Archiv für ‘Kultur’

Mission Missy

Saturday, August 2nd, 2008 von Susanne

Bald ist sie da, die erste Ausgabe des Missy Magazines. Das Warten an sich ist schon schlimm, aber die Missys heizen die Vorfreude noch ein bisschen an und plaudern ein bisschen aus dem Nähkästchen, woran sie gerade arbeiten, dass die Modestrecke schon fotografiert ist und die Titelgeschichte auch schon steht. Ehrlich gesagt, das macht uns einfach nur noch kribbeliger!

Wir scheinen auch nicht die Einzigen zu sein, die endlich Missy lesen wollen, denn diese tolle Fanpost von Frl. Zucker hat die Redaktion schon jetzt bekommen:

Oktober, jetzt mach mal hinne!

Fundstücke

Wednesday, July 30th, 2008 von Barbara

Ist das so?

Männer, die alleine an der Bar stehen, haben etwas Cooles, wie einsame Wölfe oder Hemingway. Frauen dagegen wirken irgendwie verzweifelt.

Und:

Was Adele für pubertierende Außenseiterinnen darstellt, ist Alanis Morissette für Single-Frauen in der Prä-Menopause.

Gefunden von unserer Leserin Lisa auf jetzt.de und bei Zitty.

Meine Brüste gehören mir

Monday, July 28th, 2008 von Meredith

Keira Knightley, Mann. Bisher war mir die Schauspielerin eher negativ durch ihre dominante Schnute und Bambihaftigkeit aufgefallen, aber es stellt sich raus: Bambi hat Schmackes.

Laut Medienberichten wollten die Marketingleute ihres neuen Films “The Duchess” Knightleys - natürlicherweise minigroße - Oberweite um einige Körbchen raufshoppen. Doch Knightley gab die Bilder nicht frei. Obwohl sie nach eigener Aussage “wirklich gerne Brüste hätte”, steht sie lieber zu dem, was sie hat. Bei der Werbung für den Film “King Arthur” war aufmerksamen Beobachtern schon aufgefallen, dass die Grafiker Knightley extra Holz vor die Hütte gezaubert hatten.

Damals winkte die Schauspielerin nur ab, diesmal macht sie nicht mit. Wie ätzend das auch sein muss, wenn irgendwelche Grafik-Werbe-Fritzen meinen, sie müssten den eigenen (ohnehin spitzenmäßigen) Körper irgendwie verändern. Von der giftigen Botschaft, dass eine Frau nur herzeigbar sein soll, wenn sie Titten hat, mal ganz abgesehen.

Applaus für KK, oder wie?

Bild: (NYdailynews.com)

Diktatur der Schönheit

Monday, July 28th, 2008 von Susanne

Die Medienwissenschaftlerin und Filmemacherin Prof. Dr. Bernadette Wegenstein kommentiert im Politischen Tagebuch der Initiative dieGesellschafter.de die RTL-Doku-Soap “Aus Alt mach Neu” mit Brigitte Nielsen. Diese wird - immer von den Kameras begleitet - per Komplett-Makeover wieder Showbiz-kompatibel gemacht:

Die Frage heute ist nicht mehr: »Was wollen wir mit unserer Schönheit sagen und wem« (…), sondern die Frage ist: »Was kann Ich aus meinem genetischen und kulturellen Potenzial machen? Wie kann ich daraus Kapital schlagen? Wie kann ich mich verbessern auf dem Markt der Individualität?« Dieses Diktat erhebt totalitären Anspruch. (…) In einem 21. Jahrhundert, in dem die westliche Welt langsam aber sicher »erschönt«, wird es bald keine Möglichkeit mehr geben, den »anderen« Körper, den entstellten, nicht weißen, nicht glatten, nicht zuordenbaren Körper überhaupt zu sehen und zu »lesen«.

Female Trouble

Friday, July 18th, 2008 von Susanne

Jetzt und bis zum 26. Oktober 2008 in der Münchner Pinakothek der Moderne: Die Ausstellung “Female Trouble - Die Kamera als Spiegel und Bühne weiblicher Inszenierung”. Die Ausstellung dreht sich um Klischees, Vorurteile und Andersdenken des Weiblichen.

Spiegel Online schreibt heute, die Ausstellung “bereichert die neue Feminismusdiskussion um überraschende Einsichten”. Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentiert die Bedeutung des Kunst-Selbermachens für Frauen:

Fotoapparat und später Videokamera (…) wurden für zahlreiche Frauen zur Prothese, zur zweiten Realität, um aus den gesellschaftlich auferlegten Beschränkungen auszubrechen. Im Zeitraffer spielen sie verwehrte Leben durch, parodieren die Rollen, die ihnen das Umfeld aufdrängt oder erfinden Frauenbilder, die bisher nicht vorgesehen waren.

Spannender Text zum Theme Frauen und Kunst-/Kulturbetrieb auch im Spiegel der letzten Woche: Weder Muse noch Madonna.

Missy mag’s bisschen anders

Thursday, July 10th, 2008 von Meredith

Ich persönlich zähle ja schon die Tage bis zum 20. Oktober. Dann nämlich soll - so weit ich informiert bin - die erste Ausgabe des Missy Mag erscheinen, das Chris Köver, Sonja Eismann und Steffi Lohaus derzeit produzieren.

jetzt.de hat mit Chris darüber gesprochen, was Missy will, wie es aussehen wird, warum positive Diskriminierung weiblicher Künstler wichtig ist - und über den sog. Konflikt alter Feminismus gegen neuer Feminismus.

Was hältst du von der aktuellen Diskussion „alter Feminismus gegen neuer Feminismus“?
Ich finde diese ganze Diskussion sehr problematisch. Es gibt weder den alten, noch den neuen Feminismus. Es hat schon immer im Laufe der Geschichte unendlich viele feministische Positionen gegeben, die auch massiv gegeneinander argumentiert haben – sei es während der ersten Welle um die Jahrhundertwende oder während der zweiten Welle in den 60er/70er Jahren. Deswegen finde ich es problematisch, von dem alten und dem neuen Feminismus zu sprechen. Auch heute gibt es nicht den neuen Feminismus. Es gibt ganz viele verschiedenen Feminismen. Derjenige, den beispielsweise die „Alphamädchen“ Autorinnen vertreten, ist ein anderer als derjenige den wir im Missy Magazin vertreten, als derjenige den Lady Bitch Ray vertritt und so weiter. „Der Alte vs. der junge Feminismus“ knallt zwar eher, weil man durch diese Aufteilung eine Generationendebatte aufziehen kann, aber es wird der Sache einfach nicht gerecht.

Welche Art von Feminismus machst du mit deinem Magazin?
Ich glaube, wir stehen dem Feminismus der Alphamädchen schon sehr nahe, aber gleichzeitig gibt es auch bestimmte Statements mit denen wir nicht einverstanden sind.

Zum Beispiel?
In der Einleitung des Buches steht: „Uns ist bewusst, wir schreiben aus unserer Perspektive als gebildete, weiße, deutschstämmige Frauen, aber die Probleme über die wir sprechen, sind die der Mehrheit der Frauen in Deutschland“. Das glaube ich nicht. Ich bin mir relativ sicher, dass die Probleme, über die wir auch im Zuge der neuen Feminismusdebatte sprechen, zu einem großen Teil Probleme sind, die vor allem wir als privilegierte, gebildete, weiße, Mittelklasse-Frauen haben. Migrantinnen oder Lesben haben noch ganz andere Problem. Wir können uns nicht hinstellen und sagen: Wir sprechen hier für die Mehrheit. Das würden wir uns gar nicht erst auf die Brust heften.

Ich glaube ja auch, dass Lesben oder Migrantinnen oder arme Frauen noch andere Probleme haben, als in den Alphamädchen angesprochen wird. Gleichzeitig gibt es ja wohl doch einige gemeinsame Nenner, auf denen man aufbauen und von denen aus man weiter arbeiten kann, oder? Auf jeden Fall werden wir dieses Thema so schnell nicht los - aber so lang wir es produktiv beackern, ist das ja auch gut so.

Modelgeflüster

Wednesday, June 4th, 2008 von Barbara

Zwei Models unter sich - Insidertalk auf Spiegel Online zum TV-Dauerbrenner “Germany’s next top model”:

“Fehlende Selbsteinschätzung ist bei den meisten eh’ das größte Problem”, ergänzt Lilo. “Jungs müssen einfach Typen sein, gutes Aussehen reicht nicht. Cool müssen die sein. Bei Mädels ist es schon so, 90-60-90.”

Jiri stimmt zu. “Weibliche Models erkennt man an der Figur, Männer nicht unbedingt.” Dabei ist das Model-Business eine der weniger Branchen, in denen Frauen im Vergleich zu Männern mehr als das Doppelte verdienen. “Ist doch sonst eigentlich nur bei der Prostitution so” - Jiri kann damit leben.

Ach so.

Gezeichnete Sexbomben

Wednesday, May 28th, 2008 von Barbara

Zwei Drittel männlich, ein Drittel weiblich, mit langen Beinen, Wespentaille und dickem Busen. So lautet das Ergebnis einer Studie des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) und der Stiftung Prix Jeunesse, die mehr als 30.000 Charaktere in Trickfilmen und -serien für Kinder aus 24 Ländern untersucht hat.

Geht man davon aus, dass das Fernsehen auch die Entwicklung von Identität beeinflusst, eine traurige Bilanz. Aber selbst in meiner eigenen Kindheit war das schon so: Die Freunde von Biene Maja heißen Willi und Flip, Puck, Max und Alexander. Freundinnen hatte sie wenige; und die anderen Frauenfiguren waren Lehrerin Kassandra oder Spinne Thekla. Doch wenigstens sieht Maja mehr aus wie ein Kind und nicht wie eine sexy Barbiepuppe.

Das Bild hat Claudia Kaiser gezeichnet.

Warten aufs Heiraten?

Wednesday, May 21st, 2008 von Barbara

“Darauf haben Millionen von Frauen gewartet.” Mit diesem Satz werden immer wieder Dinge angepriesen, die ich kaufen, sehen und tollfinden soll. Meistens kaufe, sehe oder tollfinde ich diese Dinge dann doch nicht. Weil ich nicht darauf gewartet habe.

Nummer 2: “Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit”

Vielleicht ist es unnötig zu sagen, dass ich nicht auf eine weitere Hochzeits-Dokusoap gewartet habe. Und vielleicht ist es sogar gehässig, einfach mal das zu zitieren, was unter Pressestimmen auf der RTL II-Website zum Start ihrer neuen Show zum Thema “Unter die Haube in weiß” steht. Das ist nämlich recht lustig, wer da wen heiratet oder wen überrascht:

Sehr gut kommt das neue Format “Heirate mich - Geheimprojekt Hochzeit” bereits im Vorfeld bei der Presse an. Hier ein paar Auszüge:

Bild + Funk über Aleks Bechtel: “Als Hochzeitsengel kehrt die hübsche junge Mama auf den Bildschirm zurück, tauscht Rassel und Babypuder gegen das Mikrofon.”

TV Movie: “Romantik im Wonnemonat Mai: […] Auch bei RTL II hängt der Himmel voller Geigen: In “Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit” überrascht Aleksandra Bechtel einen ahnungslosen Bräutigam mit einem Heiratsantrag. Drei Tage Bedenkzeit bleiben den Auserwählten, um mit einem entschlossenen ‘Ja, ich will’ zu antworten!”

Ihr Fernsehleute! Sucht euch neue Themen! Für die Zukunft, für das Land, für die Hoffnung!

P.S.: quotenmeter.de schreibt zu meinem Entsetzen, der Start der Serie wäre gar nicht so übel gewesen:

… sahen im Schnitt 0,82 Millionen 14- bis 49-jährige Fernsehzuschauer die Premiere der etwas anderen Kuppelshow, der Marktanteil lag mit 6,8 Prozent im Bereich des derzeit sehr starken Senderschnitts…

Er: Hengst. Sie: Flittchen.

Saturday, May 17th, 2008 von Susanne

Jessica Valenti, Autorin von “Full Frontal Feminism” hat ein neues Buch geschrieben. Es hört auf den eingängigen Namen “He’s A Stud, She’s A Slut and 49 Other Double Standards Every Woman Should Know” - dreht sich also um die amerikanische Doppelmoral in Sachen weiblicher Sexualität.

Das nur auf die Schnelle für alle Valenti-Fans, die schon sehnsüchtig auf Buch Nr. 2 gewartet haben. Bei Feministing.com kann man schon mal reinlesen. Eine ausführliche Besprechung folgt demnächst in unserer Feministischen Bibliothek.