Babyklappen, SlutWalk Münster und sexistische Kampagnen – kurz notiert

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 147 von 251 der Serie Kurz notiert

HYDRA e.V. hat einen offenen Brief (PDF) zur Sendung „Menschen bei Maischberger: Ob Billigsex oder Edelpuff: Schafft Prostitution ab!“ geschrieben und bemängelt die falschen Fakten und die tendenziöse Berichterstattung.

Genug von den immer gleichen alten weißen Dichtern? My Life as a Feminista listet Women of Color und jede Menge ihrer Bücher, Anthologien und Essays auf.

Ein Bericht aus dem Hause “unglaublich”: Ein Pornostar stillt ihr Baby öffentlich und wird dafür von ihren Kolleg_innen kritisiert, so salon.com.

In Österreich hat der Werberat einen Club aufgefordert, seine Kampagne „Dress to get fucked“ einzustellen. Danach müssen Frauen weniger Eintritt zahlen, je weniger Kleidung sie tragen. Die Begründung der Entscheidung findet ihr auf scribd.

In dieser Kampagne werden Frauen zu Objekten reduziert; ein klarer Fall von Sexismus. Doch was ist Sexismus? DieStandard.at hat mehr zu der (Fehl-)Annahme, Sexismus sei eine Frage der subjektiven Einschätzung. Nämlich jede Menge Definitionen, „die sich decken oder sich in ihrer Differenz allerhöchstens ergänzen. Von Widersprüchlichkeit keine Spur.“

Immer mehr Menschen in den USA wird bewusst, wie konservative Abtreibungsgegner_innen überall im Land Erfolge feiern – und formieren sich auf der Straße und im Netz. Der Widerstand wird stärker – glücklicherweise.

In der Huffington Post schreibt Zach Stafford wie Feminismus ihn zu einem “besseren schwulen Mann” gemacht habe. Außerdem berichtet die HuffPo über eine derzeit getestete Verhütungsmethode für den Mann – offenbar zu 100% sicher und reversibel.

Qatar, Brunei und Saudi-Arabien haben noch nie eine Frau zu den Olympischen Spielen geschickt – in London sollte es diesen Sommer das erste Mal aus jedem Land Athletinnen geben. Nun jedoch, berichtet die FAZ, hat das saudische Olympia-Komitee sich dagegen entschieden.

Eine Schocker-Nachricht kommt aus Brasilien: Dort dürfen 12-Jährige vergewaltigt werden, wenn sie (angeblich) Sexarbeiter_innen sind. Denn Menschenrechte gelten nicht für alle.

Ein feines Interview mit der queeren Rapperin Sookee gibt es beim Tagesspiegel.

Drei Videos zeigen, wie die “Personhood”-Bewegung (jene politische Strömung, die der befruchteten Eizelle den Status einer Person zusprechen möchte) Frauen ihrer Freiheit beraubt.

Schon vor einem Monat berichtete der Spiegel über die Situation der Babyklappen. Die soll neu geregelt werden, nach einer Studie herrschen derzeit teilweise katastrophale Zustände, bei denen Babies sogar „verloren“ gehen können. In Deutschland haben Kinder das Recht, über ihre Herkunft zu erfahren, anonyme Geburten sind eigentlich illegal.

Termine

Ihr könnt ab sofort euch, eure Schwestern, Töchter, Cousinen, Freund*innen… zwischen 12 und 18 Jahren für das Ruby Tuesday Girls Rock Camp in Berlin anmelden.

Das Frauenfilmfestival findet vom 17. bis 22. April in Köln statt.

Helfer_innen und Unterstützer_innen für den zweiten SlutWalk Münster gesucht! Wir sind offen für jeden Tipp, Verbesserungsvorschlag und Helfer_innen!
Meldet euch hier oder per Mail an: muenster(at)frauenrechte.de oder slutwalkmuenster(at)gmx.de




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 11. April 2012 um 16:06 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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9 Kommentare

  1. Julian sagt:

    Hier mal ein ziemlich gutes Beispiel für Widerstand gegen AbtreibungsgegnerInnen auf der Straße in den USA: http://www.youtube.com/watch?v=Vt8q6rfhrmQ.

  2. Dominik sagt:

    Der Link zu “Verhütungsmethode für den Mann” scheint nicht zu gehen, da fehlt wohl ein “l” am Schluss. Klingt aber shconmal interessant; waere mal gespannt, ob’s da noch andere Nebeneffekte gibt.. ansonsten, dreifach gemoppelt haelt besser:D

  3. Helga sagt:

    @Dominik Ja, das l war verrutscht. Sollte jetzt wieder gehen, danke.

  4. tina sagt:

    Und jetzt endlich schreibe ich euch hier mal ein grooooooßes lob für eure blogschauen hin! Danke!!!

  5. Susi sagt:

    Zu dieser Verhütungsmethode würde mich interessieren ob dieses “Verstopfen” auch bei Eileitern funktionieren könnte. Ok, ist bei Frau immer noch riskanter mit langer Nadel den zu treffen, aber vielleicht wäre so ein einfacherer ambulanter Eingriff möglich als bei der klassischen Eileiter-Abklemmung oder -Verödung bei Frauen. Hoffentlich überprüfen sie auch dieses Anwendungsgebiet.

    Spannend fand ich auch den Satz: “And if men only need one super-cheap shot every 10 years or more, that’s not something that gets big pharmaceutical companies all fired up, because they’ll make zero money on it “

  6. tanine sagt:

    Die Grünen titeln zur NRW-Landtagswahl:
    http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150733925049725&set=a.10150733924044725.425156.20672124724&type=3&theater

    “Schön, wenn Frauen wieder den Haushalt machen.”

  7. Susi sagt:

    Ok, ich hab die Wirkungsweise dieser Verhütungsmethode nicht richtig verstanden gehabt. Zum Glück gibts schon einen, wenn auch noch recht rudimentären Wiki-Artikel der das auf deutsch erklärt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Reversible_inhibition_of_sperm_under_guidance

  8. Dominik sagt:

    Auf der englischen Wikipedia gibts auch noch was dazu, wobei sich der Teil unter “Controversy” nicht mehr soo toll anhoert..

    “In October 2002, India’s Ministry of Health aborted the clinical trials due to reports of albumin in urine and scrotal swelling in Phase III trial participants.[7] The Indian Council for Medical Research noted that dimethyl sulfoxide used as a solvent for the injection is known to cause kidney damage.[8] Although the ICMR has reviewed and approved the toxicology data three times, WHO and Indian researchers say that the studies were not done according to recent international standards.[9]”
    Kann auch sein dass die Pharmamafia da bisschen mit Schmutz wirft… wird sich zeigen.

    Und wer haette das gedacht…. :D :
    “RISUG has not been proven to provide protection against the spread of sexually transmitted diseases.”

  9. Angelika sagt:

    anmerkung zu HuffPo-links : die journalistin Meg Lanker-Simons erklärt warum sie als mitglied der National Writers Union zum boy-girl-cott der HuffPo auffordert, bereits im Mai 2011 (aus solidarität unterstütze ich das ebenfalls) – englisch :
    http://cognitivedissonance.tumblr.com/virtualpicketline

    als alternativen zu dem HuffPo-link – jeweils englisch :
    http://techcitement.com/culture/the-best-birth-control-in-the-world-is-for-men/
    http://www.newmalecontraception.org/risug.htm

    @Dominik “Kann auch sein dass die Pharmamafia da bisschen mit Schmutz wirft…”

    yep, das vermute ich auch leider/erstmal genau so.
    // follow the money //