Einträge von Katrin


Die „genuin weibliche Kompetenz“

28. April 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 26 von 36 der Serie Muttiblog

Liebe LeserInnen, dies ist eine freundliche Übernahme: Weil Mutti Erna momentan viel Stress und wenig Zeit zum Bloggen hat, übernehme ich diese Ausgabe unserer Serie „Mutti-Blog“. Ich habe nämlich auch ein Mutti-Thema, das mich seit Samstag beschäftigt:

Am Freitag besuchte ich die Tagung “Deutschland sucht den „Super-Papa“. Impulse für eine moderne Väterpolitik“ in Köln, wo ich auf dem Eröffnungspanel zusammen mit Thomas Gesterkamp und Sven Lehmann über Männlichkeiten, Väter und Feminismus diskutierte. Als ich am Samstag daraufhin in meinen Twitter-Account schaute, erblickte ich einen Tweet, an mich gerichtet, mit folgendem Inhalt: „@DieKadda: Wir Frauen sollten stolz auf unsere exklusive generative Kompetenz sein. Schluss mit der Entwertung genuin weiblicher Leistungen.“ Dieser Tweet beschäftigte meine Gedanken für die Einschlafphasen der letzten zwei Nächte und ich muss einfach etwas dazu sagen.

Als erstes las ich diesen Tweet meinem Mann vor und fragte ihn, was er dazu meine. „Wahrscheinlich will sie dir damit sagen, dass du stolz auf deine Gebärfähigkeit sein sollst.“ Für mich ist das aber etwa so absurd, wie stolz darauf zu sein, Deutsche zu sein. Zu meiner Gebärfähigkeit habe ich nämlich nichts beigetragen. Sie wurde mir in die Wiege gelegt. Ausgesucht habe ich sie mir nicht. Mein Mann fand den Vergleich seltsam und fand, dass es schon etwas anderes sei, als stolz darauf zu sein, Deutscher zu sein. Immerhin sei Schwangerschaft und Gebären ja auch eine Leistung. Also drehte ich die Gedanken weiter, um dem Grund näher zu kommen, warum ich finde, dass ich auf meine „exklusive generative Kompetenz“ nicht stolz sein kann. Ich landete bei der Kuh auf der Weide: Auch sie hat diese „exklusive Kompetenz“ und kommt aber nicht nur, weil sie eine Kuh ist, nicht auf die Idee, stolz darauf zu sein. Sie macht das eben, weil das die Natur sich so ausgedacht hat. Niemand bewundert sie groß dafür. Sie wird statt dessen noch ausgebeutet und gibt uns ihre – eigentlich exklusiv dem Kälbchen zustehende – Milch ab. (weiterlesen …)


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Frauen sind das Kapital

19. März 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 20 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Die Telekom will nun also eine Frauenquote von 30 Prozent einführen. Nach langem Ringen endlich ein feministischer Erfolg? Im Gegenteil: Es ist einer der Wirtschaft

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Bei kaum einem anderen Geschlechter-Thema habe ich mir in der Vergangenheit so den Mund fusselig geredet, wie bei dem Thema „Quote“. Es ist ein klassisches Spalter-Thema. Auf der einen Seite stehen meistens diejenigen, die als „Hardcore“-Feministen abgestempelt werden. Auf der anderen Seite diejenigen, die ‘wir’ dann „Betonköpfe“ schimpfen. In der Regel wird die Diskussion bis auf die Grundfesten der Verfassung geführt: Was sagt das Grundgesetz? Und: Was ist gerecht? Bislang endeten die Diskussionen meistens – außer im politisch grünen Umfeld – mit einer moralischen Entwertung derjenigen, die Quoten forderten. Oder sie wurde damit geschlossen, dass die Frauen doch einfach selbst schuld seien, wenn sie es nicht alleine schafften und man die Sache doch nun nicht den armen Männern anhängen könne. Ach so: Nicht zu vergessen das Argument von den schlecht qualifizierten Frauen, die dann die viiiieeel besseren Männer verdrängten.

Das waren noch Zeiten, als die Fronten so einfach, so klar waren. Als Gerd Schröder die Frauenpolitik als „Gedöns“ und das Geschwätz von der Quote als nicht diskutabel betrachtete. Es war am 17. März 2009, als sich der Wind entschieden drehte. Da saß eine Runde hochkarätiger Frauen aus Business und Politik im Willy-Brandt-Haus an einem rundem Tisch, zusammen mit Franz Müntefering, damals noch Vorsitzender der SPD. Sie hatten gute Argumente dabei: Studien. Eigene Erfahrungen und ein ausgefeiltes Konzept namens „Nürnberger Resolution“. Diese unterzeichnete der SPD-Chef am 17. März und von da an nahm es um das Thema Quote eine Wende in Deutschland. (weiterlesen …)


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Applaus für: Die Männer-taz

8. März 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 12 von 22 der Serie Applaus für

Heute, anlässlich des internationalen Frauentags, hat die taz eine ganze Palette Artikel zum Thema Männer im Angebot:

- ein Artikel über einen Teil der Männerrechtsbewegung, die manchmal in fragwürdige Kreise hinein reicht: “Die Männer-Rechte”

- der Artikel “Özdemir ist Feminist” betrachtet kurz das Verhältnis prominenter Männer zur Gleichberechtigung.

- Frauen, die aus dem Ausland stammen, erzählen ihre Sicht auf hiesige Männer in “Der deutsche Mann kann sehr schüchtern sein”

Weitere interessante Artikel in der Sondertaz zum Thema Männer finden sich in der Printausgabe der taz. Unter anderem: “Der neue Mann, das scheue Reh”; “Darth Vader sitzt nicht in den Genen” und “Männer, keine Tiere”. Ein Artikel über eine Kita voller männlicher Erzieher und ob und wie manche grünen Väter ihre Kindersorge zu politischem Kapital machen können.

Viel guter und wie ich finde sauber recherchierter Diskussionsstoff – bei dem die Männerdebatte auch endlich einmal differenziert und von vielen Seiten betrachtet wird. Ist ja selten, heutzutage.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&dig=2010%2F03%2F08%2Fa0059&cHash=5505f009b0Der

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Männer, emanzipiert Euch!

6. März 2010 von Katrin
Dieser Text ist Teil 19 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Die Männeremanzipation stockt leider immer noch, denn es fehlen Männlichkeitsbilder der Zukunft. Sind alleinerziehende Mütter und Grundschullehrerinnen schuld?

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Die Debatte um die armen Jungen, aus denen später die armen Männer werden, reißt nicht ab. WissenschaftlerInnen zeigten immer wieder, dass es vor allem allein erzogene Jungen hart treffe, da diese noch Jahrzehnte später ein erhöhtes Depressionsrisiko hätten, weil sie vaterlos aufwuchsen. So berichtete auch Jens Lubbadeh auf Spiegel Online vor drei Tagen. Lubbadeh war auf dem Männerkongress 2010, der in Düsseldorf stattgefunden hat. Dort hörte er sich offenbar einige Vorträge über die Männer und ihre Probleme an – und über Jungen, vaterlose. Daraus entstand der Artikel mit dem Titel „Frau muss man sein!“

Vaterlose Jungen wurden unter anderem von Professor Matthias Franz unter die Lupe genommen. Dazu zog er eine Langzeitstudie heran, die Kriegskinder der Jahrgänge 1935 und 1945 untersuchte. Langzeitstudien haben immer einen Vorteil: Man gerät nicht in Gefahr, überstürzte Urteile zu fällen, man betrachtet ein Phänomen und seine Entwicklung über Jahre – und kennt dadurch auch Langzeiteffekte von negativen Einflüssen auf Menschen. Langzeitstudien mit Menschen, die 1935 und 1945 geboren wurden, haben aus heutiger Sicht aber auch einen entscheidenden Nachteil: Sie lassen sich nur sehr schwer auf Menschen übertragen, die 60 oder 70 Jahre später geboren wurden. Kann man einen Jungen, dessen Vater im Krieg starb und dessen Mutter ihn darum allein erzog, wirklich mit einem Jungen vergleichen, dessen Vater einfach nur eine „Neue“ hat oder dessen Mutter nicht mehr mit dem Vater klar kam? Und wurden Jungen der Jahrgänge 1935 und 1945 nicht noch viel mehr zu „Männlichkeit“ erzogen und mussten sie als Männer nicht viel „männlicher“ sein (durchsetzungsstark, hart, mutig, Gefühle an Frauen delegierend), als heute, wo wir beobachten können, dass sich andere Männlichkeitsbilder zu entwickeln beginnen?

Alleinerzogen, ohne Schaden

Ich meine: Franz und somit Lubbadeh – aber auch altbekannte Autoren wie Hurrelmann und Arne Hoffmann argumentieren immer, den Jungen ginge es so schlecht und sie würden depressiv, weil ihnen das „männliche Vorbild“ fehle – und weil Mütter dieses nicht ersetzen könnten. Hat schon einmal jemand untersucht, warum es dann auch Männer gibt, die nur von einer Frau großgezogen wurden und die keinerlei Schaden davon trugen (ich kenne da einige persönlich)? Was haben deren Mütter denn – rein wissenschaftlich gesehen – „falsch“ gemacht? Oder sind sie nicht vielmehr der Beweis, dass der arme vaterlose Junge kein Muss ist, sondern ein gesellschaftliches Phänomen, das aufgrund mehrerer Einflussfaktoren entstand? Und wer fragt eigentlich, warum es heute immer noch vor allem die Frauen sind, die nach der Scheidung alleine mit den Kindern dastehen?

Es tut sich Gott sei Dank sehr viel in der Debatte. Ein erster und großer Erfolg war das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das Vätern mehr Mitsprache bei der Sorge um ihre Kinder zusprach. Denn es ist für beide Parteien und insbesondere für die Kinder, einfach unerträglich, dass hierzulande der Wertekonsens dahin zu gehen scheint, dass Väter bei der Kindersorge nicht mitreden dürften und müssten. Keine Rechte, kaum Pflichten. Auf der einen Seite stehen Frauen, die beklagen, dass ihre Männer keinen Unterhalt zahlen, auf der anderen Seite die Männer, die entrechtete Väter geworden waren. Und dazwischen viele Richter, die immer noch meinten, das Beste für das Kind seien ausschließlich die Mütter. Dieses Bild bröckelt. (weiterlesen …)


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Gemeinsam oder gegeneinander?

11. Dezember 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 18 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Während Feministinnen heute mehrheitlich für Geschlechterdemokratie eintreten, führen einige Maskulisten einen Kampf gegen das andere Geschlecht.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Der heute recht verbreitete Begriff der „Geschlechterdemokratie“, der ein neues Verhältnis von Männern und Frauen in der Gesellschaft sucht, impliziert mehr, als nur die Emanzipation der Frauen. Vielmehr werden beide Geschlechter, ihre Beteiligung an den gesellschaftlichen Bereichen Politik, Wirtschaft und ihre Rolle im Privaten ins Visier genommen, sowie die jeweiligen Probleme beider Geschlechter behandelt. Wichtig ist dabei der Erfinderin des Begriffes, Halina Bendkowski, die Trennung in männliche Gesellschaftsphäre (Öffentlichkeit) und weibliche Gesellschaftsphäre (Haus) aufzuheben und zu durchmischen.

Das der Heinrich-Böll-Stiftung angeschlossene Gunda-Werner-Institut trägt vielleicht gerade deswegen in seinem Namen die Schlagworte „Feminismus und Geschlechterdemokratie“. Es existiert erst seit 2007 und ging aus dem ehemaligen Feministischen Institut der Stiftung hervor. Die Erweiterung des Namens um den Aspekt der Geschlechterdemokratie zeigt bereits an, was diesem Institut am Herzen liegt: Jede zweite Publikation der Schriftenreihe, die es heraus gibt, befasst sich mit der Männerseite. Auch eine mehrtägige Veranstaltung im Herbst 2008 behandelte intensiv die Probleme von Jungen, die heute als „Bildungsverlierer“ gelten.

Feminismus hingegen klingt in den Ohren vieler noch als totaler Gegenbegriff zu solch einem Konzept: Er wird bis heute als Kampf gegen Männer wahrgenommen. Zwar zeigte kürzlich eine Studie, dass diese Wahrnehmung mehrheitlich nicht mehr stimmt, und die Encyclopaedia Britannica schreibt, der Feminismus sei „the belief in the social, economic, and political equality of the sexes“ – also letztendlich nichts anderes, als Geschlechterdemokratie, nur im Gegensatz zu diesem Begriff international verwendet. Aber Vereine wie MANNdat e.V. und auch zahlreiche KommentatorInnen in feministischen Online-Medien tragen nach wie vor das alte Bild der gegen Männer kämpfenden, sich nur und einseitig für Frauen- und Mädchen-Belange einsetzenden „Emanzen“ herum und reagieren entsprechend abweisend. Manche meinen nun, als Männer gegen eine Verbreitung „des“ Feminismus ankämpfen zu müssen. (weiterlesen …)


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Kurz und knapp zum Wochenende

4. Dezember 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 12 von 152 der Serie Kurz notiert

Was war sonst noch los in dieser Woche?

Wie wir auch schon ausführlicher berichtet haben, hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Sorgerecht für Väter gestärkt. Ein längerer und informativer Artikel dazu findet sich auf tagesschau.de, sowie ein Kommentar auf Spiegel Online.

Einen Streifzug durch die Filmgeschichte der Geschlechterstereotype kann man auf derStandard.at nachlesen: Wie werden Wissenschaftlerinnen in Filmen dargestellt? Antwort: Als Mannweib, alte Jungfer, naive Expertin oder einsame Heldin.

Simone Schmollack untersucht in der taz, welche Auswirkungen es für Frauen haben wird, dass das Schonvermögen von Hartz-IV-Empfänger_innen angehoben werden soll. Ergebnis: Es wird ihnen wenig nützen, da sie kaum Geld zum Sparen haben.

Der “Fall Semenya” sollte eigentlich Ende November entschieden werden – besser gesagt: Es sollte entschieden werden, was sie denn nun ist: Mann oder Frau. Dazu bedurfte es aber so vieler medizinischer Tests, dass das Ergebnis nun doch noch nicht vorlag. Das berichtet und kommentiert Andrea Roeding im freitag.

Sharon Adler macht AVIVA, ein Berliner Online-Magazin, eines der erfolgreichsten Frauen-Portale deutschlandweit. Diese Woche war sie im Montagsinterview der taz. Kleiner Ausschnitt gefällig?

“Als das Buch “Alphamädchen” im letzten Jahr rauskam, war ich superglücklich, dass die Feminismusdebatte von einer neuen Seite angestoßen wird. Ich fands auch gut, ein paar Seitenhiebe loszulassen auf etablierte Feministinnen.”

Die Schweizer haben sich gegen Minarette ausgesprochen. Und damit Europa in eine große Debatte gestürzt. Interessant für uns ist dabei vor allem die Tatsache, dass laut Forschern vor allem die Stimmen linksgerichteter Frauen für den Erfolg der Verbotsabstimmung gesorgt haben könnten, wie die taz berichtet. Ebenso interessant ist, was Alice Schwarzer zu dieser Entscheidung des Schweizer Volkes zu sagen hat: dieStandard.at fasst die Äußerungen der islamkritischen Feministin zusammen. Diese findet es zum Beispiel selbstverständlich, dass Burkas verboten werden sollten.

Wie es Frauen in der Türkei geht, das untersuchte u.a. der Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums und kam zu keinem sehr erfreulichen Ergebnis: Inpunkto Gleichberechtigung rangiert das Land ganz weit hinten unter den untersuchten 134 Ländern: auf Platz 129. Eine Analyse dazu findet ihr auf Quantara.de.


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Eine Woche voller News

27. November 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 11 von 152 der Serie Kurz notiert

Schon wieder Wochenende. Und wieder ist vieles im Netz passiert:

Verhindern anonyme Geburten die Tötung ungewollter Kinder? Eine ellenlange Debatte ließe sich über diese Frage ausbreiten. Der Ethikrat scheint nicht überzeugt zu sein und empfiehlt daher, Babyklappen wieder abzuschaffen, wie die Netzzeitung berichtet.

Vielleicht habt auch ihr diese Woche einen Fernsehbericht über Sarah Palins neueste Tour durch Amerika gesehen: Stets ihren behinderten Sohn hyperaktiv seine Ärmchen wedelnd in die Kamera zeigend? – nein? Nicht schlimm – im Guardian hat Jessica Valenti das Come-Back der Hockeymom für euch zusammengefasst.

“Nothing tastes as good, as skinny feels,” so lautet – nach eigenen Angaben – das Motto von Model Kate Moss. Auf Feministing kann Jessica dazu nur zu Protokoll geben:

“For the record, here are some things that taste better than skinny (or any weight) feels: Lasagna, cheesecake, nachos, fresh guacamole, grilled cheese, hot chocolate on a cold day, peanut butter, mashed potatoes, mozzarella, oh my god now I’m really hungry. Gotta go eat.”

Oho – das Bundesverfassungsgericht meldet sich wieder einmal in Sachen “Ehe” zu Wort: vielleicht könnte es nötig sein, das Ehegattensplitting endlich auch für homosexuelle Paare zuzulassen. Spiegel Online schreibt dazu:

“Wenn auch Paare, die in der Regel keine Kinder aufziehen, in den Genuss einer Leistung kommen, die immer noch als ein Segen für die Familien gilt, dann könnte das der berühmte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das Gewähren von Steuervorteilen auch für homosexuelle “Ehe”-Paare könnte zugleich das Ende dieser Privilegien einläuten.”

“Ups, I did it… “ – tja: Bei Britney Spears und Madonna standen die Leute drauf, als sie sich bei den MTV Music Awards küssten. Und wer nicht drauf stand, der wäre trotzdem nicht auf die Idee gekommen, die beiden von irgend etwas auszuladen. Anders erging es Adam Lambert: Er simulierte (!) Oralsex mit und küsste seine Bandmitglieder. Also lud ihn ein TV-Sender aus, wie ebenfalls auf Spiegel Online zu lesen ist. Könnte etwas mit der sexuellen Orientierung des Sängers zu tun haben.

Dabei ist Homosexualität etwas ganz Natürliches, wie uns auch ein Professor der Geschichte der Biowissenschaften erklärt, und zwar auf den Seiten des Humanistischen Pressedienstes. Mehr noch: Homo- und Bisexualität sind sogar evolutionär äußerst wichtig.

http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,663266,00.html#ref=rss

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Den eigenen Frieden verteidigen

25. November 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 17 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Eine alte Frage in Sachen Geschlechtergerechtigkeit stellt sich neu: Diskriminiert die einseitige Wehrpflicht Männer? Wenn ja, wollen wir mehr Frauen in der Bundeswehr?

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Frauen gelten im Vergleich zu Männern gemeinhin als friedfertiger und weniger aggressiv. Manche besonders biologistisch orientierten Menschen ziehen als Begründung dieser scheinbaren Tatsache das Testosteron heran. Aber auch einige Vertreterinnen der sogenannten Neuen Frauenbewegung haben sich als Hüterinnen der menschlichen Friedfertigkeit angesehen und sind in einen tosenden Sturm gegen Alice Schwarzer ausgebrochen, als diese sich für einen Zugang von Frauen zum Militär aussprach (erschienen 1978 in einem Aufsatz der Emma ).

Schwarzer begründete diese ungewöhnliche Forderung mit drei wesentlichen Fakten: 1. Sei das Militär nur ein weiterer Bereich der Gesellschaft, in dem es um Macht ginge und auch hier glänzten typischerweise Frauen durch Abwesenheit, was als Missstand gesehen werden müsse. 2. Sei das Militär ein Ort, der zur ideologischen und realen Verfestigung des Männlichkeitswahns diene. Durch den Ausschluss aus diesem Bereich würden zugleich Frauen weiterhin in die typische Opferrolle der Hilflosigkeit gedrängt. 3. Sei das Militär „ein extremster Ausdruck der Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen: hier steht ein Jahr Wehrdienst gegen 20 Jahre Mutterdienst.“

Zwar relativierte Schwarzer in ihrem Aufsatz gleich selbst ihre Forderung nach weiblichem Zugang zum Militär, indem sie deutlich machte, dass Wiederaufrüstung, Kasernendrill und Waffengeprotze sie persönlich schon immer schockiert hätten. Außerdem wehrte sie sich auch sofort gegen die – wie sie es nannte – Milchmädchenrechnung, dass die Frauen, wenn sie Gleichberechtigung wollten, auch zum Militär müssten: Darüber könne man reden, wenn die Männer auch alle Frauenpflichten wahrnähmen. (weiterlesen …)


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Die Eroberung der Wissenschaften

10. November 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 16 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Feministische Forschung leistet einen wichtigen Beitrag zum interdisziplinären Fortschritt in der Wissenschaft. Dabei steht sie weiterhin zu Unrecht unter Beschuss.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

„Feminismus und eine feministische oder geschlechterdemokratische Reflektion und Auseinandersetzung mit aktuellen politischen, gesellschaftlichen und auch wissenschaftlichen Themen ist per se ideologisch“. Das ist eine weit verbreitete und zunächst auch sehr logisch erscheinende Meinung. Feminismus und Wissenschaftlichkeit scheinen sich gegenseitig auszuschließen, denn eine fundamentale Forderung der Wissenschaft an jedes Individuum ist die von Max Weber vor über hundert Jahren verlangte Werturteilsfreiheit. Und Feministinnen – das sind doch die Meisterinnen der Werturteile, oder?

Keine Wissenschaft ist frei von Ideologie

Wer sich einerseits als FeministIn „outet“ und auch aus dieser Motivation heraus forscht, dem glaubt eine bestimmte Klientel die hervorgebrachten Ergebnisse nicht – seien sie auch noch so wissenschaftlich sauber. Die Gender Studies werden sogar in den Generalverdacht gestellt, nichts anderes zu sein, als ein Instrument des (in diesem Fall dann bösen) Feminismus um vermeintlichen Blödsinn als Wahrheit verkaufen zu können. Deshalb und sicherlich auch, weil sie ein noch relativ junger Forschungszweig sind, werden Gender Studies heute in den Medien wesentlich weniger rezipiert und besprochen, als die Ergebnisse aus Biologie, Wirtschaft und Psychologie. Man nimmt eben nicht so ernst, was dort geforscht wird, man beäugt es skeptisch und wenig wohlwollend.

Es ist schwer und schlechterdings unmöglich, diese Vorwürfe in einem einzigen Artikel zu entkräften und dafür gibt es zwei Gründe: 1. Bedarf es dazu einer genauen Betrachtung der einzelnen Studien und Arbeiten, sowie der darin angewandten Methoden. Denn nur eine genaue und detaillierte Betrachtung der verschiedenen Forschungsobjekte kann Aufschluss darüber bringen, wie werturteilsfrei der Aufbau der Arbeit eigentlich tatsächlich ist. 2. Ist keine Wissenschaft “frei” von Ideologie. Eine schwer verdauliche Aussage. Doch es menschelt in der Biologie genauso, wie in der Pyhsik, in den Gender Studies und letztendlich überall. Die Werturteilsfreiheit nach Weber ist und bleibt ein zumeist unerreichtes Ideal. Ein Blick in die Geschichte der Wissenschaft zeigt, dass kein Mensch völlig frei von Ideologien, Überzeugungen und Emotionen ist – auch nicht wenn er forscht. Wir sind schließlich keine Vulkanier. Gerade Soziologen, die sich nicht selten von naturwissenschaftlicher Seite angegriffen fühlen, weil sie vermeintlich weniger „harte Fakten“ hervorbrächten, kritisieren an den vermeintlich „eindeutigen“ Naturwissenschaften mangelnde Auseinandersetzung mit Wissenschaftstheorie und behaupten dagegen für sich, sich ihrer Fehlbarkeit wenigstens bewusst zu sein. (weiterlesen …)


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Will Steak haben!

19. Oktober 2009 von Katrin

Bild über Deutsche Welle

Oh du mein liebes Bisschen! – dachte ich, bei dieser Ankündigung: Ja, es gibt sie nun, die Koch-Zeitschrift für den Mann. Und was prangt vom Titel? Ein blutiges Steak. Wenn das Testosteron da nicht mal einen Freudentanz aufführt. Ganz passend auch der Titel: Beef! – ja, mit einem Ausrufezeichen. Die Deutsche Welle zitiert dazu den Chefredakteur von Beef!:

“Als Zielgruppe hat Spielhagen alle Männer im Visier, die kochen wollen und weniger die Menschen, die kochen, weil sie kochen müssen. Bei diesen Menschen, die kochen müssen, handelt es sich nach Einschätzung von Spielhagen um Frauen.”

Außerdem brauchen Männer vor allem eins: Fleisch! In rauen Mengen. Viel wichtiger aber noch ist natürlich die alles entscheidende Frage, die in Beef! auch beantwortet werden soll:

“Kann man Frauen ins Bett kochen?”

Also: Auf auf liebe Männer! – und schnell zu beef.de – da gibt es die Zeitung zum Blättern.


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