Bitte keine kleinen Brüste

von Verena

Ist es draussen kalt, heizen wir drinnen schon mal den Ofen auf und mit den Vulva-Spots ein. Diese Woche:

„Politisch unreflektierter Sex ist schlechter Sex“: Deshalb nennt Margarita Tsomou in der Jungle-World Hilfsmittel, „um mit politisch unkorrekten Gliedmaßen sexuell Korrektes zu tun“. Dazu gehört ein Leben jenseits des Orgasmus‘ genauso dazu wie die Non-Fixierung auf Genitalien. Leck meine Kniekehle, Baby!

In Australien sollen kleine Brüste aus Pornoheften und Filmen verschwinden, um Pädophilie vorzubeugen, berichtet The Week. Äh, irgendwie erinnere ich mich, dass schon vor einiger Zeit gehört zu haben. Müssen sich jetzt alle Frauen mit kleinen Brüsten fragen, ob ihr Partner ein verkappter Pädophiler ist? Und anders herum: Rüstet die Silikon-Branche schon auf, weil jetzt eben nur noch großbusige Frauen Pornofilme bevölkern und damit ein vermeintliches Ideal schaffen…

Noch zu früh für Weihnachtsbäckerei? Wie wäre es dann mit ein paar Vulva-Muffins? Bild via jetzt.de

Dass auch Stipperinnen intelligent sind, berichtet salon.com angesichts einer britischen Studie, nach der 90 Prozent der Lap-Dance-Tänzerinnen in England über einen gewissen Bildungsgrad verfügen. Und was sagt uns das? Dass letzte-Ausfahrt-Strip für die meisten eine rein freiwillige Angelegenheit ist, weil sie mit ihren Schulabschlüssen auch etwas „Anständiges“ machen könnten?!

Sehr schön: salon.com schreibt, dass amerikanisches Eltern etwas von den niederländischen lernen können, nämlich Respekt und Akzeptanz gegenüber der Sexualität ihrer Teenager-Kinder. In den Niederlanden nämlich sorgt die liberale Einstellung von Eltern für weniger Teenager-Schwangerschaften – und sicherlich nicht, weil die Kids dort keinen Sex haben.

Und auf spiegel.de lässt sich die Geschichte der Sexratgeber nachlesen. Zwar werden diese mit Aufklärungsbüchern in einen Topf geworfen und versäumt, dass sexuelle Aufklärung lange von der Kirche betrieben wurde,  aber sonst ist der Artikel informativ und ohne Furcht, von „Mösen und Schwänzen“ zu schreiben.




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 30. September 2010 um 10:23 Uhr unter Körper, Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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24 Kommentare

  1. E*phi sagt:

    Uuuh, die „Anti-Kleine-Brüste-Kampagne“ klingt ja echt nach der zielführendsten Lösung für das Problem. Unglaublich, was den Leuten so einfällt.

    Die Muffins find ich lustig. Wär doch mal was, sowas im Supermarkt zu finden anstatt ab Ende August schon die immer gleichen Schokolebkuchenherzen und Spekulatius…

    PS: Im „Orgasmus“ ist euch ein „s“ verrutscht.

  2. Morjanne sagt:

    “Politisch unreflektierter Sex ist schlechter Sex” – Sorry, das ist der lächerlichste Satz, den ich je über Sex gelesen habe. Der Artikel ist eine einzige Aneinanderreihung von Schubladen, außerhalb derer es angeblich nicht möglich ist, guten Sex zu haben.

    Oder hab ich nur die Ironie übersehen?

    Nee, also ich bin echt kein Freund von Otto-Normal-Sex aus dem Aufklärungsbuch, aber ich behalte mir doch vor, meine eigenen Vorlieben auszuleben, und mir keine im Namen der Political Correctness diktieren zu lassen.

  3. Morjanne sagt:

    P.S. Für mehr Genitalien-Gebäck in Supermärkten! :-)

  4. GwenDragon sagt:

    Der Jungle denkt über Sex nach. *gähn* Immer diese Politpädagogik. Oder war das Satire!?

    Schönes Bild.
    Lieber Mösen-Gebäck als politisch korrekter linker Sex.
    Mir ist der Leib näher als der Kopf.

    @verena
    Wo bekommt eine dieses nette Gebäck her?

    @E*phi
    Ob das im Alpenland erlaubt ist, die Darstellung von so bunten Muffins (oder sollten die dann Vaggins heißen?). Oder sind die dann in rosa Schachteln blickdicht verpackt? Das könnten Kindersehen und dann fragen, was das ist oder gar warum Mamis nicht so bunt ist. ;)
    Vaggins kann also eine nur Zuhause genießen.

  5. shein sagt:

    @ Morjanne und GwenDragon:
    Ich fand die Jungle World-Tipps zur „politisch korrekten sexuellen Selbstoptimierung“ super und habe mich an etlichen Stellen köstlich amüsiert, z.B. hier:
    „Leute, baut die notwendigen Schweinereien in performative Spiele ein und erfindet Fetische, die es Euch durch die Distanz der Inszenierung erlauben, bewusst mit Perversionen zu experimentieren! So könnt Ihr einen Bullen oder einen neoliberalen Investmentbanker darstellen (bei Unterwerfungsphantasien auch Hartz-IV-Empfänger). Der Satan in Euch kann so ausgelebt und zugleich kritisch reflektiert werden.“
    Trifft genau meinen Humor, aber kann offenbar auch anders verstanden werden. Von mir gibt’s jedenfalls ein dickes Lob für die Autorin Margarita Tsomou!

  6. Ulrich sagt:

    Ich hoffe ernsthaft, daß der Artikel aus der „Jungle World“ Satire ist. Ansonsten muß man sich fragen, warum die Autorin nicht merkt, daß der Zwang zum repressionsfreien Sex (der unverhohlen und unreflektiert aus dem Artikel spricht) eben auch Repression ist – sozusagen Repression 2. Ordnung.
    Wieder einmal zeigt sich, daß eine Haltung der „radikalen Anti-Repression“ allzu leicht zur „besseren Repression“ gerinnt…

  7. GwenDragon sagt:

    Also ich habe den Jungle-Artikel als performative Selbstpenetration empfunden.

    Klar, Jungle World ist ist sehr lustig. Ich habe früher auch oft und gern über die diversen MG-Leute gelacht als sie so agitierten. :)

  8. Marcie sagt:

    „Politisch reflektierter Sex“ ist unmöglich:
    Liegt er oben, dominiert und unterdrückt er sie,
    liegt er unten, ist er faul läßt er sich bedienen. :(

  9. Morjanne sagt:

    @shein: ich sehe schon, ich bin eindeutig nicht links genug, um da Humor zu sehen. Um nicht zu sagen, äh… gar nicht. Alleine die These, dass heterosexuelle (und dazu noch monogame – oh mein Gott) Paare quasi von Natur aus politisch unreflektierten – ergo unkorrekten, ergo schlechten Sex haben, finde ich doch leicht beleidigend.

    Da war so ein Zeigefinger dabei: Hier, IHR helft mit, das Patriarchat aufrecht zu erhalten. Geht’s noch?

    Sorry, aber das ist eindeutig nicht witzig.

    Ich hör jetzt auf zu meckern :-)

  10. Verena sagt:

    @GwenDragon: Leider habe ich überhaupt keine Ahnung, wo es solche tollen Muffins gibt. Hatte das Bild schon ewig auf meinem Rechner rumliegen, das erschwert Nachforschungen… am besten selber backen ;)

  11. GwenDragon sagt:

    @Verena
    Schade, sowas wäre so ein nettes Geschenk.

    Selber backen? Das mag bei einfachen Gebildbroten ja klappen, aber so filigranes?
    Schwierig.

    Na, vielleicht finde ich noch raus, von wo das Bild ist.

  12. GwenDragon sagt:

    Cupcakes sind von wisely-chosen auf Flickr.

  13. E*phi sagt:

    Ich dachte auch eher, der Artikel auf jungle-world wäre satirisch/lustig gemeint – und hoffe das noch immer (nicht dass es so wirklich mein Humor wäre). Ich persönlich finde, Politik hat in meinem Bett nix verloren. Sexuelle Vorlieben in „patriarchatsunterstützend“ und „politisch korrekt“ zu unterteilen, hat für mich ca. soviel Sinn, wie „du lackierst dir die Nägel (geschweige denn, lasst dich gern beim Sex verhauen etc.), du bist keine Feministin“. Seufz. Können die Leute nicht einfach machen, was ihnen Spaß und Freude bereitet, solang’s in gegenseitigem Einverständnis geschieht?

    @GwenDragon: Ach, das geht schon, auch in Österreich. Man muss es den Leuten nur richtig verkaufen. Zum Beispiel mit „ästhetisch süß zurück zur Heimat – mit traditioneller Bäckerei in Form der vom Aussterben bedrohten Kärntner Felsrose“ oder so… (Ich glaub, ich weiß jetzt, was aus den Resten krebserregend glitzerbunten Zuckerguss in meinem Küchenkastl wird…)

  14. Patrick sagt:

    Was Australien angeht, so wurde u.a. auch Fetisch verboten, der mit Urin zu tun hat, und im Zuge dessen auch Filme mit weiblicher Ejakulation („Squirting“) verboten wurden.

  15. Thomas Meierfels sagt:

    Ich finde die Darstellung einfach nur entwürdigend. Vor Jahren gab es auch mal Bäckereien, die Penisse gebacken haben. Einer ist mal mit einem so einem Riesending aus dem Laden raus auf die Strasse, wo eine Frau das Lenkrad verrissen hat und eine Mauer gestreift hat…

  16. Angelika sagt:

    apropos Australien – das sind alles keine „Scherze“ (no kidding) und betreffen auch Privat-Reisende !

    Info hier via Violet Blue (vom Mai inkl. Update wg. Einreise-Karte) :
    http://www.tinynibbles.com/blogarchives/2010/05/its-always-backwards-day-for-adults-in-australia.html

    und ja, auch die sog. A-Cup-Brüste sind betroffen nicht nur in Pr0n0s (auch Privatfotos – Vorsicht bei Einreise mit Laptop und Fotoapparat) – Abby Winters hat sich gleich mal „aus dem Land gemacht“ :
    http://www.tinynibbles.com/blogarchives/2010/07/did-you-know-abby-winters-broke-up-with-australia.html

  17. DrNI sagt:

    Nur noch kleine Brüste in Pornos? Na wenn das mal nicht die KonsumentInnen von Pornos unterdrückt, die nicht auf große Brüste stehen. Achso, ich vergaß, genau das soll es ja. Ich habe eine bessere Lösung: Pornos einfach verbieten. Dann wird alles besser, das sagt auch die Alice, und die muss es ja wissen. Außerdem hat sie vermutlich den politisch inkorrekten Sex sowieso gefressen und steht nur noch auf Achselhaarlecken.

  18. Morjanne sagt:

    Je später der Abend, desto troller die Trolle ;-)

    Wo bitte ist es denn entwürdigend, bunte Vaginas zu backen? Ich finde’s eher lustig. An sich Penisbackwaren auch, aber nach deiner Darstellung haben sie’s ja (wie immer… aber WIR sind die mit Komplexen, wa…) wohl mit der Größe übertrieben, wenn’s schon Leute erschrickt. Das da sind kleine Cupcakes, die sind nur knapp größer als das Original.

    Erinert mich an die F.R.I.E.N.D.S. Folge mit Emmas Geburtstagskuchen, der dann in ein Häschen umgeschnibbelt wurde :-D

  19. Angelika sagt:

    @Verena :
    “ Müssen sich jetzt alle Frauen mit kleinen Brüsten fragen, ob ihr Partner ein verkappter Pädophiler ist ?“

    genau, ist frau mit „kleiner Brust“ = A- oder AA-Cup keine „richtige Frau“ weil sooo kleine Brüste ja nur nicht-Volljährigen „vorbehalten“ sind ?

    Ich finde das Ganze schon arg – und Jüngere, die dann kommerzielle Silikonbusen-Pornos sehen, wissen, dann u.U. schon garnicht mehr, wie denn „ganz normale“ Brüste bei frau aussehen können. *grusel

    wg. den Muffins : das sind für mich „Vulva-Muffins“ :-)
    Die Vagina ist u.a. der Geburtskanal.

  20. Morjanne sagt:

    Stimmt, da hab ich wohl beim Schreiben nicht mitgedacht. Die gesamte Inneneinrichtung zu backen wäre vermutlich noch umständlicher und größer als ein Riesen-Phallus ;-)

  21. Angelika sagt:

    @Morjanne : war keineswegs als „Kritik“ meinerseits gedacht ;-)
    Das ist ja das mit den „den versteckten weiblichen Geschlechtsorganen“.
    Brüste sind ja nicht das Pendant zum Penis …

  22. Marcie sagt:

    @Morjanne: „Wo bitte ist es denn entwürdigend, bunte Vaginas zu backen?“

    Backen und essen kann jede/r was er/sie will.

    Wenn aber z.B. eine Bäckerei auf den Gedanken käme, Gebäck in Vulvaform anzubieten, könnte man hier u.U. einen erboßten Artikel über die Reduktion von Frauen auf ihre Geschlechtsteile und die Propagierung der Käuflichkeit derselben lesen.
    Ganz abgesehen von Mutmaßungen über die Psyche von Männern, die solches Gebäck dann kaufen und konsumieren.

  23. h.rogra sagt:

    vulva muffins. great!

  24. Fema sagt:

    Zu den Frauen mit „kleinen“ Brüsten in Pornos:
    Ich habe mich ja spontan gefragt, ob diese Komission auch schon auf die Idee kam, Frauen mit rasierter Scham aus pornographischen Darstellungen zu verbannen???

    Das fände ich ja um einiges logischer (Achtung: nicht nützlicher) nach deren Argumentation, denn eine haarlose Scham ist doch tatsächlich von Natur aus bei Mädchen nur vor der Pubertät zu finden?

    Oder ist dieses Phänomen einfach zu sehr en vogue um auf diese Idee zu kommen?