Archiv für ‘Grundsatzfragen’

Was lässt sich täglich tun?

Monday, June 30th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 6 von 6 der Serie Grundsatzfragen

Feminismus ist nicht nur eine Sache für Gender Studies-Seminare, für Diskussionen im WWW oder für politische Programme. Feminismus hat vor allem mit tausend kleinen Entscheidungen im Alltag zu tun.

In welchen alltäglichen Situationen handelt ihr feministisch? Und warum?

Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.

Wie umgehen mit Misandrie?

Friday, June 20th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 5 von 6 der Serie Grundsatzfragen

Unser Leser Matthias stellt diese Frage zur Debatte. Er schreibt:

“Alice Schwarzer hat den Hass auf Männer begrüßt, Valerie Solanas wollte Männer am liebsten ausrotten. Wie sollte sich ein moderner Feminismus gegenüber solchen Positionen verhalten? Gibt es Misandrie heute noch? Ist Misandrie ein Problem? Sollte man als FeministIn Misandrie ignorieren (”Männer haben es trotzdem viel besser als Frauen, von daher brauchen die sich nicht zu beschweren”), sich davon distanzieren oder ihn entschieden ablehnen?

Ich persönlich bin der Meinung, dass die Anerkennung der Existenz von Misandrie und eine Ablehnung des Männerhasses dem Feminismus gut tun würde, da damit eines der ältesten männlichen Klischees über Feminismus widerlegt werden würde, Männer erleben, dass ihre Probleme als solche anerkannt werden und echten Feminismus-Gegnern der Wind aus den Segeln genommen werden würde.”

Wie viel Verschiedenheit kann und muss der Feminismus aushalten?

Monday, June 9th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 4 von 6 der Serie Grundsatzfragen

Früher musste Feminismus kategorisch und oft auch ein Stück dogmatisch sein, um sich Gehör und Respekt zu verschaffen. Heute kann und muss der Feminismus verschiedene Ansätze integrieren können, um in der Mitte einen berechtigten Platz einnehmen zu können. Doch die Frage ist: Was kann der Feminismus aushalten? Manche schalten schon ab, wenn Charlotte Roche ihr Buch “Feuchtgebiete” feministisch nennt, manche drehen erst bei Lady Bitch Ray und ihrer Interpretation des Feminismus durch.

Also, was geht, was nicht? Und wer soll das bestimmen?

Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.

Ist es noch sinnvoll, das Ding “Feminismus” zu nennen?

Saturday, May 31st, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 3 von 6 der Serie Grundsatzfragen

Thea Dorn empfindet den Begriff “Feminismus” als zu verbrannt, als dass man in Zukunft noch etwas Positives mit ihm anfangen könnte; sie wollte es lieber die “F-Klasse” nennen. Die Autorin Jana Hensel sagte im satt.org-Interview: “Ich mag das Wort, ehrlich gesagt, nicht besonders. Es klingt nach Bewegung, Kampf, schlechtem Gewissen und Besserwisserei. Ich vermeide es, so oft es geht.”

Und ihr? Bezeichnet ihr euch als Feministin oder Feminist? Oder bevorzugt ihr eine Alternative? Wenn ja, warum?

Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.

Kann Feminismus Spaß machen?

Monday, May 19th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 2 von 6 der Serie Grundsatzfragen

Im Jugendmagazin Neon, dessen Juni-Ausgabe seit heute am Kiosk liegt, stehen folgende Sätze:

Die neuen Feministinnen gehen jedenfalls immer noch gerne auf Partys, aber nicht nur, denn Spaß macht es mittlerweile auch wieder, sich zu engagieren. Deshalb schreiben sie Bücher, die sie »Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht«, »Neue deutsche Mädchen« oder eben auch »Feuchtgebiete« nennen, gehen mit diesen Büchern auf Lese- und Interviewtour und betonen, dass Feminismus jetzt wieder cool und außerdem sehr spaßig sei. Die Frage ist nur: Kann er das überhaupt sein?

Für mich ist ja der amerikanische Feminismus der beste Beweis, dass die Antwort JA lauten muss. Wer regelmäßig Zeit auf feministe.us, feministing.com oder Bitch Ph.D. verbringt oder Jessica Valentis “Full Frontal Feminism” gelesen hat, wird mir vielleicht zustimmen.

Mir kommt bei dieser Art von Diskussion immer der leise Verdacht, dass deutsche Journalisten (ach nee, wir sind ja selbst welche), also vielleicht die Deutschen allgemein, nicht glauben wollen, dass man ernsthafte Themen nicht immer nur mit bitterer Miene und in verklausulierter Sprache angehen kann.

Man merkt das ja, wenn man wissenschaftliche und auch feministische Literatur aus dem angelsächsischen und dem deutschen Sprachraum vergleicht. Während die Amerikaner es schaffen, unterhaltsame und zugleich fundierte Bücher zu komplexen Themen zu schreiben, gibt es in Deutschland sofort eins mit der Keule “Populäres Sachbuch” drauf - oder ist eben kaum lesbar.

Mit der feministischen Diskussion scheint es ähnlich zu sein: Wer etwas ernst meint, muss gleichzeitig ein Bekenntnis zur Spaßbefreiung ablegen, könnte man meinen. Die These “Feministisches Denken und Handeln ist wichtig und kann Freude bereiten und dein Leben bereichern” scheint für viele Leute nicht zum Aushalten zu sein.

Wie seht ihr das, liebe Leserinnen und Leser? Kann Feminismus Spaß machen, darf er das? Oder wird die Sache dadurch aufgeweicht?

P.S:: Wir können schon mal sagen: Dieses Weblog macht zwar viel Arbeit, aber - Überraschung! - Spaß macht es uns auch, und zwar sehr.

(In der Rubrik “Grundsatzfragen” diskutieren wir Grundsätzliches zum Feminismus. Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.)

Welcher Mittel soll sich ein moderner Feminismus bedienen?

Thursday, May 8th, 2008 von Susanne
Dieser Text ist Teil 1 von 6 der Serie Grundsatzfragen

In der Rubrik “Grundsatzfragen” wollen wir ab sofort regelmäßig Grundsätzliches zum Feminismus diskutieren. Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.

Die Einstiegsfrage da oben geht mir momentan im Kopf herum, heraufbeschworen durch die öffentliche Diskussion, in der immer mal wieder anklingt, dass gar nicht so richtig klar ist, wie junge Frauen und Männer für mehr Gleichberechtigung kämpfen können. Ich habe schon recht früh für mich beschlossen, meinen Beruf auch immer für gesellschaftliche Themen zu nutzen; zum Beispiel für den Feminismus.

Aber das ist natürlich nur eine Form der Meinungsäußerung. Mit welchen anderen kann heute etwas erreicht werden? Was bringen “klassische” Protestformen wie Demos, Proteste, Petitionen und Arbeitszirkel? Für welche Aktionen könntet ihr euch begeistern? Was macht ihr schon?