Einträge von Magda


Wer war… Gloria Anzaldúa?

15. Mai 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 31 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

Die mexikanisch-amerikanische Schrift­stellerin, Kultur­wissen­schaftlerin und Aktivistin Gloria Evangelina Anzaldúa wurde 1942 in Texas (USA) geboren und gilt als eine der populärsten Vertreterinnen der Queer Theorien und der Chicano/a-Literatur in den USA. Sie forschte ins­besondere zu den Ver­knüpfungen von Geschlecht, Kultur und Sexualität und prägte auf neue Art den Begriff ‚mestizaje’, welcher einen Zustand fernab eines binären entweder/oder Konzepts beschreibt und Raum für eine Viel­zahl an (wider­sprüchlichen) Identitäten schafft.

Anzaldúa, 1990, am Smith College. Quelle: flickr (K. Kendall) CC BY 2.0

Anzaldúa veröffentlichte zahlreiche Essays, Ge­dichte, Kurz­­geschichten und Kinder­­bücher, unter­richtete an verschiedenen Universitäten in den USA und war Mitherausgeberin der 1981 erschienenen Anthologie This Bridge Called My Back: Writings by Radical Women of Color, in der auch Audre Lorde vertreten ist.

Ein oft zitiertes Werk ist Borderlands / La Frontera: The New Mestiza (1987). In diesem Buch werden eine Viel­zahl an Grenzen thematisiert und über­schritten – literarische, spirituelle, sexuelle, sprach­liche sowie sozio-politische Grenz­ziehungen. Durch einen Mix aus mehreren Variationen von Englisch und Spanisch sowie die Verbindung von auto­biographischen und theoretischen Elementen werden so konventionelle Form-, Genre- und Sprach­kategorien in Frage gestellt. Aus diesem Buch stammt auch das berühmte Zitat von Anzaldúa: “Wild tongues can’t be tamed, they can only be cut out”, welches übersetzt so viel heißt wie: ”Wilde Zungen können nicht gezähmt, sondern nur rausgeschnitten werden”.

Kurz vor Erhalt ihres Doktor­titels an der University of California in Santa Cruz starb Gloria Anzaldúa heute vor acht Jahren im Alter von 62 Jahren.

Zum Weiterlesen: “Grenzen überschreiten - Chicanas schreiben im Spannungs­feld von Ethnie, Geschlecht und Sexualität” (PDF) von Rosa Zechner.

Für die Reihe “Wer war…” freuen wir uns über eure Vor­schläge oder auch Gast­blogger_innen, die ihre Lieblings­feminist_innen vorstellen. Vorschläge/Beiträge einfach an unser Kontaktformular senden.


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Ein Kinderbuch im Kampf gegen Normen

14. Mai 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 60 von 60 der Serie Die Feministische Bibliothek

Ich habe keine Kinder und glaube, dass ich das letzte Kinder­buch vor 15 Jahren vorgelesen bekam. Und da mein Papa immer sehr genuschelt hat, habe ich auch davon nur die Hälfte ver­standen. Wie ihr lesen könnt: Hier rezensiert keine Expertin.

Titelbild von Unsa Haus, Zeichnung. Fünf Kinder, weißer und schwarzer Hautfarbe, stehen vor einem Haus.

„Unsa Haus - und andere Geschichten“ von Ben Böttger & Rita Macedo u.a.

Interessant fand ich es trotzdem, das Kinderbuch „Unsa Haus – und andere Geschichten“ von Ben Böttger und Rita Macedo zu lesen, denn die Autor_innen haben sich einer Aufgabe angenommen, die gerade für Kinder­bücher von größter Bedeutung ist, nämlich einen Raum zu schaffen für nicht­normative* Dar­stellungen von Familien­zusammen­hängen, Identitäten und zwischen­menschlichen Be­ziehungen.

In den einzelnen Kurz­geschichten lernen wir die fünf Freund_innen, ihren Alltag, ihre Sorgen und Freuden kennen. Da ärgert sich Dani darüber, dass er immer nur lang­weilige Kleider beschenkt bekommt; Fatma erzählt von ihrem Traum Astronautin zu werden und Fredi wird von ihren Vätern in der Kampf­sport­schule angemeldet – und bekämpft so mit viel Phantasie die Monster in ihren Alpträumen.

Sehr oft habe ich mich beim Lesen dabei erwischt, wie ich über­rascht war, zum Beispiel dass dieses kurz­haarige Kind mit einem weiblichen Personal­pronomen versehen wird. Oder dass die Eltern aus zwei Vätern bestehen. Ein perfektes Buch also, um auch die eigenen stereo­typen Vor­annahmen kritisch zu hinter­fragen.

Schön finde ich eben­falls, dass die Kinder nicht einfach als bloße Vertreter_innen einer sozialen Gruppe auf­treten. So dreht sich das Leben eines Kindes, welches beispiels­weise kaum gesell­schaf­tlichen Vorstellungen von „normal­gewichtig“ entspricht, nicht automatisch nur um Gewicht oder Diäten. Die Kinder werden also nicht auf ein Merk­mal reduziert – erfrischend!

Etwas absurd wurde es leider gegen Ende: Auf einmal taucht ein grüner Mensch auf. Für mich roch das ein wenig nach „Was für eine schöne bunte Welt, Menschen gibt es in allen Farben“, was auf den ersten Blick kreativ wirkt, aber real existierende (rassistische) Diskriminierungs­erfahrungen verharmlost. Ich hatte an manchen Stellen auch das Gefühl, dass mit einer Identitäts-Check­liste gearbeitet wurde, um ja keine Identität aus­zulassen.

Empfehlen kann ich das Buch jedoch ohne große Zweifel: So oft wie ich Erziehende klagen höre, welchen diskriminierenden oder genormten Dar­stellungen Kinder in Büchern, Filmen oder Songs auch heute noch aus­gesetzt sind, kann dieses Buch nur eine angenehme Ab­wechslung dar­stellen. Zusätzliches Plus: „Unsa Haus“ wird es bald auch in türkischer Sprache zum Download geben.

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* Nichtnormativ heißt laut NoNo-Verlag, dass Menschen „in ihrer Vielfalt dargestellt und angesprochen werden, unabhängig davon, inwiefern sie gesellschaftlichen Normen (beispielsweise bezogen auf Sexualität, Hautfarbe, Fähigkeiten) entsprechen. Da es auf dem Buchmarkt ein vielfältiges Angebot für Menschen gibt, die nicht „aus der Norm fallen“, heißt nichtnormativ in diesem Kontext auch, gerade diejenigen Bevölkerungsgruppen darzustellen und anzusprechen, die ansonsten an den Rand gedrängt werden.“


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Selbermach-Sonntag (13.5.2012)

13. Mai 2012 von Magda

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Hier ist Platz für eure Ideen oder Links zu spannenden Artikeln, Comics, Blogs oder was euch sonst noch einfällt!


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Samstagabendbeat mit The White Noise Supremacists

12. Mai 2012 von Magda

Iféoluwa Babalola, musikalisch unterwegs als “The White Noise Supremacists“, lebt und musiziert zur Zeit in Berlin und ist auf dem ebenfalls empfehlenswerten zweiten Riot Grrrl Sampler zu hören.

The White Noise Supremacists – Glare from ORANGE 'EAR on Vimeo.


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“Für mehr Frauen in IT und Technik” – die Blogschau

12. Mai 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 157 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Eine werdende Mutter schreibt auf fuckermothers einen offenen Brief an “die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung”: “Deutschland und meine Brüste.”

Anlässlich des Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung schrieb Jule über die Begegnung mit einer jungen Frau, die auf Grund einer Hirnschädigung im elektrischen Rollstuhl sitzt.

„Ich bin die Böse“ stellt Anne Schüssler anläßlich der Urheberrechtsdebatte fest und fordert, endlich einen Dialog über Vorschläge zur Reform zu beginnen. Autorin Petra van Cronenburg schämt sich angesichts von „Wir sind die Urheber“ und fordert ebenfalls andere Ansätze.

Antje Schrupp hat diese Woche über Reichweite und Relevanz gebloggt. Außerdem kommentiert sie Udo Vetters abstruse Analyse des Ariana Friedrich-Falls.

Katrin bloggt auf Reizende Rundungen und ärgert sich über die “Über”größen-Kollektion von Tchibo.

Seit den letzten Monaten sind die Medien voll von Berichten über sexueller Missbrauch und Vergewaltigung – Angry Young Woman fasst zusammen.

Frau mit Bart schreibt über das Buch: “Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“.

Geschlecht und Sexualität in Schulbüchern werden weiterhin heteronormativ dargestellt, so DasEndeDesSex.

Der Lesben- und Schwulenverband Niedersachen und Bremen informiert: “Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Niedersächsische Landtag heute die Ergänzung von Art.3 Abs. 3 der Landesverfassung um das Merkmal der sexuellen Identität abgelehnt. Die Regierungsparteien sprechen damit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender den Schutz vor Diskriminierung ab.”

Anders Deutsch kommentiert es kritisch, wenn marginalisierte Gruppen ihre Unterdrückung als “besonders ausgeblendet darstellen und behaupten, dass bei anderen Machtverhältnissen viel mehr getan wird”: “Wozu immer wieder Opferhierarchien?

Auf Wir lieben Konsens wurde eine schöne Unterhaltung von Kindern mitgehört.

Naekubi von Danger! Bananas ist für mehr Frauen in IT und Technik und weniger plumpen Sexismus.

Termine (weiterlesen …)


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In manchen Songs steckt ein halbes Leben

11. Mai 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 13 von 13 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

“Wir sind vier Hamburgerinnen, Freundinnen und Musikerinnen, die es seit vielen Jahren genießen, zusammen Musik zu machen, Konzerte zu spielen und einfach nur gemeinsam eine wahnsinnig gute Zeit zu verbringen. Ein bisschen wie eine Ersatzfamilie – nur besser.” So stellt Katrin, Sängerin, Songwriterin und Gitarristin von Clara Bow, die Band vor. Und genauso wirkten die sympathischen Musikerinnen auf mich, als ich mir Videos und die Internetseite angeschaut habe. Spaß, Liebe zur Musik und Zusammenhalt sind wichtiger als unnötiges Posing. Neben Gitarre, Bass und Schlagzeug versüßen Keyboardsounds die eingängigen Pop-Nummern, gewürzt mit ein bisschen Elektro, Garage und Herzblut. Im Interview mit der Mädchenmannschaft sprechen die Hamburgerinnen über ihr eigenes Label, Freundinnenschaft und die neue Platte, die am 16. Mai bei der Release Party in Hamburg gefeiert wird.

Ihr habt Midtempo Nummern mit mehrstimmigen Gesang, die zum Mitsingen einladen, aber auch schnellere Pogonummern. Setzen sich da die unterschiedlichen Interessen der Musikerinnen durch oder ist ein Stilmix bei euch Programm?

Katrin (Gesang, Gitarre): Selbstverständlich hat jede von uns einen etwas anderen Musikgeschmack, wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Ingrid kommt eher aus der New Wave- Trip Hop- Ecke, Phyllis ist eine der größten Beatles Fans, die ich kenne, Jeannine ist unter anderem ein großer Stones Fan und ich komme aus der Hardcore-Punk Szene. Aber unsere Schnittmenge ist enorm und die spiegelt unsere Musik wieder. Hin und wieder experimentieren wir in unterschiedliche Richtungen, aber mit den ultraschnellen Screamo Versionen, die manchmal spontan bei Proben entstehen, haben wir uns noch nicht auf die Bühne getraut.

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Samstagabendbeat: Pussy Riot Flash Mob Tanz

5. Mai 2012 von Magda

Aktivist_innen, die sich solidarisch mit Pussy Riot zeigen, bringen sich in San Francisco (USA) vor der Russischen Botschaft einen Pussy Riot Flash Mob Tanz bei. Noch immer sind die Musikerinnen von Pussy Riot in Haft. Auch Amnesty International setzt sich für deren Freilassung ein und veröffentlichte nun Adressen von russischen Behörden, an die ihr eure Protestbriefe schreiben könnt.


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Feministisch, kreativ, unkommerziell: Ladyfeste in Deutschland, Österreich und der Schweiz

2. Mai 2012 von Magda

Schon im letzten Jahr habe ich eine Liste der Ladyfeste in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengestellt, die ich dieses Jahr aktualisiert habe (ich bin für Hinweise auf Ladyfeste, die in der Liste nicht auftauchen, sehr dankbar!). Wer weiterführende Berichte und Infos zu Ladyfesten braucht, checkt einfach den Beitrag vom letzten Jahr. Wenn du Lust hast, bei einem Ladyfest mitzumachen, kontaktiere einfach die Gruppe in deiner oder der nächstgelegenen Stadt.

Ladyfeste in Grrrlmany

Wo und wann finden Ladyfeste statt? Nach dem Klick! (weiterlesen …)


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Vagina Monologe in Berlin

30. April 2012 von Magda

Janetta Carlucci kommt aus Ghana, studiert in Berlin Public Policy und hat bereits dreimal in Bremen die Vagina Monologe mitaufgeführt. Veronika Kirschner kommt aus Bayern, arbeitet derzeit in Berlin beim ASA-Programm und hat die Vagina Monologe einmal in Äthiopien mitgemacht. Beide organisieren in diesem Jahr die Berliner Vagina Monologe, die am 13. Mai in der alten Feuerwache stattfinden werden, und erzählen uns, was das eigentlich ist, was uns erwartet und wie mensch bei Interesse mitmachen kann.

Was sind die Vagina Monologues? Wer hat sie ins Leben gerufen?
Die Vagina Monologe sind ein Theaterstück der US-amerikanischen Schriftstellerin und Aktivistin Eve Ensler. Eingebettet in eine weltweite Bewegung (VDay Movement) gegen geschlechterspezifische Gewalt basiert dieses Theaterstück auf über 200 Interviews mit Frauen aus aller Welt. Die V-Day Bewegung wächst rasant und ist derzeit in 140 Ländern aktiv, von Europa bis Asien, Afrika und die Karibik, und in ganz Nordamerika. V-Day, eine gemeinnützige Gesellschaft, vergibt Finanzierungen an lokale, nationale und internationale Organisationen und Programme, die gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen arbeiten. Die V-Day Bewegung hat in 11 Jahren über 85 Millionen US$ mobilisiert und mehr als 300 Millionen Menschen erreicht. Das ‘V’ in V-Day steht für Victory (Sieg), Valentine (Valentinstag) und Vagina.

Wie sind die Vagina Monologues nach Berlin gekommen?
Sie wurden schon mehrmals in Berlin organisiert, u.a. 2009 und 2011. Für dieses Jahr entstand die Idee bei einer Veranstaltung in der Alice Salomon Hochschule vergangenen November, wo Janetta und Veronika sich kennengelernt haben. Janetta äußerte die Idee, die Monologe in Berlin zu organisieren und stieß auf großes Interesse. Schnell waren die Nummern ausgeschaut und die Planung nahm ihren Lauf. Die beiden haben ihre Netzwerke aktiviert und kurze Zeit später traf sich eine Gruppe junger interessierter Frauen zu einem ersten Info-Treffen.

Was wird uns bei der Veranstaltung am 13. Mai erwarten? Wer tritt auf?
Um 19 Uhr geht’s los, Einlass ist ab 18 Uhr. Eine Gruppe von ca. 15 jungen Frauen, Laienschauspielerinnen, die sich alle für das Thema (Gender, Frauenrechte) interessieren und engagieren, wird die Monologe in Szene setzen. Unterstützt werden sie von der Berliner Rapperin Sookee, die auch selbst einen Monolog aufführen wird. Am Ende der Vorstellung wird sie zudem ein, zwei Lieder zum besten geben. Im Anschluss gibt es noch Getränke und ein Buffet zum verweilen, diskutieren und feiern. Das ganze kostet 7 Euro Eintritt, bzw. 4 Euro ermäßigt. Alle Einnahmen gehen an die Interkulturelle Initiative e.V. Berlin.

Tickets können direkt bei der Studiobühne alte feuerwache reserviert werden (studiobuehne[at]kulturamtfk[punkt]de oder 030 – 426 66 36). Die Veranstaltung ist zweisprachig (deutsch/englisch)

Wollt ihr das noch mal machen und kann mensch mitmachen?
Ja, unbedingt! Wir überlegen, nächstes Jahr zwei Abende zu gestalten: einmal die Vagina Monologe und einmal „EINE ERINNERUNG, EINE ERZÄHLUNG, EINE KLAGE UND EIN GEBET“. Dies ist eine Sammlung von Monologen weltbekannter AutorInnen, die von Eve Ensler und Mollie Doyle herausgegeben wurden. Auch hier wird die vielschichtige Gewalt, die Frauen und Mädchen erfahren, thematisiert und enttarnt.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen und können mitmachen! Vor und hinter der Bühne. Der Cast für dieses Jahr ist leider schon abgeschlossen. Wir freuen uns aber natürlich über zahlreiche Besucher_innen!


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Samstagabendbeat mit Lovers

28. April 2012 von Magda

Oh wie schön! Ganz viele Herzchen für die queer/feministische Synthie Pop Gruppe Lovers aus Portland (OR), die ab 10. Mai auch in Deutschland tourt.

10. Mai 2012: München im Kafe Kuit, Oberföhringer Straße 156
12. Mai 2012: Berlin (im West Germany, organiziert von La Moustache)
14. Mai 2012 Leipzig (Ort wird noch bekanntgegeben)
15. Mai 2012 Hamburg im Centro Sociale, Sternstraße 2
16. Mai 2012 Bremen im Zucker-Club (Bettybeatz), Friedrich-Rauers-Straße 10
20. Mai 2012: Darmstadt (Ort wird noch bekanntgegeben)


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