Bundesagentur für Arbeit gefährdet tausende Mitarbeiter_innen der Jobcenter

von Charlott

Absurde Überschrift? Sie spiegelt noch nicht einmal in Ansätzen das Niveau wider, welches gerade die Bundesagentur für Arbeit an den Tag legt. Diese gab nämlich am Freitag eine Pressemitteilung mit der Überschrift „Inge Hannemann gefährdet tausende Mitarbeiter der Jobcenter“ heraus.

Hannemann war im April von ihrer Tätigkeit im Jobcenter teamarbeit hamburg freigestellt worden, nachdem sie wiederholt Kritik am Hartz-4-System geübt hatte, vor allem auch auf ihrem Blog. Statt sich einschüchtern zu lassen, hat Hannemann in den letzten Monat sich weiter zu Missständen in Jobcentern und allgemeinen Problemen des gesamten Hartz-4-Systems geäußert und viele Unterstützer_innen um sich versammelt. Das gefällt der Bundesagentur nicht wirklich. Die Pressemitteilung liest sich gar wie ein wütender Blogpost. Kostprobe:

Frau Hannemann missbraucht ihre angeblichen Insider-Ansichten, um sich in der Öffentlichkeit als einsame Kämpferin für Entrechtete darzustellen und behauptet dabei auch noch, für die Mehrheit der Jobcenter-Mitarbeiter zu sprechen. Darüber hinaus gefällt sie sich in der Rolle der Märtyrerin, die von ihrem Arbeitgeber (der Freien und Hansestadt Hamburg) „kaltgestellt“ werden soll.

Es wird versucht Inge Hannemann als einzeln Agierende darzustellen, ihre Aussagen ins Absurde zu ziehen und sie gar für mögliche Aggressionen gegen Mitarbeiter_innen der Jobcenter verantwortlich zu machen. Laut der Bundesagentur läuft alles super, jegliche Kritik ist eine Lüge. Inge Hannemann hat direkt am Freitag auch eine Gegendarstellung auf ihrem Blog veröffentlicht. Eine Petition fordert mittlerweile eine offizielle Rücknahme der Pressemitteilung und Entschuldigung seitens der Bundesagentur für Arbeit.

Die Erwerbsloseninitiatve Leipzig ruft über Facebook zu Soldaritäts-Flashmobs am Mittwoch, den 19. Juni, auf:

Von Flensburg bis Traunstein: Ein Flashmob der Solidarität. Solidarität mit #IngeHannemann, die das Unmenschliche im „System #HartzIV“ kritisiert, Solidarität mit allen davon Betroffenen. Ein Flashmob des Protestes gegen den Umgang der Bundesagentur für Arbeit und des Jobcenters Hamburg mit Inge Hannemann. Bringt bitte ein Ausdruck des Fotos mit und haltet es am Mittwoch, den 19.06.2013 um 12 Uhr vor Euerm örtlichen #Jobcenter oder der #Arbeitsagentur hoch. Friedlich, aber hörbar. Auf zum #FlashmobIngeHannemann !




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Eintrag geschrieben: Montag, 17. Juni 2013 um 9:00 Uhr unter Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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2 Kommentare

  1. furly sagt:

    Dieselbe Nachricht, anderer Blog: http://www.nachdenkseiten.de/?p=17638 Mit ein paar weiteren Informationen.

  2. Lady Lukara sagt:

    Das ist so unfaßbar… vor allem, weil, JEDE_R Hartz IV-Empfänger_in sich jemanden wie Frau Hannemann sehnlichst wünscht!!!

    Ich weiss nicht, wie viele Mädchenmannschaftsleser_innen schon je ins Jobcenter mussten, aber wer damit schon mal zu tun hatte, weiss, dass das, was FRau Hannemann anspricht, definitiv der Wahrheit entspricht.