Baby-Klartext

von Susanne

Wir haben hier eine Diskussion immer wieder, nämlich: ob Frauen als Arbeitnehmerinnen diskriminiert werden oder nicht. Nach der Recherche für das Alphamädchen-Buch stand für mich fest: Ja, und zwar massesnweise, oft unbewusst, aber in den meisten Fällen nach den immer gleichen Mustern und zwar spätestens und meistens in dem Moment, in dem Kinder auf den Plan treten.

Das war mir also schon seit einiger Zeit klar. Aber während es für mich damals immer noch ein „viele Frauen“ und ein „immer wieder“ waren, kommt es mir mittlerweile so vor, als sei es überhaupt nicht unangebracht davon zu sprechen, dass ALLE Frauen diese Probleme haben – mit Ausnahmen, die im Promille-Bereich liegen.

Wie ich zu diesem Schluss komme? Nun, ich bin mal meinen Freundes- und Bekanntenkreis durchgegangen und habe nach einer Frau gesucht, die kein unverschämtes Gespräch mit ihrem Chef hatte, die nicht mit ihrer „Rolle als Mutter“ konfrontiert wurde oder problemlos – und ohne jeglichen blöden Kommentar – nach einer Babypause wieder in ihren Beruf eingestiegen ist.
Also wirklich K E I N E E I N Z I G E.

Deswegen heute Reality Check: Kennt ihr einen Arbeitgeber bzw. eine Firma, in der es kein Problem ist, Kinder und Beruf in eine wünschenswerte Balance zu bringen? Oder eine Freundin / einen Freund, der da keine Probleme hatte? (Und an dieser Stelle interessieren mich die Meinungen über das Ob, Wie und Warum mal nicht, das tun wir nebenan in anderen Diskussionen ja ausführlich. Ich will mal eure Erfahrungen und Beobachtungen.)




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 17. Juli 2008 um 10:07 Uhr unter Ökonomie. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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32 Kommentare

  1. MitchMcDeere sagt:

    1. Eine mir bekannte Anwältin in einer Großkanzlei konnte nach der Geburt ihres Kindes mit anschließender Pause sofort wieder einsteigen – als Partnerin.

    2. Eine mir sehr gut bekannte Architektin wurde von ihrem Chef gefragt, ob sie angesichts der baldigen Niederkunft weniger arbeiten wolle, und wie lange ihre Pause wohl sei. Nun würde man dies bestimmt in den Augen der Posterin als „unverschämtes Gespräch“ sehen können. Allerdings ging es schlicht um die Frage, ob ein Heimarbeitsplatz eingerichtet werden soll oder nicht, oder ob es ausreicht, ihr Team ein wenig aufzustocken, dass sie mehr delegieren kann. Rückkehr nach Babypause problemlos möglich, sämtliche Gehaltserhöhungen mitgemacht.

    3. Eine IT-Fachfrau (keine Ahnung, wie die Berufsbezeichnung ist), darf ohne Probleme ihr Kind mit zum Arbeitsplatz nehmen. Ich persönlich glaube ja, der Chef ist einfach begeistert, zwischendurch mal jemanden zum Spielen zu haben… Den er beim MauMau tatsächlich schlagen kann!

    Wenn ich ehrlich bin, kenne ich keine Einzige, die irgendwelche Probleme gehabt hätte…

  2. Rabenmutter sagt:

    Nicht nur Frauen mit Kind haben Probleme, auch Männer, die sich um ihre Kinder kümmern. Mein Mann hat Elternurlaub genommen. Obwohl es offiziell alle ganz toll fanden (für die Statistik und so) hat er Kommentare bekommen wie Frauen, wenn sie ein paar Monate weg sind.

    Mein eigener Arbeitgeber ist theoretisch super vorbildlich. Ganztagsbetreuung, Gleichstellung vorn und hinten, Frauenförderprogramme. Die einzelnen kleinen Chefs können aber noch ziemlich schwierig sein. Einen völlig problemlosen Fall weiss ich bei uns nicht.
    Ein Manager (unterste Ebene) hat vor kurzem über eine Kollegin gesprochen und folgendes als Schimpfwort gemeint verwendet „Das ist eine Karrierefrau mit Kindern“.

  3. Christoph Harrach sagt:

    Ich lese – als Mann – Euren Blog – respekt für die wichtigen Themen die ihr ansprecht.

    Ich bin auch einer dieser „neuen“ Männer, der Elternzeit in einer Führungsposition beantragt hat und damit war mein Karriereknick selbst in einem ethisch-korrekten Unternehmen bestimmt. Meine Konsequenz – die Kündigung und ich bin jetzt selbständig und selbstbestimmt und arbeite immer noch Teilzeit zur Freude meiner Frau und Tochter …

    Christoph

  4. christina sagt:

    Habe selbst (noch) kein Kind, will aber eine Lanze für meinen Chef brechen: er hat sich bisher aufrichtig über jede „frohe Botschaft“ seitens werdender Eltern gefreut, egal ob future mom or dad. Teilzeit- oder Volleinstieg nach der Elternzeit war bisher noch nie ein Problem. Dass es in der Mehrzahl „natürlich“ die Muttis sind, die in Teilzeit zurückkehren und Väter von derlei organisatorischen Fragen kaum berührt werden, scheint mir weniger an unserer Firmenstruktur zu liegen (mittelständischer konzernunabhängiger Verlag), sondern hat wohl mehr mit gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen zu tun. Aber berufliche Nachteile oder gar Verunglimpfungen wegen Schwangerschaft und Kind mußte hier noch niemand einstecken.

  5. Schnatterinchen sagt:

    Keine Benachteiligung bisher erfahren. War aber immer selbstständig und hab es so eingerichtet, dass die Kunden nichts davon gemerkt haben, dass ich nebenher noch eine Mutter bin. Ich dachte immer: Das ist ein Haifischbecken da draußen, da gibt’s keinen Mütter-Bonus, und ich muss professionell sein. Gebremst haben mich andere, zum Beispiel ein Kunde (Familienvater), der am Telefon hörte, wie mein (krankes) Kind wimmerte, und mir „befahl“, erst mal mein Kind gesund zu pflegen, bevor ich seinen Auftrag zu Ende bearbeite.

  6. Mimi_Palermo sagt:

    Ich habe beides erlebt:

    Beim ersten Kind das Entgegenkommen, mir die Arbeitszeiten frei zu wählen, gerade so, wie es am besten mit den Uni-Zeiten des Papas gepasst hat. Und wo es mal nicht passend war, dufte das Kind natürlich auch mitgebracht werden, dafür wurde mir ein extra-Büro angeboten. Später wurden die Kinderbetreuungskosten vom Arbeitgeber übernommen. Soweit die Situation an einem privat finanzierten Forschungsinstitut.

    Beim zweiten Kind und nunmehr selbständig wollte der Auftraggeber (eine Kultureinrichtung in freier Trägerschaft) nach der Elternzeit nichts mehr davon wissen, dass es einen bestehenden Werkvertrag gibt. Der Auftrag sei inzwischen von jemandem anderen übernommen worden, hieß es in einem ersten Gespräch. Ich könne ja etwas anderes für das Unternehmen machen, natürlich nur zur Hälfte des ursprünglichen Honorars, denn ich hätte ja nun zwei Kinder und damit ohnehin nicht mehr so viel Zeit. Und ausserdem wisse ich ja, wie die Lage im Bereich Kultur sei, da müsse man halt hohen Einsatz bringen und dürfe nicht so viel verlangen. Ich solle mal froh sein, dass ich nach einem Jahr zuhause überhaupt schon wieder etwas arbeiten könne. – Der Knaller: Die Person, die das gesagt hat, ist selbst Mutter.

  7. christina sagt:

    Ergänzung zu mir selbst: mir fällt eine freie Mitarbeiterin/Redakteurin ein, die sich so sehr vor Sanktionen (sprich: keine Aufträge mehr) fürchtete, dass sie keinem potientiellen Auftraggeber im Verlag von ihrer Schwangerschaft erzählte. Vom Wochenbett aus diktierte sie ihrem Mann einen Redaktionsauftrag in den PC; erst Monate später rückte sie damit heraus, ein Baby zu haben. Die (festangestellten) KollegInnen im Verlag waren von ihrer vorauseilenden Angst schwer erschüttert, allen wurde klar, dass Freischaffende unter noch größerem Druck stehen… inzwischen hat die betreffende Redakteurin zwei Kinder und ist eine unserer gefragtesten und bestbeschäftigten „Freien“!

  8. Susanne sagt:

    @ Rabenmutter: Ja, ich denke auch, dass Männer vor den gleichen Problemen stehen – dass es sich also hier auch um eine ausgeprägte Kinderfeindlichkeit handelt. Deswegen sind auch die Väter-Erlebnisse wie von Christoph sehr interessant.

    In diesem Zusammenhang ein paar Links:
    Das Bundesfamilienministerium von Ursula von der Leyen hat das Programm „Erfolgsfaktor Familie“ ausgerufen und bietet einen Berufundfamilie-Index an. 600 Unternehmen dürfen sich jetzt schon „familienfreundlich“ nennen – was ich in den nächsten Jahren gern um ein Vielfaches gesteigert sähe. Tollerweise kann man die Liste der Unternehmen online einsehen, was den Druck zu mehr Familienfreundlichkeit auf anderen Unternehmen erhöhen dürfte.

    *Ende Linktippsabschweifung*

  9. jj sagt:

    Ich finde den Begriff Diskriminierung für einen Vorgang unangebracht, in dem schlicht ein Interessenkonflikt vorliegt. Ein Unternehmen ist primär daran interessiert, seine Produkte/Dienstleistungen mit einem möglichst kostengünstigen Faktoreinsatz zu erstellen/leisten. Man kann Mutterschaft drehen und wenden wie man will, sie ist immer ein Kostenfaktor für das Unternehmen, so wie Urlaub, Krankheit, Strom und die Buchhaltungssoftware.

    Es gibt hier also einen Konflikt zwischen dem Unternehmen und den in ihm arbeitenden Individuen und der Gesellschaft als solcher, die ja auch ein Interesse an Nachwuchs hat, der sich auch durch weitgehende Übernahme der Kosten durch den Staat nicht lösen läßt, weil Mutterschaft immer mit gewissen Einschränkungen einhergehen wird.

    Auch wenn ein Unternehmen sich zur besseren Einbindung von weiblichem Humankapital familienfreundlicher gibt ist „keine Schwangerschaft“ für das Unternehmen denklogisch immer besser als Schwangerschaft.

    Man sollte solche Interessenkonflikte benennen und sie offenlegen, soweit möglich sinnvolle Anreizstrukturen schaffen, um besser mit ihnen umzugehen. Aber Diskrimierung ist da meines Erachtens der falsche Begriff. Man sieht ja, daß es selbst bei der EMMA im Zusammenhang mit der Entlassung von Lisa Ortgies zumindest argumentativ zu massiven Interessenkonflikten im Zusammenhang mit den Belastungen von Mutterschaft und der EMMA-Chefredaktion gekommen ist…

  10. Die Michiko sagt:

    Mhm, im grundsatz muss ich jj da zustimmen…

    Das wirft im Zweifelsfall halt die Frage auf, ob es innerhalb einer Kapitalistischen Grundstruktur echte Glecihberechtigung geben kann, aber das führt hier auch zu weit.

    Ich für meinen Teil lasse mich gerade in einem Programm coachen, das Arbeitslosen in die Slbstständigkeit hilft.
    Mal ab davon, dass ich das Projekt (.garage XL, inzwischen in mehereren großen Städten) allerwämstens empfehlen kann:
    Die bisherige Projektleitering hat vor einigen Monaten ein Kind bekommen und steigt jetzt nach und nah wieder ein. Da die Jobs unserer Coaches relativ abhängig von einzelnen Aufträgen und Projekten sind, macht sie jetzt erstmal das eine oder andere mit, und in nächster Zeit halt immer mehr – soweit ich weiss, ist durchaus vogesehen, daß sie irgendwann wieder die Projektleitung übernimmnt, sicher weiß ich das als nur-Teilnehmerin natürlich nicht.
    Bei meiner Bewerbungspräsentation, be der sie mit in der „Jury“ saß, kümmerte sich nebenan die Sekretäring um das Baby, und ich hab sie auch schon so ein paar mal mit Kind auf dem Flur getroffen.

    Persönlich hasse ich ja Kinder und mache da einen großen Bogen, ideologisch finde ich das ganze aber wirklich vorbildlich.

  11. Susanne sagt:

    @ jj: Vielleicht ist das Wort „Diskriminierung“ etwas hart. Aber das kann es durchaus sein, denn dieser Erkenntnis, die ich da oben beschrieben habe, muss für mich kein einerseits-andererseits-Kommentar folgen, sondern da will und muss ich dann auch mal härter formulieren. Und dann finde ich es ja extrem aufschlussreich, dass es in deinen ökonomischen Ausführungen ausschließlich „Mutterschaft“, aber nicht „Vaterschaft“ heißt. Würden sich Frau und Mann halbe-halbe um den Nachwuchs kümmern, wären Väter ein genauso großer Kostenfaktor wie Mütter. Hier schließt sich dann wieder der Kreis zur Diskriminierung.

    Und ansonsten: Ich finde es toll, dass wir hier wirklich mal nur über die Praxis reden und die Theorie außen vor bzw. in den anderen Foren lassen. Bitte bitte bitte, jj, lass uns den Spaß, ja?!

  12. Michaela sagt:

    Meine Kollegin darf ihren Sohn mit zur Arbeit bringen, weil der Kindergarten zwei Wochen geschlossen hat. Er kriegt ein paar kleine Aufgaben (Stifte anspitzen und so) und wenn er es gut macht, auch ein kleines Taschengeld. Ich weiß nicht, wer das gestattet hat. Wahrscheinlich kam das von ganz oben, da sitzt nämlich eine Frau.

  13. jj sagt:

    Susanne,

    „Würden sich Frau und Mann halbe-halbe um den Nachwuchs kümmern, wären Väter ein genauso großer Kostenfaktor wie Mütter. Hier schließt sich dann wieder der Kreis zur Diskriminierung.“

    Nimm von mir aus die spätere Schwangerschaft und die Stillzeit. Da ist eine Gleichbetreuung – ganz praktisch – nicht drin. Und dann ist da noch eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit, daß sich die Mutter doch dafür entscheidet nach der Schwangerschaft nur noch Teilzeit zu arbeiten, oder doch länger weg zu bleiben etc. Das sind alles Dinge, die ganz praktisch nichts mit einer theoretischen 50-50 Aufteilung zu tun haben und deswegen Frauen/Mütter „kosten“technisch immer asymmetrisch belasten werden… ganz praktisch.

    „Und ansonsten: Ich finde es toll, dass wir hier wirklich mal nur über die Praxis reden und die Theorie außen vor bzw. in den anderen Foren lassen. Bitte bitte bitte, jj, lass uns den Spaß, ja?!“

    lol. deal. Werde mich als Theoretiker und Nicht-Vater mal zurückhalten ;)

  14. SoE sagt:

    Wann hört nur mal dieses unselige einseitige Aufrechnen auf? Statistisch gesehen sind junge Männer häufiger in schwere Verkehrsunfälle verwickelt, kriegen mehr Männer Magengeschwüre, Schlaganfälle und Herzinfarkte als Frauen und schließlich wechseln Männer schneller die Firma, wenn sie ein lukrativeres Angebot haben. Aber wie oft wird ein Mann bei der Einstellung gefragt, ob er gesund lebt oder zur Herzinfarktrisikogruppe gehört?

    Unglücklicherweise haben die meisten Mütter, die ich kenne, noch nicht wieder angefangen zu arbeiten. Bei meiner Mutter war die Personalabteilung völlig überfordert, dass jetzt jemand 19,75 Wochenstunden arbeiten sollte, weil man das nicht im Formular eintragen konnte…

  15. Goofos sagt:

    Analog dazu fällt mir ein verheiratetes Paar ein, das sich öfters einmal blöde Kommentare anhören muss, weil die beiden sich ganz klar dazu entschieden haben keine Kinder zu bekommen und es so auch äußern.

  16. Katrin sagt:

    @goofos: *Ironie_ein*
    was sind das denn für Menschen?!?
    *Ironie_aus*

  17. Barbara sagt:

    Dazu passend das heutige Urteil des EU GH:

    Im Kern ging es um die Frage, ob den Schutz vor Diskriminierungen aus der RL 2000/78/EG nur derjenige beanspruchen kann, der selbst behindert ist, oder ob auch Dritte vom personellen Anwendungsbereich der RL erfasst sind. Die Klägerin des Ausgangsverfahrens, Frau Coleman, ist Mutter eines behinderten Sohnes und hatte u.a. geltend gemacht, von ihrer Arbeitgeberin als „faul“ bezeichnet worden zu sein, wenn sie habe freinehmen wollen, um ihren Sohn zu betreuen, und ihr vorgeworfen worden sei, sie benutze ihr „Scheiß-Kind“, um ihre Arbeitsbedingungen zu manipulieren (siehe BeckBlog vom 14. 7. 2008).

    Der Gerichtshof hat diese Frage bejaht

    Hier zum detaillierten Nachlesen:
    http://www.blog.beck.de/2008/07/17/eugh-weitet-schutz-vor-diskriminierungen-massiv-aus/

  18. Goofos sagt:

    „was sind das denn für Menschen?!?“
    Meine Schwester und mein Schwager. Sie verdient mehr und er arbeitet im Kindergarten. Hm … ich weiss nicht ob Feministinnen den Rest hören wollten :>

  19. Die Michiko sagt:

    Goofos, das kenn ich bis zum erbrechen!
    Mein Freund und ich haben uns beide, bevor wir uins kennengelernt haben, sterilisieren lassen. Beide unter 30 und bevor wir Kinder hatten, weil das für uns beide einfach nicht in Frage kommt.

    Und man möchte meinen, daß das Privatsache sei, aber wenn man beim Studienabschluss von der Dozentin zu hören kriegt „So, jetzt ist das Studium durch, jetzt könnt Ihr Kinder kriegen“ dann ist man schnell wieder mitten in eben dieser elenden Diskussion und wird angekuckt, als würde man Kinder nicht nur nicht kriegen, sondern auch gleich fressen. ARGH!

    Zum Thema 50/50 Aufteilung fällt mir ein alter Klaasiker ein, „Die Töchter egalias“ Hat hier wahrscheinlich niemand gelesen, muss auch nicht sein. Aber in diesem Roman sind eindeutig dioe Männer für die Kinderaufzucht zuständig, weil es schließlich sie sind, „die die Kinder von den Frauen bekommen“

  20. Miriam sagt:

    Die Michiko: “Die Töchter egalias” Hat hier wahrscheinlich niemand gelesen“

    Doch… Auch wenn es an vielen Stellen für meinen Geschmack zu radikal-feministisch war, so fand ich die Argumentation, warum die Männer ganz selbstverständlich für die Kinderaufzucht zuständig seien,irgendwie sehr erhellend ;-)

  21. Miriam sagt:

    Goofos: „Sie verdient mehr und er arbeitet im Kindergarten. Hm … ich weiss nicht ob Feministinnen den Rest hören wollten“

    ??? Verstehe ich nicht.
    Ist doch total im Sinne der Feministinnen, eine Frau die mehr als der Mann verdient und der arbeitet auch noch in einem typischen Frauenberuf, feministischer könnte es doch gar nicht sein…

  22. Joerg sagt:

    Von Werner Hansch stammt der Satz: „Ja, Statistiken. Aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder vierte Mensch ein Chinese, aber hier spielt gar kein Chinese mit.“

  23. Matze sagt:

    @SoE: *sorry für die Theorie* Wie kann man *einseitig* aufrechnen? Bedeutet aufrechnen nicht, dass man einen Vergleich anstellt? Wie kann ein Vergleich einseitig sein?

    Im Übrigen scheint mir das Standardargument gegen Aufrechnungen selbst auf einer Aufrechnung zu beruhen: Beklagt euch nicht, denn uns geht es noch schlechter, weil *Benachteiligungen aufzähl*.

  24. profin sagt:

    zurück zum Thema:

    1. In meinem deutschen Bekanntenkreis mit rund 20 Familien kenne ich EIN berufstätiges Paar, dass sich Arbeit und Kinder egalitär teilt.

    2. Ich lebe im Ausland. Hier gab es keinen dummen Spruch zur Elternzeit und die Vereinbarkeit wurde professionell gehandhabt.
    3. Von meinen Kollegen haben ca. 80% Kinder. Die meisten arbeiten Vollzeit. Teilzeit aus Familiengründen wird immer genehmigt. Allerdings wird die Arbeitsmenge nicht reduziert und jeder Arbeitnehmer muss es selbst durchsetzen, dass weniger erledigt wird.

  25. profin sagt:

    4. Die Kinderbetreuungsquote ab 0 Jahren liegt hier bei über 80%

  26. Miriam sagt:

    @ profin:
    Darf man fragen, wo du lebst?

    „Teilzeit aus Familiengründen wird immer genehmigt. Allerdings wird die Arbeitsmenge nicht reduziert und jeder Arbeitnehmer muss es selbst durchsetzen, dass weniger erledigt wird.“
    Bedeutet Teilzeit weniger Lohn? Denn das wäre ja dann schon irgendwie ungerecht, wenn man die gleiche Arbeit in weniger Zeit erledigt und dafür dann auch noch einen geringere Lohn bekäme…

  27. SoE sagt:

    „Bedeutet aufrechnen nicht, dass man einen Vergleich anstellt?“

    Tut es, deswegen frage ich mich ja, warum immer alle nach der Hälfte auhören zu rechnen. Geh ich zu BurgerKing, weil bei McDonalds der Ketchup extra kostet, und vergleiche dann nicht, dass das ganze Menü dort einen Euro mehr kostet?

    Und kudos, dass zumindest Du diesen Mechanismus erkannt hast.

  28. palü sagt:

    ich arbeite an einem öffentlich finanzierten forschungsinstitut. hier ist es gang und gäbe, dass kleine babies halbtags in den büros rumlungern – viele angestellte wollen schnell wieder einsteigen und bekommen sehr wohl die möglichkeit dafür. das institut bezuschusst außerdem die kinderbetreuung. ob es von seiten der chefs dumme kommentare gibt, weiß ich noch nicht (werde es aber bald erfahren), kann es mir aber nur bei einer person vorstellen.

    an der hiesigen uni kamen dumme kommentare, aber keine sanktionen.

  29. palü sagt:

    an der uni kamen auch rührende glückwünsche. sowohl die glückwünsche als auch die dummen kommentare kamen von zweifachen familienvätern.

  30. profin sagt:

    @ miriam:

    “Teilzeit aus Familiengründen wird immer genehmigt. Allerdings wird die Arbeitsmenge nicht reduziert und jeder Arbeitnehmer muss es selbst durchsetzen, dass weniger erledigt wird.”
    Bedeutet Teilzeit weniger Lohn? Denn das wäre ja dann schon irgendwie ungerecht, wenn man die gleiche Arbeit in weniger Zeit erledigt und dafür dann auch noch einen geringere Lohn bekäme…

    Ja, Teilzeit bedeutet weniger Lohn für weniger Arbeitszeit. Wenn gleichzeitig keine „Entlastungskräfte“ eingestellt werden oder der Aufgabenbereich durch Vorgesetzte reduziert wird, bleiben den ARbeitnehmer(innen) zwei Optionen:
    1. Die gleiche Arbeit in weniger Zeit erledigen (gerne auch „Müttereffizienz“ genannt, wird nicht separat vergütet)
    2. Gegenüber den Kunden durchsetzen, dass in weniger Zeit nur weniger Arbeit/Umsatz/Projekte erledigt werden können.

    Such is life, wenn es keine Vereinbarkeitskultur gibt.

  31. thisIsMe sagt:

    ich arbeite in einem oeffentlichen forschungsinstitut, mein freund in einer privaten IT firma. wir haben das bei unserem ersten kind so geregelt: ich ein jahr nach der geburt frei, seitdem teilzeit 50%, mein freund zwei monate nach der geburt frei, seitdem teilzeit (50%). das ist super, wir geniessen die zeit zusammen sehr. beim demnaechst erwarteten zweiten kind werden wir das weiter so handhaben. wir verdienen beide gleich viel und unsere arbeitgeber haben keine probleme mit teilzeit. mein arbeitgeber bietet auch tagesmutterbetreuung an, bis man einen kindergartenplatz bekommt.

    wir sind aber in unserem bekannten- und kollegenkreis auch eine ausnahme, in den allermeisten faellen arbeitet der vater voll und die mutter hoechstens teilzeit. wenn schon vor dem kind ein riesen gehaltsgefaelle herrscht nuetzt ja z.b. auch das elterngeld der mama nichts.