Babys auf Vorrat

von Susanne

Wer will denn das:

„‚Extended Fertility‘ – ausgeweitete Fruchtbarkeit – ist im Moment das Top-Thema in der Reproduktionsmedizin. Junge Frauen, die noch nicht wissen, wohin sie ihr Leben führt, werden ihre Eizellen abgeben und lagern und erst später, wenn sie das erreicht haben, was sie wollen, ihre aufbewahrten Keimzellen auftauen und von ihrem Wunschpartner befruchten lassen, um sich die Embryonen dann einpflanzen zu lassen und das Wunschkind auszutragen. Ältere Frauen, die endlich den richtigen Mann gefunden haben, werden auf ihre jungen Eizellen zurückgreifen können und mit dem Partner die Familie gründen, die ihren Ansprüchen und Standards entspricht. Das Leben wird so planbar wie nie.“

Uff.




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 3. April 2008 um 16:11 Uhr unter Familien_politik, Körper. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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12 Kommentare

  1. mamajunaen sagt:

    Es ist wirklich unsinnig, so gegen den natürlichen Lebensrhythmus zu arbeiten, aber leider wird es ja von vielen prominenten Frauen vorgelebt. Wie viele bekommen ihr erstes Kind mit 40 und wie viele von ihnen wie zufällig Zwillinge?
    Leider spielt auch immer wieder dieses abgesichert-für-jeden-Fall mit. Dazu zählt für mich nicht nur Spermien und Eizellen einfrieren, sondern auch Nabelschnurblut. Ich bin im Grunde gegen die Planbarkeit und Vorbestimmung des Lebens und möchte es gern mit vollster Überzeugung sein. Da gibts nur einen Haken, mein Sohn entstand durch donogene Insemination und sein Herzfehler wurde bei der Feindiagnostik festgestellt.

  2. SoE sagt:

    Na, am Anfang denkt man doch: estmal die Schule, dann die Ausbildung/Studium, dann muss man erstmal ein bißchen Erfahrung sammeln, aber wenn man dann mit Mitte 30 aussteigt, kommt man ja eigentlich nie wieder richtig rein… Da wundert es mich gar nicht, dass einige Frauen ihre jungen, frischen Eizellen nehmen, dass vermittelt einerseits Sicherheit und andererseits Planbarkeit.

    Außerdem ist das Alter der Frau ein wichtigerer Faktor bei Eizellen, als das Alter einer eingefrorenen Zelle. Also wenn eine Frau sich mit 25 Eizellen entnehmen lässt und dann nach 15 Jahren wieder aufgetaut werden, sind die wahrscheinlich „besser“, als ihre 40-jährigen Eizellen.

  3. Susanne sagt:

    Aber ist eigentlich nicht auch das Alter des Uterus ein entscheidender Faktor? Gerade bei älteren Frauen (Ü50), die dann noch mal schwanger werden, liegt ein Abgang ja eher nicht an der alten Eizelle, sondern an der altersschwachen Gebärmutter.

    Ich kann’s mir für mich echt gar nicht vorstellen. Lieber mit hängender Zunge Beruf und Familie zur gleichen Zeit und nicht die Kinder nach der Karriere.

  4. Chelonia sagt:

    der natürliche Lebensrhythmus gibt leider durchschnittlich der Mehrheit der Frauen einfach vor, dass die Eizellen ab 35 leider oft nicht mehr o.k.sind, die Sache mit dem Mutterwerdenwollen nur schwer, evtl, mit ärztlicher Hilfe und/oder auch dann immer weniger klappt, evtl nur Schwnagerschaft aber keine Geburt.

    Es gibt immer noch „viele“ ( aber statistisch sehr wenige) die auch mit 40 und drüber noch ein Kind bekommen, wenn sie das möchten.
    Mit dem Alter steigt einerseits die Zwillingswahrscheinlichkeit ( zweieiig) oder es ist auch oft Folge von hormoneller Unterstützung der Fruchtbarkeit durch frauenärzliche Behandlung.
    Das einfrieren von Eizellen setzt eine schmerzhafte Entnahme-Prozedur, operativer vaginaler ambulanter Minieingriff in die Bauchhöhle und Hormonbehandlung zur Mehrfacheizellreifung voraus.
    ES wird zudem einige TSD Euros kosten.
    Für junge Mädchen vor einer Krebsbehandlung ist das eine gute Chance und für Frauen die mit über 30 keinen Partner z. Familiegründen in Aussicht haben..aber auf jeden Fall eine Option auf eigen Kinder haben wollen..

    Die Natur ? Naja die biologisch optimal fruchtbare Zeit der Frauen beträgt grade Mal 15 Jahre, durch die Natur drohen jeder Frau mehr oder weniger zufällig oder mitschuld die Einschränkung der reproduktiven Gesundheit, Infektionen ( Chlamydieninfektionen schon bei Teeniemädchen verkleben still und heimlich Eileiter) Neigung z. bestimmten Störungen und eben das in diesem Bereich unerbittliche Alter..

    Dies Eivorratsmethode werden nur Frauen machen die berechtigte oder „eingeredete“ Angst vor Unfruchtbarkeit durch Schicksal, Krankheit, biologische Uhr haben und die das nötige „Kleingeld Mut für Eingriffe haben

  5. Goofos sagt:

    Für strenge Christen vieleicht eine Alternative zum herkömmlichen Kinderzeugen?!

    Sonst ergibt sich für mich nur der Sinn zur Vorsorge, falls es durch Krankheit, Unfall, Umwelteinflüße etc. nicht mehr möglich oder problematisch wäre ein Kind zu zeugen.

  6. Chelonia sagt:

    Das Eizellen -KOnservieren oder besser Einfrieren wird erst gerade entwickelt, denn bisher war das technisch fast unmöglich wegen des Wassergehaltes, die Eizellen gingen durch die Eiskristalle kaputt.

    @ Susanne, es liegt zwar manchmal auch an der Gebärmutter aber laut Medizin leigt es hauptsächlich an den Eizellen.

    Die Gebärmutter kann weit nach den Wechseljahren mit Hormonen dazugebracht werden wieder Gebärmutter-Schleimhaut aufzubauen, so auf eine Schwangerschaft wie normalerweise natürlich “ vorbereitet“ werden – aber die Eierstöcke „sprechen“ nach den Wechseljahren nie mehr auf die in der Hirnanhnagsdrüse gebildeteten Steuerhormone an. Egal ob eigene oder ärztlich gegeben
    Die Omamuttis ( über 50,60..)und auch oft Frauen über 40 nutzen dann dazu Eizellspende..(deutsche Frauen im Ausland, da hier strafbar)
    Natürliche Schwangerschaften mit eignen Eizellen größer 45 sind extremst seltenst..

    Das Eizelleinfrieren ist sicher kein wirklicher Trost für das kurze “ reproduktive Fenster“ das wir Fauen haben.. aber womöglich eine Chnace für wenige junge Krebskranke Frauen vor Strahlen-Chemo-Therapie und wenige Wohlhabende..siehe oben..
    “ Babys auf Vorrat“ klingt fast wie bei den Lebensschützern – wenn die nämlich eingefrorene befruchtete Eizellen als “ Babys“ bezeichnen.

    Vor dem Irakkrieg haben manche amerikanische Soldaten auch ihre Spermien einfrieren lassen …ob aus eingefrorenen Keimzellen oder Embryos mal Babys werden (können) ist sowie nie sicher

  7. Goofos sagt:

    Verschwörungstheoretisch behaupte ich mal keiner kann von solchen Methoden die Langzeitfolgen vorhersehen oder einen Schaden für Mensch, Natur 100% ausschließen. Heute einmal auf das Sperma/die Eizelle gehustet und in eintausend Jahren rennen nur noch Mutanten herum ;)

    Bei Krankheit etc. irgendwo sinnvoll, lehne ich eine Lösung für die breite Masse ab.

  8. Azundris sagt:

    Was geht denn jetzt ab? :) Es schadet niemandem, Frauen haben mehr Optionen, was ist denn daran bitte nicht toll? :)

    «Ich bin im Grunde gegen die Planbarkeit und Vorbestimmung des Lebens»

    Das ist ein eigenartiges Argument, das man auch gegen die Pille ins Feld führen könnte.

    Im Ernst, das einzige Gegenargument das mir spontan einfällt ist, daß dann bei Kinderfreien die Frage nach den Enkeln nie wirklich aufhört.

  9. greta sagt:

    „Das Leben wird so planbar wie nie.“ Ist das wirklich etwas erstrebenswertes? Was ist, wenn die Entwicklung (schwarzmalerisch gesehen) dahin geht, dass Frauen, die das Kinderkriegen dem Zufall überlassen wollen, seltener eingestellt werden oder ähnliche Nachteile erfahren? Wenn es, weil es geht, auch früher oder später vorausgesetzt wird, sein Kind ans Ende der Karriere zu legen? Ich gebe zu, das reicht an Goofos „Verschwörungstheorie“ heran, aber je mehr Möglichkeiten der Planung, desto (potentiell) weniger Freiheit. Oder? Überdies bin ich auch vorsichtig eingestellt gegenüber dem Wunschkind als Krönung der Karriere/ des erfolgreichen Lebens. Ist das dann nicht ein bißchen viel Erwartungsdruck, der da entsteht? Nur ne Theorie.
    Bleibt für mich der -nicht gerade neue- Schluss, dass es wirklich dringender wäre, mehr Ideen zur Vereinbarkeit von ausgefülltem (Berufs-)leben UND kind zu entwickeln, als abgefahrene Methoden zu erfinden, mit denen man es zeitlich trennen kann.
    Bezüglich des richtigen Mannes bin ich übrigens allgemein für mehr Mut zum Risiko. Wieso sollte man mit vierzig besser wissen, ob ER der richtige ist, als mit zwanzig? Schiefgehen kanns immer.

  10. Susanne sagt:

    @ greta: Ich teile deine Sorgen absolut.

  11. Azundris sagt:

    «Was ist, wenn die Entwicklung … dahin geht, dass Frauen, die das Kinderkriegen dem Zufall überlassen wollen, seltener eingestellt werden oder ähnliche Nachteile erfahren?»

    Das sehe ich irgendwie nicht? Der Punkt scheint mir, daß man jetzt wie dann nicht nachweisen kann, ob eine Schwangerschaft ungewollt war, sowie daß das ohnehin keine Nebenabrede eines Vertrages werden kann, da man weder eine Pflicht zum Austragen noch eine zum Abtreiben, einen Eingriff in die körperliche Hoheit der jeweiligen Frau also, begründen soll. Warum sollte „Wollen Sie Kinder?“ plötzlich eine statthafte Frage für Arbeitgeber werden?

  12. savvalis sagt:

    Mein Gott, man kann sich sicher auch bald klonen lassen. Kann man auch mit 70 machen. Dann ist Mutti eben hin, wenn man 20 ist.