Baby-Antibabypille

von Barbara

Foto: Feuillu / Flickr

Warum erst als Teenager die Pille nehmen, wenn es auch schon früher geht? Vorgestern berichtete die Techniker Krankenkasse über den Pillenkonsum von Elfjährigen in Bayern.

Immer mehr junge Mädchen aus Bayern schlucken die Antibabypille: Jedes dritte Mädchen im Alter zwischen elf und 20 Jahren bekommt mittlerweile die Pille verschrieben. Vor sieben Jahren war es noch jedes vierte Mädchen, so eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) unter ihren Versicherten. Die Anzahl der abgegebenen Packungen stieg laut TK-Statistik zwischen 2000 und 2007 um 54 Prozent.

Bis zum 20. Geburtstag übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Pille. Doch es wird nicht jedem Mädchen dazu geraten:

Wer beispielsweise die Pille nimmt und gleichzeitig raucht, hat ein höheres Risiko für Embolien, die auch schon in jüngeren Jahren auftreten können. Auch wenn ein Mädchen familiär belastet ist, sollte sie sich über ihr persönliches Risiko genau beraten lassen.

Ein Grund für den frühen Hormonkonsom sei das frühe und offensive Umgehen mit Sexualthemen. Die Mädchen wollen keinesfalls ungewollt schwanger werden. Dabei vergessen sie aber, dass die Pille erstens weder vor HIV noch vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krankheiten schützt, und dass die Pille zweitens den Körper mit Hormonen vollpumpt. Und noch was: Sex vor 14 ist strafbar; vgl. § 176 des Strafgesetzbuches.

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26 Kommentare zu “Baby-Antibabypille”

  1. Rabenmutter schreibt:

    Also, nochmal von vorn - hier das Zitat mit absoluten Zahlen:
    “Über 16.000 bei der TK in Bayern versicherte Mädchen nehmen das zuverlässige Verhütungsmittel. Rund 300 sind erst zwischen elf und 14 Jahre alt”,
    Ich habe keine Ahnung, wie hoch der Marktanteil der TK in Bayer ist und ob man das jetzt repräsentativ umrechnen kann.

    Es kann auch in diesem Alter durchaus medizinische Gründe geben, beispielsweise eine schmerzhafte Endometriose, die eine Verordnung sinnvoll machen.

    Ich will jetzt nicht die Pille schönreden - und finde es auch eher erschreckend, wie unreflektiert sie verschrieben und genommen wird - aber etwas mehr Differenzierung hätte auch dieser Presseerklärung nichts geschadet. Wenn die TK das als so problematisch ansieht, warum macht sie nicht eine Broschüre für junge Mitglieder, bietet Veranstaltungen für Jugendliche über Verhütung an, oder berät die Frauenärzte, so dass sie es lernen, auch mal nein zu sagen?

  2. Judith schreibt:

    naja, die TK schreibt, dass von den 16000 Mädchen in Bayern, die die Pille nehmen, 300 zwischen 11 und 14 sind. Das sind jetzt gerade mal knappe
    2 % der Pillen-Mädchen. Und ob in dieser speziellen Untergruppe die Zahlen gestiegen sind, erfahren wir nicht. Find ich jetzt nicht so spektakulär.

    Ob man es im allgemeinen verwerflich findet, dass Pillen-Mädchen, die anscheinend zu über 98% über 14 sind heute öfters die Pille nehmen als früher…steht auf einem anderen Blatt.
    Ob sie früher alternativ Kondome hergenommen haben, was wohl Dein Wunsch wäre, oder weniger Sex hatten oder einfach unzureichend verhütend haben (meine Vermutung), wissen wir nicht…
    Ich finde es auf jeden Fall gut, wenn heute Mädchen offener mit dem Thema Verhütung umgehen als früher und auch mit ihren Mamas und notwendigerweise mit Frauenärztinnen über Sex und Verhütung sprechen.

  3. Miriam schreibt:

    Judith:”Ob sie früher alternativ Kondome hergenommen haben, was wohl Dein Wunsch wäre, oder weniger Sex hatten oder einfach unzureichend verhütend haben (meine Vermutung), wissen wir nicht…”

    Naja, dazu steh indirekt schon was in dem Artikel der TK:
    Das habe auch dazu geführt, dass weniger Frauen ungewollt schwanger werden. “Zwischen 2000 und 2007 sind im Freistaat Abtreibungen bei Teenagern um neun Prozent gesunken”, sagt die TK-Expertin.

    Das stützt wohl deine Vermutund, dass die Mädchen früher mehr unzureichend verhütet haben.

    Natürlich schützt die Pille nicht vor Infektionskrankheiten, und es gibt eine ewige Liste von Nebenwirkungen, aber sie ermöglicht den Mädchen eben auch einen unbeschwerteren Umgang mit dem Thema Sex. Damit meine ich nicht einen leichtfertigen Umgang, aber es ist heute leider noch immer so, dass Teenagerschwangerschaften vor allem den Lebenslauf des Mädchen nachhaltig beeinflussen.

    Dass so viele Mädchen und Frauen die Pille nehmen, sollte nicht zu dem Automatismus führen, dass Frauen sich um die Familienplanung alleine kümmern, und Infektionskrankheiten sollten Männer genauso interessieren wie Frauen, aber die Pille ermöglicht jungen Mädchen meiner Meinung nach ein deutlich entspannteren Umgang mit Sex als jedes andere Verhütungsmittel

  4. Susanne schreibt:

    @ Judith: Aber das wage ich zu bezweifeln. Ich glaube nicht, dass offener und mehr über Verhütung gesprochen wird. Die Pille wird auch ohne breit angelegtes Aufklärungsgespräch verschrieben. “Offener Umgang mit Sexualthemen” beschreibt eher ein viel-über-Sex-reden als ein Aufgeklärtsein. Immer wieder lustiges Experiment: Mädchen und Jungs fragen, wie man schwanger wird. Meisten: Große Ahnungslosigkeit. Weil zuhause wenig drüber gesprochen wird und die eine Sexualkundestunde in der Schule wird eher kichernd absolviert.

    Das große Problem an der steigenden Pillenzahl ist, dass junge Frauen in Europa die Gruppe von Menschen sind, deren Aidsrate am meisten steigt. Viele Mädchen und junge Frauen haben Angst vor einer Schwangerschaft, aber keine Angst mehr vor Aids.

  5. Judith schreibt:

    echt? die mädchen nehmen reihenweise die pille, wissen aber nicht wie man schwanger wird? ok, also pille nehmen und nicht mal wissen warum, das ist echt dämlich. an die option hat ich gar nicht gedacht..

  6. Miriam schreibt:

    @Susanne: Aber das ist doch nicht die Schuld der Pille! Ich finde es wirklich etwas verbohrt, aus der, zugegeben sehr leichtfertigen, Verschreibepraxis für die Pille abzuleiten, dass das der Grund für die steigende Zahl der HIV-Infekionen bei Frauen sei. Vor 60 Jahren gab es die Pille nicht, aber waren die Menschen damals wirklich aufgeklärter in puncto Sex? Ja wohl kaum.

  7. Susanne schreibt:

    Sage ich auch nicht. Es ist nur eine interessante (und vor allem besorgniserregende) Begleiterscheinung.

  8. Rabenmutter schreibt:

    Was die nette Frau von der TK uns nicht sagt ist, wie sich die Zahl der Teenagerschwangerschaften entwickelt.
    Dass die Zahl der Abtreibungen bei jungen Mädchen leicht zurückgeht, ist schön. Aber wie sieht’s aus mit den Geburtenzahlen? Hat da jemand Fakten?

    Vom Vereinigten Königreich hab ich Zahlen gesehen, da ist die Tendenz bei Teenagerschwangerschaften stark steigend. Wäre ja mal interessant für Deutschland.

  9. Judith schreibt:

    Für und wider hormonelle Kontrazeptiva im allgemeinen find ich echt ein spannendes Thema und da gibt es sicher eine ganze menge “wider” zu finden, klaro. Und auch das das Thema HIV irgendwie in Vergessenheit geraten zu sein scheint, find ich auch erschreckend.
    Aber.. so zu tun, wie als ginge es in dem Bericht um den “den Pillenkonsum von Elfjährigen in Bayern”, ist dann doch ..äh.. verblüffend, mit Verlaub.

  10. Rabenmutter schreibt:

    Also, jetzt hab ich selbst mal nachgeforscht:
    Abtreibungen:
    http://www.ak-lebensrecht.de/info/stat_tab.html
    Die Zahl der Abtreibungen bei jungen Frauen stieg bis 2004 und ist seitdem rückläufig. Von 779 in 2004 auf 542 in 2006.

    Über das Alter der Mütter fand ich hingegen keine so schöne Statistik. Seltsam, dass der AK-Lebensrecht das nicht genauso akribisch dokumentiert wie die Abtreibungen.

    http://www.loegd.nrw.de/gesundheitberichterstattung/gesundheitsindikatoren/1data/02/Html/02_06a2001.htm

    Danach stieg die Anzahl der jungen Mütter zwischen 1999 und 2001 - aber da stieg auch die Zahl der Abtreibungen.

    Fazit -
    die jungen Mädchen nehmen häufiger die Pille und treiben weniger ab.
    Ob sie mehr oder weniger Babies bekommen, wissen wir nicht.

    Ob sie die Pille aus medizinischen Gründen oder zur Verhütung nehmen, wissen wir auch nicht.

  11. louise schreibt:

    also zum Thema Pille:
    Ich bin sehr froh dass es die Pille gibt, weil sie mir eine Sexualität fernab der Angst ermöglicht ungewollt schwanger zu werden. Immerhin können Frauen durch die Pille mehr über ihren Körper bestimmen, dass man zusätzlich Kondome verwenden sollte wenn man mit verschiedenen Partnern Sex hat, ist jawohl klar. Aber nur Kondome halte ich für eien sehr unsichere Variante, ich habe schon tausend “Kondomreiß”-geschichten gehört. Also ist dass leider keine Alternative zumal man auch beachten sollte dass sich Spermien nicht nur durch Geschlechtsverkehr ihren Weg in den weiblichen Körper bahnen können.
    Ein anderer Punkt ist dass die hier angepriesen Nebenwirkungen nicht medizinisch oder überhaupt wissenschaftlich belegt sind.
    Alles im Allem finde ich es daher unagebracht die Pille zu verteufeln, sie ermöglicht immerhin vielen Frauen (endlich) eine selbstbestimmte Sexualität.

    Ach ja und wenn Mädchen schon mit 13 Sex haben wollen, finde ich dass total Ok!
    Natürlich muss die arbeit in Puncto Aufklärung immer weitergehen, v.a bei Jugendlichen.

  12. louise schreibt:

    ich will natürlich auch nicht sagen, dass es nicht sein kann, dass die pille doch bedenkliche Nebenwirkungen hat, aber laut berichten aus bisherigen tests, kann man Pillen-Schäden nicht feststellen. Natürlich könnte es noch kommen, v.a bei so Jungen Frauen/Mädchen, aber ich finde es nur bedenklich wenn hier die freiwillige Wahl tausender Mädchen und Frauen angeprangert wird.

  13. Juli schreibt:

    @ louise: Also ich finde weniger die Entscheidung der Mädchen bedenklich als die Gedankenlosigkeit vieler Frauenärzte/innen. Meine Gynäkologin hat mich geradezu bedrängt, die Pille zu nehmen, obwohl ich das nie wollte. Das hörte erst auf, als ich die Ärztin gewechselt hab und bei einer alternativeren Gynäkologin gelandet bin.

    Und zur Sicherheitsfrage: Die Pille ist genauso “unsicher” wie Kondome. Die Kondomreiß-Geschichten klingen immer so spektakulär, aber es gibt auch eine Menge unspäktakulärer Pille-aussetz-Geschichten.

  14. louise schreibt:

    @juli: natürlich darf niemanden die pille einfach aufgedrängt werden und solche Frauenärtzte würde ich genau wie du als sehr inkompetent bezeichnen, aber doch bleibe ich dabei, es ist einfach die sicherste Methode für Frauen sich selbst vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen und dass finde ich durchaus positiv und wichtig.

  15. Miriam schreibt:

    Juli: “Und zur Sicherheitsfrage: Die Pille ist genauso “unsicher” wie Kondome. Die Kondomreiß-Geschichten klingen immer so spektakulär, aber es gibt auch eine Menge unspäktakulärer Pille-aussetz-Geschichten.”

    Nur mit dem kleinen Unterschied, dass “Pille-vergessen” zu den Anwendungsfehlern zählt und beim Pearl Index den höheren Wert verursacht, “Kondom reißen” aber eine Methodenunsicherheit ist und den niedrigen Wert des Pearl Indexes darstellt. Der Pearl Index einer Minipille liegt zwischen 0.5 und 3, der des Kondoms bei 2-12. Quelle: http://www.verhueten.info/ftopic2501.html

  16. SoE schreibt:

    Das einzige Mädchen in meiner Klasse früher, dass schon mit 13 die Pille genommen hat, hatte die verschrieben bekommen, weil sie wirklich schlimme Akne hatte. Dass sie nun Sex hätte haben können war ihr klar, aber nicht wichtig, eher eine Nebenwirkung. Sie hatte auch keinen auf einige Zeit danach. Aber das ist auch schon wieder 10 Jahre her.

  17. arztgattin schreibt:

    Wollte mal bescheiden anmerken, daß es allerdings verheerende Nebenwirkungen gibt : zum Beispiel im Zusammenhang mit Pilleneinnahme und Nikotin.

    Nur das diese Nebenwirkungen erst sehr viel später auftreten, nämlich so ca. 20-30 Jahre. Die Zahl der Herzinfarkte bei Frauen steigt stetig. Leider kenne ich keine/n Gynäkologen/in, die beim Verschreiben der Pille zum Beipiel nach Zigarettenkonsum fragt. Wieder so eine Nachlässigkeit mit ungeahnten Langzeitwirkungen. Und das geht alle Frauen was an, nicht nur die jungen….

    P.S. also ich würde nicht zu einer Infoveranstaltung einer Krankenkasse über Sex gehen, wenn ich 14Jahre wäre….das ist doch absurd.

  18. Judith schreibt:

    just for the record..die pille scheint langfristig vor eileiterkrebs zu schützen, im gegensatz zu einem erhöhten brust-und gebärmutterhalskrebs, dass allerdings auch wieder abnimmt, wenn man die pille wieder absetzt.

    http://health.usnews.com/usnews/health/healthday/080125/oral-contraceptives-cut-ovarian-cancer-risk.htm

  19. louise schreibt:

    soweit ich weiß, besteht diese Infarkt-Risiko nur bei älteren, rauchenden Frauen

    http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/meldung/-Pille/1051570/1051570/

    das Thrombose-Risiko ist bei Raucherinnen tatsächlich erhöht, ich kenne aber fast keine Frauenärtztin die darauf nicht hinweißt. Und wenn man dann dass rauehen nicht aufgeben will sollte man wirklich auf Alternative mittel umsteigen.

  20. arzt_gattin schreibt:

    @Lousie

    Klar, wenn es keine Langzeitstudien gibt, dann kommt man zu dem Ergebnis, daß nur ältere Frauen betroffen sind. Um was anderes festzustellen, müßte man sich die Mühe machen, dreißig Jahre lang die Risiko-Faktoren zu beobachten. Gender in der Forschung, gerade in der medizinischen Forschung, steckt noch in den Kinderschuhen…

  21. Judith schreibt:

    @Arztgattin
    (erstmal: ich find deinen namen super. in österreich heißen ehefrauen promovierter männer heute noch häufig “frau doktor”, also unabhängig davon, ob sie selber einen akademischen titel haben oder ärztinnen sind. einerseits lustig, anderseits..)

    das thema gender und medizin finde ich auch sehr spannend.
    sag doch mal konkreter, in wie weit du das thema gender im bereich hormonelle kontrazeptiva zu wenig beachtet siehst?

  22. Lune schreibt:

    Eigentlich sollten Mädchen/Frauen erst zwei Jahre nach einsetzen der Mens die Pille nehmen.
    Eigentlich sollte jedes Paar 3 Monate mit Kondomen verhüten und dann Tests machen.
    Nicht nur wegen Aids- Chlamydien sind eine so weit verbreitete Krankheit und kaum jemand weiß, dass sie ein häufiger Grund für Unfruchtbarkeit sind.
    Man kann auch mit Kupferkette/spirale (ja, auch wenn man noch nicht geboren hat) verhüten, man kann nfp machen, ein Diaphragma mit Kondomen zusammen benutzen…
    Niemand sollte sagen, dass die Pille das einzig sichere Verhütungsmittel ist- auch nicht bei jungen Frauen. Denn statt, dass sie die Pille nehmen und gleich hinterher die HVP-Impfung, damit sie von vielen ungeschützen Sex keine Viren an ihrem Muttermund abbekommen, sollten sie einfach vernünftig aufgeklärt werden.
    Und das gibt es leider auch heute immer noch zu wenig. Ganz allgemein zum Körper, aber auch zur Pille. Wer von euch weiß wann man die Pille mal vergessen darf? Die Pille kann man auch nicht einfach nur in den Mund schmeißen wie ein nettes kleines Bonbon- man muss genauso mitdenken wie bei anderen Vehrütungsmitteln.
    Ich selber habe übrigens von 16-18 nur mit Kondomen verhütet, danach mit nfp, Kondomen und Dia je nachdem. Ich habe keine einzige Kondompanne (man sollte halt die richtige Größe benutzen) und ich bin nie schwanger gewesen.

  23. Lune schreibt:

    Mist, etwas vergessen. ;-)
    Wer Migräne hat und die Pille nimmt hat ein 8x höheres Hirnschlagrisiko- eigentlich ein Grund die Pille nicht zu verschreiben wenn man an Mikränen leidet.
    Eigentlich- denn es kümmert die meisten Gyns überhaupt nicht. Was auch daran liegen mag, dass sich die meisten nicht mit Verhütungsmitteln auskennen und lieber die netten kleinen Extras der Pharmaunternehmen annehmen wenn sie brav die ganzen Pillen verschreiben.

  24. Miriam schreibt:

    Lune, zum größten Teil stimme ich dir zu, es wird zu wenig aufgeklärt, Ärzte neigen dazu, sich durch kleine Aufmerksamkeiten der Pharmaunternehmen beinflussen zu lassen,…
    Aber in einem Punkt muss ich dir wiedersprechen: Nur weil du bisher nicht schwanger geworden bist, heißt das nicht, dass die von dir genutzten Verhütungsmethoden so sicher sind wie die Pille. Der Pearl Index sagt etwas über die Wahrscheinlichkeit aus schwanger zu werden. Natürlich wird man nicht zu 3% schwanger. Entweder man ist schwanger oder man ist es nicht. Und von 100 Frauen werden in einem Jahr “nur” 85 schwanger, wenn sie gar nicht verhüten. Also auch ganz ohne Verhütung könnte es sein, dass ich nicht schwanger werde (weil ich oder mein Partner unfruchtbar ist, weil ich in der Zeit meines Eisprunges zufällig keinen Sex hatte,…)
    Ich sage gar nicht, dass die Pille das einzig sichere Verhütungsmittel ist, ich selbst verhüte seit Jahren mit Kondomen und komme wunderbar damit klar, um nichts in der Welt würde ich wieder die Pille nehmen. Aber die Pille ist nach wie vor sehr sehr sicher. Für mich kam die Verhütung mit was anderem als der Pille erst in Frage, als eine mögliche Schwangerschaft nicht mehr die totale Horrorvorstellung war.
    Ich gebe dir recht, GynäkologInnen beraten da schlecht, als ich die Pille abgesetzt habe, fiel meiner Ärztin auch nur “Kondome” auf meine Frage nach Alternativen ein und das hat mich schon eher erschreckt (also ihre Einfallslosigkeit).

  25. Lune schreibt:

    Ich weiß nicht was du an einem Methoden Pi von 0.4 schlecht findest. ;-)
    Es ist ein Fakt, dass nfp so sicher ist wie die Pille. Das gibt sogar eine Seite eines Pharmaunternehmes zu.
    Ich will allerdings nicht leugnen, dass es für manche Frauen nicht so einfach ist die nfp anzuwenden. Für mich wiederum wäre die Pille kein gutes Verhütungsmittel, einfach weil ich das nicht jeden Tag einnehmen könnte.
    (Entschuldigt, ich weiß nicht wie man Links schön darstellt)
    http://www.individuellverhueten.de/Consumer/ModerneVerhutung/AndereMethoden/AndereMethoden/SymptothermaleMethode.asp
    Und das sagt die Welt:
    http://www.welt.de/wissenschaft/article728068/Natuerliche_Verhuetung_so_sicher_wie_die_Pille.html
    Und hier die Studie dazu:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16019378?ordinalpos=1
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17314078?ordinalpos=1

  26. Judith schreibt:

    ich finde es interessant, dass ihr euch über die schlecht aufklärenden gynäkologinnen aufregt.
    meine frauenärztin textet mich - während ich in dieser, für die situation typischen, semi-komfortablen lage in dem sessel häng - mit so unglaublich vielen verhütungsinfos zu, dass ich manchmal schwierigkeiten habe sie in ihrem informierbedürfnis zu stoppen..natürlich die bessere variante als das, was ihr berichtet.

    können wir uns irgendwie drauf einigen, dass alle verhütungsmethoden ihre vor- und nachteile haben, die im idealfall in kooperation mit einer aufgeschlossenen und bestens informierten gynäkologin individuell (!) abgewogen werden sollten?

    eine ärztin (egal welcher bereich), die keine zuckerl von der pharmaindustrie kriegt, gibt es wohl kaum.
    und bei pharma-studien geht’s immer auch um viel geld, wo bitte nicht rauskommen sollte, dass das unternehmen, das die studie sponsert, gift produziert.
    auf der anderen seite wird z.b. in den usa unter der bush-administration so viel geld in abstinence-only-aufklärungsprogramme gesteckt, dass da jede schlagzeile über wüste nebenwirkung der pille ein gefundenes fressen für die religious rights ist, die die pille sowieso als “teufelszeug” sehen.

    letzlich bleibt’ halt an mir hängen, zu entscheiden, was ich mit meinem körper mach. von wegen reproductive rights(!) und so.

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