Beschränkt, aber Hauptsache hübsch

von Susanne

Neon.de-Userin oceaneyes sucht verzweifelt nach Rollenvorbildern in den Medien. Sie kann in der Werbung, in Magazinen und im Kino nur Weibchen finden, die gerettet werden wollen und an Schuhkäufen interessiert sind. oceaneyes schreibt u.a.:

(…) dass beispielsweise in der Autowerbung zielgenau der Familieninstinkt der Frau (Kombis und Vans voller Spielzeug) und der Balztrieb des Mannes (nackte Frauen auf schwarzlackierten Motorhauben, kraftstrotzende Raubkatzen) angesprochen werden. In einer Versicherungsanzeige sitzt etwa ein normal gekleideter Mann mit einer Frau im luftigen Kleidchen im Arm auf einem wellenumtosten Felsen, die er angesichts ihrer fragilen Sandalen sicherlich hinaufgetragen haben muss. Frauen wollen ja Sicherheit und Schutz, Männer bieten sie – bis hin zur Bankenwerbung, in der ein treuherziges junges Mädchen mit “Ich will Sicherheit”-Aufkleber auf der Stirn vertrauensvoll zu einem graumelierten Vatertyp aufschaut, der ihr vermutlich Lehman-Zertifikate andrehen wird.

Den ganzen Text gibt bei Neon.de.




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Eintrag geschrieben: Montag, 16. März 2009 um 14:20 Uhr unter Medienkritik. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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7 Kommentare

  1. Wäre nett gewesen, dazuzuschreiben, daß neon.de nicht ohne Anmeldung funktioniert.
    Gruß, Frosch

  2. Miriam sagt:

    Hab ich auch zuerst gedacht, aber als ich weiter runter gescrollt habe, konnte ich den artikel trotzdem lesen…

  3. SoE sagt:

    Das ist aber neu, früher konnte man alles lesen. Bin gerade auch nicht angemeldet und sehe zwar die Meldung ich müsse mich einloggen um alles lesen zu können, den Artikel und die Kommentare sehe ich aber trotzdem (in Firefox und Safari).

  4. Katrin sagt:

    es war mal eine kurze Zeit so, dass man den Artikel nur angemeldet lesen konnte. Jetzt geht es wieder von außen. Wahrscheinlich hat die Redaktion es nur versäumt, den Hinweis wieder zu entfernen.

  5. Susanne sagt:

    @ Sabine Engelhardt: Jau, einfach scrollen, scrollen, scrollen. Im Firefox und Safari alles einwandfrei zu lesen – wie SoE schon schreibt. Weiß auch nicht, was die verwirrende Meldung da bei denen soll.

  6. Anna sagt:

    Im IE gehts auch mit scrollen.

  7. Lara sagt:

    Neon.de-Userin oceaneyes sucht verzweifelt nach Rollenvorbildern in den Medien. Sie kann in der Werbung, in Magazinen und im Kino nur Weibchen finden, die gerettet werden wollen und an Schuhkäufen interessiert sind.

    Huch, da sucht sie wohl an falscher Stelle. Die meisten Medien wollen ihrer Zielgruppe entsprechen, um sich verkaufen zu können, das ist sogar in der Emma der Fall, nur, dass hier die angesprochenen Werbebilder kaum Konsum zur Folge hätten, eher das Gegenteil :). In der breiten Masse sieht das anders aus. Man braucht nur einen Blick in die Neon oder andere Massenblätter werfen, um zu wissen was Sache ist. Das was „normal“ als „hässlich“ gilt, findet man eigentlich in kaum irgendeinem Medium. Das ist traurig, aber ist das wirklich Schuld der Medien? Meine Antwort: Teilweise ja, zu großen Teilen nein.
    Printmedien, Werbung, audiovisuelle Medien im Allgemeinen sind darauf angewiesen konsumiert zu werden und entsprechend produzieren sie sich selber in unterschiedlicher Weise. Dabei sind sie auf Stereotypen angewiesen. Bei Werbung gilt: Das was funktioniert, wird verwendet, was nicht funktioniert fliegt raus (weswegen ich Werbung auch für einen DER idealen Enblicke in die Gesellschaft sehe). Medien (insbesondere jene, die Konsum induzieren wollen), haben kein Interesse daran Vorbild zu sein, es sei denn etwas Derartiges wäre gerade en vogue oder es läge im Interesse einer Gruppe, dies gezielt zu kommunizieren. Ansonsten ist es entweder langweilig und/oder es verkauft sich nicht (H&M hat vor einiger Zeit eine Kampagne mit „etwas dickeren“ Frauen gestartet. Solche Aktionen gab es immer mal wieder, aber eigentlich sind die Modells trotzdem immer pure Normvorstellung). Daher finde ich, dass man statt Medienkritik besser Gesellschaftskritik üben sollte und die Bilder, die uns tagtäglich um und gegen die Köpfe fliegen in gewisser Weise auch als Status quo einer breiten Mehrheit zu verstehen.
    Um den Bildern, die uns vermittelt werden, misstrauen zu können, bedarf es natürlich auch einer Medienkompetenz, die meines Erachtens an Schulen noch unzureichend gelehrt wird.