Bahnbrechende Erkenntnisse: Kinderbetreuung hat Einfluss auf Erwerbstätigkeit

von Charlott

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ich kann den Namen ja kaum mehr sagen ohne entweder in vollkommen unangebrachtes Gelächter zu verfallen, mit den Augen zu rollen oder verzweifelt die Hände in die Luft zu werfen.

Dieses Ministerium also hat uns diese Woche mal wieder bahnbrechende Erkenntnisse mitgeteilt. In einer Studie, die das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. durchgeführt hat, kam unter anderem heraus:

Zentrale Erkenntis: Mütter mit Kindern unter sechs Jahren, die ihre Kinder betreuen lassen, nehmen eher eine Erwerbstätigkeit auf oder dehnen diese aus als Mütter, deren Kinder keine öffentlich geförderte externe Kinderbetreuung in Anspruch nehmen.

Vielleicht erinnert ihr euch an den 8. Familienbericht, der sich hauptsächlich mit dem Thema Zeit – Zeit für Familie, Sorgearbeit und Zeitsouveränität von Arbeitnehmer_innen – auseinandersetzte, welcher in erster Linie durch seine Unentschiedenheit auffiel. Maria schrieb damals sehr passend:

Der Bericht liest sich stellenweise so, als hätte eine Gruppe älterer Herren zähne­knirschend Gleichstellungsziele als halbwegs legitim akzeptiert, sich aber nicht einigen können, was das nun im Einzelnen bedeuten soll.

Aber selbst in diesem Bericht, sahen sich die Sachverständigen ™ gezwungen als Empfehlung ausszusprechen, dass es mehr öffentliche Kinderbetreuung zur Entlastung von Eltern geben sollte. Das war im Jahr 2011. Und schon „damals“ eine reichlich später Erkenntnis.

Nun sind wir im Jahr 2013 und dem BMFSFJ wurde wieder bestätigt, was wir irgendwie ja auch alle wissen: Die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung erhöhen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber, ich bin mir sicher, dass sich das Ministerium und allen voran Kristina Schröder weiterhin nicht von Fakten verunsichern lassen wird. Lieber weiter das Betreuungsgeld fördern. Schließlich geht ja auch den Staat die „private Rollenverteilung in einer Partnerschaft“ nichts an.

Heute stimmt übrigens auch der Bundestag zum Thema „Frauenquote“ in Aufsichtsräten ab. Der Vorschlag der Opposition sieht vor bis zum Jahr 2018 20% (das ist nicht mal die so genannte „kritische Masse“ von 30%) Frauen in diesem Gremium zu haben. Aber auch da wird sich die Regierung sicher nicht weiter irritieren lassen. Weiterlesen zum Thema könnt ihr zum Beispiel hier und hier.




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 18. April 2013 um 9:06 Uhr unter Familien_politik, Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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2 Kommentare

  1. Giliell sagt:

    Und morgen erzählt uns das Agrar-Ministerium dass Wasser übrigens nass ist.
    Übermorgen wird das Verteidigungsministerium dann zur Erkenntniss kommen dass Maschinengewehre erhebliche Verletzungen hervorrufen können.
    Montag erwarte ich die Ankündigung aus dem Verkehrsministerium dass Reifen rund sind.

  2. Naja, dann gründet man halt noch einen Untersuchungsausschuss, eine Kommission und noch eine und noch eine und noch eine..irgendwann muss doch was anderes rauskommen…^^