Böse Pussy

von Verena

Das Meiste, das ich im Zusammenhang mit Frauen und Sexualität finde, ist eine traurige, negativ bewertete, tabuisierte Angelegenheit… die Vulva-Spots der Woche:

Über ein neues Gesetz in Großbritannien „zum Schutze“ von Prostituierten berichtet diestandard.at. Demnach steht bezahlter Sex mit „ausgebeuteten Personen“ unter Strafe und kann als Vergewaltigung angeklagt werden. Prostitution an sich bleibt straffei, aber die Umstände werden zunehmend kriminalisiert, was die englische Prostituiertengemeinschaft ECP kritisiert.

Auf QuietRiotGirl konstatiert die Autorin: Sexarbeit ist überall und wir sind alle involviert.

Das Ergebnis einer Studie der Niedersächsischen Landesmedienanstalt bestätigt den regelmäßigen Pornokonsum von Jugendlichen via Internet oder Handy. Das Erschreckende: Der Konsum wird bei Jungs mit ihren Trieben gerechtfertigt, während Mädchen diese abgesprochen werden. Hallo 18. Jahrhundert!

Vanille und Grapefruit-Aroma gegen müffelnde Vaginas

Bitchmagazine ärgert sich über das Vaginal-Spray „I Love My Muff“ – Richtig so, denn wieso wird Frauen mit Produkten wie diesen verklickert, ihre Vagina sei dreckig, rieche unangenehm und bräuchte eine hygienische Aufwertung?

jezebel sucht Tampon-Werbung, die frei von Euphemismen ist und keine Angst vor dem Tabuwort „Vagina“ hat. Ansatzweise werden sie sogar fündig.




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Eintrag geschrieben: Montag, 26. April 2010 um 9:53 Uhr unter Körper, Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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11 Kommentare

  1. Lady Bird sagt:

    @Pornos: Vielleicht liegt es daran, dass Frauen sich nicht zu einer lohnenswerten Zielgruppe der Porno Branche entwickeln und das Angebot an „frauenfreundlichen“ Pornos stark gegen Null geht?
    Hier spricht die Frustration eines Besuches im Beathe Uhse Sex Shop. „Nein Madame, das wäre dann die Abteilung für Homosexuelle.“ „Schade der Typ sah so heiß aus.“

  2. Sina sagt:

    Das Prostitutionsgesetz in Grossbritannien an sich finde ich gar nicht so schlecht. Das Problem ist nur wie „ausgebeutet“ definiert wird und wie das Gesetz in der Realität zur Diskriminierung von Sexarbeiterinnen missbraucht wird. Frauen, welche zu ihrem Schutz gemeinsam arbeiten gelten als „ausgebeutet“, weil mehr als eine Frau in einem Appartment als Bordell gilt. Die Miteterin/Eigentümerin des Appartments gilt dann als Zuhälterin. Neulich wurde eine Sexarbeiterin verhaftet weil sie mit anderen zusammenarbeitet. Ein Polizeisquad brach bei ihr ein und beschlagnahmte ihr Geld und persönliche Gegenstände. Sollen die Befürworter dieses Gesetzes mal erklären, wie das irgendjemandem, ob tatsächlich ausgebeutet oder nicht, helfen soll.

  3. Miriam sagt:

    @ Lady Bird: Hast du mal die Zentropa-Pornos probiert? Ist eine Mainstream-Produktionsfirma, gegründet von Lars von Trier, die aber auch Hardcore-Pornos macht, spezielle für ein weibliches Publikum. Ich finde die ganz gut, allerdings hab ich noch keinen Film davon zu Ende geschaut, was aber in dem Fall ja ein gutes Zeichen ist, da ich nicht eingeschlafen bin…

  4. Christina sagt:

    Auch ich warte noch auf die Werbung, in der der Menstruationsblut-Ersatz rot ist. Und nicht aus der Hand kommt. „Nimmt die Regel auf, wo sie passiert!“. Über diesen Satz zu einer Aufnahme von einer Hand kann ich immer wieder gut lachen.

  5. Red Riding Hood sagt:

    @Sina: „Sollen die Befürworter dieses Gesetzes mal erklären, wie das irgendjemandem, ob tatsächlich ausgebeutet oder nicht, helfen soll.“

    das ist ja das problem mit gesetzen, die sollen nicht in erster linie menschen helfen, sondern eine, der momentanen obrigkeit nützlichen ordnung bewahren.

  6. Sina sagt:

    Ich halte Gesetze im allgemeinen für etwas unverzichtbares für das menschliche Zusammenleben. Oft ist es vielmehr fahrlässige Ignoranz als wirklich böser Wille, der zu solchen Gesetzen führt. Die meisten Menschen hören nur, dass es ein Gesetz gegen Zwangsprostitution ist- und wer würde denn Widersprechen, dass Zwangsprostitution etwas schlechtes ist? Also stimmt man schnell zu, ohne sich über die Folgen weiter Gedanken zu machen.

  7. Red Riding Hood sagt:

    wenn du von regeln sprechen würdest, dann könnte ich dir beipflichten. aber ein staatliches gesetz ist für das menschliche zusammenleben so sinnvoll wie ein aderlass.

  8. Kantorka sagt:

    Na ja, wenn das Gesetz vernünftig angewendet würde, könnte man sich mit der Ursprungsintention schon anfreunden… Aber offensichtlich geschieht das nicht… Im Grunde genommen hätte, wäre es nur um den Schutz von Zwangsprostituierten gegangen, auch eine entsprechende Erweiterung oder auch einfach konsequente Anwendung der bereits existierenden Gesetze gereicht, aber auch damit tun sich die Gerichte ja oft schon schwer genug. Wenn jemand sich nimmt, „wofür er bezahlt hat“, obwohl er weiß (weil die Frau es ihm zB gesagt hat) daß sie gegen ihren Willen dazu gezwungen wird, dann weiß er also, daß sie dem Sex nicht zustimmt – das macht es in meinen Augen zu einer Vergewaltigung. Siehe hier:
    http://jezebel.com/5448937/it-is-her-job-to-give-me-pleasure-the-disturbing-beliefs-of-men-who-visit-prostitutes
    (vierter Absatz ff) Nur, daß das Herstellen einer Bedrohungssituation gegen dieses Geld jemand anders übernommen hat. Frage ist nur, warum reichen in solchen Fällen die schon bestehenden Gesetze nicht aus? Sollte das nicht theoretisch möglich sein – ich bin sicher, GB hat die Entsprechung zu einer „hilflosen Person“ (im Sinne von jemandem, der in der Situation nicht die Option hat, zB Nein zu sagen oder sich zu wehren), was eine Frau, die mir mitteilt, daß sie gegen ihren Willen festgehalten wird, ja ist…). Vermutlich aus den gleichen Gründen, aus denen hier gleich Berichte kommen, nach denen sie sich eben auch gegen die Frauen richten, die sie eigentlich schützen sollten.

  9. Sina sagt:

    @Red Riding Hood: Wer setzt denn diese Regeln durch? Oder halten sich die Menschen automatisch daran, wenn keine staatliche Gewalt mehr existiert?

  10. Red Riding Hood sagt:

    @Sina: halten sich menschen derzeit an gesetze, wo sie durch staatliche gewalt durchgesetzt werden?
    wenn man schon von gesetzen und deren durchsetzung spricht, dann sollte man auch davon sprechen, wie sie durchgesetzt werden, in welchen fällen und in welchen nicht, und nicht zuletzt darüber, warum es zu verstößen gegen gesetze kommt.
    dass geld- und freiheitsstrafen in irgendeiner weise zu reintegration von „gesetzesbrechern“ beitragen darf ruhig bezweifelt werden. auch dass justitia blind ist, ist eine mähr, und über die blindheit der legislative und exekutive gibt es ebenso allerhand zu berichten.
    es wird lieber nach härteren strafen, einer verschärfung des jugendstrafrechts gerufen und in den ausbau von gefängnissen und sicherheitsmaßnahmen investiert, als dass man die gründe für wachsende gewalt und kriminalität beleuchten würde oder geld in soziale projekte steckt.
    staatliche gewalt verhindert sicherlich keine gewalt, sie ist gewalt und führt zwangsläufig zu gegengewalt.

  11. Lady Bird sagt:

    @Miriam: Danke für die Info. Habe deinen Wegweiser mal gerade verfolgt und bin da auf eine interessante Tatsache gestoßen: Die Zielgruppe Frauen verlangt eine Form von Qualitätspornos, die in der Produktion kaum unter 100.000 Euro kosten, was sie selten wieder einspielen. Nicolas Barbano, Producer bei „Puzzy Power“ bezeichnet seine Arbeit somit als Liebesdienst.