Auweia! „Entweihung des weiblichen Körpers“!

von Susanne

Die Redaktion des Sterns hat sich dafür entschieden, mit seiner aktuellen Ausgabe ein bisschen was von Charlotte Roches Erfolg für sich abzuzwacken, indem sie den Roman auf den Titel(!) nimmt. Klar, ist ja auch eine gute Gelegenheit, einen nur dürftig bekleideten Frauenkörper A4-groß abzudrucken. Auf stern.de darf dann die Autorin Alexa Hennig von Lange schreiben, wie sie selbst das Buch findet, was dazu führt, dass sie sich selbst, nun ja, vor allem als faul, outet:

Was den Roman „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche anbelangt, mag der Tumult weniger von den Schilderungen sexueller Handlungen ausgelöst worden sein, sondern durch die Entweihung des weiblichen Körpers. Wie das Modell Gisele Bündchen kürzlich erklärte: „My body is my temple.“ Doch Charlotte Roche scheint den weiblichen Körper eher als eine Art nässenden, gärenden Komposthaufen zu verstehen. Ich kann dies allerdings nur vermuten, ich selbst habe das Buch nur in Auszügen gelesen.

Interessanterweise sind die Kommentare unter dem Text sehr amüsant und überraschend progressiv – tummeln sich doch normalerweise Konservative auf Deutschlands Presse-Webseiten, um per Kommentar ihre Weltsicht kundzutun.




Tags: , ,

Eintrag geschrieben: Freitag, 2. Mai 2008 um 16:12 Uhr unter Körper. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



Anzeige



5 Kommentare

  1. bernd aus weil sagt:

    tja, nun ist es soweit. jetzt muss ich mir das büchlein doch auch mal kaufen und eine gerade der pupertät entwachsene jungautorin unterstützen. wie kann man denn eine solch vernichtende kritik schrieben ohen ein buch ganz gelesen zu haben?? Der stern ist mittlerweile eher ein schwarzes loch, sozusagen das typische endprodukt jedes einstig stahlend hellen himmelskörpers … es wird zeit diese postille einzustellen.

  2. Mareen sagt:

    Ach, mittlerweile darf die Hennig von Lange schon Bücher rezensieren, die sie „in Auszügen gelesen“ hat. Schön, daran erinnert zu werden, warum man den Stern nicht liest. Danke dafür.

  3. […] Zeit kaum illustrieren, schreibt die sonst oft eher unbissige Spiegel-Online-Satirerubrik SPAM zum jüngsten Stern-Titelbild – und kommentiert das Gesehene mit einer sehr lustigen Bildstrecke, die dem klassisch-üblichen […]

  4. christian sagt:

    Mal was semantisch-grundsätzliches zum Thema „Selbstentblödung“. Sich NICHT selbst entblöden ist das, was A. von Lange macht. Sich entblöden würde bedeuten, etwas Intelligentes abzusondern. – Oder habe ich das jetzt falsch verstanden? Bitte entblödet uns ;-)

  5. Susanne sagt:

    Christian, du hast völlig Recht. Jetzt mal so umgeschrieben, dass es auch Sinn ergibt. Vielen Dank für den Hinweis!