Beyoncé’s Lemonade, May Ayim und die „Trümmerfrauen“ – kurz notiert

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 315 von 333 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Am 3. Mai, dem Geburtstag von May Ayim, findet in Berlin eine Gedenkveranstaltung (Facebook-Veranstaltung) zu ihrem Geburtstag und 20. Todesjahr statt. Vor 6 Jahren stellten wir May Ayim auf unserem Blog vor.

In der taz gibt es ein sehr kluges Interview mit Yasemin Shooman zum Berliner Neutralitätsgesetz, über Religionsfreiheit und gesellschaftliche Ausgrenzung: „Genau wie man aus feministischer Sicht gegen Zwangsverschleierung sein muss, muss man auch gegen Zwangsentschleierung sein.“

Die Charité in Berlin schreibt Tarif-Geschichte: Erstmals wurde in einer Klinik ein Tarifvertrag unterzeichnet, der Mindestbesetzungen auf den Stationen vorschreibt. Die Universitätsklinik wird nun nach heftigem Streit mit den in Verdi organisierten Beschäftigten mehr Pflegekräfte anstellen.

Die eingetragene Partnerschaft gab es in Kolumbien bereits, jetzt ist die Ehe nicht mehr nur Hetenpaaren vorenthalten, hat das Oberste Verfassungsgericht in Kolumbien angeordnet.

In der ARD Mediathek gibt es zur Zeit eine Dokumentation über den Mythos der so genannten „Trümmerfrauen“ , welcher sich als NS-Propaganda entpuppt: „Frauen, die in der NS-Zeit zwangsweise Trümmer räumen mussten, sind jedenfalls nicht gemeint, wenn heute von Trümmerfrauen die Rede ist.“

Gert Schramm, Schwarzer Überlebender von Buchenwald, ist vor wenigen Wochen mit 87 Jahren verstorben.

Folgeempfehlung auf Twitter: @abilitywatch (Selbstvertretung behinderter Menschen in Deutschland), wo aktuell das Bundesteilhabegesetz kritisch besprochen wird.

Der Monokini 2.0! Auf einer Fashion Show in Helsinki im letzten Jahr wurde der Monokini von Brustkrebs-Überlebenden vorgeführt.

Englischsprachige Beiträge

Wer ist die 28-jährige Dichterin, die Beyoncé in Lemonade zitiert? Meet Warsan Shire! Und wer jetzt genervt mit den Augen rollt und sich eher über Beyoncé aufregt: No Lemonade for you! Dafür gibt’s T-Shirts, denn Beyoncé verkauft nun auch „Boycott Beyoncé“ Shirts :)

Termine in Berlin und Hannover

9. Mai bis 4. Juni in Hannover: Feministische Veranstaltungsreihe „Rabatz macht Terz“ u.a. mit einem Vortrag von Hengameh Yaghoobifarah zum Thema „Kulturelle Aneignung“ und einem Vortrag von Magda zum Thema „I’m Fat, Let’s Party! Interventionsmöglichkeiten und fetter Aktivismus“.

10. Mai in Berlin: Fachgespräch zum Thema „Reproduktive Rechte stärken: Queer-feministische Forderungen an ein Fortpflanzungsmedizingesetz“




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Eintrag geschrieben: Samstag, 30. April 2016 um 10:16 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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2 Kommentare

  1. Anke sagt:

    Der Begriff der Trümmerfrau war keine NS-Propaganda; er entstand erst nach 1945. Während der NS-Zeit mussten Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge (meist Männer) Trümmer räumen, die durch die Bombenangriffe der Alliierten entstanden waren, die Arbeit war eindeutig als Strafarbeit konnotiert. Dementsprechend wurden nach 1945 zunächst die PG, die Parteigenoss*innen zum Trümmerräumen eingesetzt – als eine Art Sühneleistung. Auch hier waren Männer in der Überzahl.

    Der positiv besetzte Begriff der Trümmerfrau entstand in der ehemaligen SBZ bzw. der daraus entstehenden DDR; er wurde erst nach der Wiedervereinigung auch in der Bundesrepublik genutzt. Davor sah der Westen eher mit Entsetzen auf die armen Frauen im Osten, die sich durch den Schutt kämpfen mussten anstatt sich um Mann und Kinder zu kümmern. (Der meiste Schutt wurde eh maschinell beseitigt.)

    Bei weiterem Interesse: Ich habe ein bisschen über das Buch von Leonie Treber, die auch in der ARD-Doku zu Wort kommt und über die Trümmerfrauen als Mythos schrieb, gebloggt: http://www.ankegroener.de/?p=23466 (Zum dritten Punkt „Lesen“ runterscrollen.)

  2. Magda sagt:

    Liebe Anke, danke für deinen Kommentar und den Lesetipp!

    Was ich mit dem obigen Kommentar zur Doku wohl ausdrücken wollte, war die These, dass in dem Mythos Trümmerfrauen NS-Ideologie weiterlebte. Nur weil etwas nach 1945 entstand, heisst es ja nicht, dass es auf einmal nicht mehr nationalsozialistisch geprägt war.