Black History Month: Samstagabendbeat mit Miriam Makeba

von Charlott
Dieser Text ist Teil 49 von 50 der Serie Wer war eigentlich …

Wie accalmie letzte Woche ankündigte, wollen wir diesen Februar anlässlich des Black History Months im Samstagabendbeat Schwarze Künstler_innenen und ihren Aktivismus vorstellen. Ein würdiger Anlass um endlich mal etwas zur südafrikanischen Musikerin und Aktivistin Miriam Makeba zu veröffentlichen.

Makeba wurde 1932 in Johannesburg geboren und erlebte ihre ersten sechs Monate im Gefängnis, wo ihre Mutter, eine Hausangestellte, wegen dem Verkauf illegal gebrauten Biers (ein Nebenerwerb in den ökonomisch sowieso sehr schwierigen Zeiten) einsaß. Makeba fing als Teenager an wie ihre Mutter Geld durch putzen zu verdienen. Mit 17 Jahren gebar sie ihre Tochter Bongi, die später eine ganze Reihe von Songs für Makeba schrieb und deren früher Tod mit nur 35 Jahren ein einschneidener Schicksalsschlag war.

Makeba tauchte bereits ab den 1950ern in die Musikszene des vibriernden Sophiatowns ein. Mit der Band Manhatten Brothers tourte sie durch Südafrika, Simbabwe und Congo. Im Jahr 1956 veröffentlichte sie den Song „Pata Pata„, der – als er zehn Jahre später nochmals in den USA erschien – zu einem ihrer größten Hits wurde. Makeba selbst bedauerte in Interviews, dass gerade dieser Song und nicht eines ihrer ernsteren Werke so symbolhaft für sie stand. Im Jahr 1959 flog Makeba nach Venedig zum Filmfestival für ihre Rolle in dem Film „Come Back Africa“. Das Erscheinen des Films, welcher einen kritischen Blick aufs Apartheid-Südafrika warf, verunmöglichte ihre Rückkehr nach Südafrika. Ihr Pass wurde für ungültig erklärt. Mit der Hilfe von Harry Belafonte migrierte Makeba in die USA.

Makeba verband zeitlebens immer ihre Musik mit politischem Aktivismus, auch wenn sie betonte, dass sie ‚einfach‘ von ihren Erfahrungen singe. Die Sängerin, die viele Songs in afrikanischen Sprachen, vor allem Xhosa und Zulu, sang, kündigte einen weiteren Hit häufig mit folgendem Satz bei Konzerten an: „Die Kolonisatoren nennen den Song Click Song, weil sie nicht Qongqothwane sagen können.“ Im Jahr 1963 sprach sie erstmals vor den Vereinten Nationen über das südafrikanische Apartheidssystem. Als Konsequenz wurde ihr die südafrikanische Staatsbürgerinnenschaft aberkannt und ihre Alben wurden in Südafrika verboten. Makeba heiratete den Black-Panther-Aktivisten Stokely Carmichael und sie zogen aufgrund politischer Verfolgung nach Guinea. In Interviews betonte sie immer wieder, dass Rassismus kein rein südafrikanisches Problem ist – nur dort in spezifischer Art und Weise institutionalisiert.

Miriam Makeba kehrte im Juni 1990, nach der Freilassung Nelson Mandelas, nach Südafrika zurück und konnte erstmals zum Grab ihrer Mutter reisen, an deren Beerdigung sie hatte nicht teilnehmen können. Sie starb 2008 nach einem Herzinfarkt, den sie bei einem Konzert in Italien zur Unterstützung der Anti-Camorra Kampagne von Roberto Saviano erlitt.

Zum Weiterlesen: Portait zu Miriam Makeba auf South African History Online.

Zum Weitergucken: 2011 erschien der Dokumentarfilm Mama Africa von Mika Kaurismäki.




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Eintrag geschrieben: Samstag, 14. Februar 2015 um 17:00 Uhr unter Aktivismus, Kultur. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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