Ein Vater missbraucht und schwängert seine Tochter über Jahrzehnte, sperrt sie im Keller ein, wo sie ihre Kinder bekommt und zum Teil großzieht. Dieser Fall der Familie F. aus dem österreichischen Amstetten ist in einem Ausmaß entsetzlich, das meine Vorstellungskraft übersteigt. Derzeit steht der 73-jährige Vater, Josef F., vor Gericht. Wie die österreichische Regierung meldete, gibt es in Österreich Überlegungen, das Sexualstrafrecht zu reformieren: Die Verjährung von Straftaten etwa soll von 15 auf 30 Jahre hochgesetzt werden, Strafen sollen drastischer ausfallen - und Sexualstraftäter dürfen keine Kinder adoptieren. Hintergrund sind die Sexualstraftaten, die Josef F. in den 1960er Jahren begangen hat, nach geltendem Recht sind sie heute verjährt. Deshalb konnte F. die Kinder, die seine Tochter im Keller zur Welt gebracht hat, adoptieren.
Wie gut der Spiegel das doch wieder erkannt hat: Frauen sind nur bis Mitte 30 was wert, und wenn sie dann auch noch Kinder haben, kann man sie eigentlich vergessen:
Jennifer Lopez hat beruflich ihre besten Jahre hinter sich. Als Frau mit einem Lebensalter von 38 und als Mutter von zwei Kindern ist sie in der Musikbranche schwer zu positionieren, auf attraktive Kinorollen darf sie sich kaum noch Hoffnungen machen.
Die Süddeutschen Zeitung berichtete heute: Die italienische Künstlerin Pippa Bacca wurde auf ihrer Reise durch die Türkei vergewaltigt und umgebracht. Ihr Tod löste in der Türkei eine Diskussion um den Umgang der Gesellschaft mit Vergewaltigungen aus:
Es ist eine Debatte über Machismo und Gewalt gegen Frauen, grausame Traditionen und das Wegschauen von Justiz und Gesellschaft. Hätte das überall passieren können, eine solche Vergewaltigung, ein solcher Mord? “Stimmt schon, Vergewaltiger gibt es überall”, schreibt der liberale Kolumnist Can Dündar am Montag in der großen Zeitung Milliyet: “Aber vermutlich werden sie nur in der Türkei gedeckt.”
Tatsächlich seien in türkischen Gerichten immer wieder zu milde Urteile verhängt worden oder der Vergewaltiger ganz freigesprochen. Die Begründungen lauteten dann: “Der Gerichtsmediziner war zu dem Ergebnis gekommen, dass das Mädchen keine seelischen Schäden davongetragen hatte.” Oder: “Das Opfer habe schließlich früher eine sexuelle Beziehung zu dem Angeklagten gehabt.”
Viele türkische Richter würden nur ganz langsame Fortschritte in ihrem Rechtsverständnis machen. Aber auch der Staat hinke noch hinterher: Erst im Zuge der EU-Anpassung 2004 wurde beispielsweise ein Artikel aus dem türkischen Strafgesetzbuch gestrichen, der einem Vergewaltiger Straffreiheit ermöglichte, wenn er einwilligte, sein Opfer zu heiraten!
Neben steigenden Salzpreisen und Mord und Totschlag wird 2008 in Kambodscha noch etwas stattfinden: Die Ehefrauen werden wütend sein. Das sagt der königliche Astrologe Kambodschas.
Für wütende Frauen sind wir ja Experten hier, was ich mich nur manchmal frage, ist, wo man auf der Dauer mit seiner Wut hin soll. Zu denken gegeben hat mir eine Äußerung unseres treuen Kommentators ping, der meinte, es reiche nicht, sich nur verbal zu äußern. Ich zum Beispiel nutze oft meinen Beruf oder diese schöne Webseite um meine Wut über Ungerechtigkeit und Sauereien zum Ausdruck zu bringen. Doch zwischendurch stellt sich mir duchaus die Frage: Reicht das schon? Ändert das was?
In gewisser Weise treibt Feministinnen und Feministen ja neben dem Wunsch nach einer besseren Welt auch die Wut darüber, dass wir sie noch nicht haben, an. Wie geht es euch da? Was macht ihr mit eurer Wut? Wäre es nicht super, einen Kanal zu finden, in den man seine Wut reinstopft und hinten kommt ein konkretes Ergebnis heraus?
In Saudi-Arabien haben zwei wahhabitische Eminenzen, Abdel-Mohsin al-Obaikan und Mohsin Awaji, das Fahrverbot für Frauen hinterfragt. Das islamische Recht verbiete Frauen nicht das Führen von Kraftfahrzeugen, sagen sie.
Auch der König von Saudi-Arabien, Abdullah, macht sich für mehr Bewegungsfreiheit von Frauen stark. Seit kurzem dürfen Frauen auch alleine, ohne einen “gesetzlichen Vormund”, sprich einen Mann, in einem Hotel übernachten.
So heißt ein Dokumentarfilm, den der WDR heute Abend 22 Uhr sendet. Der Film zeigt Bilder aus China, aus dem Leben junger Menschen. In ihrem Land treffen Tradition (die Familie möchte einen Statthalter) und Moderne (Ein-Kind-Politik der Regierung) aufeinander, und so gibt es zu viele Männer und zu wenig Frauen. Der BBC-Film zeigt, dass viele Männer deswegen keine Partnerin finden und immer wieder junge Frauen entführt und für ein chinesisches Jahresgehalt, 4.000 Dollar, an wohlhabende Junggesellen verkauft werden.
Dieses Bild ist “UNICEF-Foto des Jahres 2007″ geworden. Es zeigt eine Elfjährige mit ihrem 40-jährigen Verlobten. Die Eltern des Mädchens sagen, sie brauchen das Geld. Der Bräutigam sagt, er wolle seine zukünftige Frau zur Schule schicken. Die Leute im Dorf sagen: “Die Männer wollen keine gebildeten Frauen, das Mädchen wird wohl bald Kinder bekommen.”
„Was fühlst du heute?“ fragte Fotografin Stephanie Sinclair das Mädchen Ghulam am Tag ihrer Verlobung. “Nichts“, sagte das Mädchen etwas verwirrt. “Ich kenne diesen Mann nicht - was sollte ich fühlen?“
Nachtrag am 19.12.: Der niederländische Schriftsteller Leon de Winter schreibt auf spiegel.de über all das, was dieses Foto in ihm auslöste: “… dass unser Universum (…) in seinem tiefsten Inneren getroffen worden ist vom Leiden dieses einsamen, sehr einsamen Mädchens.”
Im SZ-Magazin von heute schreibt Susanne Schneider über indische Mädchen ohne Rechte.
“Wer mit ihnen spricht, zieht Unglück auf sich. Wer sie tötet wird nicht bestraft. In Indien gibt es Millionen Mädchen, deren Leben als völlig wertlos gilt: Die Gesellschaft hält sie für verflucht. Reportage aus einer Welt des tödlichen Aberglaubens.”
In der nordirakischen Stadt Basra sind im vergangenen Jahr 40 Frauen die Opfer eines islamistisch motivierten Mordfeldzuges geworden.
In vielen Vierteln Basras sind auf den Hauswänden Todesdrohungen gegen Frauen zu sehen, die geschminkt oder ohne Kopftuch auf die Straße gehen, berichtet die AP. Und an den Leichen der Opfer werden islamistische Botschaften angebracht mit Erklärungen wie “Diese Frau hat gegen die göttlichen Lehren verstoßen” und Warnungen an andere, die es ihnen gleich tun.
Interessanterweise hat in den USA vor kurzem eine rechtskonservative Publizistin eine Tirade gegen liberale Feministinnen gehalten und behauptet, die US-Truppen hätten im Irak mehr für die Befreiung der Frauen getan, als das feministische Etsbalishment überhaupt. Fragt sich nur, was die Frauen im Irak denken, die nicht mehr frei entscheiden können, was sie tragen möchten, ohne um ihr Leben zu fürchten.