchen”, “Neue Deutsche Mädchen” und “Feuchtgebiete” auf dem Markt erschienen sind.
Die Autoren der Texte zu “Feminismus in Europa” wollten nach eigenen Angaben einmal den Blick über den deutschen Tellerrand werfen und haben recherchiert, wie es um den Feminismus in anderen europäischen Ländern bestellt ist. Den Auftakt der Reihe machte ein Artikel zum Thema “Feminismus in der Türkei”, dem bereits heute ein Bericht aus Dänemark folgte. Außerdem sollen noch England und Portugal beleuchtet werden.
(Satellitenbild über wikipedia/NASA)
dodo vom mädchenblog denkt darüber nach, wie sie denn nun genannt werden will und sich selbst nennen soll: Frau oder Mädchen? Beides hat seine Vorteile, beides ist manchmal auch blöd. Beides geht und muss dodos Meinung nach auch gehen:
(…) Es gibt viele gute Gründe, sich ab einem gewissen Alter als Frau zu bezeichnen und das Mädchendasein hinter sich zu lassen. Andererseits … wer zum Geier sagt eigentlich, dass Mädchen harmlos sind und nicht ernst genommen zu werden brauchen, bis sie erwachsen sind? Wer sagt, dass ihre Wut, ihre Ideen und Forderungen weniger Gültigkeit haben, nur weil ein paar Jährchen Lebenserfahrung fehlen? Ist das nicht genau eines dieser Rollenbilder, gegen die es eigentlich zu kämpfen gilt, die man nicht ohne weiteres akzeptieren sollte? (…)
Und bei euch so? “Mädchen” oder “Frau”?
Das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Boell-Stiftung stellt angesichts der Debatte der letzten Monate die Frage “Was ist der Streit-Wert?” und lässt diese eine ganze Reihe von Personen beantworten.
So schreibt zum Beispiel der Sozialwissenschaftler Martin Wilk, Büroleiter der Frauenpolitischen Sprecherin im Bundesvorstand der Grünen, dass jetzt vor allem die Männer gefragt seien. Elahe Haschemi Yekani von der Humboldt-Universität Berlin fordert, dass der Feminismus breiter und bunter werden muss - sich quasi zu vielen Feminismen wandeln. Ina Kerner, Politologin und Autorin des Buches „Differenzen und Macht. Zur Anatomie von Rassismus und Sexismus“ erwartet vom Feminismus, dass sich dieser immer wieder erneuert.
Momentan stehen neun Beiträge online (darunter auch einer von mir), aber die Liste wird in den kommenden Wochen noch wachsen. An dieser Stelle haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gunda-Werner-Institut einen wahnsinnig wichtigen Schritt getan: indem sie - anstatt zur Debatte nur eine weitere Meinung fallen zu lassen - einen Schritt weitergehen und fragen, was als nächstes passieren muss und kann.
Und hiermit auch an euch die Frage: “Was ist der Streit-Wert?”
Laut wissen.de sind das die da auf den Bildern:

Oben von links nach rechts:
Antonia Rados, Anke Engelke, Heather Nova, Ingrid Betancourt, Judith Holofernes
Unten von links nach rechts:
Juli Zeh, Julia Jentsch, Sophia Loren, Cornelia Funke, Alanis Morisette
Einverstanden? Oder nicht? Wer fehlt? Und warum ist die super?
(Bild von wissen.de geliehen)
Eve Ensler ist eine von diesen übercoolen Vorbildfrauen. Sie ist nicht nur die Autorin der “Vagina Monologues” (jetzt im Ernst, die sind weniger käsig als man meinen könnte), sondern hat auch die Organisation V-Day gegründet, die sich gegen Gewalt an Frauen weltweit einsetzt, feministische Partys veranstaltet und VM-Aufführungen.
Vor ein paar Monaten bat Ensler ihren Kollegen Mark Matousek, eine Kolumne aufzubauen, in der Männer über Gewalt gegen Frauen schreiben: Ein Basketballer beschreibt seine Kindheit in einem Haus voller Schwestern, ein Vater erklärt seiner Tochter, warum er so oft verreisen muss. Die Männer sollen darüber schreiben, wie sie Gewalt gegen Frauen wahrnehmen, welche Erfahrungen sie selbst gemacht haben.
Eine besonders bewegende Geschichte hat der Arzt Marco Naguib geschrieben – über seine Mutter, die von seinem Vater verprügelt wurde, und über die vielen Versuche, die ihre Kinder unternahmen, sie zu beschützen:
I hadn’t been the first person to suggest that Mama leave Baba, my father and tormentor. On her wedding night, in a boarding house in Beiruit, Baba beat her for the first time. The landlady urged her to pack her things and go, as Mama wiped the running kohl off her face, even offering to buy her a ticket back to Egypt. It wasn’t too late to change her mind, to annul this ill-fated marriage. Mama refused, too ashamed to return home after having eloped to Lebanon with Baba in the first place. She buried her face in the satin of her gown and remembered her mother’s solemn expression the day she left, her head covered in a thin black veil out of respect, refusing to shed a tear.
Also, ich will mehr solche Texte lesen. Leserinnen und Leser, wie geht es euch da?
Die Medienwissenschaftlerin und Filmemacherin Prof. Dr. Bernadette Wegenstein kommentiert im Politischen Tagebuch der Initiative dieGesellschafter.de die RTL-Doku-Soap “Aus Alt mach Neu” mit Brigitte Nielsen. Diese wird - immer von den Kameras begleitet - per Komplett-Makeover wieder Showbiz-kompatibel gemacht:
Die Frage heute ist nicht mehr: »Was wollen wir mit unserer Schönheit sagen und wem« (…), sondern die Frage ist: »Was kann Ich aus meinem genetischen und kulturellen Potenzial machen? Wie kann ich daraus Kapital schlagen? Wie kann ich mich verbessern auf dem Markt der Individualität?« Dieses Diktat erhebt totalitären Anspruch. (…) In einem 21. Jahrhundert, in dem die westliche Welt langsam aber sicher »erschönt«, wird es bald keine Möglichkeit mehr geben, den »anderen« Körper, den entstellten, nicht weißen, nicht glatten, nicht zuordenbaren Körper überhaupt zu sehen und zu »lesen«.
Jetzt, wo Barack Obama der Kandidat der Demokraten für das Amt des US-amerikanischen Präsidenten ist, rückt auch seine Frau Michelle weiter in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Michelle Obama ist eine erfolgreiche Anwältin und Feministinnen machten sich schon während der Vorwahlen so ihre Gedanken: nämlich was wohl mit ihr passiert, würde ihr Mann Präsident. Würde das amerikanische Volk nicht verlangen, dass die First Lady ihren Beruf aufgibt, um ihrem Mann den Rücken freizuhalten? Für den Wahlkampf hat sie bereits eine Auszeit genommen - die erste ihrer Karriere.
Das Blog “Michelle Obama Watch” wurde ins Leben gerufen, um die Medienberichterstattung zu Michelle Obama kritisch zu beobachten und zu dokumentieren. Denn mehr als John McCains Ehefrau ist Michelle Obama eine für die Medien interessante Figur: Sie ist selbstständig, engagiert, mit einer eigenständigen Persönlichkeit unabhängig von ihrem Ehemann. Was manche US-amerikanische Medien dazu verleiten zu scheint, sie genauso wie den Kandidaten selbst unter die Lupe zu nehmen. Und bei der Berichterstattung auch gerne mal übers Ziel hinauszuschießen - zum Beispiel als Michelle und Barack Obamas “fist bump” als “terroristische Geste” interpretiert wurde.
Dieses Blog wird auf jeden Fall in den nächsten Monaten regelmäßige Besuche wert sein. Und die Betreiber der Webseite freuen sich über jede und jeden, die bzw. der mitarbeiten möchte, zum Beispiel die europäische Berichterstattung im Auge behalten und über Merwürdigkeiten informieren.
Über Feministe.us
Die Ladys von feministing.com sind seit Anfang des Jahres auch auf Youtube zu sehen, mit ihrer Kolumne “Friday Feminist Fuck You”. Und Jessicas “Fuck You Online Misogynists” vom vorletzten Freitag ist absolut sehenswert. Gäbe es ein Kästchen zum Unterschreiben, stünde dort mein Name.
Und, da ich nächste Woche Geburtstag habe: Kann mir irgendjemand dieses tolle T-Shirt schenken?
Na, dann lasst euch nicht davon abhalten, zu flirtblogger.com zu surfen. Hier schreiben “René” und “Nicole” über “Flirten, Dating und mehr”. Und eine sogenannte Flirt-Community finden wir hier auch, in der sich vorwiegende weibliche Online-Personen mit kleinen Scherzen und romantischen Vorstellungen präsentieren. Was an sich ja total legitim und für den Fortgang der Menschheit auch wichtig ist.
Schade nur, dass sowohl Nicole als auch René nullkommanull Respekt vor dem Hauptobjekt der Begierde, nämlich der verfügbaren Frau, haben. Der aktuellste kleine Essay von René behandelt das Thema: Was tu ich, wenn mein “Date” den Roman Feuchtgebiete von Charlotte Roche gut findet? René, gentlemanesk wie er sein muss, rät: Aufstehen und gehen. Weil das nämlich eklig ist.
Klar, ist voll eklig, wenn sich Frauen Gedanken über Körperzwänge machen, ihh, bääh. Gelesen hat René das Buch zwar nach eigenen Angaben nicht, aber er findet es “voll abtörnend”, wenn Mädchen Charlotte Roche nacheifern. Weil die stinken dann alle. Nämlich hat eine Frau in erster Linie die Aufgabe haarlos und wohlriechend zu sein - erst wenn sie diese Kriterien erfüllt hat, soll sie auch Bücher lesen und sich aus ihnen eine Meinung bilden. (Das ist natürlich nur die Interpretation eurer geneigten Autorin.)
Aber gut. René bezeichnet Frauen ja auch als “süße Mäuse” und fände es gut, wenn er weiblichen Bekanntschaften die Nippel messen dürfte, ohne, dass die gleich deswegen “Zickenterror machen”. Insofern ist sein Blog vielleicht auch einfach nur ein Versuch, seine unendliche Einsamkeit zu bekämpfen.
(Danke an maYa für den Link!)