Büchertipps für den nächsten Parkbesuch

von Charlott
Dieser Text ist Teil 79 von 121 der Serie Die Feministische Bibliothek

Eigentlich findet ihr an dieser Stelle eher Besprechungen von Büchern. Heute aber werfe ich einfach mal fünf Titel in den Raum, die ich bisher auch noch nicht (vollständig) gelesen habe, die es sich aber entweder schon auf meinem Lese-ich-aktuell-Stapel gemütlich eingerichtet haben, oder die ganz oben auf meiner sonstigen Leseliste stehen. Schließlich schreit das Wetter danach sich ein paar Bücher zu schnappen und in den Park/ ans Wasser zu legen. Jedenfalls in meiner idealen Welt.

Die Romane an sich sind nicht unbedingt explizit feministisch. Diese Auflistung hier möchte aber einen Teil dazu beitragen Schriftstellerinnen in den Fokus zu rücken; den Kanon etwas aufzurütteln, der bis heute ja vorangig aus weißen europäischen und nord-amerikanischen Männern besteht.

Helen Oyeyemi – Mr Fox (2011) Oyeyemi ist erst 1984 geboren – Mr. Fox allerdings schon ihr vierter veröffentlichter Roman. Das Buch dreht sich um einen Autor, der seinen Heldinnen meist kein “Happy End” verpasst, sich dann aber in eine seiner Figuren verliebt. Klassische Liebesgeschichten interessieren mich meistens weniger, Bücher über Bücher mit Buchfiguren, die zu Leben erweckt werden, haben aber immer gleich mal mein Interesse. Ich bin gespannt, wie Oyeyemi diesen Stoff verarbeitet hat und ob sie an den gefährlich nahenden Klischees vorbeischiffen kann.

Noch nicht auf deutsch erschienen. Aber es gibt die Vorgänger-Romane „Das Ikarus-Mädchen“ und „Das Irgendwo-Haus“.

Maaza Mengiste – Beneath the Lion’s Gaze (2010) Der Roman setzt ein im Jahr 1974. Kurz vor der äthiopischen Revolution. Die Brüder Yonas und Dawit reagieren ganz unterschiedlich auf diese Ereignisse – der eine sitzt im Gebetsraum und bettet für Frieden und ein Ende der Gewalt, der andere hat sich der Widerstandsbewegung angeschlossen. Und dann ist da auch noch der Vater, der einem Opfer staatlicher Folter hilft und dafür ins Gefängnis soll. Mengiste spinnt eine Familiengeschichte, die mich bereits auf den ersten Seiten aufgrund der Anlage vieler spannender Figuren begeisterte.

Auf deutsch als „Unter den Augen des Löwen“ 2013 im Verlag das Wunderhorn erschienen.

Tayie Selasi – Ghana Must Go (2013) Stefanie hat auf Afrika Wissen Schaft bereits eine Rezension zu dem Buch veröffentlicht und war ziemlich begeistert. Auch hier handelt es sich um eine Familiengeschichte, in der der Vater, wie in Mengistes Roman, Arzt ist. Selasi beschreibt das Auseinanderbrechen und Zusammenfinden einer Familie, Fragen von Migration und Anerkennung.  Ich bin mit dem Beginn zu mindestens noch nicht ganz warm geworden: Einerseits will ich – wenn ich am Buch sitze – wirklich gern wissen, was passiert und finde die Schreibweise interessant. Aber wenn ich das Buch nicht in der Hand habe, reizt mich auch nicht so viel es wieder in die Hand zu nehmen. Es steht trotz allem oben auf meiner Liste.

Auf deutsch als „Diese Dinge geschehen nicht einfach so“ 2013 bei Fischer erschienen.

NoViolet Bulawayo – We Need New Names (2013) Shortlist beim Man Booker Prize, Shortlist beim Guardian First Book Award und dann Gewinner des Etisalat Prize for Literature. Das sind nur einige der Auszeichnungen, die die simbabwische Autorin Bulawayo mit ihrem Debüt-Roman bisher sammeln konnte. Eine Coming-of-Age-Geschichte im Kontext von Migration, die ich schon seit Monaten auf meinem Lesestappel liegen habe: “We hid our real names, gave false ones when asked. We built mountains between us and them, we dug rivers, we planted thorns- we had paid so much to be in America and we did not want to lose it all.“ [„Wir haben unsere echten Namen versteckt, gaben falsche an, wenn wir gefragt wurden. Wir haben Berge zwischen uns und sie gebaut, wir haben Flüsse gegraben, wir haben Dornen gepflanzt – Wir hatten soviel bezahlt, um in Amerika zu sein und wir wollten nicht alles verlieren.“]

Bisher leider noch nichts in deutscher Übersetzung erschienen.

Adaobi Tricia Nwaubani – I Do Not Come To You By Chance (2009) Eine Thema, welches ich bisher kaum in der Literatur behandelt gesehen habe: Scam Emails. Spontan fällt mir nur Petina Gappahs Kurzgeschichte “Our Man in Geneva” ein, aber dort ging es um einen Protagonisten, der auf eine Scam-Mail reinfiel. In dem Roman von Nwaubani wird die andere Seite beleuchtet: Eine junger Nigerianer mit Problemen seine Familie finanziell zu unterstützen ruscht in das Scam-Mail-Geschäft. Der Roman wurde 2010 als bester afrikanischer Debüt-Roman mit dem Commenwealth Writers‘ Prize ausgezeichnet.

Auf deutsch als „Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy“ 2011 beim dtv erschienen.

Der Text wurde bereits in etwas anderer Form bei Afrika Wissen Schaft veröffentlicht.




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 29. April 2014 um 9:08 Uhr unter Kultur. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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