Einträge von Nadine


Theorie für alle und umsonst!

18. Oktober 2011 von Nadine

Das Wintersemester an den Hochschulen hat begonnen und damit auch eine ganze Reihe an Ringvorlesungen und Diskussionsrunden an den Unis zu Gender Theorie, Feminismus und Queer Studies. Die Veranstaltungen sind in der Regel kostenfrei und stehen auch Nicht-Student_innen offen. Was im deutschsprachigen Raum so los ist, erfahrt ihr im Folgenden. Wenn ihr noch Links zu öffentlichen Veranstaltungen habt, dann schreibt sie in die Kommentare.

Basel (Schweiz)

Universität: “Familie zwischen Wandel und Persistenz. Chancen und Probleme

Berlin

Humboldt-Universität: “Geschlecht in Wissenskulturen“, u.a. zu Mutterschaft, Dekolonialität und Geschlecht im Netz, Wissensproduktion, Männlichkeit(en).

Freie Universität: “Die Zukunft von Gender“, u.a. zu De/Naturalisierungen im Sport, Identität vs. Subjekt, sexuelle Differenz, Pornografie, Queere Perspektiven auf Ökologie, Stand und Zukunft der Geschlechterforschung.

ICI: “The Subtle Racializations of Sexuality: Queer Theory, the Aftermath of Colonial History, and the Late-Modern State“, u.a. zu Staatsbürgerschaft, Heteronormativität in der Erwerbsarbeit, Aktivismus von subordinierten Gruppen.

Bielefeld

Universität: “Gender Studies interdisziplinär“, u.a. zu Reproduktionsarbeit, Krieg, sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Migration.

Bremen/Oldenburg

Hochschule für Künste/Carl von Ossietzky Universität: “Un/verblümt. Queere Ästhetiken und Theorien in Kunst, Design und Musik“, u.a. zu Gaga Feminismus, Drag, Postkoloniale Kritik, sexualisierte Gewalt, Queer/LGBT-Filmfestivals.

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Feminismus mit oder ohne Männer? Falsche Frage!

6. Oktober 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 18 von 18 der Serie Grundsatzfragen

Ich wohnte neulich als Diskussionsteilnehmerin einer Veranstaltung bei, auf der unter anderem die Frage vor feministischem Publikum erörtert wurde, ob sich Feminismus mit Männern organisieren bzw. solidarisieren solle. Eine ziemlich alte Streitfrage, an der sich auch heutzutage die feministischen Geister scheiden. Je nach feministischer Politik wird sie sich mit guten Argumenten anders beantworten lassen. Ob Männer feministisch aktiv sein sollen, steht dabei nicht zur Debatte. Richtig so, denn der Kampf gegen (Hetero)Sexismus, Trans*phobie, Rassismus und andere Herrschaftsverhältnisse ist einer, der alle angeht, auch wenn Menschen unterschiedlich von unterdrückerischen Strukturen betroffen sind.

Vielmehr ging es während der Veranstaltung darum, Erfahrungen über feministischen Aktivismus, seine Organisierung und die Arbeit einzelner Gruppen auszutauschen. Dabei gilt es zunächst zu unterscheiden, von welcher Position diese Frage gestellt wird. Während der Slutwalks war von Journalist_innen öfter die gleiche Frage zu hören. Die Implikation ist relativ eindeutig: Antifeministische Klischees der “männerhassenden Emanzen” sollen bitte nicht gefüttert werden. Feminismus heute muss sexy sein und männerfreundlich (was viele wohl unter “modern” verstehen). Aber warum eigentlich?

Spannend an dieser Fragestellung, die der zuweilen antifeministische oder feministisch uninformierte Mainstream an Feminist_innen richtet, ist das zu Grunde liegende männerzentrierte (und gleichermaßen heteronormative) Denken. Die Gunst der Männer als Norm, an der sich der Erfolgsgrad feministischer Bewegungen messen ließe?! Mal abgesehen davon, dass Feminismus noch immer mit Politik von Frauen für Frauen gleichgesetzt wird, verwundert es angesichts fortwährender feministischer Kämpfe, warum gerade die Männerfrage immer wieder in den Mittelpunkt gerückt wird. Als ob es im Feminismus nichts Wichtigeres gäbe, als die Befindlichkeiten einer dominanten Gruppe zu berücksichtigen.

In feministischen Kontexten diskutiert es sich da schon auf ganz anderem Niveau. Hier geht es darum, Frauen/Lesben/Trans*-Schutzräume (FLT*) neben offenen Gruppen zu etablieren, Netzwerke auf- bzw. auszubauen, auf bestehende (autonome) Strukturen zurückzugreifen und diese womöglich von innen heraus zu verändern, um feministischen Aktivismus auf breitere Füße zu stellen. Dennoch machte es auf der Veranstaltung den Eindruck, als sei es “cooler” in männeroffenen Gruppen zu arbeiten, als seien Schutzräume für FLT* überkommen, unnötig und teilweise einer breiten Solidarität sogar hinderlich.

Nach einigem Überlegen kam ich zu dem Schluss, dass es reichlich zynisch ist, darüber zu diskutieren, ob Männer mitmachen sollen/dürfen, solange feministischer Aktivismus nach wie vor anderen marginalisierten Gruppen den Zugang verwehrt oder die eigene homogene Zusammensetzung nicht mal bemerkt. Zumal es sich in einer männeroffenen Gruppe als Feminist_in auch nicht immer leicht arbeitet, wie feministische Aktivist_innen aus Wien vor kurzem mit scharfen Worten anprangerten.

Sollte nicht vielmehr darüber diskutiert werden, wie Feminismus möglichst inklusiv gestaltet werden kann unter besonderer Berücksichtigung der Repräsentation verschiedenster Gruppen und entgegen etablierter Machtstrukturen? Dann ließe sich nämlich sehr leicht feststellen, dass die Männerfrage nach wie vor unter weißen, heterosexuellen, cis- (und anderen normgerechten) Maßstäben besprochen wird und es nicht um die Bekämpfung der mitunter eigenen Dominanzkultur geht. Die Männerfrage positiv zu beantworten, bedeutet für Feminismus also nicht, per se selbstkritisch zu sein, sondern sich (auch) unter mehrheitsgesellschaftliche Erwartungen zu assimilieren.


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Geschlecht sichtbar machen – aber wie?

21. September 2011 von Nadine

Wenn heutzutage über Geschlecht gesprochen wird, sind nur wenige daran interessiert. Einerseits, weil es auf viel Unverständnis stößt, da Gleichberechtigung heute in den meisten Lebenszusammenhängen nach Eigenangabe freiwillig und selbstverständlich gelebt wird, andererseits, weil die Gesetzeslage auf den ersten Blick eindeutig erscheint: Der alte Geschlechterkampf ist vorüber, die großen Themen ausgefochten und gesetzlich verankert. Viele können ihre Geschlechterrolle ausfüllen, es gibt viele Modelle, an denen sich orientiert werden kann.

Auch wenn mit der formalen Gleichberechtigung von Mann und Frau vieles in modernem Gewand auftritt, ist Geschlecht nach wie vor eine sehr wirkmächtige Kategorie, die auf verschiedenen Ebenen zu Tage tritt. Mal mehr, mal weniger explizit. Die Wirkmächtigkeit bezieht sich darauf, inwiefern verschiedenene Geschlechtermodelle gelebt, ausprobiert werden können, wie sich Beziehungen gestalten, ja eigentlich – inwieweit sich Geschlecht auf das eigene Leben auswirkt oder eher in den Hintergrund tritt.

Wer sich mit Geschlecht (auch politisch) auseinandersetzen will, braucht dazu einen ziemlich großen Wissensvorrat. Leider ist der kaum zugänglich, weil in den Wissenschaften verhaftet und um mit diesem umgehen zu können, benötigt es außerdem größere kontextuelle Bezüge, die auch nicht mit dem Lesen von 1,2 Büchern zum Thema abgehakt sind. Es ist – wie so oft – kompliziert, das Funktionieren von Gesellschaft (nicht nur) unter Geschlechterperspektive zu verstehen und einzuordnen. Hinzu kommt, dass eine Fülle an Alltagswissen über Geschlecht kursiert, das tief verankert ist, mit dem wir sozialisiert wurden, das uns einen Orientierungsrahmen bietet. Sich kritisch mit Geschlecht zu beschäftigen, bedeutet: Diesen Orientierungsrahmen (zeitweise) zu verwerfen, alte Wertvorstellungen zu überdenken, sich selbst und andere zu kritisieren. Das braucht Zeit, Willen, Kraft. Ohnmachtsanfälle, Schuldgefühle und Abwehrhaltungen sind da schon mal vorprogrammiert.

Deshalb ein paar kurze Vorschläge, unter welchen Gesichtspunkten Geschlecht sichtbar gemacht und analysiert werden kann:

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Liebe Gaffer, Macker und Sexisten: Slut the fuck up!

16. August 2011 von Nadine

Die deutschlandweiten Slutwalks begannen am 23. Juli in Passau, am Samstag ging die Welle in sieben Städten weiter. Besonders toll waren auch die Mobilisierungsaktionen kleinerer Städte beispielsweise nach Hamburg. Freiburg, Münster, Leipzig und Dresden stehen die Demos gegen Vergewaltigungsmythen und sexualisierter Gewalt noch bevor, hoffentlich ziehen auch andere Städte bald nach.

In unserer nächsten Blogschau werden wir die Eindrücke einzelner Teil­nehmer_innen vorstellen. Neben viel Empowerment, Solidarität, guter Laune und feministischer Wut wollen wir an dieser Stelle auch über die unschönen Seiten des vergangenen Samstags berichten. Als Mitorganisatorin des Berliner Slutwalks bin ich sehr verärgert über solche Erlebnisse, wie auf dem Mädchenblog zu lesen: Gaffertum, Mackertum, sexistische und sexualisierte Übergriffe von Außen­stehenden während der Demo.

Foto: Christina Stoll

Ich bin verärgert, weil es nahezu unmöglich ist, eine solch riesige Demo (etwa 3500 Teilnehmer_innen) in diesem Rahmen als Safe Space zu gestalten oder beschissene Situationen von vornherein auszuschließen. Schwierig ist es auch, jede Situation vor ihrem Entstehen einschätzen zu können, immer richtig und unverzüglich im Sinne der Betroffenen zu reagieren.

Die Kritik, die das Mädchenblog an den Veranstalter_innen äußert, ist wichtig und sollte für weitergehende Diskussionen sorgen, um Interventionsstrategien zu verbessern und auszubauen. Wir haben zwar im Vorfeld Aufklärungsarbeit geleistet, Ordner_innen und Awarenessteams eingesetzt, doch wir konnten nicht alle Teilnehmer_innen auf solche Übergriffe in geeigneter und nötiger Weise vorbereiten, obwohl allen klar war – auf den Slutwalks wird es zu Formen von Übergriffen von Außenstehenden kommen. Wir konnten nicht für alle da sein, wir konnten nicht immer einschreiten, viele Situationen werden wir nicht mitbekommen haben. Wir waren deshalbauf das solidarische Eingreifen der Teilnehmenden angewiesen, was in den Situationen, die ich selbst erlebt und zugetragen bekommen habe, super funktioniert hat. Vielen Dank.

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Eingrooven für die Slutwalks

12. August 2011 von Nadine

Die weltweiten Proteste gegen Vergewaltigungsmythen und sexualisierte Gewalt gehen endlich auch in Deutschland an den Start. Morgen wird in Hamburg, Köln, Dortmund, München, Berlin, Stuttgart und Frankfurt am Main feministisch demonstriert. Bremen, Bad Oldesloe und Hannover schließen sich dem SlutWalk in Hamburg an. Die monatelange und liebevolle Vorbereitung der SlutWalks in den verschiedenen Städten hat sich gelohnt: Es wird mit mehreren tausend Teilnehmer_innen zu rechnen sein.

Zeit, um sich in Stimmung zu bringen. Vorab drei Songs, die für den Slutwalk Sampler, der bald digital und kostenfrei veröffentlicht werden soll geschrieben wurden:

Respect My Fist – Eure Mädchen

Sookee – Bitches Butches Dykes & Divas

Totally Stressed – Hell No!

Mehr Infos zu Treffpunkten, Fahrgemeinschaften und Uhrzeiten findet ihr auf slutwalkberlin.de. Folgt dort den Links zu den einzelnen Städten. Eure Eindrücke könnt ihr dann übermorgen bei unserem nächsten Selbermach-Sonntag aufschreiben, selbst verbloggen, live twittern, Fotos hochladen, etc. Wir vorfreuen uns mit euch!


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SlutWalks brauchen eure Unterstützung!

8. August 2011 von Nadine

Plakat des Slutwalk Hamburg - blaue Turnschuhe und rosa High Heels an einer Wäscheleine

Die heiße Vorbereitungsphase der SlutWalks in Deutschland beginnt: Noch fünf Tage bis zu den deutschlandweiten Demonstrationen gegen sexuali­sier­te Gewalt, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen. Doch es gibt noch viel zu tun bis dahin und auch auf dem Walk selbst brauchen die Organisator­_innen nicht nur jede Menge Teil­nehmende, sondern auch unzählige hel­fende Hände, die gemeinsam anpacken, um Slut­Walks hierzulande zu sicheren und angenehmen Demos machen – trotz aller Wut!

Was ist zu tun?

Die Orga-Teams der einzelnen Städte benötigen Menschen für Schutz. Sobald die Demonstration bei der Polizei angemeldet ist, erwartet diese von den Veranstalter_innen die Angabe einer ungefähren Teilnehmer_innenzahl. Je nach geschätzter Größe des SlutWalks in der jeweiligen Stadt fordert die Polizei daraufhin eine Mindestanzahl von Ordner_innen für den Walk selbst. Diese müssen allerdings volljährig sein. Aufgabe der Ordner_innen ist es, Gehwege und U-Bahn-Eingänge freizuhalten und schreiten ein, falls es zu aggressivem Verhalten (bspw. grenz­über­schreitendes Verhalten von Zuschauer_innen und Presseteams) kommt.

Weitere Helfer_innen werden für die Lautsprecherwagen gebraucht. Diese gilt es einerseits zu schieben oder zu fahren, sowie zu schützen, damit sich Teil­nehmer­_innen nicht verletzen.

Plakat des Sluwalk München - Drei Frauen mit in die Hüften gestemmten Armen, eine in langen Klamotten, eine in kurzem Top und Shorts, eine mit T-Shirt und lange Hose

In einigen Städten gibt es sogenannte Awareness-Teams. Diese achten spe­ziell darauf, ob sexistische, homo­queer-trans*phobe oder rassis­tische Übergriffe unter den Teil­nehmer­_innen passieren und greifen de­es­ka­lierend ein.

Hilfe ist natürlich auch gern gesehen in Sachen Promotion: Flyer verteilen, Plakate aufhängen, stickernd durch die Stadt laufen und eifrige Mund­pro­pa­gan­da.

Jede weitere Hilfe in allen Aufgaben, die anfallen, ist natürlich ausdrücklich erwünscht.

Wo kann ich mich melden?

Auf der Slutwalk Berlin Seite findet ihr eine Übersicht von allen teilnehmenden Städten sowie Kontaktdaten, Homepages, etc. Mailt die Organisator_innen einfach an, diese werden euch umgehend kontaktieren und euch mitteilen, wo, wann und wie ihr helfen könnt.

Und sonst?

In unserem Dossier in der rechten Spalte findet ihr weitere Informationen zu SlutWalks. Spread the word! Wir sehen uns Samstag auf der Straße!

Plakat des Slutwalk Ruhr - ein Frauengesicht mit ihre Fäuste vor den Augen, darauf steht: no means noPlakat des Slutwalk Berlin - eine Hand hält einen Schuh hoch


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Bravo verherrlicht Vergewaltigungen

26. Juli 2011 von Nadine

Über den Gehalt der Foto-Lovestorys im Jugendmagazin Bravo lässt sich streiten: Geschlechterklischees und Heternormativität sind immer wieder gern gesehene Zugaben für die Redaktion, um die Geschichten der Jugendlichen mit Inhalt zu füllen.

Uns erreichte gestern ein Hinweis auf diese Geschmacklosigkeit in einer Foto-Lovestory namens “Der One-Night-Stand” (Triggerwarnung!): Neben den üb­li­chen langweiligen sexistischen Implikationen (Jungs wollen unter sich sein und Fuß­ball gucken, Mädchen nerven dabei nur – Mädchen wollen lieber kuscheln, sind emotional und engen ihren Partner ein), wird in diesem Fotostrip nicht-kon­sen­sualer Sex dargestellt, ohne diesen zu problematisieren.

Sie betrinkt sich, weil sie sauer auf ihren Partner ist, ein anderer Junge bringt sie nach Hause. Dort schläft sie betrunken ein, während er ihre Lage schamlos ausnutzt. Die Situation wird im Anschluss nicht problematisiert, sondern als “harm­loser” One-Night-Stand und “Fremdgehen” verkauft. Als ob das nicht schon un­er­träg­lich genug wäre, erfährt sie im Anschluss, dass der Junge, der gegen ihr Ein­ver­ständnis und ohne Kondom Geschlechts­verkehr mit ihr hatte, ein HIV-Infizierter ist. Zu den Vergewaltigungs­verharmlosungen, -mythen und Victim Blaming in dieser Foto­serie gesellen sich also auch noch Vorurteile gegen HIV-Erkrankte, die – pathologisiert und sozial isoliert – rücksichtlos Menschen “an­stecken”, sobald sich eine Gelegenheit ergibt.

Besonders widerlich in dieser Bravo Foto-Lovestory ist das Gegeneinander-Ausspielen von diskriminierenden Klischees gegenüber Frauen, die vergewaltigt wurden, und HIV-Infizierten. Wer_welche sich beschweren möchte, kann dies beim Presserat tun oder eine Email an die Bravo-Redaktion schreiben.


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Selbermach-Sonntag (24.07.11)

24. Juli 2011 von Nadine

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Immer wieder sonntags ist Zeit und genügend Raum für eure Geschichten, Ärgernisse und Freudensprünge der vergangenen Woche in Sachen Feminismus. Wir freuen uns jederzeit über eure Gedanken, Links und Blogeinträge!


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Interviewpartner_innen gesucht – die Blogschau

23. Juli 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 118 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die ägyptische Bloggerin Eman Hashim schreibt über sexuelle Belästigung in ihrem Land. Das Goethe Institut bietet eine Übersetzung an.

Im Blog wasdagegen setzen sich die Betreiber_innen kritisch mit rassistischer und sexistischer Werbung auseinander.

“‘Was will eine Frau eigentlich’ gehört mit zu den dämlichsten [Fragen], die es gibt”, meint Paper Cuts.

Wegen des großen Interesses am ersten möglichen Hochzeitstermin für gleichgeschlechtliche Paare hat die New Yorker Stadtverwaltung kurzfristig eine Lotterie angekündigt, berichtet Queernews.at.

Mädchenblog: Anne sucht nach Interviewpartner_innen für ihre Diplomarbeit über Psychotherapie‐Erfahrungen von Queers und Transgendern.

Inge Jahn hat sich auf ihrem Blog Gedanken über Geld gemacht.

Deutsche Männer suchen nach gescheiterten Hetero-Beziehungen zu deutschen Frauen häufig ihr Liebesglück mit osteuropäischen oder asiatischen Frauen. Grund: Die deutsche Frau sei zu hartherzig und emanzipiert. Alles Banane, finden die Danger Bananas.


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Wie sich Vergewaltigungsverharmlosung in den Gerichten wiederfindet

23. Juni 2011 von Nadine

Vor kurzem hielt Dr. Ulrike Lembke, die in Hamburg eine Professur für Öffentliches Recht und Legal Gender Studies inne hat, einen Vortrag über Geschlechter­stereo­type, Sexualitätsmythen und opferbeschuldigendes Alltagswissen bei der Straf­ver­fol­gung von Sexualdelikten.

Lembke stellte hierzu neueste Studien vor, die zu dem Schluss kommen, dass lediglich fünf Prozent aller sexualisierten Gewalt (gegen Erwachsene) zur Anzeige gebracht werden, was einer jährlichen Zahl von etwa 7000 bis 8000 Anzeigen entspricht. Von diesen Anzeigen schaffen es etwa 1000 vor die Gerichte, von denen in der Regel etwa 13 Prozent mit einem Schuldspruch für den_die Täter_in enden. Die Strafe von ein bis zwei Jahren Haft wird in den meisten Fällen zur Bewährung ausgesetzt. Diese Zahlen bedeuten letztendlich, dass 99 von 100 Fällen sexuali­sierter Gewalt in Deutschland strafrechtlich ungesühnt bleiben. Die Zahl der Falsch­anzeigen, so zeigen Studien aus den Jahren 1985 bis 2009, liegt konstant bei etwa zwei bis acht Prozent.

Lembke, die vielfach solchen Prozessen beisitzt und die Europäische Kommission in der strafrechtlichen Verfolgung von Sexualdelikten berät, konstatiert weiter, dass die Gerichte große Probleme damit haben, Empathie für das Opfer aufzubringen. Oft finden Abgrenzungsbemühungen statt, die umso stärker ausfallen, je mehr Frauen als Prozessbeteiligte tätig sind.

Im weiteren Vorlauf des Vortrags zeigt Lembke strukturelle Bedingungen und Diskurse auf, die die Lage der Opfer erschweren und eine Kultur der Ver­ge­wal­ti­gungs­ver­harm­losung auch in der Strafverfolgung festschreiben. Besonders in­te­res­sant an Lembkes Ausführungen sind ihre Analysen des rechtlichen Vor­gehens bei Sexualdelikten. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die Recht­sprechung weit davon entfernt ist, objektiv Urteile zu fällen.

Den 90-minütigen Vortrag gibt es hier zum Download. Trigger-Warnung: Lembke benutzt an einem Punkt ihrer Ausführungen rassistische Begriffe.


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