Archiv für ‘Guter Tand’

Die essentielle Frauen-Chronik 2008

Tuesday, January 6th, 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 20 von 20 der Serie Die Feministische Bibliothek

Aviva FrauenchronikEin kleiner Nachtrag noch in Sachen Rückblick 2008: Das fantastische Berliner Online-Frauen-Magazin Aviva gibt für das vergangene Jahr die “Essentielle Frauenchronik” heraus, die ich hier kurz wärmstens empfehlen möchte. Worum geht es? - Nun, dazu möchte ich gerne die Herausgeberin selbst zu Wort kommen lassen:

Die Idee entstand aus dem Bewusstsein bezüglich des Ungleichgewichtes in der Berichterstattung über Frauen und Männer durch die gängigen Medien. Dort sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert und werden mit ihren Leistungen nicht ausreichend dargestellt, was wiederum ein bestimmtes Bild in den Köpfen der Öffentlichkeit reproduziert: Frauen seien nicht gleichwertig in Wirtschaft, Kunst und Kultur, Medien und Sport, Recht und Wissenschaft oder Politik vertreten. Diesen Irrglauben ein wenig gerade zu rücken, ist Anliegen unseres Rück-Blicks

Deswegen enthält die Chronik einen riesen Haufen toller Frauen und was sie gemacht haben:

Die essentielle Frauen-Chronik” 2008 enthält nicht weniger als 371 Einträge, 115 Jubiläen und aktuelle Ereignisse, 165 Geburtstage und 91 Todestage. Insgesamt wird das Engagement von 306 Frauen gewürdigt, darunter berühmte, aber auch bislang kaum bekannte. Die zahlreichen Einträge der Chronik laden zum Nachdenken oder zum Schmunzeln ein. Eine ausführliche Literatur- und Linkliste ergänzt die Publikation und macht sie zu einem sinnvollen Nachschlagewerk.

Erhältlich ist die Chronik über den Dashöfer-Verlag.

Und was ist heute hinterm Türchen?

Thursday, December 4th, 2008 von Katrin

“Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…”

lesende WeihnachtsfrauDa sage nochmal eineR, FeministInnen hätten mit Traditionen nix am Hut: Das Weblog der Genderbibliothek an der Humboldt-Universität in Berlin bietet einen überaus nützlichen Adventskalender an. Jeden Tag erfahren an Gender Studies interessierte Menschen nun, wo sie Zeitschriften, Datenbanken, Literatur und ExpertInnen rund um die Themen Gender und Frauen finden können.

Auslöser für diese Idee war eine Umfrage unter den Studierenden der Gender Studies, welche Datenbanken und Literatur sie für ihre Recherche nutzen würden. “Viel zu wenig!” dachten die BloggerInnen ob des Ergebnisses und machten es sich zur Aufgabe, 24 interessante und nützliche Quellen, sowie Kontakte für ihre Studierenden zusammenzustellen. Am 1. Dezember konnte man erfahren, welche Fachzeitschriften es gibt, am 2. führte die Reise nach Österreich und gestern gab es Leipziger Schätze zu erkunden. Heute werden ExpertInnen zu verschiedenen Themen und wie man sie findet erörtert. Also schaut doch rein - es werden noch 20 Türen zu öffnen sein und das mitmachen lohnt sich bestimmt!

Über mari*us.zierold

Hey Playgirl

Thursday, November 20th, 2008 von Susanne

Die Feministinnen-Sammelkarte, die in jeder Missy zu finden sein werden, soll es nun auch online zum Downloaden, Ausdrucken, Ausschneiden geben. Juhu! Karte Nr. 1 ist gerade online gegangen:
VALIE EXPORT, österreichische Medienkünstlerin.

Bis ein ganzes Set entsteht, also 32 Karten beieinander sind, werden zwar acht Jahre vergehen (4 Missys pro Jahr; Applaus für den Optimismus), aber dann! Sticht meine Feministin deine aus …

It’s Sexytime! - Erotik für Frauen (Teil I)

Friday, September 26th, 2008 von Katrin

Pin-UpKürzlich flatterte mir die mittlerweile zweite Ausgabe des neuen Erotik-Magazins “Alley Cat - Entertainment For Her” ins Haus. Gespannt begann ich, die knapp 100 Seiten des Hochglanz-Magazins der Modejournalistin Ina Küper durchzublättern und die Artikel zu lesen, die Fotostrecken zu betrachten. Mein erster Gesamteindruck war: “Edel. Nicht ‘klebrig’.” In der Tat scheinen die Macherinnen Wert auf ein gepflegtes Äußeres ihres ‘Babys’ zu legen. Überschriften mit großen, weitausschwingenden Buchstaben, ein Editorial, das in klassisch roter Samtbettwäsche daherkommt, durch und durch anmutige Models.

Die Macherinnen beschreiben ihr Anliegen so:

“In typisch weiblicher Manier umfasst das Heft zwei weitere Seelenschmeichler: Lingerie und Beauty. Wir verwöhnen unsere Leserinnen mit luxuriösen Kosmetik-Items, entführen sie auf exklusive Wellness-Trips und nehmen sie mit in die Umkleiden der edelsten Dessous-Shops dieser Welt.”

Die Themen sind recht einschlägig: In “Catzchen des Monats”, einer Rubrik, in der jeden Monat eine prominente Frau in einem Interview erotische Auskünfte gibt, erzählt die Macherin des “Big Penis Book”, warum eben dieser Big Penis doch besser sei, als zu Kleine, und warum sie auf “Naturburschen” steht und Beschneidung ablehnt. In der Rubrik “Klartext” erzählt Jenna Jameson Wahrheiten aus der Porno-Industrie und die letzten 30 Seiten befassen sich dann ausgiebig mit der Frage, wie Frau als Pin-Up am besten die Herren der Schöpfung verführen kann (von Make-Up-Tipps über Dessous bis hin zu “Geheim-Tipps aus der Welt der Verführung). Die Ausrichtung des Magazins ist also recht klar: Frauen sollen zu einer ausgiebigen Sexualität ermutigt werden; oft unausgesprochenes wird ausgesprochen und daneben noch ein paar Tipps, wie man sich in Bettgeschichten sexier machen und fühlen kann. Anmutig und edel möchte man sein. Nicht in die Schmuddelecke geraten.

Einmal davon abgesehen, dass mir dieser Stil an vielen Stellen einfach ein wenig zu bemüht erscheint, hatte ich mit der Ansage “Ein großer Penis verleiht seinem Besitzer verführerische Männlichkeit.” und “Je perfekter ein Spielgefährt ist, desto lieber lassen wir uns auf ihn ein,” schon so meine kleinen Schluckbeschwerden. Denn ganz ehrlich: Für mich klingt das schon ein bisschen nach dem Schönheits-Junkie-Problem, von dem wir Frauen ja gerade endlich wegkommen sollten. Auch sind sämtliche im Magazin abgebildeten Frauen einfach nur: Typisch perfekt und makellos. Was sicherlich aufgrund des Gesamtanliegens der Herausgeberinnen, Möglichst Ästhetisch zu sein, nur konsequent ist. Aber muss Schönheit, muss Ästhetik wirklich 90-60-90, oder wie es eine Leserin beschrieb: “Silhouette wie die einer Cola-Flasche” - oder, O-Ton einer anderen Leserin: “eine perfekte Sanduhr-Silhouette” bedeuten? Da bin ich etwas skeptisch. Dennoch: Die Intention der Produzentin ist sicherlich richtig: Auch Frauen haben ein Recht auf Erotik und ein Magazin nur für weibliche Phantasien ist eine coole Idee. Ob das aber auch anders gehen könnte, werde ich in den kommenden Tagen zu ergründen versuchen, wenn ich im zweiten Teil dieser Reihe ein “Jungsheft” auf Herz und Nieren untersuchen.

Bis dahin sei das “Schlüsselloch” des “Alley Cats” zu empfehlen. Viel Spaß!

Erotik für Frauen II: Sex - So machen’s die Frauen
Erotik für Frauen III: Jungsheft

Die Dollhausmeisterin: Ilona Marti

Tuesday, September 9th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 1 von 2 der Serie 3 Fragen an die Künstlerin

Ilona Marti ist 23, wohnt in Zürich, und hat gerade ihren Abschluss an der Zürcher Hochschule der Künste im Bereich Style & Design gemacht. Das Projekt Dollhaus - Geschlechterkonflikte zum Kuscheln war ihre Bachelor-Arbeit.

Dafür dachte sie sich Namen, Lebensläufe und den damit zusammenhängenden gender trouble aus. Sie nähte jede dieser Figuren als Puppe mit individuellen Merkmalen wie einer Krawatte, einer Weste, einer Kette. Auf ihrer Webseite kann man die Figuren dann in ihrem “Dollhaus” besuchen, etwas über ihr Leben erfahren und einen “Reality Check” machen: Zu jeder Figur gibt es einen kleinen Film darüber, wie das Leben der Figur durch Geschlechternormen beeinflusst wird. Im “Advanced Reality Check” steht dann noch ein weiterführender Text, eher theoretischer Natur. Anschauen könnt ihr euch das Ganze selbst, aber wir haben Ilona mal drei schnelle Fragen zu ihrer Arbeit gestellt:

Was war die wichtigste Idee während der Arbeit an den Puppen, der Webseite und den Geschichten?
Zu Beginn hatte ich keinen Plan und keine Vorstellung, was rauskommen würde. Ich bin absolut intuitiv vorgegangen. Ich nähte Puppen, erfand Geschichten, machte Animationen, irgendwann brauchte ich einen Namen. Das Projekt bestand aus tausend losen Stücken. Am Ende fügte sich doch noch alles zu einem runden Konzept zusammen. Darauf bin ich am meisten stolz. Und dann hab ich noch ein absolutes Lieblingsdetail auf der Homepage: die Vögel auf dem Dach des Hauses, die wegfliegen, wenn man auf das “about” klickt. Die mag ich besonders gerne.

Was ist das schönste Kompliment, das du bisher dafür bekommen hast?
Am schönsten waren für mich die Gesichter der Besucher der Ausstellung, wenn sie sich meine Arbeit angesehen haben. Besonders die “Reality Checks” haben vielen Leuten ein Schmunzeln entlockt. Es ist für mich das schönste und unmittelbarste Kompliment, wenn ich den Leuten ein Lächeln entlocken kann. Dann weiß ich, dass die Storys angekommen sind.

Wie beeinflusst deine Arbeit deine (feministische) Haltung, wie der Feminismus deine Arbeit?
Zu Beginn hatte ich dem Begriff “Feminismus“ gegenüber eine starke Abneigung. Trotzdem habe ich irgendwann angefangen, feministische Literatur zu lesen. Mir wurde klar, dass viele „alt-feministische“ Fragen noch heute brandaktuell sind. Ich merkte, dass meine Abneigung dem Feminismus gegenüber nicht gerechtfertigt war. Inhaltlich war ich mit vielen feministischen Ansichten total einverstanden und ich wusste auch, dass ich diese für meine Arbeit verwenden will. Deswegen kann ich sagen, dass der Feminismus meine Arbeit inhaltlich absolut beeinflusst hat. Trotzdem bezeichne ich meine Arbeit nicht unbedingt als feministisch. In erster Linie, weil sich der Feminismus zu stark auf das weibliche Geschlecht bezieht. Abgesehen davon, fand ich den Begriff aber auch irgendwie hinderlich. Ich glaube, dass es sich mit dem Feminismus ähnlich verhält wie zum Beispiel mit Che Guevara. Sein Image überlagert seine Inhalte. Ist es sinnvoll Che Guevaras Bild zu verwenden, wenn ich eine echte Revolution starten will? Nimmt mich dann überhaupt noch jemand ernst? Ähnlich verhält es sich mit dem Feminismus. Er trägt zu viele Vorurteile mit sich rum. Deshalb verzichte ich selber ganz gerne auf den Begriff. Ich würde meine Haltung und meine Arbeit daher eher als “geschlechterrollenkritisch” bezeichnen.

Dies ist Teil 1 der neuen Reihe “3 Fragen an die Künstlerin”. Hier wollen wir Projekte vorstellen, die sich künstlerisch mit dem Thema Feminismus auseinandersetzen. Empfehlungen bitte an mannschaftspost(at)web.de.

Online-Sexismus ist feige

Wednesday, June 11th, 2008 von Susanne

Die Ladys von feministing.com sind seit Anfang des Jahres auch auf Youtube zu sehen, mit ihrer Kolumne “Friday Feminist Fuck You”. Und Jessicas “Fuck You Online Misogynists” vom vorletzten Freitag ist absolut sehenswert. Gäbe es ein Kästchen zum Unterschreiben, stünde dort mein Name.

Und, da ich nächste Woche Geburtstag habe: Kann mir irgendjemand dieses tolle T-Shirt schenken?

PornYES?

Tuesday, April 15th, 2008 von Katrin

Am 4. April wurden die dritten “Feminist Porn Awards” vergeben. Dieser neuartige Filmpreis für Pornos möchte zeigen, dass die Antwort auf schlechte Pornos nicht “PorNO” sein kann, sondern quasi “PornYES” lauten muss und zeigen sollte, dass es auch anders geht. Da die Welt voll von erniedrigenden, billigen und vor allem auch: dummen Pornos ist, fühlen vor allem Frauen, aber auch wirklich viele Männer, ein bisschen allein im dunklen Wald. Während die “PorNO”-Kampagne, die nun in der Emma eine Renaissance erleben durfte, sich wenig mit den sexuellen Fantasien und den Drang, diese auch filmisch darzustellen, befasst, sondern in Pornos eine generelle Erniedrigung der Frau sieht, wünschen sich nicht wenige neue FeministInnen einfach nur: gute Pornos.

Diesem Anliegen widmen sich die nun schon dritten „Feminist Porn Awards“. Diese finden seit 2006 alljährlich im schönen Kanada statt und suchen nach den raren schönen Pornos.

Die Grundeinstellung ist sehr treffend auf der Website der Veranstalter „Good for Her“ dargestellt:

„As feminists and sex-positive people, we want to showcase and honour those who are doing it right, like filmmakers who understand that people of colour are sexual beings - not sexual objectcs.“

Und nun viel Spaß beim Surfen. Here are the WINNERS 2008.

*freu*

Niiiiice!

Thursday, March 27th, 2008 von Susanne

Oh, wie gern hätte ich diesen Kuli! Ach so, kann man kaufen, bei Stickersisters.

Gesehen bei Feministing (Ich stimme Jessica zu: Wie toll wären denn bitteschön Stifte mit “action is glamour”!)

Hohe Absätze → Knaller-Sex?

Sunday, March 9th, 2008 von Meredith

Gute Nachrichten für alle High Heel-Liebhaberinnen und -Liebhaber: Laut einer Studie aus Italien sind hohe Absätze gut für Gesundheit und Sexualität ihrer Trägerinnen.

Bild: Urban Outfitters

Eine Urologin an der Universität von Verona will heraus gefunden haben, dass Frauen, die ihre Füße in einem 15-Grad-Winkel zum Boden halten, weniger elektrische Aktivität in der Beckenbodenmuskulatur haben. Das bedeutet, dass diese entspannter bliebe und deswegen fitter, und daraus folgt: besserer Sex (und vermutlich eine robustere Blasenkontinenz). Ladys können sich also, wenn sie mögen, die langweiligen Beckenbodenübungen sparen und einfach regelmäßig schön hohe Schuhe anziehen.

Was allerdings Füße und Rückgrat nach einem Tag High Heels mit dem Sex-Drive anstellen, ist natürlich wieder eine andere Frage.

Ganz genau

Thursday, January 31st, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 9 von 28 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Untertitel: “Feminists get all the chicks.” Righty-right, Boys!

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