Einträge von Thomas


Mythen aus der Frauenwelt

8. Januar 2010 von Thomas

Auf Guardian.co.uk ist vor ca. 2 Monaten ein etwas sonderbarer Artikel mit dem Titel „’Useless stay-at-home men‘ a female myth“ (zu Deutsch: „‘Nutzlose Hausmänner‘ ein Frauenmythos“) erschienen. Es geht um die Anfang November 2009 veröffentlichte Studie ‚The Female Breadwinner: Phenomenological Experience and Gendered Identity in Work/Family Spaces‘ der University of Missouri (durchgeführt in den USA von Dr. R. Meisenbach) über Familien bzw. Partnerschaften, in denen die Frauen den größten Teil des Einkommens verdienen.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Schon die Lektüre der ersten Zeilen lässt nichts Gutes ahnen:

If there is one thing on which many working mothers agree, it is that their partners do not pull their weight on the domestic front.
But research to be published this week reveals that men are being unfairly accused and working women are advancing the myth of the „useless man“ so they can feel more feminine.

zu Deutsch: Wenn es eine Sache gibt, über die sich viele arbeitende Mütter einig sind, dann ist es die Tatsache, dass sich ihre Partner nicht ausreichend im Haushalt beteiligen. Allerdings enthüllt nun eine Studie, die in dieser Woche veröffentlicht wird, dass Männer zu Unrecht beschuldigt werden und arbeitende Frauen den Mythos des „Nutzlosen Mannes“ propagieren, um sich weiblicher fühlen  zu können.

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Das Männerhaus

9. Dezember 2009 von Thomas

1976 eröffnete das erste Frauenhaus in Deutschland, welches von häuslicher Gewalt und ähnlich schlimmen Krisen betroffenen Frauen Zuflucht bot. Mittlerweile sind es schon mehr als 400 bundesweit. Was es allerdings bisher nur einmal gibt, ist ein Männerhaus. Es wurde 1995 von Horst Schmeil in Berlin-Spandau gegründet und steht mittlerweile im brandenburgischen Ketzin, wo es neben seinem Gründer noch von Dietmar Gettner betreut wird. So ähnlich wie bei Frauenhäusern dient es als Zufluchtsort für Männer, die Opfer häuslicher Gewalt oder anderer Krisen geworden sind.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Auch Frauen können zuschlagen, wobei die Wahrscheinlichkeit dafür besonders in Trennungsphasen und extremen Streitsituationen am größten ist. Allerdings scheint das niemanden besonders zu stören, denn oft passiert auch nichts – die Verletzungsgefahr ist für den Mann in der Regel gering und er bräuchte sich meist nicht mal besonders anzustrengen, um den Angriff abzuwehren oder die Angreiferin an einem Weiteren zu hindern. Wenn man nun auch noch zu denjenigen Männern gehört, die ihr Selbstbewusstsein in Emotionslosigkeit begründen, was durch Rollenklischees und Erwartungshaltungen unserer Gesellschaft durchaus gefördert wird, ist die Sache auch nicht weiter tragisch, oder etwa doch? Der aktuelle Gender Datenreport des Bundesfamilienministeriums berichtet sogar, dass in heterosexuellen Partnerschaften angeblich ähnlich viele Männer von häuslicher Gewalt betroffen sind wie Frauen (wobei aber nach wie vor der Großteil der anderen Körperverletzungen von Männern begangen werden). Zu beachten ist hierbei auch, dass Frauen in der Regel zu leichteren Formen der physischen Aggression neigen, etwa Schubsen und dergleichen. Dennoch gibt es nur ein Männerhaus in Deutschland, das zudem noch schlecht besucht ist. Auch wenn die Folgen häuslicher Gewalt gegen Männer nicht so verheerend sind wie bei Frauen – ich glaube kaum, dass die Gefühlswelten von dermaßen vielen Männern in Deutschland einen physischen Angriff der Partnerinnen unverletzt überstehen, vor allem wenn es öfter vorkommen sollte.
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Diagnose: Weichei – Die Deserteure outen sich

5. November 2009 von Thomas

Wenn innerhalb einer Gesellschaft eine neue Geisteshaltung entsteht, ist das zunächst ein Problem für die Gemeinschaft, denn es weiß ja keiner, ob man dieser „Bewegung“ überhaupt trauen kann. Wenn man ganz ehrlich ist, so ist man auch meistens nicht wirklich im Stande diese Frage selber zu beantworten. Die Realität ist komplex und vor allem in der heutigen medialen Zeit kaum noch zu überschauen. Konsequenterweise bleibt einem nur die Unsicherheit, die aus den verschiedensten persönlichen Motiven entsteht, und der erste intuitive Versuch diese Unsicherheit wieder los zu werden ist oftmals die Ablehung des Neuen. Das Festhalten an dem bisherigen Weltbild gibt einem Sicherheit. Der Grad der Unsicherheit entscheidet dann darüber, ob man der neuen Geisteshaltung einfach nur skeptisch gegenüber tritt oder sie aktiv bekämpft.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Diejenigen, die bei der Frauenbewegung in den 70er Jahren dabei waren haben diese aktive Ablehung ja nur all zu gut erfahren dürfen. Mittlerweile hat sich die Situation entschärft und jedermann weiß heute, dass es emanzipierte/feministische Frauen gibt. Das gilt allerdings noch nicht für feministische Männer. Irgendwie ist unsere Anwesenheit noch unbemerkt geblieben. Wenn ich einem Komillitonen erzähle, dass ich Feminist bin, so blickt mich dieser oft nur total verwundert an – nach fünfminutiger Wartezeit, in der er sich wieder fängt, werde ich dann gefragt: „wie…. Feminist…. Hä?“. „Mann“ und „Feminismus“ – wenn diese Wörter heutzutage in einem Satz zusammen auftauchen stiftet das nicht selten größere Verwirrung, hat man doch bisher nur von „Emanzen“ und „Feministinnen“ gehört. Die Reaktionen sind mannigfaltig. Zu der gerade erwähnten Variante, einfach ins Wachkoma zu fallen, gibt es natürlich noch viele Alternativen.

Fängt man bei den Männern an, so habe ich bisher drei Varianten erlebt. Die wenigen Gleichgesinnten finden es toll, Unentschiedene gucken einen wie oben beschrieben verwirrt an. Und die Nicht-Gleichgesinnten klären einen darüber auf, dass man Feminismus nicht mehr brauche, noch nie gebraucht habe („Warum soll man Frauen noch mehr bevorzugen, als sie es sowieso schon werden?“) oder behandeln uns oftmals wie „Verräter“ – an was genau ist mir auch nicht ganz klar. Das Strafmaß für diesen Verrat ist vielseitig und der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt: Feministen seien Weicheier, keine richtigen Männer und natürlich Typen, so wird uns prophezeit, die niemals ein erfülltes Sexualleben haben werden. Das ist schon ziemlich hart und offenbar das Pendant zu der Phrase, „dass Frauen ja nur zu Feministinnen werden, weil sie hässlich sind und keinen richtigen Mann abbekommen haben“. Es ist eigentlich beeindruckend, wieviele Hassgefühle man mit einer frauenfreundlichen Geisteshaltung hervorzurufen vermag. Wir tun doch keinem weh! Ich denke, dass bei der letzten Variante die Unsicherheit eben am größten ist und folglich auch der Grad der Ablehnung, schließlich kann man sich von feministischen Männern nicht mehr so einfach distanzieren, wie von Frauen. Das Wort „Deserteur“ passt also ganz gut.

Bei den Frauen herrscht unterdessen noch eine gewisse Unentschlossenheit. Manche finden Feminismus auch in der heutigen Zeit etwas übertrieben und blicken einen ebenfalls verwundert an. Diese Reaktion habe ich z.B. während meiner Schulzeit sehr oft erlebt – ist ja auch irgendwie verständlich – denn in der Schule gibt es keine gläserne Decke mehr, die eine vom Abitur abhält. Wozu hier noch Feminismus? Andere Frauen sind total begeistert und loben unseren Werdegang. Ferner gibt es noch diejenigen, die es garnicht einsehen, warum man Männer jetzt auch noch dafür loben soll, dass sie sich endlich auch so benehmen, wie es für Frauen seit langem selbstverständlich ist.

Und irgendwie ist es schon verzwickt – wie soll denn eine Frau, die, und das setze ich jetzt einfach mal voraus, mit feministischen Männern etwas anfangen kann, mit ihnen umgehen? Sicherlich ist positives Feedback wichtig – das gilt in der Kindererziehung genau wie bei Erwachsenen. Aber andererseits führt dies ja wieder zu einer Polarisierung in der Beziehung. Wenn er den Müll rausbringt, den Abwasch macht und den Kinderwagen im Stadtpark herumschiebt bekommt er dafür Anerkennung und Lob. Für seine Frau gilt das nicht. Sie kann noch so viel im Park herumirren, ein „Schatz ich finde es klasse, dass du dich so viel um unser Kind kümmerst!“ wird sie sicher seltener zu hören bekommen. Und eigentlich sollte doch solches Lob für ihn auch garnicht nötig sein – schließlich kann es doch keinen anderen Grund für eine feministische Einstellung (bei Männern) geben, als die schlichte Einsicht, dass das einfach richtig ist. Wozu dann noch Lob? Es ist irgendwie nicht einzusehen, warum ein männlicher Feminist gleich zur heiligen Kuh erklärt werden sollte.

Aber andererseits bedeutet es auch viel Widerstand und Spott, wenn man sich als Mann zum Feminismus bekennt – ist das kein Lob wert? Dann muss man sich aber auch fragen: „Lobe ich z.B. (m)eine Frau dafür, dass sie Feministin ist und sich emanzipiert hat?“ Die Situation ist wieder einmal unübersichtlich und der goldene Mittelweg kaum zu erkennen. Die Lösung muss also wieder jeder selber herausfinden. Ich glaube, dass es sich lohnt, den goldenen Mittelweg zu suchen: Lob fürs Müllrausbringen ist überflüssig und verfehlt, Anerkennung dafür, seine Karriere einzuschränken, um ein Kind großzuziehen ist angebracht – und zwar auf beiden Seiten!


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Das Casting des Alpha-Männchens

21. September 2009 von Thomas

…die Tour geht nun mal weiter und der Poison Frontmann sucht wieder seine Traumfrau. Die zweite Staffel von ‚Rock of Love‘ präsentiert zwanzig neue Damen, die auf Bret Michaels Herz hoffen. Die Frauen werden auf ihre Hingabe zu ihm und ihre Liebe zum Rock’n’Roll getestet. Bret macht es ihnen nicht leicht und wird sie vor einige Herausforderungen stellen. Die Damen, die diese mit Bravour bestehen, werden mit ihm wilde und exklusive Ausflüge machen, während die Verliererinnen, die nicht wie ein wahrer VIP im Backstage Bereich abhängen können, freundlich rausgeleitet werden.
(Zitiert von http://www.mtv.de/tv/shows/19946444)

Nun, was sagt man dazu? Bret Michaels ist also wieder solo und weil er letzteres aus irgendeinem Grund nicht auch mal länger bleiben kann, braucht es also wieder eine Frau. Diese Frau findet man aber nicht, indem man sie in der Bibliothek oder in der Kneipe auf gleicher Augenhöhe anspricht. Es muss schon eine kleine Auswahl an Kandidatinnen geben:

bret-mtv

(c) by MTV Networks Germany GmbH

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